Samstag

Omar Robert Hamilton beim Harbour Front Literaturfestival auf der Cap San Diego am Samstag, 15. September

10. Harbour Front Literaturfestival
Cap San Diego
Samtag, 15.09.2018  20.00 Uhr
Überseebrücke, Hamburg
Eintritt: 14 Euro

Omar Robert Hamilton stellt sein Buch Stadt der Rebellion vor, das bei Wagenbach erschienen ist. Bernhard Robben führt das Gespräch mit Omar Robert Hamilton über dessen Sicht auf den arabischen Frühling und sein genaues, mitreißendes und rasantes Buch. David Gravenhorst liest die deutschen Texte.

Als in Kairo, der „Stadt der Rebellion“, im Januar 2011 Massenproteste losbrachen, reiste der britische Regisseur Omar Robert Hamilton, Sohn einer ägyptisch-palästinensischen Schriftstellerin und eines britischen Poeten, nach Ägypten. Er blieb, erlebte den arabischen Frühling hautnah und wurde Mitgründer des Aktivisten- und Medienkollektivs Mosireen, das den Aufstand wie die zunehmenden Menschenrechtsverletzungen in Bild- und Wortzeugnissen archiviert und ins Netz gestellt hat. Als die Gewalt unter General al-Sisi für ihn unerträglich wurde, verließ Hamilton Kairo und verarbeitete die Geschehnisse in einem aufwühlenden Roman über Mariam und Khalil – einer Geschichte zwischen Hoffnung und Verzweiflung, Angst und Mut, Leben und Tod.

Sie sind jung, und sie begehren auf gegen die Übermacht des Regimes. Auf die Euphorie des Arabischen Frühlings folgen niederschmetternde Rückschläge. Der Protest wird lebensgefährlich. Aber die Hoffnung auf eine neue Zukunft bleibt.

Kairo, 2011. Alles scheint möglich. Die ganze Welt schaut hin, als die ägyptischen Aufständischen nicht müde werden, lautstark gegen die Diktatur zu protestieren, trotz aller Gewalt von Polizei und Militär.

Mittendrin: Mariam und Khalil. Sie lernen sich im Getümmel einer Demonstration kennen, und fortan wird sie die Angst, dass dem anderen etwas zustoßen könnte, nicht mehr verlassen. Mutig kämpfen die beiden gemeinsam in einer Aktivistengruppe und versenden rund um die Uhr Nachrichten in alle Welt. Und nicht zuletzt kämpfen sie um ihre Liebe, für die keine Zeit bleibt in dem unaufhörlichen Strom von Aufgaben, die die Revolution ihnen aufbürdet, getrieben vom Gefühl der Verantwortung gegenüber ihren ermordeten oder inhaftierten Mitstreitern. Erbittert diskutieren sie darüber, welche Kompromisse sie eingehen müssen, zerrieben zwischen Hoffen und Verzweifeln.

Dieser aufwühlende Roman zeigt die ägyptische Rebellion aus unmittelbarer Nähe, rasant folgt er den Revolutionären durch Kairos Straßen und über Twitter. Und auch wenn die Lage immer aussichtsloser erscheinen mag: Sie werden nicht aufgeben.

Omar Robert Hamilton arbeitet als Filmemacher und Essayist, unter anderem für den Guardian. Außerdem ist er Mitbegründer des Aktivisten- und Medienkollektivs Mosireen in Kairo und des Palestine Festival of Literature. Sein Debütroman Stadt der Rebellion wurde in mehrere Sprachen übersetzt.

Stadt der Rebellion von Omar Robert Hamilton ist bei Wagenbach erschienen.
(JK 09/18)

Gretchen Dutschke beim Harbour Front Literaturfestival in der Kühne Logistics University – KLU am Samstag, 15. September

10. Harbour Front Literaturfestival
Kühne Logistics University – KLU
Samstag, 15.09.2018  20.00 Uhr
Großer Grasbrook 17, Hamburg
Eintritt: 14 Euro

Gretchen Dutschke stellt ihr Buch 1968. Worauf wir stolz sein vor, das bei Kursbuch Edition erschienen ist. Stephan Lohr moderiert.

„Die Zeit hat uns geprägt, und wir haben die Zeit geprägt.“ Gretchen Dutschke ist nicht nur Zeitzeugin der 68er-Bewegung, sondern auch Weggefährtin Rudi Dutschkes – dem wortgewaltigen Repräsentanten der linken Studentenbewegung, dem Anführer der Proteste und dem Opfer eines Attentats. Über das bewegte Leben ihres Mannes hat sie bereits eine Biographie geschrieben, nun beschreibt sie die Ereignisse aus einer gemeinsam erlebten Perspektive. In 1968 geht es ihr um das, „Worauf wir stolz sein dürfen“: Es ist der 68er-Bewegung zu verdanken, dass Deutschland ein starkes Verständnis für Demokratie entwickelt hat, ebenso dass die verkrusteten Verhältnisse zwischen den Geschlechtern aufbrachen.

Gretchen Dutschke, in Amerika geboren, hat die Revolten der 60er Jahre hautnah miterlebt. Nach dem Attentat auf ihren Mann verließ die Familie – gerade war das erste Kind geboren – Deutschland, verfolgte und gestaltete das politische Geschehen jedoch weiter. Nun zieht Gretchen Dutschke ihr Resümee des Erbes der Proteste.

