Freitag

George Watsky beim 9. Harbour Front Literaturfestival am Samstag, 23. September

9. Harbour Front Literaturfestival
Cap San Diego
Samstag  23.09.2017 21.00 Uhr 
Überseebrücke, Hamburg
Eintritt: 14 Euro

George Watsky stellt ihr Buch Wie man es vermasselt vor, das bei Diogenes erschienen ist. Shelly Kupferberg moderiert den Abend.

Was George Watsky als Autor auszeichnet, ist seine präzise Beobachtungsgabe, der treffsichere Blick für das sprechende Detail, sein Humor und sein Optimismus – Brutal ehrlich und brüllend komisch erzählt Watsky aus seinem Leben als junger Mann, als Musiker, als Freund und als Sohn, von Peinlichkeiten, Fehlstarts, Abfuhren und kleinen Triumphen. Denn nur das Scheitern ergibt Geschichten, die es zu erzählen und zu erleben lohnt. Dreizehn Stories eines vielseitigen Künstlers und großartigen Erzählers.

George Watsky ist Rapper, Poetry Slammer und Schriftsteller. Die Bandbreite seiner autobiografischen Stories reicht von absurd (wie er zum internationalen Elfenbeinschmuggler wurde) über komisch (wie er erfolglos ältere Frauen zu verführen versuchte) bis zu berührend (wie seine Epilepsie sein junges Leben prägte). Das Debüt eines vielversprechenden literarischen Talents. Cool, selbstironisch, rotzig, sensibel und sprachlich brillant.

George Watsky wurde 1986 in San Francisco geboren. Als Rapper hat er fünf Alben veröffentlicht, seine originellen und intelligenten Videos werden im Netz millionenfach angeklickt. Mit seinem jüngsten Album X Infinity tourt er durch Nordamerika und Europa und gibt im Sommer 2017 mehrere Konzerte in Deutschland. Wie man es vermasselt ist sein Prosa-Debüt.

Wie man es vermasselt  von George Watsky ist bei Diogenes erschienen.
(JK 09/17)

Kat Kaufmann beim 9. Harbour Front Literaturfestival am Freitag, 22. September

9. Harbour Front Literaturfestival
Cap San Diego
Freitag  22.09.2017 20.00 Uhr 
Überseebrücke, Hamburg
Eintritt: 14 Euro

Ehrengast und Preisverleihung: Kat Kaufmann stellt ihr Buch Die Nacht ist laut, der Tag ist finster vor, das bei Hoffmann und Campe Tempo erschienen ist, im Rahmen der Preisverleihung des Klaus-Michael Kühne-Preises  2017. Daniel Haas moderiert den Abend.

An den vier Debütanten-Abenden haben bei Harbour Front insgesamt acht Autoren ihr jeweils erstes Buch präsentiert. Daraus hat die Jury bestehend aus Sebastian Hamelehle (DER SPIEGEL), Thomas Andre (Hamburger Abendblatt), Alexander Solloch (NDR), Harald Butz (Heymann), Annegret Schult (Buchhandlung Felix Jud) und Maximilian Probst (DIE ZEIT) das beste Romandebüt des Jahres 2017 ausgewählt. An diesem Abend wird der Klaus-Michael Kühne-Preis zum 8. Mal vergeben. 

Eine, die mit ihrem eigenen Debütroman Superpostition großes Aufsehen erregt hat, ist Ehrengast des Preisabends: Kat Kaufmann – ihr neuer Roman Die Nacht ist laut, der Tag ist finster ist eine rasant erzählte Road Novel über Verlust, über Freundschaft und über das Wiederauftauchen von Spuren, die im Schnee verweht waren und einen doch nur noch tiefer in die Irre des eigenen Geistes führen. „Ich würde mich gern wie eine Mischung aus Klaus Kinski und Marcel Reich-Ranicki gebärden. Und dabei würde ich mit irgendetwas um mich werfen“, sagt die Autorin über sich.

Kat Kaufmann, geboren 1981 in St. Petersburg, lebt als Schriftstellerin, Komponistin und Fotografin in Berlin. Für ihren Roman Superposition erhielt sie 2015 den ZDF-aspekte-Literaturpreis für das beste literarische Debüt des Jahres.

Die Nacht ist laut, der Tag ist finster von Kat Kaufmann ist bei Hoffmann und Campe Tempo erschienen.
(JK 09/17)

Max Annas beim 9. Harbour Front Literaturfestival am Freitag, 22. September

9. Harbour Front Literaturfestival
St. Katharinen Kirche
Freitag  22.09.2017 20.00 Uhr 
Katharinenkirchhof 1, Hamburg
Eintritt: 14 Euro

Ein Krimi, ein politisches Buch, ein Gesellschaftsroman: Max Annas stellt sein Buch Illegal vor, das bei Rowohlt Hundert Augen erschienen ist. Wolfgang Franßen moderiert den Abend.

