Donnerstag

Amy Gentry: Good as gone (der Hörverlag)

Spannend, beklemmend, überraschend, so kündigt der Hörverlag das Hörbuch Good as gone der amerikanischen Autorin Amy Gentry an. Gelesen wird das Buch, das als MP3-CD erschienen ist, von Anna und Nellie Thalbach.

Ein Albtraum scheint für die Familie Whitaker endlich beendet: Annas und Toms Tochter Julie, die mit 13 Jahren entführt wurde, steht als 21-Jährige plötzlich vor ihrer Haustür. Endlich wieder vereint – die Familie kann ihr Glück kaum fassen. Doch schon bald spüren alle, dass Julies Geschichte so nicht stimmen kann. Als Anna dann von einem ehemaligen Polizisten geheime Informationen über den Entführungsfall erhält, hegt sie einen furchtbaren Verdacht. Sie macht sich auf die Suche nach der Wahrheit über eine Julie, von der sie inständig hofft, dass sie keine Lügnerin ist. Nach einer Wahrheit, die das gesamte Familiengefüge bedrohlich ins Wanken bringt. 

Julie und die anderen Frauen- bzw. Mädchenrollen werden von Nellie Thalbach gesprochen, während Anna Thalbach die Mutterrolle spricht. Der Wechsel zwischen der Mutter- und der Tochterstimme ist sehr gut gelungen, insbesondere Anna Thalbach kann der Mutter mit ihrem Tempo und  Aggressivität in der Stimme besonderen, charaktervollen Ausdruck verleihen. Nellie Thalbach ist mit ihrer jugendlichen mädchenhaften Stimmlage hier zwar etwas im Hintertreffen und im Ausdruck ganz wenige male nicht ganz sauber, doch auch das passt zu den jungen Figuren im Roman, die sie verkörpert. Die Geschichte beginnt zurückhaltend und wird je weiter die Geschichte voranschreitet nach und nach immer intensiver vorgetragen. Dadurch entfaltet die Geschichte sich zwar f erst verhalten, ist aber wichtig, um die Geschichte für den Hörer zu verorten. Doch dann fesselt die Handlung, weil beide Sprecherinnen die Geschichte wunderbar interpretieren. Spannend und teilweise berührend wird die Geschichte einer Kindesentführung aufgedeckt. 

Die Autorin Amy Gentry hat ihr Studium an der Universität von Chicago mit einem PhD abgeschlossen und lebt in Austin, Texas, wo sie englische Literatur an einer High School unterrichtet. Gleichzeitig arbeitet sie als freie Literaturkritikerin für die LA Review of Books und Chicago Tribune. Good as Gone ist ihr erster Roman, der noch vor Erscheinen für riesiges Aufsehen sorgte und in über 20 Länder verkauft wurde.

Anna Thalbach ist 1973 in Ost-Berlin geboren und international bekannt als Künstlerin von Film, Fernsehen und Theater. Als Hörbuchsprecherin und Interpretatorin gefragt, wurden ihre Leistungen mehrfach ausgezeichnet, unter anderem zweimal mit dem Deutschen Hörbuchpreis.

Nellie Thalbach, geboren 1995, gab ihr Kameradebüt bereits 2005 an der Seite von Anna Thalbach und Götz George im Film Maria an Callas. Zusammen mit Großmutter Katharina und Mutter Anna ist sie auf der Bühne, im Fernsehen und bei Lesungen zu erleben.

Good as gone  von Amy Gentry, das Hörbuch gelesen von Anna und Nellie Thalbach ist im Hörverlag erschienen. 
(JK 05/17)

David Foenkinos: Das geheime Leben des Monsieur Pick (der Hörverlag)

Das Buch Das geheime Leben des Monsieur Pick des französischen Autors David Foenkinos erzählt, wie ein einziger Roman das Leben verändern kann. Als Hörbuch ist er im Hörverlag erschienen und wird von Axel Milberg vorgelesen.

Im bretonischen Finistère, am „Ende der Welt“, gibt es eine ganz besondere Bibliothek: Sie beherbergt von Verlagen abgelehnte Manuskripte. Eines Tages entdeckt dort eine junge Pariser Lektorin ein Meisterwerk, dessen Autor der frühere Pizzabäcker des Ortes ist. Seine Witwe beteuert, er habe Zeit seines Lebens kein einziges Buch gelesen und nie etwas anderes zu Papier gebracht als Einkaufslisten. Ob er ein geheimes Zweitleben führte? Von dieser mysteriösen Entstehungsgeschichte beflügelt, wird der Roman ein Riesenerfolg und ändert das Leben vieler Menschen, darunter das seiner Entdeckerin. Paare trennen sich, neue Liebende finden sich, und so manche Gewissheit wird auf den Kopf gestellt.

David Foenkinos hat eine fesselnde Geschichte geschrieben, die sich krimigleich entwickelt. Scheinbar unbedeutende Nebenschauplätze bekommen im Gesamtbild eine Bedeutung, Nichtigkeiten sind plötzlich relevant. Axel Milberg versteht es meisterhaft, sich in die verschiedensten Rollen einzufühlen und die Figuren zum Leben erwecken. Seiner angenehmen Erzählweise folgt man nur allzu gern und die 6 CDs umfassende Hörbuchfassung ist ein Hörvergnügen.

David Foenkinos, 1974 geboren, lebt als Schriftsteller und Drehbuchautor in Paris. Seit 2002 veröffentlicht er Romane, darunter den Millionenbestseller Nathalie küsst, der auch als Film mit Audrey Tautou das Publikum begeisterte. Seine Bücher werden in rund vierzig Sprachen übersetzt. Der vielfach ausgezeichnete Roman Charlotte hat sich allein in Frankreich rund eine halbe Million Mal verkauft, wurde auch in Deutschland zum Bestseller und wird derzeit verfilmt. Das geheime Leben des Monsieur Pick war in Frankreich wochenlang auf der Bestsellerliste.

Axel Milberg war bis 1997 Mitglied des Ensembles der Münchner Kammerspiele und arbeitete mit Regisseuren wie Dieter Dorn Peter, Thomas Langhoff oder Peter Zadek. Mitte der 90er-Jahre wandte sich der wandelbare Schauspieler verstärkt Film und Fernsehen zu. Seither war er in zahlreichen erfolgreichen Produktionen zu sehen, z. B. in Jahrestage (2000), The International (2009), Ludwig II. (2012), Hannah Arendt (2012) oder Feuchtgebiete (2013). Seit 2003 ist Axel Milberg außerdem in seiner Heimatstadt Kiel als Tatort-Kommissar Klaus Borowski auf Verbrecherjagd.

