Vattenfall
Lesetage:
Zentrale
im Thalia-Theater
Donnerstag, 19.04.2012 19.00
Uhr
Alstertor 1, 20095 Hamburg
Eintritt: 7 €
Amy
Sackville liest aus ihrem Roman Ruhepol,
der bei Luchterhand erschienen ist. Regula Venske moderiert, Milena Karas liest
die deutschen Texte.
Wie viel
Entfernung hält eine Liebe aus - und wie viel Nähe lässt sie zu?
Zu Beginn
des zwanzigsten Jahrhunderts verschwindet der Forscher Edward Mackley bei einer
Expedition zum Nordpol spurlos. Er lässt eine junge Witwe zurück, Emily, die
ihr Leben lang geduldig auf seine Rückkehr wartet – so die Familiengeschichte.
Hundert Jahre später, an einem heißen Augusttag, sichtet Edwards Urgroßnichte
Julia seine Hinterlassenschaft, streift durch das alte dunkle Haus der Familie,
in dem sie seit kurzem mit ihrem Mann Simon wohnt. Sie versucht die ersten
Risse, die sich in ihrer Ehe zeigen, zu ignorieren, und während Simon in seinem
Architekturbüro in London arbeitet, versetzt sie sich in die einsame, wartende
Emily, in den Forscher, der mit seinen Gefährten die »Persephone« verlässt, als
das Schiff vom Packeis ergriffen wird, und zu Fuß sein Glück versucht, träumt
von der weiten Schneelandschaft, den kalten und doch sanften Farben, verdrängt
ihre eigene Sehnsucht und Einsamkeit.
Im Laufe
des Tages stößt sie jedoch auf eine Entdeckung, die Emilys und Edwards
Beziehung in einem völlig neuen Licht erscheinen lässt. Und auch die Liebe
zwischen ihr und Simon macht an diesem heißen Tag, an dem Julia liest und döst,
kocht und im Garten liegt, die Katze füttert und Geschirr zerbricht und dabei
die meiste Zeit in einer anderen, eisigen Welt lebt, eine entscheidende
Entwicklung durch.
Amy
Sackville wurde 1981 geboren und lebt in London. Sie studierte Literatur und
Theaterwissenschaft in Leeds und Oxford und beschloss dann, Creative & Life
Writing an der Goldsmiths University in London zu belegen. Für ihren ersten
Roman „Ruhepol“ wurde sie 2010 mit dem John Llewellyn Rhys Prize ausgezeichnet,
dem ältesten englischen Literaturpreis für den besten Roman des Jahres von
jungen Autoren unter 35, den vor ihr u.a. V. S. Naipaul und Angela Carter
erhielten; außerdem stand der Roman auf der Longlist des Orange Prize for
Fiction und des Dylan Thomas Prize.
(JK 04/12)

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