Kodjo lebt in Berlin, seit Jahren schon. Doch Spuren hinterlassen hat er nirgends. Kodjos Tagesablauf wird von zwei Dingen bestimmt: Überleben. Nicht auffallen. Denn Kodjo ist illegal im Land. Er tut alles, um unsichtbar zu sein – und um unsichtbar zu bleiben. Doch als er Zeuge eines Mordes wird, ändert sich alles, denn der Mörder hat ihn gesehen und schickt dem unbequemen Zeugen seine Männer hinterher. Kodjo wird gejagt. Und die Polizei sucht den Mordverdächtigen: Einen jungen schwarzen Mann. Mit Illegal erschafft Max Annas einen Krimi, ein politisches Buch und einen Gesellschaftsroman in einem. 

Max Annas hat an einem Forschungsprojekt zu südafrikanischem Jazz an der University of Fort Hare in East London, Südafrika, gearbeitet und ist vor gut zwei Jahren nach Berlin zurückgekehrt. Er hat zahlreiche Bücher veröffentlicht zu Popkultur, Politik und Sport. Außerdem hat er bei verschiedenen Festivals als Filmkurator gearbeitet. In einem früheren Leben war er Journalist. Für seinen ersten Roman Die Farm erhielt Max Annas den deutschen Krimipreis. Sein Roman Die Mauer stand zwei Monate auf Platz 1 der Krimi-Bestenliste der ZEIT und erhielt frenetischen Jubel von der Presse. 2017 wurde er mit dem Deutschen Krimi Preis ausgezeichnet. Der Autor lebt in Berlin.

Illegal von Max Annas ist bei Rowohlt Hundert Augen erschienen.
(JK 09/17)

Matthias Kalle und Michael Jürgs beim 9. Harbour Front Literaturfestival am Freitag, 22. September

9. Harbour Front Literaturfestival
Kühne Logistics University – The KLU
Freitag  22.09.2017   20.00 Uhr 
Großer Grasbrook 17,  Hamburg
Eintritt: 14  Euro
                                   
Matthias Kalle und Michael Jürgs, eine Liebeserklärung an aufregende Zeiten.. Rainer Moritz moderiert den Abend.

Michael Jürgs war u.a. Chefredakteur des stern, bis er entlassen wurde. „Für meine Persönlichkeit war der Rauswurf das Wichtigste, was in meiner journalistischen Laufbahn geschehen ist.“ Matthias Kalle war 17-jährig Praktikant bei Michael Jürgs, damals Chefredakteur bei Tempo. Heute ist Kalle stellvertretender Chefredakteur des ZEITmagazins. 

Beide Autoren haben Bücher über die Zeit geschrieben, als sie noch jung waren. Die ersten Nachkriegsdeutschen sind im Rentenalter. Fühlen sich beim wehmütigen Blick zurück aber noch jung. Michael Jürgs, geboren im Mai 1945, gehört zu dieser Generation. In heiterer Gelassenheit schildert er jene aufregenden Zeiten. Matthias Kalle schaut auf den ersten Kassettenrecorder. Wer war deine große Liebe, als Dirty Dancing im Kino lief? Wo warst du, als die Mauer fiel?

Michael Jürgs hat Biografien über Romy Schneider und Günter Grass, Axel Springer und Eva Hesse geschrieben, Sachbücher wie Der kleine Frieden im Großen Krieg und Wer wir waren, wer wir sind oder Seichtgebiete, eine zornige Polemik über die Verwahrlosung der Sitten, die monatelang ganz oben in den Bestsellerlisten stand.

Matthias Kalle heulte im Kino, als E.T. wieder nach Hause flog, sparte sein Taschengeld für einen Walkman, verknallte sich in Winona Ryder und war nie auf einer Love Parade. Geboren 1975, ist Matthias Kalle heute stellvertretender Chefredakteur des ZEITmagazins. Er gewann den Axel-Springer-Preis und wurde für den Egon-Erwin-Kisch-Preis nominiert.

Als wir für immer jung waren  von Matthias Kalle ist bei S. Fischer erschienen.
Gestern waren wir doch noch jung von Michael Jürgs ist bei C. Bertelsmann erschienen.

Mirko Bonné beim 9. Harbour Front Literaturfestival am Donnerstag, 21. September

9. Harbour Front Literaturfestival
Cap San Diego
Donnerstag  21.09.2017 21.00 Uhr 
Luke 5, Überseebrücke, Hamburg
Eintritt: 14 Euro

Mirko Bonné liest beim Harbour Front Literaturfestival aus seinem neuen Roman Lichter als der Tag, das bei Kiepenheuer & Witsch erschienen ist. Sven Meyer moderiert den Abend.
 