1968. Worauf wir stolz sein von Gretchen Dutschke ist bei Kursbuch Edition erschienen.
(JK 09/18)

Alex Beer beim Harbour Front Literaturfestival in der Zentralbibliothek der Hamburger Bücherhallen am Samstag, 15. September

10. Harbour Front Literaturfestival
Zentralbibliothek der Hamburger Bücherhallen
Samstag, 15.09.2018  20.00 Uhr
Hühnerposten 1 (Eingang: Arno-Schmidt-Platz), Hamburg
Eintritt: 14 Euro

„So geht Krimi!“ Alex Beer stellt ihren Krimi Die rote Frau vor, der bei Limes erschienen ist. Regula Venske moderiert.

Wien, 1920: Die Stadt von Kriminalinspektor August Emmerich ist ein Ort der Extreme zwischen bitterer Not, politischen Unruhen und wildem Nachtleben. Während seine Kollegen den Aufsehen erregenden Mordfall an dem beliebten Stadtrat Fürst bearbeiten, müssen Emmerich und sein Assistent Winter Kindermädchen für eine berühmte Schauspielerin spielen, die um ihr Leben fürchtet. Die rote Frau ist ein dramatischer Wettlauf mit der Zeit, der in die Abgründe der Stadt und deren Einwohner blicken lässt.

Alex Beer, geboren in Bregenz, hat Archäologie studiert und lebt in Wien. Nach Der zweite Reiter, der von der Presse hochgelobt und mit dem Leo-Perutz-Preis für Kriminalliteratur ausgezeichnet wurde, erscheint mit Die rote Frau jetzt der zweite Band der spannenden Reihe um den Ermittler August Emmerich.

Die rote Frau von Alex Beer ist bei Limes erschienen.
(JK 09/18)

2. Debütantensalon mit Katharina Adler und Philipp Weiss beim Harbour Front Literaturfestival am Samstag, 15. September

10. Harbour Front Literaturfestival
Nochtspeicher
Samstag, 15.09.2018  19.00 Uhr
Bernhard-Nocht-Str. 69, Hamburg
Eintritt: 10 Euro

In den insgesamt vier Debütantensalons bewerben sich jeweils zwei Autorinnen und Autoren um den mit 10.000 Euro dotierten Klaus-Michael Kühne-Preis, der am 21.September im Rahmen einer Lesung mit Inger-Maria Mahlke vergeben wird. Am 2. Abend stellen Katharina Adler und Philipp Weiss ihre Debütromane vor. Petra Bamberger moderiert.

Sie ist eine der bekanntesten Patientinnen des 20. Jahrhunderts: Dora, das jüdische Mädchen mit der „petite hystérie“ und einer äußerst verschlungenen Familiengeschichte. Dora, die kaum achtzehn war, als sie es wagte, ihre Kur bei Sigmund Freud vorzeitig zu beenden, und ihn, wie er es fasste, „um die Befriedigung [brachte], sie weit gründlicher von ihrem Leiden zu befreien.“ Kaum achtzehn Jahre war sie alt, als sie es wagte, ihre Kur bei Sigmund Freud vorzeitig zu beenden. Ihr wahrer Name ist Ida und Katharina Adler erzählt ihre Geschichte.

Für Katharina Adler war die widerständige Patientin lange nicht mehr als eine Familien-Anekdote: ihre Urgroßmutter, die – nicht unter ihrem wirklichen Namen und auch nicht für eine besondere Leistung – zu Nachruhm kam, und dabei mal zum Opfer, mal zur Heldin stilisiert wurde. „Nach und nach wuchs in mir der Wunsch, dieses Bild von ihr zu ergänzen, ihm aber auch etwas entgegenzusetzen. Ich wollte eine Frau zeigen, die man nicht als lebenslängliche Hysterikerin abtun oder pauschal als Heldin instrumentalisieren kann. Eine Frau mit vielen Stärken und auch einigen Schwächen, die trotz aller Widrigkeiten bis zuletzt um ein selbstbestimmtes Leben ringt.“

Von ihr, von Ida' handelt dieser mitreißende Roman. Mit großem gestalterischem Weitblick und scharfem Auge für jedes Detail erzählt Katharina Adler die Geschichte einer Frau zwischen Welt- und Nervenkriegen, Exil und Erinnerung. Eine Geschichte, in die sich ein halbes Jahrhundert mit seinen Verwerfungen eingeschrieben hat. Ida ist ein Plädoyer für die Wahrheit der Empfindung und die Vielfalt ihrer Versionen. Der Roman eines weitreichenden Lebens, das – mit Freuds Praxistür im Rücken – erst seinen Anfang nahm.

Katharina Adler wurde 1980 in München geboren, wo sie nach Stationen in Leipzig und Berlin heute wieder lebt. Bereits für das Manuskript ihres ersten Romans, Ida, erhielt sie das Literaturstipendium des Freistaats Bayern und wurde 2015 für den Alfred-Döblin-Preis nominiert. 2018, nach Erscheinen des Buches, folgte die Nominierung für den Klaus-Michael Kühne-Preis und den ZDF-aspekte-Literaturpreis.

