Der amerikanische Autor
Peter Abrahams setzt seine Figuren gerne Situationen aus, in die sie nie
geglaubt haben je zu geraten. Auch in seinem neuen Thriller Verblendet,
erschienen als Taschenbuch bei Knaur, ist dies der Fall.
Als bei Roy Valois, einem
berühmten Bildhauer, Lungenkrebs diagnostiziert wird, weiß er, dass seine Tage
gezählt sind. Aus Eitelkeit heuert er einen jungen Hacker an, um herauszufinden,
ob die New York Times schon seinen Nachruf fertig hat. Bei der nicht ganz
legalen Recherche findet Roy Ungeheuerliches über den Tod seiner Frau heraus.
Bei seinen Nachforschungen stellt er schnell fest, dass er sich in ein
bedrohliches Labyrinth aus Täuschung und Lüge begeben hat.
Valois ist ein Mann, der
vor Kraft und Fitness strotzt und daher umso mehr bestürzt ist, wie schnell
sein Körper verfällt. Gleichzeitig beobachtet er die Welt um ihn herum mit dem
Blick und der Sensibilität eines Künstlers. Dieser Gegensatz in der Figur
Valois‘ wird von Peter Abrahams sehr eindrucksvoll umgesetzt. Abrahams prägnante
Prosa vermittelt diese scheinbar widersprüchlichen Eigenschaften und erzeugt
damit Empathie beim Leser für die Figur Roy Valois und seine Suche. Die
Geschichte bietet genügend Stoff, den Leser sehr gut zu unterhalten, so dass
man über die vom Autor gewählte Auflösung der Geschichte durchaus hinwegschauen
kann.
Peter Abrahams hat bisher
achtzehn Kriminalromane geschrieben, mit denen er mehrfach für den berühmten
Edgar Award nominiert war, die höchste Auszeichnung, die Amerika für Spannung
zu vergeben hat. Mit seiner Familie lebt er auf Cape Cod.
Verblendet von Peter
Abrahams ist bei Knaur erschienen.
(JK 09/12)

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