In seiner Prosa beschäftigt sich Mirko Bonné immer wieder mit Mechanismen des Verdrängens. In seinem neuen Roman Lichter als der Tag fragt er nach Gründen von Entzweiung und Entfremdung und zeichnet dabei das ergreifende Porträt eines Mannes, der die Kraft findet, aus seinem eigenen Schatten zu treten. Bonné erzählt die Geschichte von vier jungen Menschen, die sich noch aus Kindertagen kennen. Der Lebensmittelpunkt von Raimund, Moritz und Floriane ist ein wilder Garten am Dorfrand. Als dann Inger zu ihnen stößt, bilden die vier eine verschworene Gemeinschaft. Beide Jungen verlieben sich in das Mädchen. Inger entscheidet sich schließlich für Moritz, während auch Raimund und Floriane ein Paar werden. Jahre später trifft Raimund Inger wieder, die er nie vergessen konnte. Verzweifelt sucht Raimund nach einem Weg zurück zu sich selbst und zu einer Versöhnung mit der Vergangenheit.

Mirko Bonné wurde 1965 in Tegernsee geboren und lebt seit Mitte der 70er-Jahre in Hamburg. Er veröffentlichte Romane, Gedichtbände, Aufsätze und Reisejournale und übersetzte unter anderem Sherwood Anderson, Emily Dickinson, William Butler Yeats und John Keats. Er wurde vielfach ausgezeichnet, sein Roman Nie mehr Nacht stand 2013 auf der Shortlist zum Deutschen Buchpreis.

Lichter als der Tag von Mirko Bonné ist bei Schöffling erschienen.

Eine gemeinsame Veranstaltung mit dem Literaturhaus Hamburg
(JK 09/17)

David Sedaris beim 9. Harbour Front Literaturfestival am Donnerstag, 21. September

9. Harbour Front Literaturfestival
Freie Akademie der Künste
Donnerstag  21.09.2017 20.00 Uhr 
Klosterwall 23, Hamburg
Eintritt: 16 Euro

„Einer der komischsten Autoren unserer Zeit“: David Sedaris stellt sein Buch Wer´s findet, dem gehört´s vor, das bei Blessing erschienen ist. Heikko Deutschmann liest die deutschen Texte.
 
Ein Sommer auf dem Land mit der Familie. Man wird Zeuge, wie ein Bauer mit seinem Truck ein Huhn überfährt und es danach zubereitet und verzehrt – diese ‚barbarische‘ Tat ist wochenlang wichtigstes Gesprächsthema im Dorf. „Danach habe ich alles aufgeschrieben, was um mich herum passierte.“ David Sedaris schreibt Tagebuch. Akribisch. Tag für Tag. Nun gewährt der Bestsellerautor von Ich ein Tag sprechen hübsch und Fuselfieber zum ersten Mal einen Blick hinter seine ganz eigenen Kulissen. In Wer´s findet, dem gehört´s erzählt Sedaris seine Geschichte: Die Geschichte eines drogensüchtigen Schulabbrechers mit einer Schwäche für billige Pfannkuchen und dem Talent, jeden Job zu verlieren, der zu einem der lustigsten Menschen auf dem Planeten wurde.

David Sedaris, geboren 1956 in Johnson City, New York, aufgewachsen in Raleigh, North Carolina, lebt in England. Er schreibt u. a. für den New Yorker und BBC Radio 4. Mit seinen Büchern Naked, Fuselfieber, Ich ein Tag sprechen hübsch und Schöner wird's nicht wurde er zum Bestsellerautor.  Ich ein Tag sprechen hübsch stand 73 Wochen auf der Bestsellerliste der New York Times.

Wer´s findet, dem gehört´s von David Sedaris ist bei Blessing erschienen.
(JK 09/17)

Lê Minh Khuê beim 9. Harbour Front Literaturfestival am Donnerstag, 21. September

9. Harbour Front Literaturfestival
Zentralbibliothek Hamburger Bücherhallen
Donnerstag  21.09.2017 19.00 Uhr 
Hühnerposten 1 (Eingang: Arno-Schmidt-Platz), Hamburg
Eintritt: 14 Euro

Insiderblick auf Vietnam: Lê Minh Khuê stellt ihr Buch Nach der Schlacht vor, das bei Argument in der Ariadne-Reihe erschienen ist. Günter Giesenfeld, Aurora Ngo und Marianne Ngo begleiten die Veranstaltung.
 
