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James Rayburn: Fake (Tropen)

Während im Nahen Osten Friedensverhandlungen laufen, wird in Syrien ein hochrangiger IS-Kämpfer per Drohnenangriff ausgeschaltet. Als bekannt wird, dass auch die amerikanische IS-Geisel Catherine Finch zu den Opfern des Anschlags gehört, beginnt für die US-Regierung ein Wettlauf gegen die Zeit. Für eine geheime Vertuschungsaktion wird CIA-Agent Pete Town zurück ins Agentengeschäft beordert. Sein Auftrag: Catherine Finch in den Medien so lange am Leben zu erhalten, bis die Friedensverhandlungen abgeschlossen sind. Ein nahezu unmögliches Unterfangen. Doch das ist nicht sein einziges Problem. Berüchtigte Warlords, die vom Krieg in Syrien profitieren, wollen Catherine Finch tot sehen. Und Town steht ihnen dabei im Weg.

Fake ist ein äußerst packender und unterhaltsamer Geheimdienstthriller mit einer glaubwürdigen Hintergrundstory, hohem Tempo, filmreifen Actionszenen sowie unerwartete Wendungen. All dies fügt der Autor gekonnt zusammen und zeigt so das Bild einer erschöpften, nur mehr auf die neueste Nachricht und die ununterbrochene Unterhaltung ausgerichteten Welt, in der Werte kaum etwas und persönliche Vorteile alles gelten. Mit überraschenden Wendungen zum Schluss wird dabei die Spannung der Ereignisse hochgehalten.

James Rayburn, alias Roger Smith, geboren 1960 in Südafrika, renommierter Drehbuchautor, Regisseur und Produzent, lebt und arbeitet in Thailand. Seine Romane begeistern Kritiker und Leser gleichermaßen und wurden mehrfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Deutschen Krimipreis.

Fake von James Rayburn ist bei Tropen erschienen.
(JK 09/18)

James Rayburn: Sie werden dich finden (Tropen)

In dem Thriller Sie werden dich finden des südafrikanischen Autors James Rayburn alias Roger Smith, erschienen bei Tropen, geht es um religiös motivierten Terrorismus, übermächtige Geheimdienste und globale Überwachung.

Früher tötete sie für ihr Land, heute tötet sie für ihre Tochter. Kate Swift ist auf der Flucht. Seitdem die Whistleblowerin die korrupten Machenschaften ihres ehemaligen Arbeitgebers CIA publik machte, ist sie zusammen mit ihrer Tochter untergetaucht. Als ihre Tarnung auffliegt, wird die Jagd auf Mutter und Tochter eröffnet.

Eine Frau allein im Kampf gegen die CIA: Kate Swift musste zusammen mit ihrer Tochter untertauchen, nachdem ihr Mann von ihrem ehemaligen Chef bei der CIA ermordet wurde und Kate den Fall aufdeckte. Als die ehemalige Profikillerin einen Amoklauf verhindert, lenkt sie die Aufmerksamkeit wieder auf sich. Kate und ihre Tochter fliehen in das vermeintliche Paradies Thailand, wo sie auf die Hilfe eines früheren Mentors hoffen. Der jedoch entpuppt sich als eine versoffene Enttäuschung. Ein zufälliger Flugzeugabsturz könnte zum perfekten Täuschungsmanöver werden. Doch Kates Gegenspieler haben nur ein Ziel: Kate Swift erwischen – tot oder lebendig. 

Der Autor ist bekannt für seine harten brutalen Actionthriller, und so ist auch sein Thriller Sie werden dich finden derb, blutig, obszön, klischeehaft, action- und temporeich. Anders als bei seinen in Südafrika handelnden Krimis geht es hier um Spionage und die Aktivitäten der Geheimdienste. In kurzen Kapiteln entwickelt sich die Handlung und wird aus unterschiedlichen Erzählperspektiven geschildert. Dieser Thriller um Spionage und Geheimdienste ist allerdings nicht die Welt des Roger Smith und vielleicht hat er deshalb ein Pseudonym gewählt. Was er unter dem Namen Smith mit Authentizität schreibt, verblasst hier. Es wirkt durchorchestriert und seltsam belanglos. Das Buch kann man hingegen getrost als Urlaubslektüre empfehlen, wenn man die Handlung an sich vorbeirieseln lassen will, keinen Tiefgang erwartet und sich ohne große Erwartungen einfach unterhalten lassen möchte. Denn das bietet der Thriller allemal.

