Dienstag

Bernd Brunner liest im stories! im Falkenriedquartier am Mittwoch, 2. Oktober

stories! im Falkenriedquartier
Mittwoch, 02.10.2019  19.30 Uhr
Straßenbahnring 17, Hamburg  
Eintritt: 5 Euro

Bernd Brunner liest aus seinem neuen Roman Die Erfindung des Nordens, der bei Galiani Berlin erschienen ist.

Für viele Jahrhunderte ist der Norden eine Weltgegend, in der man das Böse vermutet, ein Ort der Kälte und Dunkelheit. Er liegt links vom Sonnenaufgang, zeigt „Richtung Mitternacht“ und führt schnurstracks hinaus aus der gebildeten Welt im Mittelmeerraum. Angst und Schrecken geht von dieser Gegend aus, auch Hamburg braucht lange, bis es sich von einer grausamen Heimsuchung des Nordens erholt. Im Jahr 845 überfallen Wikinger die damals noch kleine Siedlung und erschlagen, wen auch immer sie erwischen. Gleichzeitig wird hoch im Norden schon im 4. Jahrhundert v. Chr. eine Insel beschrieben, die bald mythische Bedeutung erlangt: das sagenhafte Thule. Es ist nur eine der großen Projektionsflächen, die Bernd Brunner in seinem neuen Buch Die Erfindung des Nordens ausleuchtet.

Zum Auftakt erfahren wir von einem Stich aus der „Wunderkammer des königlichen Antiquars des dänisch-norwegischen Reiches Ole Worm“, aus dem sich ableiten lassen soll, dass der Urahn des sagenumwobenen Einhorns kein Pferd war, sondern ein die Nordmeere bewohnendes Meerestier. Es ist nur eine der vielen Preziosen, die Bernd Brunner für seine „Kulturgeschichte einer Himmelsrichtung“ gesammelt hat. Der in Berlin und Istanbul lebende Autor findet seine Themen stets an der Schnittstelle von Kultur-, Wissenschafts- und Mentalitätsgeschichte, mal vermittelt er in Ornithomania Staunens- und Wissenswertes aus der Welt der Vogelkunde, dann erzählt er in Als die Winter noch Winter waren die „Geschichte einer Jahreszeit“ oder schreibt ein Granatapfelbuch. Zu einem großen Streifzug lädt er mit seiner Kulturgeschichte des Nordens ein, er führt von der Entdeckung Thules bis zu IKEA, vom ersten Touristen auf der „Bäreninsel“ über die verschiedenen Nordpol-Expeditionen bis zur kultischen Verehrung alles Nordischen durch die Nazis, die im Norden die „Urheimat der Germanen“ sahen und in Helgoland die Hauptstadt von Atlantis entdeckt haben wollten. Vom wahren Norden erzählt Brunner zum Abschluss seiner Exkursion, und wir erfahren, dass man „Ultima Thule“, den nördlichsten Landpunkt der Erde, kürzlich „in den Weltraum verlegt“ hat – als Bezeichnung für den am weitesten entfernten Himmelskörper, der je untersucht wurde. Der irdische Norden rückt unterdessen als Wirtschaftsregion mehr und mehr ins Zentrum der Aufmerksamkeit. Mit Frank Brunner kann man diesen profanen Blick um große Weiten ergänzen und darf sich damit trösten, dass die Jahrhunderte verbindende Magie, die vom Norden ausgeht, wenigstens in der Literatur erhalten bleibt.

Bernd Brunner, 1964 geboren, schreibt vielbeachtete, höchst unterhaltsame Bücher an der Schnittstelle von Kultur und Wissenschaftsgeschichte. Seine Bücher sind in zahlreiche Sprachen übersetzt.

Die Erfindung des Nordens von Bernd Brunner ist bei Galiani Berlin erschienen.
(JK 09/19)

Isabel Bogdan liest im Literaturhaus am Dienstag, 1. Oktober

Literaturhaus
Dienstag, 01.10.2019  19.30 Uhr
Schwanenwik 38, Hamburg  
Eintritt: 8 / 12 Euro

Isabel Bogdan präsentiert ihren neuen Roman Laufen, der bei Kiepenheuer & Witsch erschienen ist.

Mit ihrem Romandebüt Der Pfau hat Isabel Bogdan vor zwei Jahren eine turbulente Komödie vorgelegt, die in ihrem Mix aus gekonntem Understatement und skurrilem Humor very British ist und schnell zum Bestseller wurde. Von einem ganz anderen Tonfall wird ihr neuer Roman Laufen getragen. Es ist der atemlose Monolog einer Frau, die sich in ihrem Leben neu erfinden muss.