Lê Minh Khuê, geboren 1949, verlor in den Wirren der Landreform ihre Eltern und wuchs unter dem Bombardement der US-Luftwaffe auf. Mit 16 meldete sie sich zur Armee und kam in eine Jugendbrigade, die am Ho Chi Minh-Pfad die Verbindungswege offen hielt. Vier Jahre lebte sie im Dschungel. In ruhigen Stunden las sie Tschechow, London, Steinbeck und Hemingway und begann aufzuschreiben, was um sie herum geschah. Ab 1969 war sie sechs Jahre als Kriegsberichterstatterin für Presse und Rundfunk tätig. Nach dem Krieg setzte sie ihre Tätigkeit als Journalistin und Schriftstellerin fort, bekam eine Tochter und wurde Lektorin im Vietnam Writers’ Association Publishing House. Le Minh Khue gehört zu den führenden Schriftstellerinnen Vietnams. 

In ihrem Buch Nach der Schlacht sind zwei Erzählungen enthalten – Stürmische Zeiten und Eine kleine Tragödie –, die elegant-realistische Sittenbilder über die Folgen von Krieg und Gewalt sind, unaufgeregt, lakonisch, mit kühlem Galgenhumor und durchaus noir. Sie beschreibt die Wirkung von Krieg und Machtmissbrauch im Alltag, im familiären Rahmen. Sie zeigt, wie Menschen ohnmächtig und vereinzelt vor den Konsequenzen vergangener Gewalttaten stehen. Das ist reflektierende, dunkle Literatur über Verbrechen und Moral. 

In Stürmische Zeiten geht es um eine Familie, deren Mitglieder auf beiden Seiten des Krieges gekämpft haben, um Rache und Versöhnung und um die Aufklärung eines Massenmords. In Eine kleine Tragödie scheitert eine geplante Hochzeit, weil sich Verbrechen der Vergangenheit ins Bewusstsein drängen, unter denen die soziale Fassade einstürzt. Nach und nach enthüllt sich, wie dramatisch die Folgen von Krieg und Landreform ihre Schatten in die Gegenwart werfen. Ein schonungsloses Buch, direkt und unausweichlich wie die Wahrheit. Ein hartes Buch, das für Frieden und persönliche Entfaltung wirbt.

Nach der Schlacht von Lê Minh Khuê ist bei Argument in der Ariadne-Reihe erschienen.
(JK 09/17)

Elia Barceló beim 9. Harbour Front Literaturfestival am Donnerstag, 21. September

9. Harbour Front Literaturfestival
Instituto Cervantes im Chilehaus
Donnerstag  21.09.2017 19.00 Uhr 
Fischertwiete 1, Eingang B, Hamburg
Eintritt: 12 Euro

Elia Barceló stellt ihr neues Buch Das Licht von Marokko vor, das bei Pendo erschienen ist. Franziska Hermann moderiert den Abend.
 
Marokko, 1969: Auf dem Anwesen La Mora wird anlässlich der Mondlandung ein rauschendes Fest gefeiert. Keiner bemerkt, dass Alicia spurlos verschwindet. Bis sie am Morgen in der Nähe der Villa brutal ermordet aufgefunden wird. Madrid, 2016: Als Alicias Schwester Helena in ihren Heimatort zurückkehrt, holt die Vergangenheit sie mit voller Wucht ein. Briefe, Karten und Dokumente ihrer verstorbenen Mutter warten dort auf sie. Und ihr im Sterben liegender Schwager, der ein düsteres Geheimnis hütet. Elia Barceló lässt ihre Protagonistin die Einzelteile des schrecklichen Puzzles vor dem Hintergrund ebenso dunkler Episoden aus der jüngsten spanischen Geschichte zusammenfügen: das düstere Geschäft mit neugeborenen Kindern, die ihren während des Franquismus unterdrückten Müttern geraubt wurden, und der Tod des General Amado Balmes 1936, der den Weg für den Militärputsch General Francos freimachte und über den seither Verschwörungstheorien im Umlauf sind...

Elia Barceló, in Elda bei Alicante geboren, lebt seit vielen Jahren in Innsbruck, wo sie an der Universität spanische Literatur unterrichtet hat. Sie ist mit einem Österreicher verheiratet und hat zwei Kinder. Bereits mit ihrem ersten auf Deutsch erschienenen Buch Das Geheimnis des Goldschmieds, dem die Frankfurter Allgemeine Zeitung einen „unwiderstehlichen Sog“ bescheinigte, gelang ihr ein großer Erfolg, an den sie mit ihren weiteren Büchern anknüpfen konnte.

Das Licht von Marokko von Elia Barceló ist bei Pendo erschienen.
(JK 09/17)

Linda Boström Knausgård beim 9. Harbour Front Literaturfestival am Mittwoch, 20. September

9. Harbour Front Literaturfestival
Cap San Diego
Mittwoch  20.09.2017 21.00 Uhr 
Überseebrücke, Hamburg
Eintritt: 14 Euro

Linda Boström Knausgård stellt ihr Buch Willkommen in Amerika vor, das bei Schöffling erschienen ist. Daniel Haas liest die deutschen Texte, Laura de Weck moderiert den Abend.
 