Ida von Katharina Adler ist bei Rowohlt erschienen.

In Am Weltenrand sitzen die Menschen und lachen, erschienen bei Suhrkamp, zeichnet Philipp Weiss die Verwandlung der Welt im Anthropozän nach, jener Epoche der Erdgeschichte, in der der Mensch zur zentralen gestaltenden Kraft geworden ist – dabei bedient er sich der Stilmittel von Enzyklopädie, Manga, Erzählung, Audiotranskription und Notizheft. Dabei entwirft dieser kühne Roman ein Panoptikum unserer fliehenden Wirklichkeit.

Die siebzehnjährige Paulette erlebt im Jahr 1871 den Aufstand der Pariser Kommune, bereist als eine der ersten europäischen Frauen das Japan der Meiji-Ära und liegt über hundertdreißig Jahre im Eis der französischen Alpen geborgen. Die Klimaforscherin Chantal, ihre Ururenkelin, folgt ihren Spuren nach Fernost, entwirft eine zynische Geschichte des Universums und entflieht zugleich einer Liebe und deren umstülpender Kraft. Der von ihr zurückgelassene Künstler Jona begibt sich auf die Suche, findet in Japan aber nicht Chantal, sondern eine vielfache Katastrophe: ein Erdbeben, eine Welle, einen Atomunfall. Der neunjährige Akio läuft tagelang durch zerstörtes Gebiet. Trost findet er bei Satoshi, einem obdachlosen Tagelöhner und AKW-Nomaden, der langsam an den Folgen der Strahlung stirbt. Durch einen Phantomschmerz getrieben, irrt die junge Japanerin Abra durch Tokio und verliert sich in den einsamen Schleifen ihres virtualisierten Selbst.

Philipp Weiss, geboren 1982 in Wien, studierte Germanistik und Philosophie. Er schreibt Prosa und Theaterstücke, für die er mehrfach ausgezeichnet wurde. 2009 nahm er mit seinem Text Blätterliebe am Ingeborg-Bachmann-Preis teil. 2011 gewann er mit seinem Stück Allerwelt das Hans-Gratzer-Stipendium; das Stück wurde am Schauspielhaus Wien uraufgeführt, wo er in der Spielzeit 2013/14 Hausautor war. Ein schöner Hase ist meistens der Einzelne gewann 2015 den Preis der Theatertage Lyon und erschien auf Französisch in den Éditions Théâtrales (Montreuil).

Am Weltenrand sitzen die Menschen und lachen von Philipp Weiss ist bei Suhrkamp erschienen.
(JK 09/18)

Jennifer Egan beim Harbour Front Literaturfestival auf der Cap San Diego am Freitag, 14. September

10. Harbour Front Literaturfestival
Cap San Diego
Freitag, 14.09.2018  20.00 Uhr
Überseebrücke, Hamburg
Eintritt: 16 Euro

Ein Meisterwerk über das vibrierende New York der 30er- und 40er-Jahre:  Jennifer Egan stellt ihr Buch Manhattan Beach vor, das bei S. Fischer erschienen ist. Laura de Weck liest die deutschen Texte. Juliane Hielscher führt das Gespräch mit der Autorin.

Von der Marinewerft in Brooklyn zu den schillernden Nachtclubs in Manhattan, von den Villen auf Long Island zu den Absteigen in der Bronx. 1942 sind die Männer an der Front, die Frauen stehen in der Fabrik. Aber Anna möchte ein besseres Leben. Seitdem der Vater verschwunden ist, sorgt sie für ihre Mutter und die behinderte Schwester. Während Anna den Vater nicht vergessen kann, verfolgt sie furchtlos ihren großen Traum: Unter die gigantischen Kriegsschiffe in den Docks möchte sie tauchen, um sie zu reparieren. Doch dieser Beruf ist eigentlich zu gefährlich für eine Frau…

Die Medien überschlagen sich vor Begeisterung über Manhattan Beach, dem neuen Roman der Pulitzer-Preisträgerin, New York Times-Bestsellerautorin und aktuellen Präsidentin des amerikanischen PEN Jennifer Egan

Jennifer Egan wurde 1962 in Chicago geboren und wuchs in San Francisco auf. Sie lebt heute mit ihrem Mann und zwei Söhnen in Brooklyn, New York. Neben ihren Romanen und Kurzgeschichten schreibt sie für den New Yorker sowie das New York Times Magazine und lehrt an der Columbia University Creative Writing. Für ihren Roman Der größere Teil der Welt erhielt sie den Pulitzer Prize, den National Book Critics Circle Award und den Los Angeles Times Book Prize. Ihr aktueller Roman Manhattan Beach erstürmte gleich bei Erscheinen die New York Times-Bestsellerliste und erhielt hymnische Presse.

Manhattan Beach von Jennifer Egan ist bei S. Fischer erschienen.
(JK 09/18)

Marie Reiners beim Harbour Front Literaturfestival in der St. Pauli Kirche am Freitag, 14. September

10. Harbour Front Literaturfestival
St. Pauli Kirche
Freitag, 14.09.2018  20.00 Uhr
Pinnasberg 80, Hamburg
Eintritt: 16 Euro

Marie Reiners stellt ihr Buch Frauen, die Bärbel heißen vor, das bei Scherz erschienen ist. Annalena Schmidt liest die deutschen Texte. Maike Albath, die Italien und seine Romane bestens kennt, führt das Gespräch mit der Autorin.

