In das spanische goldene
Zeitalter führt uns der historische Roman Die Leidenschaft des
Cervantes des kolumbianischen Autors Jaime Manrique, der bei Dumont erschienen
ist.
Spanien im 16.
Jahrhundert: Miguel de Cervantes, ein armer, aber talentierter junger Mann mit
einer großen Leidenschaft für die Dichtkunst, führt ein Leben, das
abenteuerlicher kaum sein könnte. Als er einen Mann bei einer Schlägerei tötet,
muss er aus Sevilla fliehen, und sein adliger Freund Luis Lara hilft ihm dabei.
Zurück lässt Cervantes seine heimliche Liebe Mercedes – die Frau, die seit
jeher Lara versprochen ist. Doch dieser findet heraus, dass Cervantes ihn
hintergangen hat, und die Freundschaft der beiden Männer zerbricht. Nach einer
Odyssee durch die halbe Welt schafft es Cervantes Jahre später wieder zurück
nach Spanien. Er lässt sich in dem abgelegenen Dorf La Mancha nieder, um sein
Meisterwerk niederzuschreiben: Don Quijote. Sehr zum Ärger Luis Laras,
der Cervantes auf Schritt und Tritt überwachen lässt und schließlich mit seinem
eigenen Werk – einer falschen Fortsetzung von Don Quijote – versucht,
Cervantes den Ruhm abzutrotzen.
Jamie Manriques stellt
uns das abwechslungsreiche Leben des großen spanischen Meisters Cervantes in
einem farbenfrohen Roman vor. Erzählt wird aus wechselnden Blickwinkeln,
einerseits aus der Sicht Cervantes, ein selbstbewusstes Genie aus bescheidenen Umständen
stammend, und aus der Sicht seines Freunds aus Kindertagen Luis de Lara, ein
Mann aus privilegiertem Hause mit ausgeprägtem Hang zur Macht und auch Eifersucht.
Manrique verschönert dabei seine verwegene Biografie durch ein faszinierendes Bild
Spaniens der Spät-Renaissance, was zugleich die Inspirationsquelle für den
Weltroman Don Quijote war. Mal historisch, mal frei erfunden aber immer fundiert
zeigt Manrique die vergangene Ära in einer Weise, die noch im zeitgenössischen
Leben nachklingt. Cervantes' Spanien ist ein durch Religion tief gespaltenes
Land, ein Ort, wo unpopuläre Überzeugungen die widrigsten Folgen mit sich
bringen. Doch in dieser beklemmenden Atmosphäre ist Spanien auch ein Ort der
großen Möglichkeiten. Ein Ort, wo ein Mann aus bescheidenen Verhältnissen zu
einem der weltweit größten Dichter aufzusteigen. Manrique balanciert diesen
Widerspruch mit Humor und Anteilnahme und findet noch bei dem größten Schurken
den Korn einer zugrunde liegenden Menschlichkeit.
Jaime Manrique wurde 1949
in Kolumbien geboren und lebt als Romanautor, Essayist und Dichter in New York.
2006 erhielt er den El-Diario-Award als einer von „New York’s most
distinguished Latinos“, 2007 wurde er mit dem International Latino Book Award
ausgezeichnet.
Die Leidenschaft des Cervantes von Jaime Manrique ist bei Dumont erschienen.
(JK 09/12)

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