Freitag

Håkan Nesser liest in den Hamburger Kammerspielen am Freitag, 1. Dezember

Hamburger Kammerspiele
Freitag  01.12.2017  20.00 Uhr 
Hartungstraße 9-11, Hamburg
Eintritt: 16 Euro

Håkan Nesser stellt sein neues Buch Der Fall Kallmann vor, das bei btb erschienen ist. Den deutschen Text liest Dietmar Bär, Anouk Schollähn moderiert.

Håkan Nesser beweist erneut, dass es keine Sonderdezernate braucht, um Krimileser glücklich zu machen. Warum musste Eugen Kallmann sterben? Als die Tagebücher des Toten gefunden werden, kommen auch Antworten ans Licht, die beunruhigend sind – für alle, die Kallmann kannten...

Wer war Eugen Kallmann? Warum musste der beliebte Gesamtschullehrer in der beschaulichen schwedischen Kleinstadt sterben? Wirklich nur ein Unglücksfall, wie die Polizei behauptet? Als sein Nachfolger im Schwedischunterricht, Leon Berger, nach der langen Sommerpause seinen Dienst antritt, findet er im Pult unter Kallmanns Sachen eine Reihe von Tagebüchern, die sich als eine Mischung aus Dichtung und Wahrheit entpuppen und ihn schon bald daran zweifeln lassen, dass sein Vorgänger tatsächlich eines natürlichen Todes gestorben ist. Denn in seinen Einträgen behauptet Kallmann unter anderem, er würde die Gabe besitzen, in den Augen anderer Menschen erkennen zu können, ob sie gemordet haben. Und er scheint in den letzten Monaten seines Lebens einem nie entdeckten und nie gesühnten Verbrechen auf der Spur gewesen zu sein. Leon Berger will den Fall Kallmann lösen – seine privaten Ermittlungen setzen etwas in Gang, das schließlich die ganze Kleinstadt erschüttert.

Håkan Nesser, geboren 1950, ist einer der beliebtesten Schriftsteller Schwedens. Für seine Kriminalromane erhielt er zahlreiche Auszeichnungen, sie sind in über zwanzig Sprachen übersetzt und mehrmals erfolgreich verfilmt worden. Håkan Nesser lebt abwechselnd in Stockholm und auf Gotland.

Der Fall Kallmann von Håkan Nesser ist bei btb erschienen.

Eine Veranstaltung der Heymann Buchhandlung.
(JK 11/17)

Dänischer Abend mit Mich Vraa und Carsten Jensen bei den Nordischen Literaturtagen am Donnerstag, 30. November

Nordische Literaturtage 2017
Literaturhaus
Donnerstag  30.11.2017  18.30 Uhr 
Schwanenwik 38
Eintritt:  12 / 8 Euro ; Tagesticket 20 / 15 Euro

Nordische Literaturtage: Dänischer Abend mit Mich Vraa und Carsten Jensen. Mich Vraa stellt sein Buch Die Hoffnung vor, das bei Hoffmann und Campe erschienen ist, und Carsten Jensen sein Buch Der erste Stein, das bei Knaus erschienen ist. Sascha Rotermund liest die deutschen Texte und Ulrich Sonnenberg moderiert den Abend.
                                      
Zwei düstere, wenig besprochene Kapitel werden an diesem Abend aufgeschlagen. Die Hoffnung ist der Titel des Romans von Mich Vraa und gleichfalls der Name des Schiffes, auf dem ein großer Teil der Geschichte spielt: 1803 geht die junge Kapitänstochter Maria in Kopenhagen an Bord. Aus einer Vergnügungsfahrt wird eine abenteuerliche Reise nach Westindien, auf der sie entdeckt, dass der Menschenhandel trotz königlichem Verbot noch floriert. Mit der grausamen Realität konfrontiert wird auch zwanzig Jahre später der Humanist Mikkel Eide, der ein Traktat gegen die Sklaverei verfassen will, doch seiner idealistischen Vorstellungen beraubt wird.

