Buchhandlung
Stojan
Dienstag,
29.01.2013
20.00
Uhr
Hagener
Allee 3a, Ahrensburg
Ein
großer Roman über ein kleines Dorf: Vea Kaiser liest aus ihrem furiosen Debütroman
Blasmusikpop oder Wie die Wissenschaft in
die Berge kam, der bei Kiepenheuer & Witsch erschienen ist.
In ihrem
Debütroman entfaltet Vea Kaiser mit großer Verve und unwiderstehlichem Witz die
Welt des abgeschiedenen alpenländischen Bergdorfes St. Peter am Anger und
erzählt die Geschichte einer Familie, die über drei Generationen hinweg auf
kuriose Weise der Wissenschaft verfallen ist.
Gegen die
Engstirnigkeit und den unreflektierten Traditionssinn der St. Petrianer hegt
Johannes A. Irrwein – geschult an seinem Großvater, dem Bandwurmforscher
Johannes Gerlitzen – seit frühester Kindheit eine starke Abneigung.
Bildungshungrig und aufgeweckt wie er ist, sehnt er sich nach jener
aufgeklärten Welt, die er hinter den Alpenmassiven vermutet. Als der
Musterschüler jedoch unerwartet durch die Matura fällt, beginnt er, sich mit
seinem Dorf auseinanderzusetzen. Seinem Lieblingsautor Herodot, dem Vater der
Geschichtsschreibung, nacheifernd, macht er sich daran, die Chroniken seines
Dorfes zu verfassen – und verursacht dabei ungewollt das größte Ereignis in der
Geschichte St. Peters, das das Bergdorf auf immer verändern wird.
Ein 14,8
Meter langer Fischbandwurm, eine Seifenkiste mit Kurs auf den Mond, ein
ungeahnt attraktiver Mönch im Jaguar, eine schwangere Dorfprinzessin, eine
altphilologische Geheimgesellschaft, eine nordicwalkende Mütterrunde, ein
Jungfußballer mit dem Herz am rechten Fleck, eine sinistre Verschwörung der
Dorfältesten sowie jede Menge poppige Blasmusik gehören zum einzigartigen
Mikrokosmos dieses Romans, der durch seine Liebe für leuchtende Details und
skurrile Begebenheiten, durch seinen erzählerischen Furor und seine
Vielstimmigkeit besticht. Vea Kaiser gelingt mit dreiundzwanzig Jahren ein
wagemutiges, herausragendes Debüt. Dieser Roman wird Sie verzaubern.
Vea
Kaiser, geboren 1988, studiert Klassische und Deutsche Philologie in Wien. Für
ihre belletristischen Arbeiten erhielt sie unter anderem das
Hans-Weigel-Literaturstipendium, das Start-Stipendium des BMUKK sowie den
Theodor-Körner-Preis. Sie war Finalistin beim 17. Open Mike und nahm 2010 an
der Autorenwerkstatt Prosa des Literarischen Colloquium Berlin teil.
Blasmusikpop
oder Wie die Wissenschaft in die Berge kam von Vea
Kaiser ist bei Kiepenheuer & Witsch erschienen.
(JK 01/13)

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