Bei Piper ist der Debütthriller des französischen
Autors Aurélien Molas Die elfte Geißel
erschienen.
Die Pariser Polizistin Blandine Pothin wird zu einem
Noteinsatz gerufen: Zwei Mädchen wurden von der Métro überfahren. Selbstmord,
Unfall oder Mord? Nach der Auswertung der Videoaufnahmen ist klar, die beiden
Opfer wurden absichtlich vor den Zug gestoßen. Schnell ist eines der Mädchen identifiziert:
Amandine Clerc, Psychologiestudentin. Die junge Frau forschte auf dem Gebiet
der Pädophilie. Besteht ein Zusammenhang zwischen dem Mord und einem
Kinderschänderring, der zurzeit im Internet mit grausamen Websites handelt und
Frankreich seit Monaten in Atem hält?
Das literarische Debüt von Molas stellt pädophile
Kriminalität in den Vordergrund, allerdings nicht alleine aus Effekthascherei.
Die Verrohung der Gesellschaft, in der es möglich ist, dass pädophile
Ringe unter großem Einfluss ihr Unwesen
treiben und sich über das Internet ausbreiten können, stellt der Autor in
Beziehung mit der Wirklichkeit Frankreichs. Es ist die sichtbare Manifestation
einer Krankheit der Gesellschaft. Der wirtschaftliche Niedergang geht einher
mit dem künstlerischen, politischen und sozialen. Frankreich ist, so der Autor,
in hat eine Phase der geistigen Apathie getreten. So gerät der spannende, und
handwerklich gut gemachte Thriller auch zu einer diagnostischen Studie.
Aurélien Molas, geboren 1985 in Tarbes, lebt heute
in Paris, nachdem er einige Zeit in Madrid gelebt hat. In Paris ist er heute
als Drehbuchautor tätig. Die elfte Geißel
ist sein erster Roman, der 2010 mit dem Prix Sang pour Sang Polar, dem Prix
Noir de Noir des Lycéens und dem Prix Raisin Noir du Polar ausgezeichnet wurde.
Die elfte Geißel von Aurélien
Molas ist bei Piper erschienen.
(JK 01/12)

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