„Ich kann nicht mehr“, sagt die Erzählerin zum Auftakt eines Laufs, zu dem sie sich nach Jahren wieder einmal aufgerafft hat. Schon während sie sich daraufhin nach einem Grund fragt, der ihr gestatten könnte, nach nur wenigen Schritten wieder nach Hause zu traben, ist man mittendrin, in diesem Parcours aus existenziellen Hindernissen, der auf den folgenden 200 Seiten zu überwinden sein wird. Und es ist sofort klar, dass der Eingangssatz über allem schwebt, was die Erzählerin macht. Da läuft eine nicht zum Spaß, etwa um schlanker oder fitter zu werden, es ist auch nicht einfach irgendeine Krise, die sie bald bei jedem Wetter raustreibt, sondern „in Wahrheit ist es zu Ende“, ihr „Leben in Scherben“. Um diese Scherben kreisen ihre Gedanken beim Laufen, obwohl sie vor allem darauf hofft, endlich nicht mehr daran denken zu müssen, was ihr passiert ist. Erzählt wird davon in einem inneren Monolog, der sich zuerst noch oft direkt an einen Lebensgefährten richtet. Er hat sich das Leben genommen. Isabel Bogdan leuchtet in ihrem Monolog die manchmal kleinen und oft großen Abgründe aus, die sich für die Erzählerin daraufhin öffnen, von der ersten Krisenintervention bis zu den Versuchen, wieder ein neues Liebesleben zuzulassen. Was den Text bis in den finalen Lauf trägt, ist die Unerschrockenheit und Direktheit, mit der dieser Selbstrettungstrip eine unfassbare Situation beschreibt, die sonst stets im Verborgenen bleibt, weil wir nur dann darüber sprechen, wenn wir selbst davon betroffen sind.

Isabel Bogdan, geboren 1968 in Köln, studierte Anglistik und Japanologie in Heidelberg und Tokyo. Sie verfasste zahlreiche Übersetzungen, u.a. von Jane Gardam, Nick Hornby und Jonathan Safran Foer. 2011 erschien ihr erstes eigenes Buch, Sachen machen, bei Rowohlt, außerdem schrieb sie Kurzgeschichten in Anthologien. 2006 erhielt sie den Hamburger Förderpreis für literarische Übersetzung und 2011 den für Literatur. 2016 erschien ihr Roman Der Pfau, der ein Bestseller wurde.

Laufen von Isabel Bogdan ist bei Kiepenheuer & Witsch erschienen.
(JK 09/19)

Nicola H. Cosentino liest in der Bücherhalle Altona im Mercado am Montag, 30. September

Bücherhalle Altona, Mercado
Montag, 30.09.2019  19.00 Uhr
Ottenser Hauptstraße 8-10, Hamburg  
Eintritt: frei. Anmeldung erbeten an events@iic-hamburg.de

Istituto Italiano di Cultura Hamburg in der Bücherhalle Altona: Der italienische Schriftsteller Nicola H. Cosentino präsentiert zusammen mit seiner Übersetzerin Ruth Mader-Koltay seinen neuen Roman Hummerjahre, der bei Non solo erschienen ist.

Die Freundschaft zwischen Antonio und Vincenzo, von der in mehreren Episoden aus der Erinnerung erzählt wird, folgt demselben Muster wie das Leben an sich: ein fortwährendes Wachsen, das uns zwingt, Wohnungen, geliebte Menschen und Städte hinter uns zu lassen und alles immer wieder neu aufzubauen. So wie es die Hummer mit ihrem Panzer tun und die Zwanzigjährigen mit ihrer Hoffnung.

Nicola H. Cosentino, geboren 1991, lebt in Cosenza. Dort leitet er für die Università della Calabria ein Forschungsprojekt über zeitgenössische Dystopien. Er schreibt über Bücher auf Esquire Italia und minima&moralia. 2016 debütierte er mit dem Roman Cristina d’ingiusta bellezza (Rubbettino). Hummerjahre (Originalausgabe: Vita e morte delle aragoste), Preisträger des Premio Brancati sezione Giovani 2018, ist sein zweiter Roman.

Hummerjahre von Nicola H. Cosentino ist bei Non solo erschienen.
(JK 09/19)

Donnerstag

Rita Falk präsentiert zusammen mit dem Schauspieler und Sprecher Christian Tramit im Uebel und Gefährlich am Mittwoch, 25. September

Uebel und Gefährlich
Mittwoch, 25.09.2019  20.00 Uhr
Feldstr. 66, Hamburg  
Eintritt: 17 Euro

Harbour Front Literaturfestival: Der zehnte Fall für den Eberhofer. Rita Falk präsentiert zusammen mit dem Schauspieler und Sprecher Christian Tramit ihren neuen Krimi Gugelhupfgeschwader, der bei dtv erschienen ist. Florian Wagner moderiert.