Das geheime Leben des Monsieur Pick von David Foenkinos, das Hörbuch gelesen von Axel Milberg ist im Hörverlag erschienen. 
(JK 05/17)

E. O. Chirovici: Das Buch der Spiegel (der Hörverlag)

Die Wahrheit des Einen ist die Lüge des Anderen, so könnte man den Roman Das Buch der Spiegel, des rumänischen Autors Eugen Ovidiu Chirovici zusammenfassen, das als Hörbuch im Hörverlag erschienen ist und von vier Schauspielern wechselweise vorgelesen wird.

Als der Literaturagent Peter Katz ein Manuskript des Autors Richard Flynn erhält, ist er sofort fasziniert. Flynn schreibt über die Ermordung des Professors Joseph Wieder in Princeton. Der Fall wurde nie aufgeklärt, und Katz vermutet, dass der unheilbar kranke Flynn den Mord gestehen oder den Täter enthüllen wird. Doch Flynns Text endet abrupt. Als Katz den Autor kontaktieren will, ist dieser bereits verstorben. Besessen davon, das Ende der Geschichte zu erfahren, versucht Katz, Laura Baines ausfindig zu machen, die als Studentin auf undurchsichtige Weise mit Wieder verbunden war. Doch je tiefer Katz in den Fall eindringt, desto mehr scheint er sich von der Lösung zu entfernen...

Jede Passage wird von einem anderen Sprecher gesprochen. Insgesamt gibt es in der teils komplexen Geschichte drei Perspektiven. Die Geschichte wird aus allen Blickwinkeln beleuchtet. Jeder Blickwinkel bringt neue Details zu Tage.  Bei der Wahrheit aus verschiedenen Blickwinkeln kommen jedoch recht unterschiedliche Wahrheiten heraus, die sich überschneiden oder ergänzen und manchmal auch ähneln, die aber nie völlig gleich sind. Und das macht einen besonderen Reiz aus. Die Protagonisten sind fein und detailreich ausgearbeitet und berichten nach langer Zeit von ihren Erlebnissen, die eine reizvolle Mischung aus Erlebtem und unbewusst Angepasstem liefern. Die Geschichte besitzt viel Tiefe und kommt ohne große Action aus, trotzdem gelingt es ihr, immer wieder zu überraschen. Jonas Nay, Stephan Kampwirth, Volker Lechtenbrink, Sebastian Rudolph und Sascha Rotermund verleihen ihren Figuren Stimme und steigern die Atmosphäre. Durch die verschiedenen Stimmen wird die Geschichte lebendig und erhält etwas Authentisches.

Eugen Ovidiu Chirovici stammt aus einer rumänisch-ungarisch-deutschen Familie aus Transsilvanien. Er hat in seinem Heimatland eine namhafte Zeitung und einen Fernsehsender geleitet und sehr erfolgreiche Romane veröffentlicht. Seit 2013 arbeitet er hauptberuflich als Schriftsteller und lebt mit seiner Frau in Brüssel. Das Buch der Spiegel ist sein erster Roman in englischer Sprache, der im Vorfeld der Frankfurter Buchmesse 2015 heiß gehandelt und schließlich in 38 Länder verkauft wurde.

Jonas Nay, geboren 1990, ist ein deutscher Schauspieler und ausgebildeter Filmkomponist. Bereits während seiner Schulzeit spielte er mehrere kleinere Rollen in Fernsehproduktionen. Bald folgten Hauptrollen in Fernseh- und Kinofilmen. 2012 erhielt er den Grimme-Preis und wurde 2013 als Bester Nachwuchsschauspieler mit dem Bayerischen Filmpreis geehrt. 2015 war er als Protagonist der Serie Deutschland 83 regelmäßig im Fernsehen zu sehen.

Stephan Kampwirth war Ensemblemitglied des Wiener Burgtheaters sowie der Münchner Kammerspiele. Zur Zeit spielt er u.a. an den Hamburger Kammerspielen. Seit Ende der 90er Jahre arbeitet der Schauspieler vermehrt für Film- und Fernsehproduktionen u.a. Die Todesautomatik, Der Mann auf der Brücke, Liebe deinen Feind, Contergan, Who AM I und wirkte in der hochgelobten Fernsehserie Die Stadt und die Macht und in diversen Tatort-Folgen mit. Zuletzt sah man ihn auf der Kinoleinwand in den Filmen Agnes, Junges Licht und Radio Heimat sowie in der WDR-Serie Phoenixsee.

Volker Lechtenbrink wurde 1944 in Cranz/Ostpreußen geboren. Bereits als Achtjähriger sprach er im NDR-Kinderfunk. 1959 wurde er 15-jährig in der Rolle des Kurt Hagen in Bernhard Wickis Antikriegsfilm Die Brücke bundesweit bekannt. Er spielte am Theater in Köln, am Bayerischen Staatsschauspiel München und am Deutschen Schauspielhaus in Hamburg. 1976 stellte Volker Lechtenbrink seine viel beachtete erste Langspielplatte Der Macher vor. 1979 erhielt er vom Saarländischen Rundfunk eine eigene Fernsehshow: Life: Volker Lechtenbrink. 2007 wurde Volker Lechtenbrink für die Lesung Die Brücke als „Bester Interpret“ mit dem Deutschen Hörbuchpreis ausgezeichnet und ist heute in zahlreichen Fernsehserien zu sehen, wie u. a. Ein Fall für Zwei, Siska,'Küstenwache.

Sebastian Rudolph, geboren 1968 in Berlin, hatte seinen Durchbruch als Fernsehschauspieler in der Komödie Manta – Der Film zu Beginn der 1990er Jahre. Seitdem war er auch immer wieder in Serien zu sehen, darunter Tatort und Notruf Hafenkante. Auf Theaterbühnen ist Sebastian Rudolph ebenfalls erfolgreich, so hatte er Engagements am Theater Basel, an der Schaubühne Berlin, der Volksbühne Berlin, am Schauspielhaus Hamburg u. v. m. Im Ensemble des Thalia Theaters Hamburg ist er seit der Spielzeit 2009/2010 festes Mitglied. 2012 wurde Sebastian Rudolph von „Theater heute“ zum Schauspieler des Jahres gekürt.

Sascha Rotermund, Jahrgang 1974, studierte Schauspiel in Hannover. Es folgten zahlreiche Engagements an Theatern von Bremen bis Berlin. Im Fernsehen war er u. a. in der ZDF-Serie Küstenwache und in der RTL-Comedy 4 Singles zu sehen. Seit 2003 ist Sascha Rotermund außerdem ein gefragter Hörbuchinterpret und Synchronsprecher und lieh seine Stimme u. a. Joaquin Phoenix, Christian Bale, Jon Hamm in Mad Men, Omar Sy in Ziemlich beste Freunde sowie Benedict Cumberbatch in Star Trek – Into Darkness.

