Antonio Muñoz Molina: Mondwind (Rowohlt)

Der Roman Mondwind des spanischen Autors Antonio Muñoz Molina, erschienen bei Rowohlt, beschreibt wie die Mondlandung von Apollo 11 im Sommer 1969 aus der Sicht eines spanischen Jungen und wie somit in Andalusien der Fortschritt ins Leben eintritt und das Leben verändert.

Der Junge verfolgt gebannt die Reise der Apollo 11 vom Moment des Starts in Kap Kennedy bis zum ersten Fußtritt Neil Armstrongs auf dem Mond. Hierfür wurde ein neuer Fernseher angeschafft, vor dem die Reise zum Mond verfolgt wird. Der Junge sollte eigentlich seinem Vater, dem Gemüsebauer, nacheifern, stattdessen liebt er Bücher, über die Reisen von James Cook und Charles Darwin oder über die Erdgeschichte. Je mehr er über die Welt draußen erfährt desto mehr spürt er, wie die Kirche und ihre religiösen Ansichten sowie die archaischen familiären Traditionen ihn davon abhalten, die Welt kennen zu lernen und zu seinem neuen Weltbild einen großen Widerspruch erzeugen.

Antonio Muñoz Molinas hat ein großartiges poetisches Buch geschrieben und bringt die Aufbruchstimmung gegen Ende der 60er Jahre ins Gedächtnis, macht sie wieder lebendig. Dabei wendet Muñoz Molina hohe literarische Kunst an, indem er zwischen äußeren Perspektiven und inneren Monologen geschickt wechselt. Die Reise der Apollo 11 steht denn auch stellvertretend für das Erwachsenwerden des Jungen und das Aufeinanderprallen von Welten und ihren Anschauungen.

Antonio Muñoz Molina wurde 1956 in Úbeda, Andalusien, geboren. Er studierte Journalismus in Madrid und Kunstgeschichte in Granada. Heute lebt er in Madrid und New York. Für seine Bücher erhielt er zahlreiche Auszeichnungen, darunter den spanischen Nationalpreis für Literatur ‚Premio Nacional de Literatura’.

Mondwind von Antonio Muñoz Molina ist bei Rowohlt erschienen.
(JK 03/10)

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