James Rayburn, alias Roger Smith, geboren 1960, renommierter Drehbuchautor, Regisseur und Produzent, lebt und arbeitet in Thailand. Seine Romane begeistern Kritiker und Leser gleichermaßen und wurden mehrfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Deutschen Krimipreis.

Sie werden dich finden  von James Rayburn ist bei Tropen erschienen. 
(JK 04/17)

Colin Cotterill: Mit Axt, Charme und Melone (Goldmann)

Der dritte Band der Reihe des englischen Autors Colin Cotterill um Jimm Juree, Kriminalreporterin bei einer thailändischen Zeitung, ist bei Goldmann als Taschenbuch erschienen mit dem Titel Mit Axt, Charme und Melone.

Seit Jimm Juree mit ihrer schrägen Sippe in das Küstendorf Maprao im Süden Thailands übergesiedelt ist, vermisst sie die Lichter der Stadt. Am meisten aber vermisst sie ihre Karriere als Reporterin. Schweren Herzens muss sie nun mit Aufträgen für das kleine Lokalblatt vorliebnehmen. Ihr aktueller Job: den Engländer Conrad Coralbank interviewen, seines Zeichens Autor erfolgreicher Kriminalromane. Kurz darauf verschwinden plötzlich mehrere Frauen, unter ihnen auch Coralbanks Gattin. Und plötzlich hat Jimm es nicht nur mit Vermisstenfällen und einem potenziellen Serienkiller zu tun, sondern auch mit einem kapitalen Sturm, der direkt auf Maprao zusteuert.

Die Geschicklichkeit, mit der Colin Cotterill das Makabre in seine Romane holt, zeigt sich auf fröhliche Art und Weise in diesem dritten Fall, der zugleich bisher Cotterills wildeste Phantasie ist. Gleich zu Anfang des Buches gibt er einen Do-it-yourself Kurs wie man mit der Axt einen Menschen auf richtige Weise zerstückelt und wie man die Schachteln abmessen muss, damit alles hineinpasst. Die Heldin Jimm Juree setzt in diesem dritten Fall ihre Entwicklung von einer eingefleischten Besserwisserin zu einer glaubwürdigen mit Fehlern behafteten und ungemein lustigen Heldin fort. Das Ergebnis ist eine perfekte Balance zwischen drolliger Komödie und ernstem Plot.

Colin Cotterill wurde 1952 in London geboren. Nach einer Ausbildung zum Englischlehrer begab er sich auf eine Weltreise, die viele Jahre andauerte. Er lebte lange in Australien, Japan, Thailand und Laos, wo er Englischkurse an verschiedenen Universitäten gab und sich als Sozialarbeiter engagierte. Mittlerweile ist der Hundeliebhaber und begeisterte Comic-Zeichner in Thailand sesshaft geworden. Für seine Reihe um den laotischen Leichenbeschauer Dr. Siri mit dem Publikumspreis Dagger in the Library ausgezeichnet. Colin Cotterill lebt mit seiner Frau und zwei Hunden in Chumphon, Thailand.

Mit Axt, Charme und Melone von Colin Cotterill ist bei Goldmann erschienen. 
(JK 07/15)

Colin Cotterill: Ein Kopf macht noch keine Leiche (Goldmann)

Der zweite Band der Reihe des englischen Autors Colin Cotterill um Jimm Juree, Kriminalreporterin bei einer thailändischen Zeitung, ist bei Goldmann als Taschenbuch erschienen mit dem Titel Ein Kopf macht noch keine Leiche.

Kriminalreporterin Jimm Juree leidet unter Provinzblues. Nachdem ihre Mutter die fragwürdige Idee hatte, ein renovierungsbedürftiges Hotel zu kaufen, lebt die exzentrische Sippe in einem verschlafenen Nest – und Jimm sieht ihre Karrierechancen schwinden. Doch eines Morgens schlagen Jimms Hunde beim Gassi gehen Alarm: Irgendein Strandgut ist äußerst interessant, nur leider zu groß zum Apportieren. Jimm findet einen Männerkopf, den sie artig den örtlichen Behörden meldet. Weil deren Interesse mäßig ist, ermittelt die findige Thailänderin bald auf eigene Faust – irgendwo muss schließlich auch der Rest des Toten stecken.