Bärbel Böttcher – 54, ledig, keine Kinder, Tierpräparatorin – lebt mit ihrer Mischlingshündin Frieda im Haus ihrer toten Eltern abgeschieden am Rand einer Kleinstadt. Sie hat weder Familie noch Freunde und das ist gut so – Bärbel ist edgy, Soziopathin und Eigenbrötlerin aus Überzeugung. Als sie eines Morgens mit Frieda spazieren geht, findet sie im Wald einen Toten, dem ein Stock im Auge steckt. Nachdem Bärbel wohl oder übel die Polizei verständigt und ihre Aussage gemacht hat, ist sie froh, wieder zu Haus auf dem Sofa zu sitzen und ihrer Lieblingsbeschäftigung nachzugehen: Verkaufssendungen im Shoppingkanal schauen. Bis es an der Tür klingt. Was es sonst nie tut. Und vor Bärbel eine Frau steht, die behauptet, die Ehefrau des Opfers zu sein und die Bärbel im nächsten Moment wenig charmant mit einem Elektroschocker außer Gefecht gesetzt hat.

Dass das erst der Anfang allerlei sich überschlagender Ereignisse war, wird Bärbel schnell klar. Denn alsbald hat sie eine verletzte Schauspieler-Gattin (die Frau des Toten im Wald) im Keller, einen schnüffelnden Lokalreporter im Garten und unwillkommene Scherereien am Hals. Vorbei ist es mit dem beschaulichen Einsiedlerdasein, und Bärbel bleibt nichts anderes übrig, als sich auf die neue Situation einzulassen. Was folgt, sind Erfahrungen wie Enthüllungen ungeahnten Ausmaßes. Wer die TV-Erfolgsserie Mord mit Aussicht mochte, wird auch mit diesem Buch großen Spaß haben. Beides stammt aus der Feder von Drehbuchautorin Marie Reiners, ist skurril, voller Esprit, originell und manchmal ein bisschen böse…

Marie Reiners, aufgewachsen im niederrheinischen Mönchengladbach-Rheydt, deswegen per se intime Kennerin von Tristesse und Tragikomik, schrieb bereits während ihres Studiums fürs Fernsehen. Sie entwickelte Sitcomfolgen für Lukas mit Dirk Bach, schrieb Serienbücher u.a. für Die Sitte, Die Rosenheim-Cops, Der Ermittler, Morden im Norden und erfand die Krimiserie Mord mit Aussicht, die mehrfach ausgezeichnet wurde und 2014 die meistgesehene deutsche Fernsehserie war. Frauen, die Bärbel heißen ist ihr erster Roman. Marie Reiners lebt in der Eifel und in Köln.

Frauen, die Bärbel heißen von Marie Reiners ist bei Scherz erschienen.
(JK 09/18)

Krimilesung im Speicherstadtmuseum mit Monika Buttler und Sandra Dünschede am Freitag, 14. September

Speicherstadtmuseum
Freitag, 14.09.2018  19.30 Uhr
Am Sandtorkai 36, Hamburg
Eintritt: 9 / 11 Euro. Reservierung unter Tel. 040-321191 oder unter info@speicherstadtmuseum.de

Matjes mit Schlagobers: Monika Buttler und Sandra Dünschede lesen aus ihren neuesten Krimis: Die schwarze Witwe von Wien und Kilometer 151, beide erschienen bei Gmeiner.

Nach der Trauung verspeist die Schwarze Witwe ihren Mann. Elfriede Blauensteiner, in ärmlichen Verhältnissen geboren und unter ständiger Gewalt aufgewachsen, rächt sich auf ihre Weise. Nachdem sie ihren Gatten zu Tode pflegte und seine Rente im Spielsalon verspielte, lockt sie mit Inseraten heiratslustige und reiche Rentner an. Sie will ihren Status festigen. Und was bei einem Mann funktionierte, lässt sich auch auf andere übertragen. Mord wird fortan zu ihrem Überlebensprogramm.

Monika Buttler, Magistra der Literaturwissenschaft, Germanistik und Philosophie, war viele Jahre lang als Wohnredakteurin tätig. Sie publizierte mehrere Kriminalromane sowie rund 40 Kurzkrimis und ein Hörbuch. Darüber hinaus ist sie Herausgeberin von Krimi-Anthologien. Buttler ist Mitglied im Syndikat, bei den Mörderischen Schwestern und in der Hamburger Autorenvereinigung. Ihr Motto: „Le style c’est l’homme“.

Die Schwarze Witwe von Wien von Monika Buttler ist bei Gmeiner erschienen.