Das Buch der Spiegel von E. O. Chirovici, das Hörbuch gelesen von Jonas Nay, Stephan Kampwirth, Volker Lechtenbrink, Sebastian Rudolph und Sascha Rotermund ist im Hörverlag erschienen. 
(JK 05/17)

Luca D'Andrea: Der Tod so kalt (der Hörverlag)

Drei grausame Morde. Ein schweigendes Dorf. Ein Fremder, besessen von der Wahrheit: Luca D’Andreas Buch Der Tod so kalt spielt in der Bergwelt Südtirols und ist im Hörverlag als Hörbuch erschienen, gelesen von Matthias Koeberlin.
Südtirol, Dolomiten, 1985. In der Bletterbach-Klamm, einer gigantischen Schlucht, werden drei schrecklich entstellte Leichen gefunden. Wer kann einen solch brutalen Mord begangen haben? Ist ein menschliches Wesen dazu überhaupt fähig? Dreißig Jahre später ist der amerikanische Dokumentarfilmer Jeremiah Salinger besessen davon, die Wahrheit herauszufinden – allen Warnungen der Einheimischen zum Trotz. Es scheint nämlich, als trügen die Morde einen Fluch in sich. Als sei am Bletterbach etwas Furchtbares wiedererwacht, das längst verschwunden geglaubt war. Etwas, so uralt wie die Erde selbst...
Luca D’Andrea hat einen vielschichtigen, thrillerartigen Roman geschrieben, der von Matthias Koeberlin perfekt gelesen wird. Er besitzt die Fähigkeit, die Lesung interessant und lebendig zu gestalten. Seine Stimme und Interpretation des Textes und der Figuren passen perfekt zum Geschehen. Die Spannung baut sich langsam auf, die Fassade des kleinen Dörfchens, dass man einträchtig und hilfsbereit zusammenlebt, bröckelt zusehends. Dabei ist die psychologische Entwicklung der Hauptfigur und das Porträt einer fast schon diabolischen, wunderschönen Natur bestechend.
Luca D'Andrea wurde 1979 in Bozen geboren, wo er heute noch lebt. Er stieg mit seinem ersten Thriller sofort in die Riege der internationalen Top-Autoren auf. Der Tod so kalt erschien in rund 40 Ländern und wurde fast überall zum Bestseller – auch bei uns stand das Buch wochenlang in den Top-5 der Spiegel-Bestsellerliste. Die Geschichte führt nach Südtirol, in die Heimat des Autors, über die er auch journalistisch gearbeitet hat: Am bekanntesten ist seine TV-Produktion Mountain Heroes, in der er für das italienische Fernsehen die Bergrettung porträtierte.
Matthias Koeberlin, geboren 1974, hat sich seit seinem Fernsehdebüt 1999 in Ben & Maria – Liebe auf den zweiten Blick zu einem der beliebtesten deutschen Schauspieler entwickelt. Er spielte in der erfolgreichen Andreas-Eschbach-Verfilmung Das Jesus Video und war seitdem in Produktionen wie Wir sind das Volk oder Laconia zu sehen. Für Tornado – Der Zorn des Himmels wurde er als Bester Schauspieler mit dem Deutschen Fernsehpreis geehrt. Mit der Darstellung des Kommissar Marthaler landet Koeberlin sowohl beim Publikum als auch bei der Presse einen großen Erfolg. In dem vierteiligen Hörspiel Otherland ist Matthias Koeberlin als Orlando Gardiner zu hören und in Der Orientzyklus von Karl May leiht er Hadschi Halef Omar seine Stimme, außerdem hat der Der Distelfink von Donna Tartt gelesen.
Der Tod so kalt  von Luca D'Andrea, das Hörbuch gelesen von Matthias Koeberlin ist im Hörverlag erschienen.

Nicholas Searle: Das alte Böse (Random House Audio)

Wenn nur die Lüge die Wahrheit ans Licht bringt. Der Roman Das alte Böse von Nicholas Searle ist ein Verwirrspiel um eine späte Rache. Als Hörbuch ist es bei Random House Audio erschienen, vorgelesen von Dietmar Bär.

Roy und Betty haben sich über ein Datingportal im Internet kennengelernt – ungewöhnlich für zwei Menschen über 80. Bald ist Roy in Bettys schönem Haus auf dem Lande eingezogen. Doch irgendetwas führt er im Schilde. Roy ist ein Krimineller: Mit 70 hat er gutgläubige Anleger betrogen, mit 50 im Rotlichtbezirk von Soho schmutzige Geschäfte gemacht, als junger Mann noch Schlimmeres getan – und auch der Greis folgt noch dem Trieb, anderen Menschen Böses anzutun. Wer ist dieser Roy? Sicher nicht der, der zu sein er vorgibt. Die Spur seiner Taten führt bis in die Kriegszeit. Nach Deutschland. Und die arglose Betty scheint nichts zu ahnen…

„Dietmar Bär, als Tatortkommissar vertraut mit dem Grauen, verwandelt die Dialoge der Guten und Bösen gekonnt in wiedererkennbare Figuren,“ urteilt NDR Kultur. Dietmar Bär ist in der Tat ein Vorleser, dem man gerne zuhört, der die Geschichte kompakt und mitreißend gestaltet. Bei der akribischen Komposition dieser Geschichte hält er die Spannung hoch und lässt die manchmal weitschweifigen Begleitgeschichten nicht unwichtig erscheinen, so dass die  Geschichte nie an Fahrt verliert.

Nicholas Searle ist in Cornwall aufgewachsen und studierte Sprachen in Bath und Göttingen. Er nahm eine Karriere im Öffentlichen Dienst auf, erst in seiner Heimat, dann für lange Zeit in Neuseeland. 2011 kehrte er nach England zurück, nahm seinen Abschied vom Staatsdienst und begann zu schreiben. Das alte Böse ist sein von der Kritik gefeierter Debütroman, in Großbritannien war das Buch ein Bestseller. Nicholas Searle lebt mit seiner Frau in Yorkshire.

Dietmar Bär ist mit dem Genre Krimi eng verbunden. Für seine Rolle als Tatort-Ermittler Freddy Schenk erhielt er den Deutschen Fernsehpreis. Als Hörbuchsprecher hat er sich mit seinen Lesungen der Romane von Stieg Larsson und Håkan Nesser einen Namen gemacht.

Das alte Böse von Nicholas Searle, das Hörbuch gelesen von Dietmar Bär ist im Hörverlag erschienen. 
(JK 05/17)

Daniel Silva: Der englische Spion (Lübbe Audio)

Der Geheimagent Gabriel Allon ist die Erfolgsfigur des Autors Daniel Silva. Der neue Fall heisst Der englische Spion und ist bei Lübbe Audio als Hörbuch erhältlich, gelesen von Axel Wostry.

