Books@Transglobal ist die Literatursendung im Rahmen von Radio Transglobal beim Hamburger Stadtsender TIDE 96.0. Hier können Veranstaltungshinweise sowie die einzelnen Buchbesprechungen nachgelesen werden, die bei Radio Transglobal gesendet bzw. von der Redaktion bearbeitet wurden. Books@Transglobal sendet an jedem vierten Montag des Monats um 18 Uhr ein ausschließlich der Literatur gewidmetes Programm.
André Georgi: Tribunal (Suhrkamp)
Zoran Živkovic: Das letzte Buch (dtv)

Warum ist Lesen so schrecklich gefährlich? Ist die Frage in Zoran Živkovics Roman Das letzte Buch, der bei dtv erschienen ist.
Spuren von Gewalt gibt es nicht. Und doch ist Vera Gavrilovic äußerst beunruhigt. Noch nie ist in ihrer Buchhandlung jemand gestorben. Der Notarzt kommt, und auch ein Inspektor der Kriminalpolizei. Die Untersuchung ergibt gar nichts. Der Tote ist einfach beim Lesen gestorben. Weder medizinische noch kriminelle Ursachen lassen sich finden. Aber bald darauf liegt wieder jemand tot in der Buchhandlung. Aus lauter Verzweiflung verliebt sich die schöne Buchhändlerin in den Kriminalisten, der ein echter Literaturkenner ist. Aber die Serie von Todesfällen in der Buchhandlung „Papyrus“ reißt einfach nicht ab. Hat der Geheimdienst etwas damit zu tun? Steckt eine Sekte dahinter? Und was führt der Besitzer des Tee-Salons im Schilde, wo Vera und Lukic sich treffen? Ein spannender, postmoderner Thriller von einem Meister des schwarzen Humors.
Zoran Živkovic, 1948 in Belgrad geboren, studierte an der philologischen Fakultät der Universität von Belgrad Literatur und promovierte 1982. Er lebt mit seiner Frau und seinen beiden Söhnen in Belgrad und hat seit 1993 zahlreiche Bücher veröffentlicht.
(JK 04/09)
Svetislav Basara: Führer in die Innere Mongolei (Kunstmann)

„Ich habe bereits gesagt, dass alle Orte gleich beschissen und sinnlos sind, und von Reisen profitieren ohnehin nur die Reiseagenturen. Die Menschen gehen auf Reisen, um Abenteuer und Schönheit zu finden … was erzähle ich da? Sie reisen lediglich auf Teufel komm raus. Und dieser erscheint ihnen regelmäßig.“ Aufgebrochen mit dem Plan, einen Reiseführer der Mongolei zu schreiben, strandet der Erzähler an der Bar des Hotels Dschingis Khan in Ulan Bator. Dort erscheint ihm zwar nicht der Teufel, wohl aber der holländische Bischof Van den Garten, der im nahe gelegenen Bordell missioniert; ferner Chuck, ein amerikanischer Korrespondent, der für eine längst eingestellte Zeitschrift schreibt, der Lama Tichonov, der als Spitzel zum KGB übergewechselt ist, und während draußen auf dem Marktplatz gerade eine Hexenverbrennung stattfindet, sitzt Charlotte Rampling in der Lobby, blättert in der Times und trinkt Cappuccino…
Für eine Reise nach Absurdistan, folgen Sie dem Führer! Über ein solches Land einen Baedeker zu schreiben ist nur in politischen wie philosophischen Aus- und Abschweifungen aller Art möglich. Lachen und Verzweiflung halten sich dabei die Waage, denn der inneren Mongolei in uns werden wir nie entkommen - es sei denn in der Literatur.
Svetislav Basara, geboren 1953, zählt mit David Albahari und Vladimir Tasic zu den großen serbischen Autoren der Gegenwart. Er hat über 20 Romane und Erzählungen veröffentlicht, die mit renommierten Literaturpreisen ausgezeichnet und in mehrere Sprachen übersetzt wurden.
(JK 13/09/08)