Mich Vraa, geboren 1954, lebt als Journalist, Schriftsteller und Übersetzer mit seiner Familie in Odense, Dänemark. Er übertrug u.a. Jonathan Franzen, Ernest Hemingway und Don DeLillo ins Dänische. Sein Roman Die Hoffnung wurde von der Kritik hochgelobt und ist für zahlreiche Preise nominiert.

Die Hoffnung von Mich Vraa ist bei Hoffmann und Campe erscheinen.

Eine „Pflichtlektüre für alle, die den Krieg rechtfertigen“, wie der Nordjyske Herald-Tribune schreibt, ist Carsten Jensens großer Antikriegsroman Der erste Stein.  In einem Militärcamp in Afghanistan trifft ein Zug dänischer Soldaten ein, alle hochmotiviert, hervorragend ausgebildet und abenteuerhungrig. Doch die Tage vergehen monoton, bis durch eine Landmine zwei Männer sterben und eine Spirale der Gewalt in Gang gesetzt wird.

Carsten Jensen, geboren 1952 auf Æro, gelang mit seinem Bestseller Wir Ertrunkenen der internationale Durchbruch. Er ist einer der profiliertesten politischen Journalisten Dänemarks. Daneben arbeitet er als Literaturkritiker und scheibt Bücher. Für die Recherche zu Der erste Stein verbrachte er längere Zeit in Afghanistan. Der Roman wurde mit mehreren dänischen Preisen bedacht. Veröffentlichungen in mehrere Sprachen sind in Vorbereitung.

Der erste Stein von Carsten Jensen ist bei Knaus erscheinen.
(JK 11/17)

Schwedischer Abend mit Åsa Foster und Lina Wolff bei den Nordischen Literaturtagen am Mittwoch, 29. November

Nordische Literaturtage 2017
Literaturhaus
Mittwoch  29.11.2017  20.30 Uhr 
Schwanenwik 38
Eintritt:  12 / 8 Euro ; Tagesticket 20 / 15 Euro

Nordische Literaturtage: Schwedischer Abend mit Åsa Foster und Lina Wolff. Åsa Foster stellt ihr Buch Und außerdem machen die Leute heutzutage so seltsame Dinge vor, das bei Arche erschienen ist, und Lina Wolff ihr Buch Bret Easton Ellis und die anderen Hunde, das bei Tempo erschienen ist. Katja Danowski liest die deutschen Texte und Grit Thunemann moderiert den Abend.
                                      
Grübler, Zyniker und Suchende besiedeln die zehn Erzählungen in Und außerdem machen die Leute heutzutage so seltsame Dinge. Åsa Fosters Figuren könnten unsere Freunde, unsere Nachbarn, unsere Kinder oder wir selbst sein. Mit doppelbödigem Humor, reduzierter Sprache und Hang zum Morbiden skizziert die Schwedin die größeren und kleineren Tragödien des Alltags, mit denen sie den Leser mal erleichtert, mal melancholisch zurücklässt.

Åsa Foster wurde 1976 geboren und studierte Politikwissenschaft an der Universität von KwaZulu-Natal in Südafrika und Kreatives Schreiben an der Universität von Lund. Ihr Debüt war 2014 die Storysammlung Man måste inte alltid tala om det, die im Bokförlaget Forum erschien. Eine ihrer Erzählungen wurde zudem in der schwedischen „Granta“ publiziert und wird in Kürze auch in der israelischen und brasilianischen Ausgabe veröffentlicht.

Und außerdem machen die Leute heutzutage so seltsame Dinge von Åsa Foster ist bei Arche erscheinen.

„Ein außergewöhnliches und provokantes Debüt. Ein kluger und ebenso lässiger wie bissiger Beitrag zum Kanon der modernen feministischen Literatur“, heißt es im Guardian über Lina Wolffs Bret Easton Ellis und die anderen Hunde: In Barcelona kreuzen sich die Wege der Schriftstellerin Alba Cambó und Araceli. Wie ein Puzzle setzt Araceli die Biografie der geheimnisvollen Alba zusammen, ein Strudel aus schillernden Geschichten, wie der des Hundes, den eine Prostituierte Bret Easton Ellis getauft hat. Die Schwedin Lina Wolff erzählt von Sehnsucht und Begehren, geplatzten Träumen und zerstörerischem Alltagstrott.