Die elfjährige Ellen lebt in einer hellen Familie. So betont es die Mutter, eine erfolgreiche, lebenslustige Schauspielerin. Wenn sie zu Hause ihren Unterricht hält, müssen die Türen geschlossen sein. Auch der große Bruder verbarrikadiert sich in seinem Zimmer, hört laute Musik und hat eine erste Freundin. Die Zeit ausgelassener Eishockeyspiele in der Diele der großen Wohnung ist vorbei, erst recht, als der Vater stirbt. Nach der Trennung der Eltern war er aggressiv geworden, und Ellen hat seinen Tod so sehr herbeigewünscht, dass sie nun aus Angst über die Macht ihrer Gedanken verstummt. 

Linda Boström Knausgård, geboren 1972 als Tochter einer Schauspielerin,  ist Autorin von Gedichten, Erzählungen und Romanen und lebt in Schweden. Mit dem norwegischen Autor Karl Ove Knausgård hat sie vier Kinder. Für ihr Werk, das in mehrere Sprachen übersetzt ist, erhielt sie zahlreiche Auszeichnungen. Willkommen in Amerika wurde von der schwedischen Kritik begeistert aufgenommen und war unter anderem für den renommierten Augustpriset nominiert.

Willkommen in Amerika von Linda Boström Knausgård ist bei Schöffling erschienen.
(JK 09/17)

Viveca Sten beim 9. Harbour Front Literaturfestival am Mittwoch, 20. September

9. Harbour Front Literaturfestival
St. Katharinen Kirche
Mittwoch  20.09.2017 20.00 Uhr 
Katharinenkirchhof 1, Hamburg
Eintritt: 16 Euro

Thomas Andreassons 8. Fall – Sommeridylle auf der Insel vor Sandhamn? Viveca Sten stellt ihr Buch Mörderisches Ufer vor, das bei Kiepenheuer & Witsch erschienen ist. Annalena Schmidt liest die deutschen Texte, Birgit Hasselbusch moderiert den Abend.
 
Viveca Stens Krimis handeln von den Ermittlungen des Kommissars Thomas Andreasson vor der Kulisse der schwedischen Insel Sandhamn. Jeden Sommer kommen Hunderte Kinder ins Segelcamp nach Lökholmen, der kleinen Insel gegenüber von Sandhamn, und verbringen dort ihre Ferien: Sommer, Sonne, Segelboote – alles deutet auf perfekte Ferien hin. Doch nicht alle, die am Camp teilnehmen, können den Urlaub genießen, denn einige Kinder werden gemobbt und leiden unter den Gemeinheiten der anderen. Die Betreuer scheinen mit den kindlichen Machenschaften überfordert. Als eines plötzlich vermisst wird, wird die Polizei eingeschaltet. Thomas Andreasson macht sich auf die Suche. Er ist zur Polizei in Nacka zurückgekehrt und freut sich, dass er sich nun wieder mit seiner Arbeit identifizieren kann. Privat läuft es nicht gut, doch um das vermisste Kind zu finden, muss er seine Probleme beiseiteschieben.

Viveca Sten ist in Stockholm, Schweden, geboren und aufgewachsen. Nach der Schule entschied sie sich nach dem Vorbild ihrer Eltern, beide Juristen, für ein Jura-Studium an der Universität Stockholm und war lange Zeit Chefjuristin bei der dänischen und schwedischen Post. Vor dem Beginn ihrer Karriere als Krimiautorin hatte Sten bereits einige juristische Fachbücher publiziert. 2008 ist dann ihr erster Kriminalroman Tödlicher Mittsommer erschienen. 2011 kündigte Viveca Sten ihren Job und widmete sich fortan hauptberuflich dem Schreiben. Um ungestört schreiben zu können, zieht sich die Autorin außerhalb der Reisesaison nach Sandhamn zurück. Dort verbrachte sie schon als kleines Kind die Sommer, weil ihre Familie seit mehreren Generationen ein Haus auf der Insel besitzt. Sie lebt mit ihrem Mann und drei Kindern in der Nähe von Stockholm.

Mörderisches Ufer von Viveca Sten ist bei Kiepenheuer & Witsch erschienen.
(JK 09/17)

Andrea Wulf beim 9. Harbour Front Literaturfestival am Mittwoch, 20. September

9. Harbour Front Literaturfestival
Kühne Logistics University – The KLU
Mittwoch  20.09.2017 20.00 Uhr 
Großer Grasbrook 17, Hamburg
Eintritt: 16 Euro

Alexander von Humboldt – der erste Klimaschützer: Andrea Wulf stellt ihr Buch Alexander von Humboldt und die Erfindung der Natur vor, das bei C. Bertelsmann erschienen ist. 

