Magazin-Kino
Dienstag,
9.10.2012
19.30
Uhr
Fiefstücken
8a, 22299 Hamburg
Eintritt:
12 – 14 Euro.
Richard
Ford liest aus seinem neuen Roman Kanada,
der bei Hanser erschienen ist. Julika Griem moderiert. Den deutschen Text wird
bei der Buchpräsentation Christian Brückner lesen.
„Zuerst will ich von dem Raubüberfall
erzählen, den meine Eltern begangen haben. Dann von den Morden, die sich später
ereigneten. Der Raubüberfall ist wichtiger, denn er war eine entscheidende
Weichenstellung in meinem Leben und in dem meiner Schwester. Wenn von ihm nicht
als Erstes erzählt wird, ergibt der Rest keinen Sinn.“ Das ist der Anfang von
Richard Fords neuem Roman Kanada. Und
es ist ein Auftakt, wie man ihn in der deutschen Literatur kaum je einmal
liest, hart und direkt und mit dem deutlichen Signal, dass es hier ums Ganze
geht. Von illegalem Handel und drei Morden erzählt Ford, neben dem
Banküberfall, in den darauf folgenden 400 Seiten. Und von Dell, dessen Eltern
in Montana festgenommen werden, als er gerade mal fünfzehn Jahre alt ist. Er
landet daraufhin nicht etwa im Heim, sondern bei Arthur, der in Kanada ein
Jagdhotel betreibt. Je näher Dell ihm kommt, desto deutlicher zeigt sich, dass
der Hotelier eine von dunklen Mächten überschattete Vergangenheit hat. In
machtvollen Bildern entspinnt sich ein Romangeschehen, das unerbittlich nach
dem Sinn des Daseins, nach den Bedingungen von Schuld und der nicht enden
wollenden Liebe zu einem Elternpaar fragt, das auf einen Schlag beinahe das
Leben ihrer Kinder ruiniert hätte. Erzählt wird „Kanada” vom über 60-jährigen
Dell, dem es, fernab der USA, geglückt ist, den Katastrophen seiner Jugend zu
trotzen. „In erhabener Monochromie“, befand Gustav Seibt für die „Süddeutsche
Zeitung“, würde Richard Ford in seinem Roman „vom kleinen und großen
Grenzverkehr zwischen Gut und Böse“ erzählen. Und das Literaturhaus verspricht
uns für die Lesung mit Richard Ford „ein Meisterwerk“.
Richard
Ford wurde 1944 in Jackson, Mississippi, geboren und lebt heute in Maine. Er
hat sieben Romane sowie Novellen, Kurzgeschichten und Essays veröffentlicht.
1996 erhielt er für Unabhängigkeitstag
den Pulitzer Prize.
Kanada
von Richard Ford ist bei Hanser erschienen.
Veranstalter
der Lesung von Richard Ford ist das Literaturhaus.
(JK 10/12)

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