Im Zuge
des Auftritts Islands bei der diesjährigen Buchmesse in Frankfurt erreicht uns
ein Island-Krimi von einem Engländer. In
eisigem Wasser ist der Titel von Quentin Bates‘ Krimi, der bei Bastei Lübbe
erschienen ist.
Ein Toter
wird im Hafen von Hvalvík, einem Provinznest nördlich von Reykjavík, entdeckt.
Kommissarin Gunnhildur, bislang nur mit Verkehrsdelikten betraut, nimmt sich
des Falles an. Außer ihr scheint niemand daran interessiert, den Mord an dem
jungen Mann aufzuklären. Gunnhildur lässt sich jedoch nicht beirren, und schon
bald ermittelt sie gegen dubiose Geschäftsmänner und korrupte Politiker.
Angefeindet und nicht willkommen in der Welt des großen Geldes versucht
Gunnhildur herauszufinden, wer sicher gehen wollte, dass ein junge Mann hundert
Kilometer von seiner Heimat in stockdunkler Nacht ertrinkt – und warum...
In eisigem Wasser ist ein interessanter Krimi, fällt er doch ein
wenig aus dem Rahmen, wahrscheinlich weil der Autor zwar Island kennt, dort
gelebt hat und jedes Jahr dort viel Zeit verbringt, aber eben doch kein
Isländer ist. Das tut dem Krimi jedoch gut. Bates hat seine Figuren im Griff
und weiß, wie er die Figuren formen bzw.
überzeichnen kann. Spannung gibt es allenthalben und ein Ende, das verblüfft
jedoch folgerichtig ist. Es ist auch klar, dass es mit Gunnhildur eine
Fortsetzung geben wird, die in England bald veröffentlicht wird.
Quentin
Bates wuchs im Süden Englands auf. Als Margaret Thatcher in England an die
Macht kam, nahm Bates das Angebot an, für ein Jahr nach Island zu gehen. Aus
dem einen Jahr wurde ein Jahrzehnt. Er arbeitete als Netzflicker und
Fabrikarbeiter und sogar auf einem Fischtrawler. Er heiratete in Island und
gründete eine Familie. Nach seiner Rückkehr nach England begann er als
Journalist und Autor zu arbeiten. Er ist mehrere Male im Jahr in Island.
In
eisigem Wasser von Quentin Bates ist bei Bastei Lübbe erschienen.
(JK 12/11)

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