Wolfgang Schorlau: Das Münchenkomplott (Kiepenheuer & Witsch)

Den fünften Fall für Privatdetektiv Georg Dengler hat Wolfgang Schorlau geschrieben. Als Das Münchenkomplott ist er jetzt bei Kiepenheuer & Witsch erschienen.

Das Bundeskriminalamt bittet seinen früheren Zielfahnder und heutigen Privatermittler Georg Dengler um Mithilfe: Er soll die Akten der damaligen Sonderkommission Theresienwiese über den Anschlag auf das Münchner Oktoberfest 1980 prüfen. Dengler denkt, es sei ein leichter Auftrag, doch schon bald entdeckt er die ersten Widersprüche. Warum wurde in dem Abschlussbericht der Sonderkommission behauptet, es handele sich bei dem Attentäter um einen Einzelgänger, während glaubhafte Zeugenaussagen ihn unmittelbar vor der Tat mit weiteren Personen gesehen haben? Dengler ermittelt und steht plötzlich selbst im Fadenkreuz mächtiger Interessen.

Schorlaus Satz im Buch „Immer wenn von Terrorismus die Rede ist, sind die Geheimdienste in der Nähe“ ist das Grundgerüst für den neuen überaus spannenden Fall. Er legt einen tatsächlichen Fall zugrunde und schmückt dann seinen Roman um diesen Fall herum. So vermischen sich die wirklichen Fakten mit der Fantasie des Autors und das ist genau so gewollt. Der Leser wird so zum Komplizen des Autors, das wirklich Geschehene neu zu bewerten. Ein ungutes Gefühl bleibt, wenn man bedankt, dass jede Wiederaufnahme der Ermittlungen zum Oktoberfestattentat bislang abgelehnt wurde. Wir sehen jedoch mit großer Begeisterung einen Schorlau in Hochform.

Wolfgang Schorlau, lebt und arbeitet als freier Autor in Stuttgart. Neben den fünf Dengler-Krimis hat er den Roman Sommer am Bosporus veröffentlicht. 2006 wurde Wolfgang Schorlau mit dem Deutschen Krimipreis ausgezeichnet.

Das Münchenkomplott von Wolfgang Schorlau ist bei Kiepenheuer & Witsch erschienen.
(JK 01/10)

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