Krimi-Gipfel am Sonntag, 15. September, beim Harbour Front Literaturfestival

Harbour Front Literaturfestival 2013
Hamburg Museum
Sonntag, 15.09.2013  20.00 Uhr
Holstenwall 24, 20355 Hamburg
Preis: 15,00 €

Krimi-Gipfel. Das wird spannend: Ein Abend mit zweimal zwei Autoren. Für Alpinisten und Strandläufer: Klaus-Peter Wolf, Stefan Slupetzky, Andreas Föhr, Claudia Rusch stellen ihre Krimis vor. Volker Albers vom Hamburger Abendblatt moderiert.

Duo 1:

Klaus-Peter Wolf präsentiert Ostfriesenmoor, erschienen im Fischer Taschenbuch Verlag. Dieser Mörder ist ein echtes Talent: Er stopft seine Opfer auf kunstvollste Weise aus. Doch ist er auch der Entführer des Kindes, das vor der Apotheke in Norden verschwindet? Den Anblick dieser Leiche würde Ann Kathrin Klaasen nie vergessen: „Der Täter hat mit Hilfe eines Metalldrahtes den Körper eines toten Mädchens nachgeformt und darüber die Haut gespannt. Wie bei einem Fliegengitter, nur viel stabiler … und beweglich.“ So stand es im Obduktionsbericht. Dann hat er sein Werk im Moor versenkt. Wer tut so etwas? Und vor allem: Wer kann so etwas? Ann Kathrin Klaasen ist sprachlos, als sie das ganze Ausmaß erkennt, mit dem der Täter hier zu Werke ging. Während das Team in Aurich ersten Hinweisen nachgeht, wird in Norden ein Kind entführt. Und bald darauf verschwindet ein zweites Kind. Sucht der Moor-Mörder nach weiteren Opfern? Für die Kommissarin Ann Kathrin Klaasen beginnt eine der schaurigsten Ermittlungen ihres Lebens.

Ostfriesenmoor von Klaus-Peter Wolf ist im Fischer Taschenbuch Verlage erschienen.

Von wegen beschauliche Alpenidylle. Bei Glauser-Preisträger Stefan Slupetzky sitzt eine Leiche im Zug. Für den verschrobenen Wiener Bezirksinspektor Polivka steht von Anfang an fest: Der Mann, der sich infolge einer Notbremsung den Hals gebrochen haben soll, ist brutal ermordet worden. Dass die einzige Zeugin, eine – wie Polivka findet, bezaubernde! – Französin, noch vor ihrer Vernehmung die Flucht ergreift, kann ihn in seiner Meinung nur bestärken. Gegen die Weisung seines Vorgesetzten, den Fall zu den Akten zu legen, begibt er sich auf eine aberwitzige Odyssee quer durch Europa und verstrickt sich dabei immer tiefer in ein mörderisches Netz aus politischen und wirtschaftlichen Machenschaften. „Einer der besten Krimischriftsteller seines Landes“, schwärmt Die Welt. Bezirksinspektor Polivka ermittelt: Da möchte man kein Mörder sein! Ein Krimihighlight aus Österreich.

Polivka hat einen Traum von Stefan Slupetzky ist bei Kindler erschienen.

Duo 2:

Andreas Föhr, ausgezeichnet mit dem begehrten Glauser-Preis, entführt uns nach Bayern, wo Kommissar Wallner und Polizeiobermeister Leonhardt Kreuthner sich auf schwarzen Pisten bewähren müssen. Autorennen am Achenpass: Mit 150 km/h rauschen Polizei­obermeister Kreuthner und sein Spezl Kilian Raubert den Pass Richtung Tegernsee hinab. Bei einem halsbrecherischen Überholmanöver fegt Kreuthner fast ein entgegenkommendes Auto von der Straße – am Steuer ausgerechnet sein Chef, Kommissar Wallner. Kreuthner versucht, die Wettfahrt als dienstliche Aktion zu tarnen, und führt spontan eine Straßenkontrolle durch. Dabei bietet sich den Polizisten ein schockierendes Bild: Im Laderaum von Rauberts Lkw kniet eine Tote, das Gesicht zu einer grotesken Fratze verzerrt… „(…) das macht den Charme des Krimis aus, dass die Charaktere gut geerdet und meist mit trockenem Humor ausgestattet sind“, meint die Süddeutsche Zeitung.  „Absolut spannend!“, schwärmt die Krimi-Couch.