Lina Wolff, geboren 1973, hat viele Jahre in Italien und Spanien gelebt. Ihren Debütroman Bret Easton Ellis und die anderen Hunde, der mit dem renommierten Literaturpreis der Zeitschrift „Vi“ ausgezeichnet wurde, schrieb sie in Valencia und Madrid. Heute lebt Lina Wolff in Schonen in Südschweden.

Bret Easton Ellis und die anderen Hunde von Lina Wolff ist bei Tempo erscheinen.
(JK 11/17)

Finnischer Abend mit Selja Ahava und Sofi Oksanen bei den Nordischen Literaturtagen am Mittwoch, 29. November

Nordische Literaturtage 2017
Literaturhaus
Mittwoch  29.11.2017  18.30 Uhr 
Schwanenwik 38
Eintritt:  12 / 8 Euro ; Tagesticket 20 / 15 Euro

Nordische Literaturtage: Finnischer Abend mit Selja Ahava und Sofi Oksanen. Selja Ahava stellt ihr Buch Dinge, die vom Himmel fallen vor, das bei mare erschienen ist, und Sofi Oksanen ihr Buch Die Sache mit Norma, das bei Kiepenheuer & Witsch erschienen ist. Melina von Gagern liest die deutschen Texte und Stefan Moster moderiert den Abend.
                                      
Was passiert, wenn von einem Moment auf den anderen nichts mehr ist, wie es war? Wenn ein kleiner Zufall die Welt ins Wanken bringt? Selja Ahava erzählt von den unwahrscheinlichen Launen des Schicksals: einem Eisbrocken etwa, der vom Himmel stürzt und der kleinen Saara auf tragische Weise die Mutter nimmt. Auch die Geschichte des Fischers, der wiederholt vom Blitz getroffen wird und trotzdem überlebt, klingt märchenhaft. Leicht und poetisch, schmerzhaft und ehrlich erzählt Selja Ahava diese Geschichte. Für Dinge, die vom Himmel fallen erhielt die Autorin den Literaturpreis der Europäischen Union.

Selja Ahava, 1974 geboren, studierte Dramaturgie an der Theaterhochschule Helsinki und schrieb Drehbücher für Filme und Fernsehserien sowie Hörbücher, bevor sie mit Der Tag, an dem ein Wal durch London schwamm ihren ersten Roman veröffentlichte. Sie hat fünf Jahre in London verbracht und lebt seit ihrer Rückkehr nach Finnland mit ihrer Familie in Porvoo.

Dinge, die vom Himmel fallen von Selja Ahava ist bei mare erscheinen.

Sofi Oksanen, die 2008 mit ihrem Roman Fegefeuer international für Furore gesorgt hat, thematisiert in Die Sache mit Norma die emotionale und wirtschaftliche Ausbeutung von Frauen – sei es durch Leihmutterschaft oder den Verkauf ihrer Haare. Normas Mutter soll sich das Leben genommen haben, doch die Tochter zweifelt daran und sucht nach Hinweisen darauf, was tatsächlich geschehen ist. Dabei stößt sie auf die Spur heikler Familiengeheimnisse und auf eine kriminelle Bande, mit der ihre Mutter zu tun hatte…

Sofi Oksanen wurde 1977 in Jyväskylä, Finnland, geboren. Die Tochter einer estnischen Mutter und eines finnischen Vaters studierte Literaturwissenschaft und Dramaturgie an den Universitäten von Jyväskylä und Helsinki. 2003 debütierte die damals 25-Jährige in Finnland mit ihrem ersten Roman Stalins Kühe. Oksanens zweiter auf Deutsch publizierter Roman Fegefeuer basiert auf dem gleichnamigen Theaterstück, das 2007 am Finnischen Nationaltheater seine Uraufführung feierte. Mit Fegefeuer, das in über vierzig Ländern erschienen ist, avancierte Sofi Oksanen zu einer international gefeierten Literaturgröße.