„Du, Franz, ich brauch dringend deine Hilfe“, flüstert der Lotto-Otto dem Eberhofer ins Ohr und versaut ihm den Samstagabend mit der Susi. Dabei könnte er sich so schön feiern lassen, hat man doch in Niederkaltenkirchen beschlossen, dem erfolgreichen Dorfgendarm zu Ehren den Kreisverkehr auf den Namen „Franz-Eberhofer- Kreisel“ zu taufen! Stattdessen muss er sich nun darum kümmern, dass den brutalen Verfolgern vom Lotto-Otto rasch das Handwerk gelegt wird. Bevor er die Ermittlungen aufnehmen kann, geht allerdings der gesamte Lotto-Laden in die Luft – und der Eberhofer hat es jetzt auch noch mit einem Mord zu tun.

Rita Falk, Jahrgang 1964, geboren in Oberammergau, lebt noch immer in ihrer bayrischen Heimat und ist Mutter von drei erwachsenen Kindern. Sie hat sich mit ihrer Provinzkrimiserie um den Dorfpolizisten Franz Eberhofer (Winterkartoffelknödel, Dampfnudelblues, Schweinskopf al dente, Grießnockerlaffäre und Sauerkrautkrautkoma) sowie den Romanen Hannes und Funkenflieger in die Herzen ihrer Leser geschrieben.

Gugelhupfgeschwader von Rita Falk ist bei dtv erschienen.
(JK 09/19)

Doris Dörrie liest im Rudolf Steiner Haus am Montag, 23. September

Rudolf Steiner Haus
Montag, 23.09.2019  19.30 Uhr
Mittelweg 11-12, Hamburg  
Eintritt: 15 Euro

Harbour Front Literaturfestival: Doris Dörrie liest aus ihrem neuen Buch Lesen Schreiben Atmen, das bei Diogenes erschienen ist.

Schreiben heißt für Doris Dörrie, das eigene Leben bewusst wahrzunehmen. Wirklich zu sehen, was vor unseren Augen liegt. Oder wiederzufinden, was wir verloren oder vergessen haben. Es ist Trost, Selbstvergewisserung, Anklage, Feier des Lebens. Für Doris Dörrie ist Schreiben eine Methode, intensiver zu leben. Innezuhalten, sich zu erinnern, sich und die Welt besser kennenzulernen. Doris Dörrie denkt in diesem einzigartigen Buch über das autobiographische Schreiben nach, gibt Tipps und kreative Anleitungen. Die große Autorin und Regisseurin lädt uns ein, das Glück des täglichen Schreibens mit ihr zu teilen: Einfach loszuschreiben, über das eigene Leben, und dabei auf Scham, Angst, Selbstzweifel und Rechtschreibregeln zu pfeifen. Doris Dörrie zeigt, wie es geht, und erzählt mit Leidenschaft, Humor und großer Offenheit von Kindheitserinnerungen, fremden Orten, verlorengegangenen Gegenständen und Menschen, Freundschaften und Obsessionen. Und so ist Leben, schreiben, atmen auch das Porträt einer furchtlosen, neugierigen und inspirierenden Frau, die uns Mut macht, weiterzuatmen, weiterzuschreiben und weiterzumachen, egal, was das Leben bringt.

Doris Dörrie, geboren in Hannover, studierte Theater und Schauspiel in Kalifornien und in New York, entschloss sich dann aber, lieber Regie zu führen. Parallel zu ihrer Filmarbeit (zuletzt der Spielfilm Kirschblüten und Dämonen) veröffentlicht sie Kurzgeschichten, Romane und Kinderbücher. Sie unterrichtet an der Filmhochschule München „creative writing“ und gibt immer wieder Schreibworkshops. Sie lebt in München. 2019 ist sie Mitglied der Oscar Academy, um über Vergabe der ›Oscar‹ mit abzustimmen, 2018 erhält sie den „Max Ophüls Ehrenpreis“ für Verdienste um den jungen deutschsprachigen Film.

Lesen Schreiben Atmen von Doris Dörrie ist bei Diogenes erschienen.
(JK 09/19)

Mittwoch

André Aciman liest in der Jugendmusikschule am Freitag, 20. September

Jugendmusikschule, Aula
Freitag, 20.09.2019  20.00 Uhr
Mittelweg 42, Hamburg  
Eintritt: 14 Euro

Harbour Front Literaturfestival: André Aciman liest aus seinem neuen Roman Fünf Lieben lang, der bei dtv erschienen ist. Den deutschen Text liest Andreas Christ, Paola Barbon moderiert.

Im Alter von zwölf Jahren kennt Paul die Liebe schon. In der Mitte seines Lebens weiß er weniger denn je, wie er sie leben soll. Ein halbes Leben lang erkundet Paul die Liebe, mit Giovanni, Maud und Chloé, im Sommerurlaub in Italien und in New York City. Er liebt bedingungslos und ohne Kompromisse, gibt sich seinem Gegenüber vollkommen hin. Der neue Roman des Bestsellerautors von Call Me By Your Name ist ein sinnliches und intimes Porträt eines unerschrocken Begehrenden, der anderen Menschen außergewöhnlich nahe kommt.