Andrea Wulf hat sich als Historikerin in England und den USA einen Namen gemacht. Ihr Buch Alexander von Humboldt und die Erfindung der Natur wurde dort bereits vielfach ausgezeichnet, so mit dem Los Angeles Times Book Prize 2016. Was hat Alexander von Humboldt mit Klimawandel und Nachhaltigkeit zu tun? Der Naturforscher und Universalgelehrte hat unser Verständnis von Natur als lebendiges Ganzes, als Kosmos, in dem vom Winzigsten bis zum Größten alles miteinander verbunden ist und dessen untrennbarer Teil wir sind, geprägt. Die Historikerin Andrea Wulf stellt Humboldts Erfindung der Natur, die er radikal neu dachte, ins Zentrum ihrer Erkundungsreise durch sein Leben und Werk. Sie folgt den Spuren des begnadeten Netzwerkers und zeigt, dass unser heutiges Wissen um die Verwundbarkeit der Erde in Humboldts Überzeugungen verwurzelt ist. Ihm heute wieder zu begegnen, mahnt uns, seine Erkenntnisse endlich zum Maßstab unseres Handelns zu machen. Andrea Wulf hat 2016 den Bayrischen Buchpreis gewonnen.

Andrea Wulf, geboren in Indien und aufgewachsen in Deutschland, lebt seit anderthalb Jahrzehnten in London. Seit ihrem Studium der Designgeschichte am Royal College of Art arbeitet sie als Sachbuchautorin und Journalistin. Sie wurde mit mehreren Preisen ausgezeichnet, ihr Buch The Brother Gardeners wurde u.a. für die Longlist zum Samuel Johnson Prize nominiert. Sie schreibt u.a. für Wall Street Journal, Sunday Times, New York Times, Guardian und Times Literary Supplement und arbeitet zudem regelmäßig für die BBC.

Alexander von Humboldt und die Erfindung der Natur von Andrea Wulf ist bei C. Bertelsmann erschienen.
(JK 09/17)

Laurie Penny beim 9. Harbour Front Literaturfestival am Mittwoch, 20. September

9. Harbour Front Literaturfestival
Uebel & Gefährlich
Mittwoch  20.09.2017 20.00 Uhr 
Feldstr., Hochbunker, Hamburg
Eintritt: 14 Euro

Buchpremiere: Laurie Penny stellt ihr Buch Bitch Doktrin vor, das bei Edition Nautilus erschienen ist. Jodie Ahlborn liest die deutschen Texte, Marie Schmidt moderiert den Abend.

Klug und provokant, witzig und kompromisslos sind Laurie Pennys Essays, die sie international zu einer der wichtigsten Stimmen des zeitgenössischen Feminismus machen. Vom Schock der Trump-Wahl und den Siegen der extremen Rechten bis zu Cybersexismus und Hate Speech – Penny wirft in Bitch Doktrin einen scharfen Blick auf die brennenden Themen unserer Zeit. Denn gerade jetzt, in den sich häufenden Krisen auch in Europa und Amerika, ist der Kampf gegen Diskriminierung kein Nebenschauplatz, sondern Voraussetzung für eine gerechte Gesellschaft.

Weit davon entfernt, einen Kampf gegen „die Männer“ zu führen, greift Penny den Status quo gezielt an: Es geht ihr um Fairness, Umverteilung von Vermögen, Macht und Einfluss – weitreichende Forderungen, die sie nicht abmildert, indem sie eine rosa Schleife darum bindet. Penny ruft dazu auf, sich nicht von jenen beeindrucken zu lassen, die uns zu angepasster Liebenswürdigkeit zwingen wollen – sondern eine Bitch zu sein und die Stimme zu erheben.

Laurie Penny, 1986 in London geboren, ist die wichtigste Stimme des jungen Feminismus in Großbritannien und Deutschland. Sie hat Englische Literaturwissenschaft in Oxford und Harvard studiert. Heute lebt sie als Journalistin und Autorin wieder in Großbritannien und schreibt u.a. für den Guardian, die New York Times, den New Statesman und für New Inquiry sowie auf Twitter, wo sie über 160 000 Follower hat. Ihre Bücher Fleischmarkt. Weibliche Körper im Kapitalismus (2012), Unsagbare Dinge. Sex, Lügen und Revolution (2015) und Babys machen & andere Storys (2016) machten Penny zur Ikone des jungen Feminismus.