Das Volk verehrt sie. Doch ihr Exmann und seine Mutter, die Königin von England, verachten sie. Als eine Bombe sie in den Tod reißt, setzt die britische Regierung alles daran, den Täter zu finden. Dafür benötigt sie die Hilfe eines Mannes: Gabriel Allon, legendärer Agent des israelischen Geheimdienstes. Zusammen mit dem ehemaligen SAS-Offizier Christopher Keller macht er sich daran, die blutige Fährte des verantwortlichen Topterroristen zu verfolgen. Eine Fährte, die Gabriel an den dunkelsten Ort seiner Vergangenheit führt…

Es ist mittlerweile der 15. Fall für Gabriel Allon. Spannende Unterhaltung mit interessantem politischem Hintergrund ist hier garantiert. Dennoch merkt man ab und zu der Geschichte eine gewisse Routine an, Gabriel Allon ist einfach der Held, der allen überlegen ist und das macht die Geschichte zumindest in Ansätzen vorhersehbar. Die bisweilen in allen Belangen vom Autor vorgebrachte durchschimmernde Überlegenheit des israelischen Geheimdienstes Mossad entlockt schon einmal einen Seufzer beim Hörer. Trotz dieser Abstriche ein gut unterhaltendes Hörbuch auf 6 CDs mit 412 Minuten Spielzeit.

Daniel Silva ist der preisgekrönte New-York-Times-Bestsellerautor von u. a. Double Cross - Falsches Spiel, Der  Maler, Der Oligarch, Die Rembrandt-Affäre, Das englische Mädchen und Der Raub. Seine Bücher erscheinen in über 30 Ländern und sind weltweit Bestseller. Er ist in den United States Holocaust Memorial Council berufen worden und lebt mit seiner Frau Jamie Gangel und ihren beiden Kindern Lily und Nicholas in Florida.

Axel Wostry, geboren 1955, studierte Germanistik und Anglistik in München und Guildford, England. Er ist als künstlerischer Sprecher vorwiegend für den Bayerischen Rundfunk in Hörfunk und Fernsehen tätig. Die Gabriel Allon-Reihe von Daniel Silva interpretiert er mit viel sprachlichem Feingefühl.

Der englische Spion  von Daniel Silva, das Hörbuch gelesen von Axel Wostry ist bei Lübbe Audio erschienen. 
(JK 05/17)

Arnaldur Indriðason: Tage der Schuld (Lübbe Audio)

Der isländische Krimiautor Arnaldur Indriðason zählt zu den erfolgreichsten Krimiautoren Skandinaviens. Von ihm ist sein neuer Krimi Tage der Schuld erschienen, der bei Lübbe Audio als Hörbuch erhältlich ist, gelesen von Walter Kreye.

Ein Toter wird in einem milchig-blauen Wasser einer Lagune nahe Reykjavík entdeckt. Der Mann wurde offenbar ermordet. Kommissar Erlendur nimmt sogleich die Ermittlungen auf. Bei dem Opfer scheint es sich um einen Amerikaner von der benachbarten Militärbasis zu handeln. Dort erhält Erlendur jedoch keinerlei Auskünfte auf seine Fragen. Als eine Isländerin den Toten dann als ihren Bruder, einen Flugzeugmechaniker, identifiziert, erhärtet sich der Verdacht, dass ihm ein Militärgeheimnis zum Verhängnis wurde.

Der Krimi spielt im Jahr 1978 und gleichzeitig wird ein Fall über einen Vermissten aufgerollt, der 20 Jahre zurück liegt. Die Ermittler sind wie gewohnt eigenbrötlerisch und nicht unbedingt Sympathiehelden. Der Sprecher Walter Kreye fängt diese Atmosphäre gut ein, ist aber auch gleichermaßen distanziert, was möglicherweise so gewollt ist, denn Island scheint ein unwirtlicher Ort zu sein. 

Arnaldur Indriðason, 1961 geboren, graduierte 1996 in Geschichte an der University of Iceland und war Journalist sowie Filmkritiker bei Islands größter Tageszeitung Morgunbladid. Heute lebt er als freier Autor mit seiner Familie in Reykjavik und veröffentlicht mit sensationellem Erfolg seine Romane. Arnaldur Indriðasons Vater war ebenfalls Schriftsteller. 1995 begann er mit Erlendurs erstem Fall, weil er herausfinden wollte, ob er überhaupt ein Buch schreiben könnte. Seine Krimis belegen allesamt seit Jahren die oberen Ränge der Bestsellerlisten. Seine Kriminalromane Nordermoor und Todeshauch wurden mit dem Nordic Crime Novel’s Award ausgezeichnet, darüber hinaus erhielt der meistverkaufte isländische Autor für Todeshauch 2005 den begehrten Golden Dagger Award sowie für Engelsstimme den Martin-Beck-Award für den besten ausländischen Kriminalroman in Schweden.

Walter Kreye wurde 1942 in Oldenburg geboren. Er studierte an der Schauspielschule Bochum. Erste Engagements führten ihn nach Hamburg an das Thalia Theater und an das Schauspielhaus, darauf folgten Auftritte an der Schaubühne Berlin sowie den Staatstheatern Hannover und Stuttgart. Seit Ende der 80er Jahre spielte Walter Kreye in einer Vielzahl deutscher Fernsehproduktionen,  z.B. in Polizeiruf 110, Der Alte, Das Traumschiff und im Tatort. Außerdem ist Walter Kreye ein begnadeter Hörbuchsprecher.

Tage der Schuld  von Arnaldur Indriðason, das Hörbuch gelesen von Walter Kreye ist bei Lübbe Audio erschienen. 
(JK 05/17)

Jean-Christophe Grangé: Purpurne Rache (Lübbe Audio)

Vom französischen Thrillerautor Jean-Christophe Grangé ist sein neuer Roman Purpurne Rache erschienen und bei Lübbe Audio als Hörbuch, gelesen von Reiner Schöne.

Grégoire Morvan, graue Eminenz des französischen Innenministeriums, war in den Siebzigerjahren mit lukrativen Geschäften im Kongo erfolgreich. Und er hat dort den berüchtigten Killer Homme-Clou gefasst, der seinerzeit einem bestialischen Ritual folgend neun Menschen ermordet hat. Als an einer bretonischen Militärschule ein Toter gefunden wird, dessen grausame Entstellung dem Modus operandi des Homme-Clou ähnelt, und Morvans Familie akut bedroht wird, muss er sich mit allen Mitteln den Schatten einer Vergangenheit stellen, die niemals aufgehört hat, nach Blut zu dürsten...