André Aciman, geboren 1951 in Alexandria, studierte Komparatistik in Harvard. Er ist Romancier, Essayist und Dozent für Vergleichende Literaturwissenschaft, zudem schreibt er für verschiedene New Yorker Zeitungen. Sein Roman Call Me By Your Name war ein internationaler Bestseller und wurde in einer OSCAR-prämierten Verfilmung adaptiert.

Fünf Lieben lang von André Aciman ist bei dtv erschienen.
(JK 09/19)

Der norwegische Autor Simon Stranger liest in der Zentralbibliothek der Hamburger Öffentlichen Bücherhallen am Freitag, 20. September

Zentralbibliothek der Hamburger Öffentlichen Bücherhallen
Freitag, 20.09.2019  19.30 Uhr
Hühnerposten 1, Hamburg  
Eintritt: 15 Euro

Harbour Front Literaturfestival: Norwegen ist in diesem Jahr Ehrengast der Frankfurter Buchmesse. Unter dem Motto Der Traum in uns gab es auch im Vorfeld der Messe schon viele Begegnungen zwischen deutschen und norwegischen Autoren. Simon Strauß war auf Einladung der Gastland-Organisatoren der NORLA im Frühjahr in Norwegen. Nun empfängt er seinen norwegischen Kollegen Simon Stranger in Hamburg. Thomas Böhm spricht mit Simon Stranger und Simon Strauß über ihre neuen Romane und das Leben als Schriftsteller – in Deutschland und in Norwegen.

Eine wahre Familiengeschichte, die zeigt, wie nah Dunkelheit und Hoffnung beieinanderliegen können. In der jüdischen Tradition heißt es, dass ein Mensch zwei Mal stirbt. Das erste Mal, wenn das Herz aufhört zu schlagen und die Synapsen im Gehirn erlöschen wie das Licht in einer Stadt, in der der Strom ausfällt. Das zweite Mal, wenn der Name des Toten zum letzten Mal gesagt, gelesen oder gedacht wird, fünfzig oder hundert oder vierhundert Jahre später. Erst dann ist der Betroffene wirklich verschwunden, aus dem irdischen Leben gestrichen.

Vergesst unsere Namen nicht von Simon Stranger ist ein auf wahren Begebenheiten basierender Roman, der achtzig Jahre Geschichte und vier Generationen umfasst. Eine Erzählung über den Holocaust, über Familiengeheimnisse und über die Geschichten, die wir an unsere Kinder weitergeben.

Simon Stranger wurde 1976 geboren und lebt mit seiner Familie in Oslo.

Vergesst unsere Namen nicht von Simon Stranger ist bei Eichborn erschienen.
(JK 09/19)

Laura Karasek liest auf der Cap San Diego, Luke 5 am Freitag, 20. September

Cap San Diego, Luke 5
Freitag, 20.09.2019  21.00 Uhr
Überseebrücke, Hamburg  
Eintritt: 15 Euro

Harbour Front Literaturfestival: Laura Karasek liest aus ihrem neuen Roman Drei Wünsche, der bei Eichborn erschienen ist. Karla Paul moderiert.

Drei Frauen um die dreißig. Drei ganz unterschiedliche Leben. Ein und dasselbe Gefühl, genau jetzt die Weichen für ihr Lebensglück stellen zu müssen.

Rebecca schwankt zwischen Karriere und Kinderwunsch, Maxie setzt für eine leidenschaftliche Affäre alles aufs Spiel, und Helena erhält zwei Nachrichten, die ihr schmerzhaft bewusst machen, dass es Dinge gibt, auf die wir keinen Einfluss haben. Selbsterfüllung und Familie, Lust und Liebe, Abschied und Neubeginn – all das liegt so nahe beieinander und doch so weit voneinander entfernt. Wofür soll man kämpfen in einer Welt, in der vermeintlich alles möglich ist?

Mitreißend und schonungslos schreibt Laura Karasek über die Abgründe zwischenmenschlicher Beziehungen, über Töchter und Väter, über Macht, Sex, Trauer und Glück. In ihrer unnachahmlich klaren Sprache verdichtet sie dabei ganze Leben zu einem Kaleidoskop all der widerstreitenden Gefühle, die jeder von uns in sich trägt.
Ein Roman über die Gefühlswelten moderner junger Frauen, über große Entscheidungen, über Hoffnung und Ängste und die Suche nach dem, was wirklich zählt im Leben. Vor allem aber: Ein Roman über die Liebe – in all ihren schönen, traurigen, seltsamen Facetten.