Die Sache mit Norma von Sofi Oksanen ist bei Kiepenheuer & Witsch erscheinen.
(JK 11/17)

Lizzie Doron liest im Jüdischen Salon im Café Leonar am Dienstag, 28. November

Café Leonar,
Dienstag  28.11.2017  20.00 Uhr 
Grindelhof 59, Hamburg
Eintritt: 7.50 / 10 Euro

Jüdischer Salon im Café Leonar: Die israelische Schriftstellerin Lizzie Doron liest aus ihrem Buch Sweet Occupation, das bei dtv erschienen ist, über die verurteilten ehemaligen Terroristen Muhammad, Suleiman und Jamil aus den besetzten Gebieten sowie die Israelis Chen und Amil, die den Dienst an der Waffe verweigerten. Männer, die im Gefängnis saßen und, nachdem sie wieder freikamen, die „Friedenskämpfer-Bewegung“ gründeten, entschlossen, ihrem Leben eine entschieden andere Richtung zu geben. Den deutschen Text liest Laura de Weck, Marion Kollbach moderiert.

Die Begegnung mit dem Fremden – eine Begegnung mit dem Fremden in sich selbst: Fünf Männer in der Mitte ihres Lebens. Muhammad nahm Kontakt zu Lizzie Doron auf, und so traf sie diese Männer: Feinde, Widersacher. Palästinenser, die die Juden töten wollten, und Israelis, die sich geweigert hatten, ihr Land zu verteidigen. Ein Jahr lang hörte sie ihren Kindheitserinnerungen zu, lernte ihre Gefühle kennen, ihre Träume und Ängste, erfuhr von dem Moment, als sie anderen das Leben nahmen. Entstanden ist ein ergreifendes Dokument über einst Radikale, die dem sinnlosen Hass eine Perspektive entgegensetzen: Worte sind stärker als Molotowcocktails, Handgranaten oder Steine. Und Rettung bringen oft diejenigen, die nicht mit dem Strom schwimmen.

Lizzie Doron, geboren 1953 in Tel Aviv, studierte Linguistik, bevor sie Schriftstellerin wurde. Ihr erster Roman Ruhige Zeiten wurde mit dem von Yad Vashem vergebenen Buchman Preis ausgezeichnet. 2007 erhielt sie den Jeannette Schocken Preis. In der Begründung der Jury heißt es: „Lizzie Doron schreibt über Menschen, die von ‚dort‘ kommen, die den Holocaust überlebten und nun zu leben versuchen. In Israel. Fremd, schweigend, versehrt - und stets ihre Würde wahrend. Mit großer Behutsamkeit nähert die Autorin sich ihren Figuren und mit großem Respekt wahrt sie Distanz.“

Sweet Occupation von Lizzie Doron ist bei dtv erschienen.
(JK 11/17)

Norwegischer Abend Teil 2 mit Hanne Ørstavik und Maja Lunde bei den Nordischen Literaturtagen am Dienstag, 28. November

Nordische Literaturtage 2017
Literaturhaus
Dienstag  28.11.2017  20.00 Uhr 
Schwanenwik 38
Eintritt:  12 / 8 Euro

Nordische Literaturtage: Norwegischer Abend Teil 2 mit Hanne Ørstavik und Maja Lunde. Hanne Ørstavik stellt ihr Buch Liebe vor, das bei Karl Rauch erschienen ist, und Maja Lunde ihr Buch Die Geschichte der Bienen, das bei btb erschienen ist. Marta Dittrich liest die deutschen Texte und Gabriele Haefs moderiert den Abend.
                                      
„Irgendwann werden wir mit der Oberflächlichkeit der Sprache zurechtkommen, und bis dahin werden wir uns auch ohne Worte verstehen“, heißt es in Hanne Ørstaviks Liebe. Der Kurzroman begleitet Vibeke, eine allein erziehende Mutter, und deren 8-jährigen Sohn Jon einen Abend hindurch. Trotz des geteilten Alltags wissen beide wenig voneinander: Vibeke glaubt, Jon läge längst im Bett, als sie versucht, einem Schausteller näherzukommen, und Jon denkt, sie büke ihm Geburtstagskuchen, während er eigene Begegnungen macht. Der Text wiederum verbindet beide Episoden und damit die isolierten Figuren.