Der neue Thriller von Kultautor Grangé ist überaus komplex und intelligent angelegt und reicht weit in die Kolonialzeit Belgisch-Kongos zurück. Man braucht seine Zeit, um die verschiedenen Ebenen und Verknüpfungen einzuordnen. Sprecher Reiner Schöne gelingt es hierbei vortrefflich, die Spannung aufzubauen und Akzente zu setzen. Seine sonore Stimme passt haargenau zum Plot. Das Ende ist nicht vorhersehbar wie so oft bei Grangé, man wird auf falsche Fährten geführt, Helden sind nicht ohne Makel und das erwartet der Hörer in diesem Falle auch. Warum sich der deutsche Verlag für den Titel Purpurne Rache entschied, kann nur im Hinblick auf Grangés zurückliegenden Erfolgstitel Purpurne Flüsse gedeutet werden. Die Farbe Purpur spielt hier keine Rolle und es gibt auch keine Verbindung zu den Purpurnen Flüssen. Im Original heißt der Roman Lontano – und das macht Sinn.

Jean-Christophe Grangé, 1961 in Paris geboren, war als freier Journalist für verschiedene internationale Zeitungen (Paris Match, Gala, Sunday Times, Observer, El Pais, Spiegel, Stern) tätig. Für seine Reportagen reiste er zu den Eskimos, den Pygmäen und begleitete wochenlang die Tuareg. Der Flug der Störche war sein erster Roman und zugleich sein Debüt als französischer Topautor im Genre des Thrillers. Jean-Christophe Grangés Markenzeichen ist Gänsehaut pur. Frankreichs Superstar ist inzwischen weltweit bekannt für unerträgliche Spannung, außergewöhnliche Stoffe und exotische Schauplätze. Viele seiner Thriller wurden verfilmt, darunter sein grösster Erfolg Die purpurnen Flüsse.

Reiner Schöne drehte mit Hollywoodgrößen wie Clint Eastwood oder Kris Kristofferson und spielte in beliebten deutschen Kinofilmen wie Otto – Der Katastrofenfilm oder (T)Raumschiff Surprise – Periode 1 mit. Auch als Synchronsprecher ist Reiner Schöne erfolgreich. Er leiht z. B. Willem Dafoe und Mickey Rourke seine Stimme.

Purpurne Rache  von Jean-Christophe Grangé, das Hörbuch gelesen von Reiner Schöne ist bei Lübbe Audio erschienen. 
(JK 05/17)

Mirko Zilahy : Schattenkiller (Lübbe Audio)

Die italienische Zeitung La Stampa schreibt über den Roman Schattenkiller  des italienischen Autors Mirko Zilahy: „Ein fesselndes Thrillerdebüt mit dem Fresko eines herbstlich düsteren Roms als atmosphärische Kulisse.“ Bei Lübbe Audio ist das  Hörbuch zum Roman erschienen, gelesen von Sascha Rotermund.

Seit Wochen schüttet der Septemberhimmel gewaltige Wassermassen über Rom aus. Nahe des Tibers werden an düsteren Orten drei Leichen entdeckt, deren Entstellungen der Polizei Rätsel aufgeben. Profiler Enrico Mancini, anerkannter Experte für Serienmorde, sieht zunächst keine Verbindung zwischen den Fällen. Doch dann erhält er verschlüsselte Botschaften, alle von einem Absender, der sich Schatten nennt. Botschaften, die ein neues Licht auf die Taten werfen. Denn ein grausamer Racheplan ist offenbar noch nicht vollendet. Und weist bald in eine einzige Richtung – in die Mancinis…

Mancini als Held des Thrillers ist keineswegs sympathisch. Sascha Rotermund gelingt es perfekt, Mancini zu verkörpern. Erschreckend ruhig und glasklar liest er über die Gräueltaten eines Serienmörders und führt dazu, dass beim Hörer sich die Nackenhaare aufstellen. Er transportiert Atmosphäre und Spannung von überaus düsteren und trostlosen Orten mit seiner überaus angenehmen Stimme.

Mirko Zilahy wurde 1974 in Rom geboren und studierte dort Anglistik und Italianistik. Anschließend promovierte er Dublin, wo er mehrere Jahre als Dozent für italienische Literatur arbeitete. Heute lebt er mit seiner Familie in Rom und ist ein gefragter Übersetzer namhafter englischer Autoren (z.B. Donna Tartt). Schattenkiller ist sein Debüt als Schriftsteller.

Sascha Rotermund wurde 1974 in Arnsberg/Westfalen geboren und studierte Schauspiel an der Hochschule für Musik und Theater Hannover. Theaterengagements führten ihn u.a. an die Theater Lübeck und Magdeburg, Schauspiel Hannover, Hebbel am Ufer Berlin und an das Hamburger Schauspielhaus. Im Fernsehen war er u.a. in der RTL-Serie Vier Singles sowie in der ZDF-Serie Küstenwache zu sehen. Sascha Rotermund hat bereits an zahlreichen Hörspielen und Hörbüchern mitgewirkt, darunter Wallander: Am Rande der Finsternis von Henning Mankell, So finster die Nacht von John Ajvide Lindqvist und Eine Trillion Euro von Andreas Eschbach. 2009 und 2010 war er mit dem Live-Hörspiel Die drei ??? und der seltsame Wecker – LIVE AND TICKING auf Deutschlandtournee. Seit 2003 ist er außerdem ein gefragter Synchronsprecher und lieh seine Stimme u.a. Joaquin Phoenix, Christian Bale, Bradley Cooper, Jake Gyllenhaal, Jesse Spencer in Dr. House, Jon Hamm in Mad Men, Jesse Williams in Grey's Anatomy sowie Omar Sy in der französischen Erfolgskomödie Ziemlich beste Freunde.

Schattenkiller  von Mirko Zilahy, das Hörbuch gelesen von Sascha Rotermund ist bei Lübbe Audio erschienen. 
(JK 05/17)

Sebastian Fitzek: Das Paket (Lübbe Audio)

Der deutsche Superstar unter den Thrillerautoren Sebastian Fitzek hat mit Das Paket einen neuen Thriller geschrieben, der bei Lübbe Audio als Hörbuch erschienen ist, gelesen von Simon Jäger.

Ihr Postbote bittet Sie, ein Paket für einen Nachbarn anzunehmen. Einen Nachbarn, dessen Namen Sie noch nie gehört haben. Obwohl Sie schon seit Jahren in Ihrer kleinen Straße wohnen. „Was kann schon passieren?“, denken Sie sich. Und lassen damit den Albtraum in Ihr Haus...

Direkt vorweg: Simon Jäger ist ein hervorragender Sprecher, der seine Stimme unglaublich gut einsetzt und das Hörbuch zu einem Genuss macht. Ihm ist nicht anzulasten, dass an der Bewertung zu Fitzeks Geschichte dieses Mal ein paar Abstriche zu machen sind. So spannend wie der Thriller auch ist, es gibt eben auch einige Ungereimtheiten und manches wirkt doch sehr an den Haaren herbeigezogen. Wenn man sich über die Zusammenhänge und deren Wahrscheinlichkeit nicht so sehr den Kopf zerbrechen mag, der findet auf jeden Fall gute Unterhaltung mit vielen Spannungsmomenten und, wie gesagt, einen ausgezeichneten Vorleser.