Harry Neumann wird ermordet auf einer Baustelle zum Ausbau der A 7 in Hamburg-Stellingen aufgefunden. Doch wer hat den Mann ins Jenseits befördert und warum? Der Bauleiter zumindest hatte ein Motiv, denn Neumann ging aktiv gegen die Baumaßnahmen vor. Oder haben die Bewohner des benachbarten Flüchtlingscamps etwas mit dem Mord zu tun? Vielleicht sogar einer der anliegenden Kleingärtner? Kommissar Nielsen und sein Team folgen jedem Hinweis und stoßen bei ihren Ermittlungen oftmals auf Hass und Gegenwind…

Sandra Dünschede, geboren 1972 in Niebüll/Nordfriesland und aufgewachsen in Risum-Lindholm, erlernte zunächst den Beruf der Bankkauffrau. Im Jahr 2000 entschied sie sich zu einem Studium der Germanistik und Allgemeinen Sprachwissenschaft. Kurz darauf begann sie mit dem Schreiben, vornehmlich von Kurzgeschichten und Kurzkrimis. 2006 erschien ihr erster Kriminalroman Deichgrab, der mit dem Medienpreis des Schleswig-Holsteinischen Heimatbundes als bester Kriminalroman in Schleswig-Holstein ausgezeichnet wurde. Seitdem arbeitet sie als freie Autorin. Seit 2011 lebt sie wieder in Hamburg, wohin es sie als waschechtes Nordlicht zurückzog.

Kilometer 151  von Sandra Dünschede ist bei Gmeiner erschienen.
(JK 09/18)

Francesca Melandri beim Harbour Front Literaturfestival am Donnerstag, 13. September, im Istituto Italiano di Cultura

10. Harbour Front Literaturfestival
Istituto Italiano di Cultura
Freitag, 14.09.2018  19.00 Uhr
Hansastraße 6, Hamburg
Eintritt: Die Veranstaltung ist leider bereits ausverkauft

Francesca Melandri stellt ihr Buch Alle, außer mir vor, das bei Wagenbach erschienen ist. Annalena Schmidt liest die deutschen Texte. Maike Albath, die Italien und seine Romane bestens kennt, führt das Gespräch mit der Autorin.

Drei Generationen, eine schier unglaubliche Familiengeschichte und ein schonungsloses Porträt der italienischen Gesellschaft: Als ein junger Afrikaner auf dem Treppenabsatz von Ilarias Wohnung sitzt und ihr seinen Ausweis zeigt, der auf den Namen Attilio Profeti ausgestellt ist, kommt ihre ganze Welt, die sie für wirklich hielt, ins Wanken. Warum trägt der Mann den Namen ihres Vaters und behauptet, mit ihr verwandt zu sein?

In Alle, außer mir beleuchtet Francesca Melandri die bisher verdrängte italienische Kolonialgeschichte des 20. Jahrhunderts: Sie verknüpft die Verbindungen Italiens nach Äthiopien und Eritrea mit dem Schicksal der heutigen Geflüchteten. Und sie stellt die Schlüsselfragen unserer Zeit: Was bedeutet es, zufällig im „richtigen“ Land geboren zu sein? Und wie entstehen Nähe und das Gefühl von Zugehörigkeit?

Francesca Melandri, geboren in Rom, hat sich in Italien zunächst als Autorin von Drehbüchern wichtiger Kino- und Fernsehfilme einen Namen gemacht (u. a. Prinzessin Fantaghirò). Mit ihrem ersten Roman Eva schläft wurde sie auch einem breiten deutschsprachigen Lesepublikum bekannt. Ihr zweiter Roman Über Meereshöhe wurde von der italienischen Kritik als Meisterwerk gefeiert. Ihr drittes Buch Alle, außer mir wurde für den Premio Strega nominiert.

Alle, außer mir von Francesca Melandri ist bei Wagenbach erschienen.
(JK 09/18)

Simone Buchholz beim Harbour Front Literaturfestival am Donnerstag, 13. September, im Uebel & Gefährlich

10. Harbour Front Literaturfestival
Uebel & Gefährlich
Donnerstag, 13.09.2018  20.00 Uhr
Feldstraße 66, Hochbunker, Hamburg
Eintritt: 14 Euro

„Ich rauche noch drei bis acht Zigaretten“ – Chastity Riley ist zurück. Simone Buchholz stellt sein Buch Mexikoring vor, das bei Suhrkamp erschienen ist. Das Gespräch führt die Schauspielerin und Autorin Karen Köhler. Wie Simone Buchholz lebt sie auf St. Pauli.

In Hamburg brennen jede Nacht Autos, wahllos angezündet. In dem Fiat, der eines Nachts am Mexikoring, einem Büro-Hochhäuser-Ghetto, in Flammen aufgeht, sitzt noch jemand: Nouri Saroukhan, der verlorene Sohn eines Clans aus Bremen. War er es leid, vor seiner Familie davonzulaufen? Oder hat die Familie das Auto anzünden lassen? Staatsanwältin Chastity Riley taucht tief ein in die Welt der Clan-Familien. Nach und nach erschließen sich ihr die weit verzweigten kriminellen Strukturen, die sich durch ganz Deutschland ziehen. Und sie bekommt Einblick in Nouri Saroukhans Geschichte. Es ist die Geschichte eines Ausbruchs zu einem hohen Preis. Und es ist die Geschichte einer Liebe: von Nouri und Aliza. Weiß das Mädchen mehr?