Hanne Ørstavik zog im Alter von 16 Jahren nach Oslo. 1994 begann ihre literarische Laufbahn mit der Publikation ihres Romans Hakk. Ihr Durchbruch war der Roman Kjærlighet (Liebe) im Jahre 1997, auf Deutsch 2017 erschienen. In den Folgejahren erhielt sie für ihre Werke eine Reihe von nationalen Auszeichnungen und Preisen, darunter für den Roman Presten 2004 den renommierten norwegischen Brageprisen.

Liebe von Hanne Ørstavik ist bei Karl Rauch erscheinen.

Die 1975 geborene Norwegerin Maja Lunde zeigt in ihrem Spiegel-Bestseller Die Geschichte der Bienen anhand dreier Stränge, wie prekär das Verhältnis von Mensch und Natur ist: 1852 erfindet William in England – leider zeitgleich mit vielen anderen – einen neuartigen Bienenstock, 2007 sterben die Bienenvölker des Amerikaners George, die er eigentlich an seinen Sohn vererben wollte, und 2098 bestäubt Tao in China von Hand Bäume, als die Bienen ausgestorben sind.

Maja Lunde wurde 1975 in Oslo geboren, wo sie auch heute noch mit ihrer Familie lebt. Sie ist eine bekannte Drehbuch- sowie Kinder- und Jugendbuchautorin. Die Geschichte der Bienen  ist ihr erster Roman für Erwachsene, der zunächst national und schließlich auch international für Furore sorgte. Er stand monatelang auf der norwegischen Bestsellerliste und wurde mit dem Norwegischen Buchhändlerpreis ausgezeichnet.

Die Geschichte der Bienen von Maja Lunde ist bei btb erscheinen.
(JK 11/17)

Norwegischer Abend mit Nina Lykke, Tiril Broch Aakre, Birger Emanuelsen und Andreas Tjernshaugen bei den Nordischen Literaturtagen am Dienstag, 28. November

Nordische Literaturtage 2017
Literaturhaus
Dienstag  28.11.2017  18.30 Uhr 
Schwanenwik 38
Eintritt:  12 / 8 Euro

Frischer Wind aus dem hohen Norden: 2019 wird Norwegen Gastland der Frankfurter Buchmesse sein. Doch bereits jetzt präsentieren vier erfolgreiche Autorinnen und Autoren, die noch nicht oder gerade erst ins Deutsche übersetzt worden sind, im von NORLA (Norwegian Literature Abroad) organisierten Programm New Voices ihre Texte am Schwanenwik. In der ersten Veranstaltung um 18.30 Uhr lesen Nina Lykke, Tiril Broch Aakre, Birger Emanuelsen und Andreas Tjernshaugen. Marta Dittrich liest die deutschen Texte und Gabriele Haefs moderiert den Abend.
           
Die 1965 in Trondheim geborene Schriftstellerin Nina Lykke veröffentlichte ihren ersten Roman Oppløsningstendenser im Jahr 2013. Bei uns präsentiert sie den drei Jahre später erschienenen Roman Nei og atter nei, der im Februar 2018 bei Nagel & Kimche mit dem Titel Aufruhr in mittleren Jahren erscheint.

Ingrid und Jan sind seit 25 Jahren verheiratet und führen in Oslo, Norwegen, ein Leben in Wohlstand. Doch Ingrid kann nicht mehr – sie sieht alles schwarz. Die freudlose Ehe frustriert sie, das Engagement am Arbeitsplatz ist nur geheuchelt, und von den halbwüchsigen Söhnen ist kein Trost zu erwarten. Während Ingrid eine Therapie beginnt, schlittert Jan in eine Affäre mit seiner jungen Kollegin Hanne. Das dauert ein Jahr, dann zwingt Hanne den zaudernden Jan, Ingrid zu verlassen. Diese reagiert gelassen, zieht kurzerhand mit einer Matratze in ihr Auto und fühlt zum ersten Mal seit langem eine tiefe Zufriedenheit. Mitreißend und voll schwarzem Humor erzählt Nina Lykke vom Drama einer Familie – mit fast versöhnlichem Ausgang.