Sebastian Fitzek wurde 1971 in Berlin geboren. Nach einem Hörfunk-Volontariat und einem Studium der Rechtswissenschaften, arbeitete der im Urheberrecht promovierte Jurist mehrere Jahre als Chefredakteur und Programmdirektor verschiedener Radiostationen bis er Anfang 2000 damit begann, eine Geschichte aufzuschreiben, die ihm schon seit längerer Zeit im Kopf herumspukte. Heraus kam sein Debüt Die Therapie, das trotz einer Kleinstauflage und ohne jegliches Marketing ausschließlich durch Mundpropaganda zu dem Überraschungserfolg des Jahres wurde. Seitdem wuchs die Lesergemeinde von Fitzeks Thrillern stetig und ausnahmslos alle seine Bücher wurden zu Bestsellern. Mit Der Nachtwandler gelang ihm 2013 erstmals der Sprung auf Platz 1 der Spiegel-Taschenbuch-Liste. Mit Passagier 23 hielt er sich 2014/2015 mehrere Monate auf dem Spitzenplatz der Hardcover Liste. Seine Werke sind mittlerweile in einer Gesamtauflage in Deutschland von sechs Millionen Büchern erschienen und werden in 24 Sprachen übersetzt.

Simon Jäger, 1972 in Berlin geboren, ist neben seiner Tätigkeit als Synchronsprecher auch Autor und Regisseur. Bekannt ist er unter anderem als deutsche Synchronstimme von Matt Damon (Die Bourne Verschwörung), Heath Ledger (Brokeback Mountain), Josh Hartnett (Pearl Harbour, 40 Tage und 40 Nächte) und River Phoenix (Indiana Jones III).

Das Paket  von Sebastian Fitzek, das Hörbuch gelesen von Simon Jäger ist bei Lübbe Audio erschienen. 
(JK 05/17)

Veit Etzold: Skin (Lübbe Audio)

Veit Etzolds neuer Thriller Skin kratzt an einer Furcht, die viele im hemmungslosen Internetzeitalter umtreibt, den Identitätsklau. Der Thriller ist bei Lübbe Audio als Hörbuch erschienen, gelesen von Michael-Che Koch.

Als Christian den Link zu dem Video anklickt, ist er entsetzt über das, was er sieht: einen bis zur Unkenntlichkeit entstellten menschlichen Körper, der regungslos auf dem Wasser eines Swimmingpools treibt. Das ist nur der Höhepunkt einer ganzen Reihe von seltsamen Ereignissen, die sich in Christians sonst so geregeltem Leben plötzlich häufen. Doch als er sich der Polizei anvertraut, reagiert diese anders als erwartet. Christian hat das Gefühl, dass man ihm nicht glaubt. Als er weitere dieser grauenhaften Videos erhält, steht die Polizei plötzlich vor seiner Tür: Man hat herausgefunden, dass die E-Mails von seinem Account verschickt wurden. Und: Die Toten sind keine Fremden – Christian kannte sie alle...
Der spannende Thriller spielt gekonnt mit den Ängsten seiner Hörer und Michael-Che Koch versteht es, mit seiner Stimme diese ständige Bedrohung zu transportieren, authentisch und ruhig. 

Veit Etzold wurde 1973 in Bremen geboren. Schon früh interessierte er sich für Literatur unterschiedlicher Genres und schrieb bereits zu Schulzeiten seinen ersten Roman. Nach seiner Ausbildung zum Offsetdrucker studierte er Anglistik und Medienwissenschaften in Oldenburg und London. 2005 promovierte er in Medienwissenschaften zum Kinofilm Matrix über die Ambivalenz des Realen. Zudem hängte er noch einen MBA an der IESE Business School in Barcelona, Madrid, Silicon Valley, New York  und Shanghai an. Im Anschluss war er in vielen internationalen Unternehmen als Berater tätig.

Michael-Che Koch, Jahrgang 1973, hat an verschiedenen deutschen Bühnen gespielt (u.a. Schauspiel Düsseldorf, Schauspiel Bonn) und bei diversen Filmen und Serien mitgewirkt. Vor allem aber arbeitet er als Sprecher für verschiedene TV-Stationen, synchronisiert Filme, Serien und Computerspiele, ist die Station-Voice mehrerer Sender und in zahlreichen Hörspielen und Hörbüchern zu hören.

Skin  von Veit Etzold, das Hörbuch gelesen von Michael-Che Koch ist bei Lübbe Audio erschienen. 
(JK 05/17)

Montag

Randolf Menzel und Matthias Eckoldt lesen über Hongbienen in der Buchhandlung Boysen + Mauke am Donnerstag, 13. Juli

Buchhandlung Boysen + Mauke
Donnerstag, 13.07.2017  15.00 Uhr
Große Johannisstr. 19, Hamburg
Eintritt: 23.- Euro (inkl. Leckerem aus der Honig-Küche und Getränken). Um Anmeldung unter a.wenzel@schweitzer-online.de wird gebeten.

Randolf Menzel und Matthias Eckoldt präsentieren ihr im Knaus Verlag neu erschienenes Buch Die Intelligenz der Bienen.

Wir lieben die Bienen nicht nur, weil sie süßen Honig produzieren. Sie gehören zu den wichtigsten und intelligentesten Nutztieren der Erde. Ohne ihre Bestäubung stünde es schlecht um die Welternährung. Und sie können noch viel mehr: Ihr kleines Gehirn denkt, plant, zählt und träumt sogar. Den bekannten Berliner Hirnforscher Randolf Menzel erstaunen sie nach fünf Jahrzehnten intensiver Forschung noch immer. Zusammen mit Wissenschaftsjournalist Matthias Eckoldt hat er sein gesammeltes Bienenwissen aufgeschrieben.

Randolf Menzel, 1940 in Marienbad geboren, beschäftigt sich seit fünf Jahrzehnten mit Bienen. Der Zoologe und Neurobiologe ist eine Autorität der tierischen Intelligenzforschung, über 30 Jahre lang leitete er das Neurobiologische Institut der Freien Universität Berlin. Es kann auf eine Fülle spektakulärer Erfolge verweisen, dort gelang unter anderem erstmals die elektrophysiologische Ableitung von Sehneuronen im Bienengehirn und die weltweit erste Anwendung eines bildgebenden Verfahrens am lernenden Gehirn. Außerdem konnte der Leibniz-Preisträger die wohl im Tierreich einmalige Navigationsweise der Bienen aufklären. Die Intelligenz der Bienen ist seine erste populäre Veröffentlichung.

