3. Hamburger Begegnung im Literaturhaus Hamburg


Literaturhaus Hamburg
Dienstag, 08.05.2012  19.30 Uhr
Schwanenwik 38, 22087 Hamburg
Eintritt: 6 - 10 €


Hamburger Begegnung: Zum dritten Mal kommen im Literaturhaus Hamburg rund 30 Autoren und Literaturkritiker zusammen, um vom 6. bis 8. Mai in nicht-öffentlichen Gesprächsrunden aktuelle Fragen der Gegenwartsliteratur und deren Ästhetik zu diskutieren. Im Mittelpunkt steht 2012, ausgehend von Roland Barthes’ Fragmente einer Sprache der Liebe, das weite Feld der Liebesfragen, weniger in Fleisch und Blut als in Form von Buchstaben. Abgerundet werden diese Klausurtage durch zwei öffentliche Abendveranstaltungen. Die erste bestreitet der Bochumer Literaturwissenschaftler Manfred Schneider mit einem Vortrag über den Transparenztraum der Liebe.

Die „3. Hamburger Begegnung” schließt mit einer Lesung von zwei der eingeladenen Autoren: Georg Oswald & Jan Peter Bremer. Georg M. Oswald liest aus seinem Buch Unter Feinden, das bei Piper erschienen ist, und Jan Peter Bremer liest aus Der amerikanische Investor, das im Berlin Verlag erschienen ist. Meike Feßmann moderiert.

Jan Peter Bremers Roman Der amerikanische Investor erzählt von einem alten Berliner Mietshaus, in dem ein Autor mit seiner Frau und zwei Kindern lebt. Kaum wird es von einem Investor saniert, senken sich die Böden ab. Die Wände zeigen Risse, und seitdem gerät das ganze Leben des Helden buchstäblich in eine Schieflage. Er beschließt, dem amerikanischen Investor einen Brief zu schreiben. Natürlich führt auch dieser neue Plan zwangsläufig zur weißen Seite zurück. Furios und unentwegt Volten schlagend, entwickelt Bremer Szenen von aberwitziger Komik und erweist sich einmal mehr als Meister der hochprozentigen Parabel. „Jan Peter Bremer hat den Roman der Stunde geschrieben: Er erzählt von Entmietung und globaler Obdachlosigkeit in Berlin. Ein neuer Kreuzberger Häuserkampf, dramatisch und nah an der Wirklichkeit” (Ursula März, Die Zeit).

Der andere ist der Münchner Rechtsanwalt und Autor Georg M. Oswald, der erstmals einen literarischen Thriller vorlegt. Unter Feinden erzählt von den Ermittlern Diller und Kessel. Der eine, Diller, ist angespannt und nervös im Vorfeld einer internationalen Sicherheitskonferenz. Der andere, Kessel, ist auf Drogen, und als der in Panik einen jungen Araber überfährt, steckt Diller voll mit drin. „Orientiert am lapidaren Stil des Hardboiled, den er mit Orts- und Mentalitätskenntnis unterfüttert” (Hannes Hintermeier, Frankfurter Allgemeine), zeigt Oswald in seinem Thriller die dunkle Seite des leuchtenden Münchens. Vielleicht auch die anderer Städte. Fortsetzung folgt.

Unter Feinden von Georg M. Oswald ist bei Piper erschienen, Der amerikanische Investor von Jan Peter Bremer ist im Berlin Verlag erschienen.
(JK 05/12)

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