Laura Karasek wurde 1982 in Hamburg geboren. Die Tochter Hellmuth Karaseks und seiner zweiten Ehefrau, der Journalistin Armgard Seegers, ist Moderatorin und Autorin. Nach ihrem Studium der Rechtswissenschaften arbeitete Laura Karasek in einer großen Kanzlei in Frankfurt am Main, wo sie zurzeit mit ihrem Mann und ihren Zwillingen lebt. 2012 erschien ihr erster Roman Verspielte Jahre. Ihr zweites Buch Ja, die sind echt. Geschichten über Frauen und Männer handelt von Selbstzweifeln, Größenwahn, Dates und Peinlichkeiten.

Drei Wünsche von Laura Karasek ist bei Eichborn erschienen.
(JK 09/19)

Montag

Der amerikanische Schriftsteller Rob Hart liest in der Kühne Logistics University – The KLU am Donnerstag, 19. September

Kühne Logistics University – The KLU
Donnerstag, 19.09.2019  20.00 Uhr
Großer Grasbrook 17, Hamburg  
Eintritt: 16 Euro

Harbour Front Literaturfestival: Der amerikanische Schriftsteller Rob Hart liest aus seinem neuen Roman Der Store, der bei Heyne erschienen ist. Den deutschen Text liest Anneke Kim Sarnau, Daniel Haas von der NZZ moderiert.

Du bekommst alles im Store. Aber es hat seinen Preis. Der Store liefert alles. Überallhin. Der Store ist Familie. Der Store schafft Arbeit und weiß, was wir zum Leben brauchen. Aber alles hat seinen Preis.

Paxton und Zinnia lernen sich bei Cloud kennen, dem weltgrößten Onlinestore. Paxton hat dort eine Anstellung als Security-Mann gefunden, nachdem sein Unternehmen ausgerechnet von Cloud zerstört wurde. Zinnia arbeitet in den Lagerhallen und sammelt Waren für den Versand ein. Das Leben im Cloud-System ist perfekt geregelt, aber unter der Oberfläche brodelt es. Die beiden kommen sich näher, obwohl sie ganz unterschiedliche Ziele verfolgen. Bis eine schreckliche Entdeckung alles ändert.

Rob Hart hat als politischer Journalist, als Kommunikationsmanager für Politiker und im öffentlichen Dienst der Stadt New York gearbeitet. Er ist Autor einer Krimiserie und hat zahlreiche Kurzgeschichten veröffentlicht. Der Store ist sein erster großer Unterhaltungsroman. Rob Hart lebt mit Frau und Tochter auf Staten Island.

Der Store von Rob Hart ist bei Heyne erschienen.
(JK 09/19)

Heinrich Steinfest liest in der St. Katharinen Kirche am Donnerstag, 19. September

St. Katharinen Kirche
Donnerstag, 19.09.2019  19.00 Uhr
Katharinenkirchhof 1, Hamburg  
Eintritt: 18 Euro

Harbour Front Literaturfestival: Heinrich Steinfest liest aus seinem neuen Kriminalroman Der schlaflose Cheng, der bei Piper erschienen ist. Den deutschen Text liest Laura de Weck, Denis Scheck moderiert.

Cheng macht Urlaub. Besser gesagt, entfernt er sich räumlich, um fernab von Wien auf andere Gedanken zu kommen. In der Bar seines mallorquinischen Hotels spricht ihn ein Mann an – Peter Polnitz, die Synchronstimme des englischen Weltstars Andrew Wake. Cheng und Polnitz unterhalten sich über Gott und die Welt, gehen aber ohne die Absicht auseinander, sich je wieder zu sehen. Ein Jahr später melden die Nachrichten, Polnitz sei wegen Mordes an Wake zu lebenslanger Haft verurteilt worden – und seine Tochter taucht in Chengs Büro auf: Sie überredet ihn, den Fall zu übernehmen und Polnitz' Unschuld zu beweisen. Am Ende kennt er Polnitz besser, als ihm lieb sein kann – und weiß endlich, was er mit dem Rest seines Lebens anstellen soll.

Heinrich Steinfest wurde 1961 geboren. Albury, Wien, Stuttgart – das sind die Lebensstationen des erklärten Nesthockers und preisgekrönten Autors, welcher den einarmigen Detektiv Cheng erfand. Er wurde mehrfach mit dem Deutschen Krimi Preis ausgezeichnet, erhielt 2009 den Stuttgarter Krimipreis und den Heimito-von-Doderer-Literaturpreis. Bereits zweimal wurde Heinrich Steinfest für den Deutschen Buchpreis nominiert: 2006 mit Ein dickes Fell; 2014 stand er mit Der Allesforscher auf der Shortlist. 2016 erhielt er den Bayerischen Buchpreis für Das Leben und Sterben der Flugzeuge, 2018 wurde Die Büglerin für den Österreichischen Buchpreis nominiert.