Simone Buchholz, geboren 1972 in Hanau, ist 1996 nach Hamburg gezogen, wegen des Wetters. Sie wurde auf der Henri-Nannen-Schule zur Journalistin ausgebildet und arbeitet seit 2001 als freie Autorin, 2008 erschien ihr erster Kriminalroman Revolverherz. Simone Buchholz wohnt mit Mann und Sohn auf St. Pauli.

Mexikoring von Simone Buchholz ist bei Suhrkamp erschienen.
(JK 09/18)

David Foenkinos beim Harbour Front Literaturfestival am Donnerstag, 13. September, im Institut français

10. Harbour Front Literaturfestival
Institut français
Donnerstag, 13.09.2018  19.00 Uhr
Heimhuder Str. 55, Hamburg
Eintritt: 14 Euro

David Foenkinos stellt sein Buch Lennon vor, das bei DVA erschienen ist. Franziska Hartmann liest die deutschen Texte. Das Gespräch mit dem Autor führt NDR Kultur-Redakteurin Anna Hartwich.

Nach seinem Erfolgsroman Charlotte über die Malerin Charlotte Salomon hat sich der französische Schriftsteller David Foenkinos nun in den Kopf eines der bekanntesten Musiker der Welt geschrieben: John Lennon.

Es war ein folgenreicher Tag im Jahr 1975, als John Lennon entschied, keine Bühne mehr zu betreten. Auf der Couch eines Psychoanalytikers sitzend, lässt er seine wilde Zeit Revue passieren: den meteoritengleichen Aufstieg der Beatles und wie er daran fast zugrunde gegangen wäre. Er erzählt von seiner einsamen Kindheit, von seiner vollkommen irren Liebe zu Yoko Ono, den Jahren des Suchens, der Drogen, des Größenwahns – und von seinem Kampf für den Frieden.

Er hat unsterbliche Songs geschrieben, und alle Welt meint ihn zu kennen, doch wer war John Lennon wirklich? Bestsellerautor David Foenkinos führt uns in dieser Romanbiografie ganz nah heran an den Popgiganten, dessen kurzes Dasein nicht nur das Leben von Millionen von Menschen, sondern auch den Lauf der Musikgeschichte für immer geändert hat.

„Die Herausforderung war groß, David Foenkinos hat sie mit Bravour gemeistert“, schreibt Le Figaro.

David Foenkinos, 1974 geboren, lebt als Schriftsteller und Drehbuchautor in Paris. Seit 2002 veröffentlicht er Romane, darunter den Millionenbestseller Nathalie küsst, der auch als Film mit Audrey Tautou das Publikum begeisterte. Seine Bücher werden in rund vierzig Sprachen übersetzt. Der vielfach ausgezeichnete Roman Charlotte hat sich allein in Frankreich rund eine halbe Million Mal verkauft und wurde auch in Deutschland zum Bestseller. Das geheime Leben des Monsieur Pick war in Frankreich monatelang auf der Bestsellerliste und kommt 2019 in die Kinos.

Lennon von David Foenkinos ist bei DVA erschienen.

Diese Lesung wird von NDR Kultur aufgezeichnet und am 21.10.2018 um 20.00 Uhr gesendet.
(JK 09/18)

1. Debütantensalon beim Harbour Front Literaturfestival mit Julia von Lucadou und Christian Dittloff am Donnerstag, 13. September

10. Harbour Front Literaturfestival
Nochtspeicher
Donnerstag, 13.09.2018  19.00 Uhr
Bernhard-Nocht-Str. 69, Hamburg
Eintritt: 10 Euro

In den insgesamt vier Debütantensalons bewerben sich jeweils zwei Autorinnen und Autoren um den mit 10.000 Euro dotierten Klaus-Michael Kühne-Preis, der am 21.September im Rahmen einer Lesung mit Inger-Maria Mahlke vergeben wird. Am 1. Abend stellen Julia von Lucadou und Christian Dittloff ihre Debütromane vor. Stephan Lohr moderiert.

In Die Hochhausspringerin, erschienen bei Hanser Berlin schildert Julia von Lucadou eine Zukunft, in der nichts dem Zufall überlassen wird, Ausgeglichenheit obligatorisch, Anpassung erwünscht und die Transparenz total ist.

Riva ist Hochhausspringerin – ein perfekt funktionierender Mensch mit Millionen Fans. Doch plötzlich weigert sie sich zu trainieren. Kameras sind allgegenwärtig in ihrer Welt, aber sie weiß nicht, dass sie gezielt beobachtet wird: Hitomi, eine andere junge Frau, soll Riva wieder gefügig machen. Wenn sie ihren Auftrag nicht erfüllt, droht die Ausweisung in die Peripherien, wo die Menschen im Schmutz leben, ohne Möglichkeit, der Gesellschaft zu dienen. Was macht den Menschen menschlich, wenn er perfekt funktioniert? „Die Hochhausspringerin“ führt in eine brillante neue Welt, die so plausibel ist wie bitterkalt. Julia von Lucadou erzählt von ihr mit der Meisterschaft der großen Erzählungen über unsere Zukunft.

Julia von Lucadou wurde 1982 in Heidelberg geboren und ist promovierte Filmwissenschaftlerin. Sie arbeitete als Regieassistentin, Redakteurin beim Fernsehen und als Simulationspatientin; sie lebt in Biel, New York und Köln.

