François Lelord, der Autor der millionenfach
verkauften Hector-Bücher, hat mit Die
kleine Souvenirverkäuferin einen Roman über das Land geschrieben, das seit
Jahren beinahe seine zweite Heimat ist: Vietnam. Und über das Thema, das ihm am
meisten am Herzen liegt: die Liebe. Erschienen ist das Buch bei Piper.
Hanoi in den 90er Jahren: Julien, ein junger Arzt
aus Paris beginnt gerade, das durch den Bürgerkrieg zutiefst traumatisierte
Land und seine Menschen ein wenig zu verstehen, da bricht ein tödliches Virus
aus. Er macht sich unter Umgehung sämtlicher Gesetze in die entlegene
Bergregion auf, in der das Fieber wütet. Doch kaum ist er fort, wird eine
kleine Souvenirverkäuferin, die er allmorgendlich am See traf, verhaftet. Die
Behörden sehen den Kontakt von Einheimischen zu Ausländern nicht gern. Eine
Katastrophe, denn von dem Geld, das die junge Frau in ihr Dorf schickt, lebt ihre
ganze Familie. Und wie soll Julien sie nach seiner Rückkehr wiederfinden?
Nach etlichen Büchern um den Psychiater Hector zeigt
sich François Lelord in diesem Buch von einer anderen Seite und kann auch hier
überzeugen. Wieder nimmt er den Leser mit auf eine Reise und führt ein Land
vor, das so anders ist. Im Mittelpunkt steht eine Liebe, die keine sein darf.
Lelord bringt den Kosmos Vietnam auf angenehme Weise dem Leser näher und lässt
ihn am Dilemma Juliens teilhaben. Das Thema Liebe scheint in Lelords Büchern
allgegenwärtig zu sein, mit dem sich Glück und Zufriedenheit einstellen. Lelord
hat einen facettenreichen Roman über komplexe Gefühle geschrieben.
François Lelord, geboren 1953, studierte Medizin und
Psychologie und wurde Psychiater, schloss jedoch seine Praxis, um sich und
seinen Lesern die wirklich großen Fragen des Lebens zu beantworten. Er lebt in
Paris und Hanoi, wo er Psychiater an der französischen Klinik ist.
Die kleine Souvenirverkäuferin von François Lelord ist bei Piper erschienen.
(JK 06/12)

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