Matthias Eckoldt, 1964 in Berlin geboren, studierte Philosophie, Germanistik und Medientheorie. Er veröffentlichte Romane, Fachbücher und Essays, u.a. den Gesprächsband Kann das Gehirn das Gehirn verstehen? über die Hirnforschung und die Grenzen unserer Erkenntnis. Des Weiteren verfasste Eckoldt mehr als fünfhundert Radiosendungen zu kulturphilosophischen und naturwissenschaftlichen Themen. Für seine Arbeit wurde er unter anderem mit dem idw-Preis für Wissenschaftsjournalismus ausgezeichnet. Zurzeit lehrt Eckoldt als Schreibdozent an der FU Berlin.

Die Intelligenz der Bienen von Randolf Menzel und Matthias Eckoldt ist bei Knaus erschienen.
(JK 06/17)

Philosophisches Café mit Peter Sloterdijk am Dienstag, 4. Juli

Freie Akademie der Künste
Dienstag, 04.07.2017  19.00 Uhr
Klosterwall 23, Hamburg
Eintritt: 8 / 12 Euro

Philosophisches Café: Thema: Die Abenteuer des Denkens. Zu Gast ist Peter Sloterdijk, Gastgeber ist Reinhard Kahl.

„Apokalyptik ist die religiöse Form der Weltpreisgabe, wie sie allein in einer Lage entstehen konnte, in der sich die Einzelnen und Gruppen nur als ohnmächtige Zuschauer von Machtkämpfen zwischen überlegenen Gewalten empfanden.“ (Peter Sloterdijk)

Eine Woche nachdem Peter Sloterdijk seinen 70. Geburtstag gefeiert haben wird, kommt er ins Philosophische Café, dessen Gast er nicht zum ersten Mal ist. Das ist ein Grund zum Rückblick auf ein Werk, das seit der 1983 erschienenen Kritik der zynischen Vernunft immer anregte, erregte und zuweilen auch irritierte. Sein amerikanischer Verlag, die MIT Press, attestiert ihm „auf der Weltbühne der Philosophie nach Nietzsche und Heidegger den bedeutendsten deutschen Beitrag“. Aber mit 70 ist er längst noch nicht im Papstalter. Zum Rückblick kommt der Ausblick. „Von Morgenröten, die noch nicht geleuchtet haben“ heißt das Symposion, das Ende Juni zu seinem Geburtstag in Karlsruhe veranstaltet werden wird.
Auch in dunklen Zeiten ist die Zukunft keineswegs vorbei, selbst wenn derzeit viele lieber in den Rückspiegel gucken, während sie ungebremst nach vorne rasen. Wie wäre es mit einem Blickwechsel und mit Tempodrosselung? Denken bedeutet innezuhalten und sich umzusehen. Es macht Freude und verschafft Vorfreude – trotz alledem und alledem. „Der Beseelung der Maschine entspricht strikt proportional die Entseelung des Menschen.“

Eine Veranstaltung des Literaturhaus Hamburg.

Stephan Lohse in der Buchhandlung Boysen + Mauke am Samstag, 1. Juli

Buchhandlung Boysen + Mauke
Samstag, 01.07.2017  15.00 Uhr
Große Johannisstr. 19, Hamburg
Eintritt: frei

Im Rahmen der Reihe „Kultur im Contor“ liest der Schauspieler Stephan Lohse aus seinem Debütroman Ein fauler Gott, der bei Suhrkamp erschienen ist, über eine Jugend in den 70er Jahren in Hamburg.

Vom Trost der Freundschaft und vom Glück der Normalität: Sommer 1972. Benjamin ist vor einigen Wochen elf geworden. Im nächsten Schuljahr wird er ein Herrenrad bekommen, eine Freundin und vielleicht eine tiefe Stimme. Doch dann stirbt sein kleiner Bruder Jonas. Nachts sitzt Bens Mutter auf einer Heizdecke und weint. Ben kommt nun extra pünktlich nach Hause, er spielt ihr auf der C-Flöte vor und unterhält sich mit ihr über den Archäopteryx. An Jonas denkt er immer seltener. Ben hat mit dem Leben zu tun, er muss für das Fußballtor wachsen, sein bester Freund erklärt ihm die Eierstöcke, und sein erster Kuss schmeckt nach Regenwurm. Mit seiner neuen Armbanduhr berechnet er die Zeit.

Voller Empathie und mit anrührender Komik erzählt Stephan Lohse in seinem Debütroman vom Aufwachsen Anfang der Siebzigerjahre, von Teenagernöten und dem Trost der Freundschaft. Vor allem aber erzählt er vom Mut und dem Einfallsreichtum eines Kindes, das seine Mutter das Trauern lehrt und ihr zeigt, dass das Glück, am Leben zu sein, auch noch dem größten Schmerz standhält.

Stephan Lohse wurde 1964 in Hamburg geboren. Er studierte Schauspiel am Max-Reinhardt-Seminar in Wien und war unter anderem am Thalia Theater, an der Schaubühne in Berlin und am Schauspielhaus in Wien engagiert. Ein fauler Gott ist sein Debütroman. Stephan Lohse lebt in Berlin.

Ein fauler Gott von Stephan Lohse ist bei Suhrkamp erschienen.
(JK 06/17)

Freitag

Philippe Georget: Rabenschwarzer Winter (Ullstein)


Von dem französischen Autor Philippe Georget ist mit Rabenschwarzer Winter der dritte Band der Reihe um Inspecteur Gilles Sebag bei Ullstein erschienen.

Inspecteur Gilles Sebag kommt gerade in Weihnachtsstimmung, als er entdeckt, dass seine Frau Claire ihn betrügt. Seine Welt bricht zusammen. Mit viel Whiskey versucht er in durchwachten Nächten darüber hinwegzukommen. Zusätzlich führt ihn auch sein nächster Fall in menschliche Abgründe. Eine erschlagene Frau, ein Mann, der sich aus dem Fenster stürzt, ein weiterer, der droht, sich in die Luft zu jagen... Gilles findet schnell heraus, dass die Morde zusammenhängen: Es handelt sich bei allen um Eifersuchtsdramen. Wer ist der Psychopath, der hier die Fäden in der Hand zu halten scheint? Woher hat er sein Wissen über die untreuen Partner? Gilles muss das beschauliche Perpignan vor einem moralischen Rachefeldzug bewahren – und  gleichzeitig seine Ehe retten.