Der schlaflose Cheng von Heinrich Steinfest ist bei Piper erschienen.
(JK 09/19)

Die katalanische Erfolgsautorin Llucia Ramis liest auf der Cap San Diego in der Luke 4 am Donnerstag, 19. September

Cap San Diego, Luke 4
Donnerstag, 19.09.2019  20.30 Uhr
Überseebrücke, Hamburg  
Eintritt: 15 Euro

Harbour Front Literaturfestival: Die katalanische Erfolgsautorin Llucia Ramis liest aus ihrem neuen Roma Verortungen, der bei Hoffmann und Campe erschienen ist. Den deutschen Text liest Laura de Weck, Michael Ebmeyer moderiert.

Erste deutsche Übersetzung der katalanischen Erfolgsautorin. Der Roman setzt sich am Beispiel einer 30-jährigen Journalistin mit den Befindlichkeiten dieser Generation auseinander, die sich in Zeiten von wirtschaftlicher und beruflicher Unsicherheit mit Zukunftsängsten und Themen wie Herkunft, Heimat und Perspektiven beschäftigen. Nach der Rückkehr zu den Eltern nach Mallorca muss die Protagonistin sich mit der Depression des Vaters, der Aufarbeitung alter Liebesbeziehungen und einem gut gehüteten Familiengeheimnis auseinandersetzen. Darüber hinaus thematisiert Verortungen das Versagen der Presse als vierter Macht im Staat. Es ist der außergewöhnliche Roman einer engagierten und politischen Journalistin und Autorin. Der Roman wird auf Mallorca als Schlüsselroman gelesen. Das autofiktionale Schreiben von Llucia Ramis ist ein hervorragendes Beispiel für die neue Erzählpoetik ihrer Generation und dies ganz besonders in Katalonien.

Llucia Ramis Laloux, geboren 1977 in Palma de Mallorca, 1977, ist Autorin und Radio- und Zeitungsjournalistin. Sie war Chefredakteurin der Literaturzeitschrift Quimera, leitete und moderierte die TV-Literatursendung Esto no es Islandia und arbeitete für Medien wie El Periódico, El Mundo und La Red. Ihre Romane wurden mit mit dem Premio Josep Pla 2010 und im selben Jahr mit dem Bartomeu Rosselló-Pòrcel Award ausgezeichnet. Im Jahr 2013 war sie Autorin des Jahres 2013 und für ihren neuen Roman erhielt sie 2018 den Anagramm Award.

Verortungen von Llucia Ramis ist bei Orlanda erschienen.
(JK 09/19)

Die norwegische Schriftstellerin Kjersti Annesdatter Skomsvold liest in der Zentralbibliothek der Hamburger Öffentlichen Bücherhallen am Donnerstag, 19. September

Zentralbibliothek der Hamburger Öffentlichen Bücherhallen
Donnerstag, 19.09.2019  20.00 Uhr
Hühnerposten 1, Hamburg  
Eintritt: 15 Euro

Harbour Front Literaturfestival: Die norwegische Schriftstellerin Kjersti Annesdatter Skomsvold liest aus ihrem neuen Roman Meine Gedanken stehen unter einem Baum und sehen in die Krone, der bei Hoffmann und Campe erschienen ist. Den deutschen Text liest Marie Biermann, Thomas Böhm moderiert.

Eine Mutter erzählt ihrer neugeborenen Tochter, wie es zu ihrer Geburt kam und wie sie es überhaupt wagen konnte, ihr Leben mit einem Mann, dem Vater des Kindes zu teilen, ein Kind zu bekommen und damit das bisher Wichtigste in ihrem Leben aufs Spiel zu setzen: das Schreiben. Ein hellsichtiger Roman über die existenzielle Erfahrung der Mutterschaft und den Mut, den man aufbringen muss, um sein Leben mit anderen zu teilen.

Kjersti Annesdatter Skomsvold, geboren 1979 in Oslo, gilt als die wichtigste Gegenwartsautorin Norwegens. Für ihren Debütroman Je schneller ich gehe, desto kleiner bin ich (2011) wurde sie mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. Neben ihren Romanen veröffentlichte sie Lyrik und autobiographische Prosa.

Meine Gedanken stehen unter einem Baum und sehen in die Krone von Kjersti Annesdatter Skomsvold ist bei Hoffmann und Campe erschienen.
(JK 09/19)

Karen Köhler liest in der Buchhandlung Klauder am Donnerstag, 19. September

Buchhandlung Klauder
Donnerstag, 19.09.2019  20.00 Uhr
Duvenstedter Damm 41, Hamburg  
Eintritt: 10 Euro

Die Hamburger Schriftstellerin, Dramatikerin und Schauspielerin Karen Köhler stellt ihren neuen Roman Miroloi vor, der im Hanser Verlag erschienen ist.