Bitch Doktrin  von Laurie Penny ist bei Edition Nautilus erschienen.
(JK 09/17)

Ulrich Greiner beim 9. Harbour Front Literaturfestival am Mittwoch, 20. September

9. Harbour Front Literaturfestival
Freie Akademie der Künste
Mittwoch  20.09.2017 19.00 Uhr 
Klosterwall 23, Hamburg
Eintritt: 12 Euro

Rezensionen und Pressezitate: Ulrich Greiner stellt sein neues Buch Heimatlos – Bekenntnisse eines Konservativen vor, das bei Rowohlt erschienen ist. 

Links zu sein, ist in Deutschland kein Problem. Aber kann man auch konservativ sein? Oder ist man dann rechts? Ulrich Greiner nimmt für sich das Recht in Anspruch, konservativ geworden zu sein. Und er stellt fest, dass der konservative Gedanke in Deutschland politisch und intellektuell heimatlos geworden ist. Weil er vom Diskurs der Mehrheit abweicht, ist er in der rechten Ecke gelandet. Doch die alten Kategorien greifen nicht mehr, die ideologischen Fronten nehmen einen neuen Verlauf. Was also kann es in Zeiten von Homo-Ehe, Flüchtlingskrise und Trump bedeuten, konservativ und dabei doch aufgeklärt zu sein? Wer vertritt die Kritik an einer immer stärkeren Verflechtung Europas? Woher kommt der deutsche Selbsthass? Wie elitär ist der Multikulturalismus? Was gilt es von der geistigen Tradition des christlichen Abendlandes in der globalisierten Welt zu bewahren? Solchen Fragen stellt sich der langjährige Feuilleton-Chef der ZEIT und Präsident der Freien Akademie der Künste. Sein Buch ist der streitbare Versuch, im Jahr der Bundestagswahl den politischen und intellektuellen Raum für einen modernen Konservativismus auszuloten – jenseits von politischer Korrektheit und diesseits der AfD.

Ulrich Greiner, geboren 1945 in Offenbach. Er studierte Germanistik, Philosophie und Politikwissenschaft in Frankfurt am Main und Tübingen. Von 1970 bis 1980 war er Feuilletonredakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, ab 1974 im Literaturressort der FAZ. 1980 wechselte er zum Feuilleton der ZEIT, war 1986 bis 1995 Feuilletonchef der ZEIT, danach Kulturreporter und von 1998 bis März 2009 verantwortlicher Redakteur des Ressorts Literatur in der ZEIT. Seit April 2009 ist er Herausgeber von ZEITLiteratur sowie Fellow am Center for European Studies der Harvard University in Cambridge (USA). Er ist Gastprofessor für Literaturkritik an den Universitäten Hamburg, Essen und Göttingen und an der Washington University in St. Louis (USA). Er ist Mitglied des PEN-Zentrums Deutschland und der Freien Akademie der Künste, Hamburg.

Heimatlos – Bekenntnisse eines Konservativen  von Ulrich Greiner ist bei Rowohlt erschienen.
(JK 09/17)

Konstantin Richter beim 9. Harbour Front Literaturfestival am Mittwoch, 20. September

9. Harbour Front Literaturfestival
Cap San Diego
Mittwoch  20.09.2017 19.00 Uhr 
Überseebrücke, Hamburg
Eintritt: 14 Euro

Being Angela Merkel – Berichte aus dem Kopf der Kanzlerin: Konstantin Richter liest aus seinem Buch Die Kanzlerin – Eine Fiktion, das bei Kein & Aber erschienen ist.  Friederike Moldenhauer moderiert den Abend.
 
Michael Dobbs, der die literarische Vorlage zur TV-Serie House of Cards geliefert hat, wusste, was Wähler interessiert: Was geht in Politikern vor, was denken sie wirklich, was tun sie für die Macht? Und gab damit den Blick frei hinter die Kulissen der politischen Bühne. „Es war mir wichtig, mit angelsächsischer Leichtigkeit und Ironie über ein ernstes Thema zu schreiben“, sagt der Journalist Konstantin Richter und schrieb sich in den Kopf der Kanzlerin: Sommer 2015 – Angela Merkel sitzt auf dem Grünen Hügel und denkt nach, während Tristan und Isolde gegeben wird. Der Rest ist Geschichte: Ungarn, Flüchtlingsstrom, Wir schaffen das. „Man weiß schon recht viel, was in dieser Zeit geschehen ist, das ist dokumentiert, aber irgendwas Unerklärliches ist für mich doch dageblieben.“ Diese Lücke des Unerklärlichen schließt der mit dem Deutschen Reporterpreis 2011 ausgezeichnete Journalist und Romancier Richter mit seinem Buch Die Kanzlerin. Eine Fiktion.