In der Flut von Frankreich-Krimis deutscher Autoren mit meistens französisch klingendem Pseudonym freut man sich ungemein, einen Frankreich-Krimi eines tatsächlich französischen Autors auf Deutsch in die Finger zu bekommen. Philippe Georget schreibt in der Art der bei uns in Deutschland so beliebten Regionalkrimis. Der Inspecteur ist ein recht sanftmütiger Charakter mit einem messerscharfen Verstand und einer ausgeprägten Empathie anderen Menschen gegenüber. Seine Alkoholprobleme machen ihn nicht unbedingt sympathischer, aber durchaus menschlicher. Der Krimi handelt in den Niederungen des Alltags, die Verbrechen sind jedoch komplexer, als es anfangs den Anschein hat. Einige Passagen im Buch sind aus der Sicht des Täters geschrieben, ohne dass der Leser seine Identität kennt. Das macht das ganze Geschehen geheimnisvoller und abwechslungsreicher. Georget hat eine flüssige Schreibe und ist leicht lesbar, was für diese Art Krimis, die sicherlich die ideale Urlaubslektüre darstellen, überaus wichtig ist. So findet der Leser hier keine treibende Action, sondern viel Lokalkolorit, eine menschelnde Hauptfigur und hat danach große Lust in den Roussillon im Süden Frankreichs zu reisen.

Philippe Georget wurde 1963 geboren. Nach mehreren Jahren als Journalist für Rundfunk und Fernsehen hat er 2001 seine Familie in einen Campingbus gepackt, um einmal mit ihr das Mittelmeer zu umrunden. Seit seiner Rückkehr lebt er als Autor mit Frau und Kindern in der Nähe von Perpignan und läuft leidenschaftlich gern Marathon. Für seine Krimis hat er in Frankreich mehrere Preise gewonnen.

Rabenschwarzer Winter  von Philippe Georget ist bei Ullstein erschienen. 
(JK 01/17)

James Rayburn: Sie werden dich finden (Tropen)

In dem Thriller Sie werden dich finden des südafrikanischen Autors James Rayburn alias Roger Smith, erschienen bei Tropen, geht es um religiös motivierten Terrorismus, übermächtige Geheimdienste und globale Überwachung.

Früher tötete sie für ihr Land, heute tötet sie für ihre Tochter. Kate Swift ist auf der Flucht. Seitdem die Whistleblowerin die korrupten Machenschaften ihres ehemaligen Arbeitgebers CIA publik machte, ist sie zusammen mit ihrer Tochter untergetaucht. Als ihre Tarnung auffliegt, wird die Jagd auf Mutter und Tochter eröffnet.

Eine Frau allein im Kampf gegen die CIA: Kate Swift musste zusammen mit ihrer Tochter untertauchen, nachdem ihr Mann von ihrem ehemaligen Chef bei der CIA ermordet wurde und Kate den Fall aufdeckte. Als die ehemalige Profikillerin einen Amoklauf verhindert, lenkt sie die Aufmerksamkeit wieder auf sich. Kate und ihre Tochter fliehen in das vermeintliche Paradies Thailand, wo sie auf die Hilfe eines früheren Mentors hoffen. Der jedoch entpuppt sich als eine versoffene Enttäuschung. Ein zufälliger Flugzeugabsturz könnte zum perfekten Täuschungsmanöver werden. Doch Kates Gegenspieler haben nur ein Ziel: Kate Swift erwischen – tot oder lebendig. 

Der Autor ist bekannt für seine harten brutalen Actionthriller, und so ist auch sein Thriller Sie werden dich finden derb, blutig, obszön, klischeehaft, action- und temporeich. Anders als bei seinen in Südafrika handelnden Krimis geht es hier um Spionage und die Aktivitäten der Geheimdienste. In kurzen Kapiteln entwickelt sich die Handlung und wird aus unterschiedlichen Erzählperspektiven geschildert. Dieser Thriller um Spionage und Geheimdienste ist allerdings nicht die Welt des Roger Smith und vielleicht hat er deshalb ein Pseudonym gewählt. Was er unter dem Namen Smith mit Authentizität schreibt, verblasst hier. Es wirkt durchorchestriert und seltsam belanglos. Das Buch kann man hingegen getrost als Urlaubslektüre empfehlen, wenn man die Handlung an sich vorbeirieseln lassen will, keinen Tiefgang erwartet und sich ohne große Erwartungen einfach unterhalten lassen möchte. Denn das bietet der Thriller allemal.

James Rayburn, alias Roger Smith, geboren 1960, renommierter Drehbuchautor, Regisseur und Produzent, lebt und arbeitet in Thailand. Seine Romane begeistern Kritiker und Leser gleichermaßen und wurden mehrfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Deutschen Krimipreis.

Sie werden dich finden  von James Rayburn ist bei Tropen erschienen. 
(JK 04/17)

Anna Kim: Die große Heimkehr (Suhrkamp)

Spionagegeschichte, politischer und historischer Roman in einem, der bei Suhrkamp erschienene Roman Die große Heimkehr der südkoreanisch-stämmigen Autorin Anna Kim erzählt von Freundschaft, Loyalität und Verrat, vom unmöglichen Leben in einer Diktatur.

Seoul, im April 1960. Johnny Kim, seine Geliebte Eve Moon und sein bester Freund aus Kindertagen Yunho Kang sind auf der Flucht vor der berüchtigten Nordwest-Jugend, einer antikommunistischen, paramilitärischen Schlägertruppe im Dienst der Regierung Südkoreas. Diese steht kurz vor dem Zusammenbruch, seit Wochen geht die Bevölkerung gegen den autokratischen Präsidenten Rhee auf die Straße. Gemeinsam wagen Johnny, Eve und Yunho die illegale Überfahrt nach Japan und finden Unterschlupf und Arbeit im koreanischen Viertel Osakas. Doch schon bald werden sie von ihrer Vergangenheit eingeholt: Ein Mädchen ist verschwunden, und der Verdacht fällt auf Johnny…

Das Buch erzählt von den Folgen der Teilung der koreanischen Halbinsel und den Anfängen des heutigen Nordkorea, als die Gewaltherrschaft Kim Il Sungs noch in den Kinderschuhen steckte. Und es stellt sich der Frage: Wem gehört Geschichte? Den Siegern, die Archive verschließen und Dokumente schwärzen? Oder dem Einzelnen, der seine Erfahrungen von Verlust und Verlorenheit an andere weitergibt, Verlierer wie er selbst? Krieg, Macht, Politik und die Liebe – das sind die Pole, um die dieses Buch kreist. Halb Roman, halb Geschichtsstunde, aber immer interessant. Auch wenn nicht jede Frage am Schluss beantwortet ist, kann man eine Menge Erkenntnisse mitnehmen. Die Parallelen zu Deutschland sind unverkennbar, die Wiedervereinigung als Glücksfall der Geschichte offensichtlich. 

Anna Kim wurde 1977 in Südkorea geboren. 1979 zog die Familie nach Deutschland und schließlich weiter nach Wien, wo die Autorin seit 1984 lebt. 2012 erschien ihr Roman Anatomie einer Nacht. Für ihr Werk erhielt sie zahlreiche Auszeichnungen und Stipendien, zuletzt den Literaturpreis der Europäischen Union 2012.

Die große Heimkehr  von Anna Kim ist bei Suhrkamp erschienen. 
(JK 04/17)