Miroloi, das ist die Bezeichnung für ein in der Tradition der griechisch-orthodoxen Kirche gedichtetes und gesungenes Totenlied über das Schicksal eines Verstorbenen. In 128 Strophen erzählt die Hamburger Schriftstellerin, Dramatikerin und Schauspielerin Karen Köhler in ihrem neuen Roman so ein Miroloi und katapultiert uns mit ihm mitten hinein in das patriarchale Herrschaftssystem einer auf den ersten Blick sehr fernen, sehr fremden und archaischen Welt gleich nebenan.

Man nennt sie „Dievondrüben“, „Erntevernichterin“ oder gleich „Eselstochter“, und wann immer das Dorf von einem Unglück heimgesucht wird, ist sie es, der man die Schuld daran gibt. Aufgewachsen ist sie beim „Bethaus-Vater“, der sie in einem Bananenkarton gefunden und gegen alle Widerstände des Dorfes bei sich behalten, ihr aber keinen Namen gegeben hat, weil das die Gesetze verbieten. „Meinmächen“ nennt er auch noch die Sechzehnjährige, die einen richtigen Namen haben, Lesen und Schreiben lernen möchte, obwohl es die heiligen Gesetze verbieten. Nach und nach entsteht durch die kurzen Strophen, in denen dieses Mädchen in Miroloi vom Leben in dem Dorf auf einer entlegenen griechischen Insel erzählt, das Bild einer abgeschirmten, patriarchalen Gemeinschaft, die völlig aus der Zeit gefallen zu sein scheint. Es gibt einen Müller, einen Tischler, einen Töpfer und einen Weber, es gibt einen einäugigen Imker, Hirten, einen Einsiedler und die Betmänner, die mit ihren Schülern in einer Einsiedelei in der Nähe leben. Ab und zu kommt ein Schiff mit einem Händler vorbei, der im Tausch gegen Olivenöl und Schnaps anbietet, was das Dorf selbst nicht erzeugt: Kaffee, Zucker, Bananen, aber auch Brillen und künstliche Gebisse für die Alten, Schuhe, Tinte, Papier und Töpfe. Vieles ist es nicht, das der Ältestenrat, der die Gesetze macht, passieren lässt, die Stromversorgung, die ein Beamter eines Tages ankündigt, wird einstimmig abgelehnt, obwohl die Frauen durchaus aufmerken als sie von Geräten hören, die Wäsche waschen und einem Ofen, der mit Strom funktioniert. Hätten sie da nicht viel mehr Zeit, um im Schatten zu sitzen, Schnaps zu trinken und die Betperlen zu zählen, so wie es die Männer tun? Am Ende werden sie in die Schranken gewiesen: „Euer Platz ist da, wo er ist: im Haus, im Garten und auf dem Feld. So war es immer und so wird es bleiben“. Die Religion dient mit ihren Regeln und Vorschriften vor allem der Unterdrückung der Frauen, denen weder Bildung noch Mitbestimmungsrechte zugestanden werden. Gewalt und sexueller Missbrauch der Frauen sind alltäglich und werden stillschweigend geduldet. Als der „Bethaus-Vater“ sich dann doch dazu überreden lässt, sie zu unterrichten, ist es für sein Mädchen nur der erste Akt der Befreiung aus einer Welt, in der so eine „nicht vorgesehen“ ist.

Es sei ihr mit ihrem Roman wichtig gewesen, auf diese Welt und ihre Missstände zu reagieren, hat Karen Köhler in einem Podcast zum Erscheinen gesagt, und das ist ihr mit Miroloi ganz wunderbar gelungen. Der Roman spielt zwar auf einer fernen Insel und in einer für uns fernen Zeit, doch die Strukturen, denen ihre Heldin ausgesetzt ist, sind für viele Frauen noch immer alltäglich. Bis heute sind die großen politischen Fragen verknüpft mit Fragen der Geschlechtergerechtigkeit, es geht um Bildung, Gesundheit und um den Schutz vor sexuellen Übergriffen. Um all das geht es auch in Miroloi. Karen Köhlers Roman ist zum „Erkennen da“, öffnet aber auch ein poetisches Fenster zu einer Welt gleich nebenan, er ist Emanzipationsgeschichte und gleichzeitig verspieltes Sprachtheater, das von der Lust am Erzählen lebt. Ein großartiger Roman.

Karen Köhler hat Schauspiel studiert und zwölf Jahre am Theater in ihrem Beruf gearbeitet. Heute lebt sie auf St. Pauli, schreibt Theaterstücke, Drehbücher und Prosa. Ihre Theaterstücke stehen bei zahlreichen Bühnen auf dem Spielplan. 2014 erschien ihr viel beachteter Erzählungsband Wir haben Raketen geangelt. 2017 erhielt sie für ihren Roman Miroloi ein Grenzgänger-Stipendium der Robert Bosch Stiftung, 2018 das Arbeitsstipendium des Deutschen Literaturfonds.