Konstantin Richter, geboren 1971, hat bei Kein & Aber zwei Bücher veröffentlicht: Betterman (2007) und Kafka war jung und brauchte das Geld. Eine rasante Kulturgeschichte für Vielbeschäftigte (2011). Er hat für deutsch- und englischsprachige Medien über Angela Merkel und die Flüchtlingskrise geschrieben und ist Contributing Writer für das US-Nachrichtenportal Politico. Im Jahr 2011 gewann er den Deutschen Reporterpreis für eine Reportage in der ZEIT.

Die Kanzlerin – Eine Fiktion  von Konstantin Richter ist bei Kein & Aber erschienen.
(JK 09/17)

Thea Dorn zu Gast beim Philosophischen Café im Literaturhaus am Mittwoch, 20. September

Literaturhaus
Mittwoch  20.09.2017  19.00 Uhr 
Schwanenwik 38, Hamburg
Eintritt: 8 / 12 Euro

Philosophisches Café – Thema: Deutschland vor der Wahl. Zu Gast ist Thea Dorn, Gastgeber ist Reinhard Kahl.
 
„Es geht bei der Bundestagswahl um die Zukunft der westlichen Welt. Diese befindet sich offensichtlich in der Krise. Ein deutscher Wahlkampf, der dies nicht zum Thema machte, wäre peinlich und gefährlich verfehlt.“ (Thea Dorn)
Deutschland war einst ein Land der Vielfalt. Ein Land mit der Fähigkeit, Fremdes aufzunehmen, es sich anzuverwandeln und in Wissenschaft, Literatur und Kunst, die Philosophie nicht zu vergessen, der Welt wieder zurückzugeben. Dann kamen Krieg, Zeiten bespielloser Einfalt und noch ein Krieg. Es folgten Starre, Protest und Irritation. Schließlich begann eine Selbstreflexion, die viele von außen Blickende an unserem Land loben und bewundern. Heute stellen sich fast alle Fragen global. Zugleich kehrt weltweit ein altes Stammesdenken zurück. Die Regie über die Globalisierung haben die Finanzmärkte. Lässt sich all dem ein Universalismus entgegensetzen, der aus der Tradition der Aufklärung wieder zu gewinnen wäre? Und braucht nicht gerade das Globale Wurzeln im Lokalen?

Die Autorin Thea Dorn hatte sich schon vor Jahren (zusammen mit Richard Wagner) auf die Suche nach der deutschen Seele gemacht. Die USA waren das Sehnsuchtsland ihrer Jugend. Und heute? In diesem Frühjahr war sie Writer in Residence in einem amerikanischen College und erlebte ein Land, in dem die verfeindeten Lager aufgehört haben, miteinander zu reden. Nach dem Ausscheiden von Maxim Biller übernahm Thea Dorn die Moderation der Kultsendung Das literarische Quartett im ZDF.

Die deutsche Seele  von Thea Dorn und Richard Wagner wird demnächst bei Knaus als Paperback erscheinen.
(JK 09/17)

Donnerstag

Nora Bossong beim 9. Harbour Front Literaturfestival am Dienstag, 19. September

9. Harbour Front Literaturfestival
St. Pauli Kirche
Dienstag  19.09.2017  20.00 Uhr 
Pinnasberg 80, Hamburg
Eintritt: 14 Euro

Nora Bossong stellt ihr Buch Rotlicht vor, das bei Hanser erschienen ist.  Alexander Camman moderiert den Abend.

Ein Jahr lang besuchte Nora Bossong alle Orte der „Rotlicht“-Welt. Spielstätten, die für die meisten Frauen ein Tabu sind und von denen sie selbst sagt, diese „Orte der tatsächlich käuflichen Lust bleiben eine Domäne zeitloser Männlichkeit, die eine Frau wie ich immer nur von außen sehen kann“. Bossong aber ging überall hin: Vom SwingerClub ins Sexkino, auf Erotikmessen, zur Tantramassage und ins Großraumbordell. In ihrem neuen Buch wird Bossong „Sehende und Handelnde“ und erzählt von ihren Erlebnissen, ihren Beobachtungen und Gesprächen in einer Welt, in der Sex Arbeit ist. Sie berichtet über Macht und Ohnmacht, Würde und Demütigung, Körper und Kapital, Lust und eine Verschnaufpause im Kloster. 

Nora Bossong, geboren 1982 in Bremen, studierte in Berlin, Leipzig und Rom und gilt als eine der wichtigsten Stimmen in der jungen deutschen Literatur. Neben zahlreichen Stipendien erhielt sie 2012 für ihren Gedichtband Sommer vor den Mauern den Peter-Huchel-Preis. 2016 wurde Bossong der Roswitha-Preis verliehen.

Rotlicht  von Nora Bossong ist bei Hanser erschienen.
(JK 09/17)