Mit Tote Finnen tanzen
keinen Tango hat der Autor Markku Ropponen den dritten Fall für Privatdetektiv
Otto Kuhala geschrieben, der bei Piper erschienen ist.
Privatdetektiv Kuhala ist
mal wieder auf Spurensuche: Ein Rechtsanwalt vermisst seine Frau und vermutet
sie bei einem ihrer zahlreichen Liebhaber. Nun soll Kuhala die Treulose
aufspüren. Und auch der nicht gerade geschätzte Kollege Antikainen ist seit
Tagen verschwunden. Doch Kuhala findet lediglich einen Hund – und die Leichen
der zwei Vermissten.
Selten war ein Buchtitel
irreführender. Wer auf eine Komödie im Stile des auch in Deutschland beliebten
Aarto Paasilinnas spekuliert, wird sich wundern. Anstatt anarchischen Humors
erwartet einen ein klassischer Kriminalroman. Und was der Tango im Titel
verloren hat, weiß nur der Verlag, denn Tango kommt im gesamten Buch nicht
annähernd vor. Vielleicht dachte sich der Verlag deshalb, dies im Titel noch
einmal deutlich anzumerken. Abgesehen von dieser Stilblüte erinnert der Krimi
an die amerikanischen Vorbilder der Detektivromane. Der Held ist sympathisch,
hat in seinem Privatleben einiges durcheinander gebracht, versucht alle
Widrigkeiten zu meistern und nebenbei einen riskanten Fall aufzuklären. Gute
Unterhaltung ist dabei versprochen. Über die Auflösung wird es garantiert
Diskussionen unter den Lesern geben, da sie doch recht aus dem Hut gezaubert
wirkt.
Markku Ropponen, geboren
1955, gehört mit seinem Witz und seiner Erzählfreude zu den renommiertesten
Krimiautoren Finnlands. Er hat zahlreiche Romane und Novellen geschrieben und
wurde für den besten Kriminalroman des Jahres ausgezeichnet. 1995 erhielt er
den Kulturpreis seiner Heimatstadt Jyväskylä, wo er mit seiner Frau und seinen
zwei Söhnen lebt.
Tote Finnen tanzen keinen Tango von Markku Ropponen ist bei Piper erschienen.
(JK 09/12)

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