Miroloi von Karen Köhler ist bei Hanser erschienen.
(JK 09/19)

Dienstag

Harbour Front Literaturfestival: Marc Elsberg liest in der St. Katharinen Kirche am Mittwoch, 18. September

St. Katharinen Kirche
Mittwoch, 18.09.2019  20.00 Uhr
Katharinenkirchhof 1, Hamburg  
Eintritt: 16 Euro

Harbour Front Literaturfestival: Marc Elsberg liest aus seinem neuen Kriminalroman Gier, der bei Blanvalet erschienen ist. Kester Schlenz moderiert.

Wenn Fiktion zur Realität wird, dann macht Marc Elsberg einen Bestseller daraus! Nach Blackout, Zero und Helix der neue Thriller zu einem explosiven Thema.
„Stoppt die Gier!“, rufen sie und „Mehr Gerechtigkeit!“. Auf der ganzen Welt sind die Menschen in Aufruhr. Sie demonstrieren gegen drohende Sparpakete, Massenarbeitslosigkeit und Hunger – die Folgen einer neuen Wirtschaftskrise, die Banken, Unternehmen und Staaten in den Bankrott treibt. Nationale und internationale Konflikte eskalieren. Nur wenige Reiche sind die Gewinner. Bei einem Sondergipfel in Berlin will man Lösungen finden. Der renommierte Nobelpreisträger Herbert Thompson soll eine Rede halten, die die Welt verändern könnte, denn angeblich hat er die Formel gefunden, mit der Wohlstand für alle möglich ist. Doch dazu wird er nicht mehr kommen. Bei einem Autounfall sterben Thompson und sein Assistent – aber es gibt einen Zeugen, der weiß, dass es Mord war, und der hineingezogen wird in ein gefährliches Spiel. Jan Wutte will wissen, was hinter der Formel steckt, aber die Mörder sind ihm dicht auf den Fersen…

Marc Elsberg wurde 1967 in Wien geboren. Er war Strategieberater und Kreativdirektor für Werbung in Wien und Hamburg sowie Kolumnist der österreichischen Tageszeitung »Der Standard«. Heute lebt und arbeitet er in Wien. Blackout und Zero wurden von „Bild der Wissenschaft“ als Wissensbuch des Jahres in der Rubrik Unterhaltung ausgezeichnet und machten ihn zu einem gefragten Gesprächspartner von Politik und Wirtschaft.

Gier von Marc Elsberg ist bei Blanvalet erschienen.
(JK 09/19)

Harbour Front Literaturfestival: Carl Frode Tiller liest in der Zentralbibliothek der Hamburger Öffentlichen Bücherhallen am Mittwoch, 18. September

Zentralbibliothek der Hamburger Öffentlichen Bücherhallen
Mittwoch, 18.09.2019  20.00 Uhr
Pinnasberg 80, Hamburg  
Eintritt: 15 Euro

Harbour Front Literaturfestival: Der norwegische Schriftsteller Carl Frode Tiller liest aus seinem neuen Roman Der Beginn, der bei btb erschienen ist. Sebastian Dunkelberg liest die deutschen Texte, Thomas Böhm moderiert.

Das Leben kann nur rückwärts verstanden werden, gelebt werden muss es vorwärts, heißt es bei Søren Kierkegaard. Terje liegt nach einem Suizidversuch im Sterben. Er lässt sein verpfuschtes Leben Revue passieren. Auf der Suche nach Antworten gräbt er sich immer tiefer in die schmerzhafte Vergangenheit, soghaft getrieben von den blinden Flecken des eigenen Lebens: der depressiven, alkoholkranken Mutter, dem abwesenden Vater, dem Abrutschen in Ticks und Gewalt als junger Mann, und dem quälenden Gefühl des Verlassenseins, das ihn immer bestimmt hat. Momente des Friedens fand er nur in der Natur. Ruhelos stellt Terje sich im Krankenhaus seinem Leben vom Ende bis zum Anfang, vom Tod bis zur Kindheit. Ein bewegendes Buch, erzählt wie im Rausch – über endgültige Entscheidungen, Vorherbestimmung und die Freiheit des Einzelnen.

Carl Frode Tiller, geboren 1970, ist ein norwegischer Autor, Historiker, Musiker und Komponist. Er gilt als Meister der psychologischen Zwischentöne. Seine Romane sind vielfach preisgekrönt und in 16 Sprachen übersetzt.

Der Beginn von Carl Frode Tiller ist bei btb erschienen.
(JK 09/19)