Als Taschenbuch ist bei btb der dritte Roman von Thomas
von Steinaecker Schutzgebiet erschienen.
Es ist das Jahr 1913, in der abgeschiedenen Festung
Benesi in der deutsch-afrikanischen Kolonie Tola hat das Schicksal eine bunte
Schar glücksuchender Auswanderer zusammengewürfelt. Inmitten dieses Ensembles
steht Henry Peters, ein Sohn reicher Eltern, der die Identität seines Chefs annimmt,
nachdem dieser bei einem Schiffsunglück ums Leben kommt. Unter fremdem Namen
plant er als Architekt die Stadt, die in der Steppe entstehen soll, ein
wahrlich chaotisch-utopistisches Unterfangen.
Die Frankfurter Rundschau urteilte beim ersten
Erscheinen des Buches 2009, dass es sich bei dem Roman um ein „grandios
durchdachtes Gebilde“ handelt und die Süddeutsche Zeitung bescheinigt Thomas
von Steinaecker, ein ausgezeichneter Erzähler zu sein.
Thomas von Steinaecker hat sich an die deutsche
Kolonialgeschichte in Afrika gewagt. Wie in seinen beiden vorangegangenen
Werken bildet auch in diesem Buch die Flucht aus der Wirklichkeit einen
Grundgedanken, die den Autor zu den Träumen und Hoffnungen aber auch Ängsten
seiner Figuren bringt. Die Einbettung der Geschichte in die koloniale Umgebung dokumentiert dies
umso mehr. Thomas von Steinaecker hat einen rundum gelungenen Roman
geschrieben.
Thomas von Steinaecker, 1977 in Traunstein geboren,
lebt heute in Augsburg. Sein Romandebüt Wallner
beginnt zu fliegen wurde mit dem
aspekte-Literaturpreis und dem Bayerischen Kunstförderpreis ausgezeichnet und
landete auf der Shortlist für den Deutschen Buchpreis 2007. Vom Kulturkreis
erhielt Thomas von Steinaecker 2008 den Förderpreis für Literatur.
Schutzgebiet von Thomas von Steinaecker ist bei btb erschienen.
(JK 12/11)

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