Die Hochhausspringerin von Julia von Lucadou ist bei Hanser Berlin erschienen.

Auch Christian Dittloff zeichnet in Das weiße Schloss, erschienen im Berlin Verlag, eine Welt, in der ein alles durchdringender Apparat die Kontrolle hat: Ada und Yves sind ein glückliches Paar. Sie haben sich für ein Kind entschieden, doch fürchten sie die Unvereinbarkeit von Liebe, Karriere und Erziehung. Deshalb nehmen sie am Prestigeprojekt des Weißen Schlosses teil, wo Leihmütter Kinder austragen und aufziehen, alles sozusagen Bio und Fair Trade. Elternschaft ist hier Beruf, überwacht und gelenkt von einem alles kontrollierenden Apparat. Der Nachwuchs kann jederzeit besucht werden. Über neun Monate zeigt der Roman die beiden auf dem Weg zum eigenen Kind, folgt den Veränderungen ihres Selbstbilds und ihrer Beziehung.

Im Stile von Kazuo Ishiguros Alles, was wir geben mussten stellen sich wichtige Fragen unserer Zeit in eigener Versuchsanordnung: Ab wann ist Bindung ein Verlust von Freiheit? Was ist Familie? Sind die tradierten Rollenbilder von Mutter und Vater verhandelbar? Spielerisch erreicht Das Weiße Schloss eine stilistische Größe sowie eine gedankliche Tiefe voller literarischer Verweise und Fragestellungen und wird so zu einem fulminanten Gewebe von transzendenter Leuchtkraft.

Christian Dittloff, geboren 1983 in Hamburg, studierte Germanistik und Anglistik in Hamburg. Während des Studiums arbeitete er in einer Psychiatrie sowie als Kulturjournalist in allen Formaten von Print bis Podcast. Anschließend studierte er Literarisches Schreiben in Hildesheim. Seit 2014 ist er Social Media-Manager für die Komische Oper Berlin. Christian Dittloff lebt, arbeitet und schreibt in Berlin

Das weiße Schloss von Christian Dittloff ist im Berlin Verlag erschienen.
(JK 09/18)

Cecelia Ahern beim Harbour Front Literaturfestival am Mittwoch, 12. September

10. Harbour Front Literaturfestival
Cap San Diego
Mittwoch, 12.09.2018  20.00 Uhr
Überseebrücke, Hamburg
Eintritt: 16 Euro

Cecelia Ahern stellt ihr Buch Frauen, die ihre Stimme erheben – ROAR vor, das bei Krüger erschienen ist. Milena Karas liest die deutschen Texte, Margarete von Schwarzkopf moderiert.

25 Millionen weltweit verkaufte Bücher und ein Ausnahmetalent – Cecelia Ahern beherrscht den mühelosen Genrewechsel vom Liebesroman über Familiengeschichten bis hin zum Kinder- und Jugendbuch, sie schreibt Novellen, Stories, Drehbücher, Theaterstücke und Serien-Treatments. Mit Frauen, die ihre Stimme erheben - ROAR verwirklicht sie ihr Herzensprojekt: „Es geht um unsere eigene Stimme – um all die Momente, in denen Frauen am besten ganz laut brüllen.“ So beschreibt Cecelia Ahern die 30 Geschichten über ganz verschiedene Frauen: Frauen, die Zweifel säen. Frauen, die ihre Stimme erheben. Frauen, die vom Podest steigen. Frauen, die auf Züge aufspringen. Die Filmrechte zu ROAR – so der originale Titel – für eine TV-Serie sind bereits an Nicole Kidmans Produktionsfirma verkauft. Nicht überraschend – wie man weiß, liebt auch Hollywood die Geschichten der Erfinderin von PS: Ich liebe dich.

Cecelia Ahern wurde 1981 geboren, hat Journalistik und Medienkommunikation studiert und lebt mit ihrem Mann und ihren beiden Kindern im Norden von Dublin.

Frauen, die ihre Stimme erheben – ROAR von Cecelia Ahern ist bei Krüger erschienen.
(JK 09/18)

10 Jahre Harbour Front Literaturfestival: 12. September bis 15. Oktober 2018

Das Harbour Front Literaturfestival feiert Jubiläum: 10 Jahre Literatur im Hamburger Hafen. 

Das Jubiläumsfestival findet vom 12. September bis zum 15. Oktober 2018 statt.

Seit 10 Jahren bringt das Harbour Front Literaturfestival unter der Leitung von Nikolaus Hansen, Heinz Lehmann und Peter Lohmann Autoren aus Deutschland und der Welt an den Hamburger Hafen. Seit 2009 sind mittlerweile über 160.000 Besucher zu rund 70 Orten im Hafen gekommen. Über 800 Mitwirkende, davon mehr als 630 Autoren, über 90 Moderatoren und mehr als 100 Schauspieler aus insgesamt über 40 Ländern haben den Hamburger Hafen zu einem Treffpunkt der Literatur gemacht. Das Harbour Front Festival ist fest verankertes Kulturevent in Hamburg und gehört darüber hinaus zu den bedeutendsten deutschen Literaturfestivals.