Cotterills Krimis sind keine Action-Thriller sondern sind in einem gemütlichen Umfeld angesiedelt. Von der Art und Weise gibt es keine großen Unterschiede zu seinen Krimis um den laotischen Helden Dr. Siri. Jimm Juree ermittelt in Thailand zudem an einem Ort, der nicht unbedingt den Hintergrund für investigative Thriller bietet. Doch gerade das ist der Reiz und das ungewöhnliche. Die humorvollen und manchmal verrückten Ereignisse berühren in diesem Fall im Hintergrund ein tatsächlich ernstes Problem, das der birmanischen Flüchtlinge und deren Behandlung in Myanmar und Thailand.
Die Figur Jimm Juree besitzt das Zeug, eine Fangemeinde hinter sich zu scharen. Sie ist klug, hübsch, furchtlos, und fürsorglich. Ihre Familie ist liebevoll, aber dysfunktional, die Story lustig, interessant und spannend.

Colin Cotterill wurde 1952 in London geboren. Nach einer Ausbildung zum Englischlehrer begab er sich auf eine Weltreise, die viele Jahre andauerte. Er lebte lange in Australien, Japan, Thailand und Laos, wo er Englischkurse an verschiedenen Universitäten gab und sich als Sozialarbeiter engagierte. Mittlerweile ist der Hundeliebhaber und begeisterte Comic-Zeichner in Thailand sesshaft geworden. Für seine Reihe um den laotischen Leichenbeschauer Dr. Siri mit dem Publikumspreis Dagger in the Library ausgezeichnet. Colin Cotterill lebt mit seiner Frau und zwei Hunden in Chumphon, Thailand.

Ein Kopf macht noch keine Leiche von Colin Cotterill ist bei Goldmann erschienen. 
(JK 12/14)

Christopher G. Moore: Der Untreue-Index (Unionsverlag)


Gleich zwei Romane um den Privatdetektiv Vincent Calvino von Christopher G. Moore hat der Unionsverlag in diesem Herbst veröffentlicht. Neben dem dritten Band der Calvino Reihe mit dem Titel Stunde Null in Phnom Penh werden wir gleich mit dem vierten Band der Reihe mit dem Titel Der Untreue-Index beglückt.

Bangkok wird von Demonstrationen erschüttert. Chaos und Angst herrschen in der Thaigesellschaft wie unter den Expats. Privatdetektiv Calvino begibt sich mitten hinein in den politischen Feuersturm, als er einen Fall von Medikamenten-Piraterie untersucht. Dabei stößt er auf ein einflussreiches politisches Netz, das mit aller Macht seine wirtschaftlichen Interessen gewahrt wissen will.

Ein 19-jähriges Thaimädchen und ein prominenter Rechtsanwalt werden am selben Abend tot aufgefunden. Beide stehen im Zusammenhang mit Calvinos Ermittlungen. Aufgerüttelt vom Untreue-Index, bei dem Bangkok weltweit an oberster Stelle steht, beauftragt ihn eine Gruppe von Ehefrauen, die eheliche Treue ihrer Gatten zu untersuchen. Calvino sieht sich mit Kräften konfrontiert, die ihn an die Grenzen seiner Ermittlungskunst führen.

Bangkok ist eine Schlangengrube, durch und durch korrupt und für Ausländer, die permanent dort leben ein Slalom durch undurchsichtige Konventionen. Das ist der Eindruck, den man als Leser sofort gewinnt und das ist die Stärke des Buches. Man spürt förmlich, wie zwei Kulturen aufeinanderprallen und irgendwie nicht in Einklang zu bringen sind. Die Handlung bleibt raffiniert undurchsichtig wie das bunte Treiben in Bangkok. Es ist spannend, wie Moore das Kräftemessen in der thailändischen Metropole beschreibt. Das Gute siegt zwar, wie es sich für einen guten Krimi gehört, aber auch wiederum nicht ganz. Man ist im Buch förmlich von gescheiterten Existenzen umgeben, die es aber immer wieder schaffen, nach oben zu schwimmen.