Karwoche von Andreas Föhr ist bei Knaur erschienen.

Claudia Rusch bietet frische Ostseeluft und mit Henning Zapotek einen Hamburger Kommissar, der sich nichts sehnlicher wünscht, als Kurs aufs Nordpolarmeer zu nehmen, um der drohenden Midlife-Crisis davonzusegeln. Stattdessen verschlägt es ihn in sein ungeliebtes Heimatdorf Klokenzin bei Stralsund, aus dem er vor siebenundzwanzig Jahren in den Westen geflohen ist. Dort ist der Mieter seines Elternhauses erhängt aufgefunden worden. Gleich in der zweiten Nacht nach Zapoteks Ankunft wird in das alte Gutshaus eingebrochen. Zu fehlen scheint nichts, allerdings ist das Schlafzimmer des Mieters durchwühlt. Ehe er sich versieht, ermittelt Zapotek außerdienstlich in zwei Todesfällen. Als er dann noch seine Jugendliebe Ulrike wiedertrifft, die er seit der Flucht nicht mehr gesehen hat, verabschiedet er sich endgültig von der Hoffnung auf ein ruhiges Sabbatjahr. Ein charismatischer Kommissar, ein spannender Fall, frische Ostseeluft, authentische Figuren und Hintergründe sowie Dialoge voller Witz und Tempo – das sind die Zutaten für diesen charmanten Krimi im unverwechselbaren Rusch-Rhythmus.

Zapotek und die strafende Hand von Claudia Rusch ist bei  Mare erschienen.

Klaus-Peter Wolf, 1954 in Gelsenkirchen geboren, lebt als freier Schriftsteller und Drehbuchautor in Norddeutschland. Er zählt heute zu den erfolgreichsten Autoren deutscher Sprache. Seine Bücher und Filme wurden mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, u.a. mit dem Anne-Frank-Preis, dem Erich-Kästner-Preis und dem Magnolia Award Shanghai. Seine Bücher wurden bisher in 22 Sprachen übersetzt und über 8 Millionen Mal verkauft.

1962 in Wien geboren, studierte Stefan Slupetzky an der Wiener Kunstakademie und arbeitete als Musiker und Zeichenlehrer, bevor er sich dem Schreiben zuwandte. Er schrieb und illustrierte mehr als ein Dutzend Kinder- und Jugendbücher, für die er zahlreiche Preise erhielt. Mittlerweile widmet er sich aber vorwiegend der Literatur für Erwachsene und verfasst Bühnenstücke, Kurzgeschichten und Romane. Im Rowohlt Taschenbuch Verlag sind seine Kriminalromane Der Fall des Lemmings, Lemmings Himmelfahrt und Das Schweigen des Lemming erschienen.

Andreas Föhr, Jahrgang 1958, gelernter Jurist, arbeitete einige Jahre bei der Rundfunkaufsicht und als Anwalt. Seit 1991 verfasst er erfolgreich Drehbücher für das Fernsehen, mit Schwerpunkt im Bereich Krimi. Zusammen mit Thomas Letocha schrieb er u.a für SOKO 5113, Ein Fall für zwei und Der Bulle von Tölz. Für seinen Debütroman Der Prinzessinnenmörder ist Andreas Föhr mit dem begehrten Friedrich-Glauser-Preis ausgezeichnet worden. Mit Schwarze Piste stand Föhr monatelang unter den Top 10 der Spiegel-Bestsellerliste. Andreas Föhr lebt bei Wasserburg.

Claudia Rusch, geboren 1971, wuchs auf Rügen, in der Mark Brandenburg und seit 1982 in Berlin auf. Sie studierte Germanistik und Romanistik und lebt als freie Schriftstellerin in Berlin. 2003 erschien ihr Bestseller Meine freie deutsche Jugend, 2009 Aufbau Ost. Unterwegs zwischen Zinnowitz und Zwickau.

(JK 09/13)

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