Ninna Lykke wuchs in Oslo auf. Nach einem Studium in der dänischen Hauptstadt zog sie zurück nach Oslo und begann ab 1989 als Grafikdesignerin zu arbeiten. Lykke debütierte 2010 als Schriftstellerin mit ihrer Kurzgeschichtensammlung Orgien, og andre fortellinger, die im selben Jahr für den norwegischen Jugendkritikerpreis nominiert wurde. Ihr Romandebüt gab sie drei Jahre später.

Aufruhr in mittleren Jahren von Nina Lykke wird im Februar 2018 bei Nagel & Kimche erscheinen.

Die 1976 geborene Autorin Tiril Broch Aakre debütierte 2013 mit der Gedichtsammlung Kniplinger. Nach Hamburg kommt sie mit ihrem ersten Roman Redd barna, zu Englisch Save the Children, der 2015 erschien und für den sie den Young Critics Award erhielt. Ihr neuster Roman heisst Fjällräven gul. Derzeit schreibt sie an der Fortsetzung zu Redd barna – Save the Children.

Tiril Broch Aakre, geboren 1976 in Oslo geboren, war 2016 Stipendiatin des Norwegischen Buchhändlervereins.

Redd barna von Tiril Broch Aakre ist bisher nur auf Norwegisch beim Flamme Forlag erscheinen.

Birger Emanuelsen, 1982 geboren, untersucht in seinem Roman Historien om et godt menneske aus dem Jahr 2015, was das Menschsein ausmacht.

Birger Emanuelsen, geboren 1982 in Arendal, Norwegen, ist Autor mehrerer Kurzgeschichten und zweier Romane. Sein Debüt erschien 2012 und wurde von der Kritik zu den besten Büchern des Jahres gezählt. 2014 erschien sein erster Roman, für den der zweifach ausgezeichnet wurde. 2016 soll sein dritter Roman unter dem Titel Anna og kjærligheten erscheinen.

Historien om et godt menneske von Birger Emanuelsen ist bisher nur auf Norwegisch bei Tiden erscheinen.

Und schließlich zeigt der Autor und Hobbyornithologe Andreas Tjernshaugen in Das verborgene Leben der Meisen, was wir über diese Vögel alles nicht wissen. Oder war Ihnen bekannt, dass Meisen der Vielweiberei frönen und gerne Fledermaushirn verspeisen?

Andreas Tjernshaugen, geboren 1972 in Nesodden, studierte Soziologie, arbeitete im Anschluss mehrere Jahre im Bereich Klimaforschung und ist seit 2015 Redakteur bei einer Internetenzyklopädie. Seinen Vater begleitete er zu dem Vortrag eines Vogelforschers. Es ging um die Bedeutung von Vererbung und Umwelt bei Meisen. Mit seinem Buch hat er sich der Sache jetzt selbst angenommen, um unser Wissen über die Meisen auf den neuesten Stand zu bringen.

Das verborgene Leben der Meisen von Andreas Tjernshaugen ist im Insel Verlag erscheinen.
(JK 11/17)

Einar Kárason und Jón Gnarr bei den Nordischen Literaturtagen am Montag, 27. November

Nordische Literaturtage 2017
Literaturhaus
Montag  27.11.2017  20.00 Uhr 
Schwanenwik 38
Eintritt:  12 / 8 Euro Die Veranstaltung ist leider bereits ausverkauft

Nordische Literaturtage: Isländischer Abend mit Einar Kárason und Jón Gnarr. Einar Kárason stellt sein Buch Die Sturlungen vor, das bei btb erschienen ist, und Jón Gnarr seine Autobiografie Der Outlaw, die bei Tropen erschienen ist. Stephan Benson liest die deutschen Texte und Kristof Magnusson moderiert den Abend.
                                       
Island, Mitte des 13. Jahrhunderts: Zwei rivalisierende Familienclans kämpfen um die Vorherrschaft; blutige Gemetzel und politische Intrigen sind an der Tagesordnung. Das Zeitalter der Sturlungen war das finsterste Kapitel der isländischen Geschichte und läutete das Ende der Wikingerära ein. Beinahe fünfzehn Jahre hat sich Einar Kárason mit den historischen Dokumenten der Sturlunga-Saga beschäftigt. Nun setzt er dieser Epoche ein Denkmal. In Die Sturlungensind nun erstmals die international hochgelobten Romane Feindesland und Versöhnung und Groll in einem Band erschienen.