Zum 10. Mal wird Hamburg zum Treffpunkt der internationalen und nationalen Literaturszene und bietet Autoren eine Lesebühne. Von weltweit bekannten Namen bis zu vielversprechenden Debütanten – wie immer präsentiert das Harbour Front Literaturfestival einen bunten Querschnitt durch das aktuelle Herbstprogramm der Verlage: 79 Veranstaltungen aller Genres – darunter die wichtigsten Neuerscheinungen der zweiten Jahreshälfte.

Die georgische Autorin Nino Haratischwili eröffnet das Festival im Kleinen Saal der Elbphilharmonie und stimmt das Publikum auf einen der diesjährigen Schwerpunkte ein: Georgien - das Ehrengastland der Frankfurter Buchmesse 2018. Neben der Eröffnung wird es zwei weitere Veranstaltungen zu Georgien geben: Die Veranstaltung „Georgien. Eine literarische Reise“ befasst sich mit dem literarischen und kulturellen Austausch zwischen deutschen und georgischen Autorinnen. Supra, die traditionelle georgische Tafel - Nino Haratischwili (Text und Regie) möchte dieses besondere, traditionelle Ritual für eine aktuelle Debatte ihres Heimatlandes nutzen. Zu Brot und georgischem Wein erwartet die Zuschauer Schauspiel und Gesang.

Es folgen unter anderem Veranstaltungen mit namhaften deutschen Autorinnen und Autoren wie Helene Hegemann, Robert Seethaler, Timur Vermes und Juli Zeh sowie internationalen Bestsellerautoren wie Cecelia Ahern, David Foenkinos, Almudena Grandes, Jonas Jonasson, Maja Lunde, Ian McEwan und Neil MacGregor. Die Pulitzer-Preisträgerin und aktuelle Präsidentin des amerikanischen PEN Jennifer Egan kommt aus den USA, um ihren dort gefeierten Roman Manhattan Beach in Hamburg zu präsentieren.

Im Rahmen des DEBÜTANTENSALONS gibt es zudem acht Nachwuchsautorinnen und -autoren zu entdecken, unter denen am Ende des Festivals der mit 10.000 Euro dotierte Klaus-Michael Kühne-Preis ausgelobt wird.

Das KINDER- UND JUGENDBUCHPROGRAMM ist mit weiteren zehn Veranstaltungen auch 2018 fester Bestandteil des Festivals. Zum 6. Mal vergibt das Harbour Front Literaturfestival das Hamburger Tüddelband an den besten Kinderbuchautor. In diesem Jahr geht der mit 3.000 Euro dotierte Preis an den Autor, Produzent, Comiczeichner, Illustrator und Sprecher Martin Baltscheit. Der Preis wird am 13. September 2018 durch die Schirmherrin Christine Kühne, Ehefrau von Prof. Dr. h. c. Klaus-Michael Kühne, in der Hauptkirche St. Katharinen verliehen.

Das Harbour Front Literaturfestival legt 2018 erneut ein besonderes Augenmerk auf die Türkei und möchte weiterhin dazu beitragen, Brücken zu bauen und die Kräfte innerhalb der Türkei zu stärken, die sich für Demokratie und Menschenrechte einsetzen. Lesungen mit Aslı Erdoğan, Doğan Akhanlı und Can Dündar sind im Rahmen des Festivalprogramms geplant.

Die rege Hamburger Literaturszene ist vertreten mit: Andreas Maier (Was wir waren) und Frank Schulz (Anmut und Feigheit); Simone Buchholz stellt ihren neuen Hamburg-Krimi Mexikoring vor. Carmen Korn ist mit Zeitenwende Gast des Festivals (Buchpremiere!). Weitere Premieren in diesem Jahr: Dörte Hansen mit Mittagsstunde und Jörg Schröder mit der finalen Ausgabe des Siegfried; Dora Heldt wird bei der Premiere ihres Romans Drei Frauen am See eine ganz neue Seite von sich zeigen.

Neben der Präsentation der Neuerscheinungen des Buchherbstes werden unter der Rubrik SPEZIELLES Veranstaltungen präsentiert, die die Zuschauer in die Vergangenheit führen: 50 Jahre nach dem Erscheinungstag von Siegfried Lenz‘ Deutschstunde erinnern sich Günter Berg, Nora Bossong und Dörte Hansen gemeinsam mit Annemarie Stoltenberg an Siegfried Lenz und an 1968. Ulrich Matthes liest. Die Schauspielerin Hannelore Hoger und ihr Lektor Uwe Naumann haben einen Hans Fallada-Abend zusammengestellt. Und schließlich findet im Oktober ein Abend für Roger Willemsen in der Elbphilharmonie statt: Im Großen Saal liest Joachim Król aus Willemsens Buch Musik! Über ein Lebensgefühl. Der Jazzpianist Frank Chastenier liefert mit seinem Trio die Musik. Als Special Guest wird Ulrich Tukur zwischen Lesung und Konzert die Brücken schlagen. Ebenfalls im Großen Saal der Elbphilharmonie: Ian McEwan im Gespräch mit Daniel Kehlmann; Jan Josef Liefers liest.

Die Cap San Diego ist auch in diesem Jahr wieder Zentrum des Festivals. Die Luken 4 und 5 werden nahezu jeden Abend bespielt und das Bordbistro ist Treffpunkt nach den Veranstaltungen.
(JK 09/18)