Christopher G. Moore, der sein Alter mit 83,5 Reisejahren angibt, war in seinem früheren Leben Juraprofessor, dann Theaterautor. Später wurde er, was er bis heute geblieben ist, Romancier. In Bangkok etablierte sich der gebürtige Kanadier, der in Oxford studiert hat, als „Kultautor“. Zunächst in Bangkok selbst, dann mit Hilfe des Internets (www.cgmoore.com) im Global Village. Es war nur eine Frage der Zeit, bis Hollywood aufmerksam wurde und Calvino-Stoffe einkaufte. Wenn Christopher G. Moore gerade mal nicht in Bangkok ist, dann ist er sicher in Manila, Oxford, Berlin oder Los Angeles anzutreffen. Sein Lebensgefühl umschrieb er in einem Statement zu seiner Verlagssituation: „Meine Leser gehören zu einer globalen Vorhut, für die es nicht entscheidend ist, wo sie leben. Ich bin ein kanadischer Schriftsteller, der in Bangkok lebt. Mein aus Thailand stammender Agent in Paris wird von einem deutschen Agenten in Wien vertreten, der die Rechte an einen Verlag in Zürich verkaufte, dessen Herausgeber in Berlin sitzt.“

Der Untreue-Index  von Christopher G. Moore ist im Unionsverlag erschienen.
(JK 11/11)

Christopher G. Moore: Stunde Null in Phnom Penh (Unionsverlag)


Gleich zwei Romane um den Privatdetektiv Vincent Calvino von Christopher G. Moore hat der Unionsverlag in diesem Herbst veröffentlicht. Zum einen ist es der dritte Band der Calvino Reihe mit dem Titel Stunde Null in Phnom Penh.

In Phnom Penh hält die UNTAC nach dem Bürgerkrieg einen labilen Frieden aufrecht. Waffenhandel, Schmuggel und Raubüberfälle sind an der Tagesordnung, überall ist Korruption, ein Menschenleben ist nichts wert. Jede Nacht hört man Schüsse an illegalen Checkpoints. Hier soll Vincent Calvino einen Mann namens Hatch ausfindig machen, den Geschäftspartner eines Ganoven in Bangkok. Calvino verfolgt die Spur durch den Russischen Markt, die Spitäler, die Bars, das Hauptquartier der UNTAC und das berüchtigte T-3-Gefängnis. Doch er ist nicht der Einzige, der Hatch sucht.

Phnom Penh ist bei Christopher G. Moore ein düsterer, unheimlicher Ort – ganz anders als das bunte Bangkok, der eigentliche Handlungsort Vicente Calvinos. Mutig beschreibt Moore die Situation in Kambodschas Hauptstadt und zeichnet die vielen Fronten klar. Er hat eine spannende Geschichte komponiert mit starken Figuren. Calvino hat mit Colonel Pratt einen wichtigen Unterstützer, der ihn durch die Romane begleitet und ihn in so manche thailändische Spitzfindigkeit einweist. Moore wird sogar zum politischen Autor, wenn er die kriegszerrüttete Geschichte der Region mit einbringt und sie für manche Fehlentwicklung verantwortlich macht. Der dritte Band der Calvino Reihe erweist sich als ein äußerst spannender wenn nicht sogar als bisher bester Band.

Christopher G. Moore, der sein Alter mit 83,5 Reisejahren angibt, war in seinem früheren Leben Juraprofessor, dann Theaterautor. Später wurde er, was er bis heute geblieben ist, Romancier. In Bangkok etablierte sich der gebürtige Kanadier, der in Oxford studiert hat, als „Kultautor“. Zunächst in Bangkok selbst, dann mit Hilfe des Internets (www.cgmoore.com) im Global Village. Es war nur eine Frage der Zeit, bis Hollywood aufmerksam wurde und Calvino-Stoffe einkaufte. Wenn Christopher G. Moore gerade mal nicht in Bangkok ist, dann ist er sicher in Manila, Oxford, Berlin oder Los Angeles anzutreffen. Sein Lebensgefühl umschrieb er in einem Statement zu seiner Verlagssituation: „Meine Leser gehören zu einer globalen Vorhut, für die es nicht entscheidend ist, wo sie leben. Ich bin ein kanadischer Schriftsteller, der in Bangkok lebt. Mein aus Thailand stammender Agent in Paris wird von einem deutschen Agenten in Wien vertreten, der die Rechte an einen Verlag in Zürich verkaufte, dessen Herausgeber in Berlin sitzt.“

Stunde Null in Phnom Penh von Christopher G. Moore ist im Unionsverlag erschienen.
(JK 11/11)