Einar Kárason, geboren 1955, ist einer der wichtigsten Autoren der skandinavischen Gegenwart. Berühmt wurde er durch seine Trilogie Die Teufelsinsel, Die Goldinsel und Das Gelobte Land. Sein Roman Sturmerprobt stand auf der Shortlist des Nordischen sowie des Isländischen Literaturpreises. Für Versöhnung und Groll erhielt er den Isländischen Literaturpreis. Kárason lebt in Reykjavík.

Die Sturlungen  von Einar Kárason ist bei btb erscheinen.

Jón Gnarr ist Komiker, Punkmusiker, Schriftsteller – und war Bürgermeister von Reykjavík. Seine Autobiografie Der Outlaw  ist Zeugnis einer düsteren Teenagerzeit. Er verbringt sie in einem Internat für schwer erziehbare Jugendliche. Von der Außenwelt abgeschnitten gerät er in ein System institutionalisierten Unrechts. Doch in seiner Verzweiflung findet der Heranwachsende die Ideale, für die er später vehement eintreten wird: Er bekämpft Ungerechtigkeit, wendet sich gegen Gewalt und entdeckt die Ideen des Anarchismus.

Jón Gnarr wurde 1967 in Reykjavík als Sohn eines Polizeibeamten geboren. Mit 19 Jahren schrieb er seinen ersten Roman. Bekannt wurde er als Bassist einer Punkrockband; er wirkte in mehreren Filmen und Talkshows mit. Bei der Kommunalwahl 2010 erzielte seine Partei „Besti flokkurinn“ die meisten Stimmen und er wurde neuer Oberbürgermeister von Reykjavík. Dieses Amt bekleidete er bis zum Sommer 2014. Er selbst bezeichnet sich weiterhin als Anarchist.

Der Outlaw von Jón Gnarr ist bei Tropen erscheinen.
(JK 11/17)

Nordische Literaturtage im Literaturhaus Hamburg

16. Nordische Literaturtage

Ende November spricht man am Schwanenwik wieder dänisch, finnisch, isländisch, norwegisch und schwedisch. 

So pflegt das Literaturhaus Hamburg eine Tradition, die älter ist als es selbst: Seit 1986 finden in Hamburg alle zwei Jahre die Nordischen Literaturtage statt. In diesem Jahr erhellen literarische Nordlichter bereits zum 16. Mal das herbstliche Hamburg und importieren fein ausgewählte Gegenwartsliteratur aus dem Norden in die Hansestadt, vom 27. bis 30. November 2017.

Die ersten Nordischen Literaturtage fanden 1986 anlässlich der Jahrestagung des Buchhändlerverbandes in Hamburg statt. Wegen Hamburgs Brückenposition zum Norden wählten die Organisatoren das Thema nordische Literatur, das in einer Literaturwoche mit Seminaren an der Universität, Gesprächen zwischen Verlagen und Autoren sowie abendlichen Lesungen intensiver beleuchtet wurde. Zu den ersten Veranstaltern gehörten neben dem Buchhändlerverband auch der Börsenverein des deutschen Buchhandels und die Kulturbehörde Hamburg.

Seither schlägt die Hansestadt alle zwei Jahre eine Brücke in den Norden Europas. Die Nordischen Literaturtage haben sich inzwischen zu einem Großereignis der nordischen Kultur in Hamburg entwickelt. In enger Zusammenarbeit mit den Konsulaten der nordischen Länder und der Kulturbehörde lädt das Festival, das anfangs abwechselnd von Schleswig-Holstein und Hamburg ausgerichtet wurde, Schriftsteller aus allen fünf skandinavischen Ländern ein.
(JK 11/17)