Im November 2008 starb der Thrillerautor Michael
Crichton überraschend. Bis zuletzt hatte er an seinem neuen
Wissenschaftsthriller Micro
geschrieben. Nach seinem Tod hat Thrillerkollege Richard Preston das Buch
vollendet und ist jetzt bei Blessing erschienen.
Eine Handvoll Studenten, ausgesetzt im Regenwald,
auf der Flucht vor technisch veränderten Organismen: ein hintergründiges und
hochaktuelles Actionszenario.
Honolulu, Hawaii. Drei Männer liegen tot auf dem
Fußboden eines verschlossenen Büros – keine Anzeichen eines Kampfes, keine
Einbruchsspuren, keine Tatwaffe. Nur die extrem feinen, rasiermesserscharfen
Schnitte, die die Leichen überziehen, liefern einen ebenso grausigen wie
rätselhaften Hinweis auf die Todesursache. In Cambridge, Massachusetts, wird
eine Handvoll Studenten, die sich durch besondere Fähigkeiten hervortun, von
einem Unternehmen für den Einsatz an der Front der Mikrobiologie rekrutiert.
Die streng geheime, höchst profitable Arbeit von Nanigen Micro Technologies
führt die Forschungstalente nach Hawaii. Doch hier, weit entfernt von der
Sicherheit ihrer Labors, plötzlich sich selbst überlassen im Dschungel, sehen
sich die Studenten nicht nur einer erbarmungslosen Natur, sondern auch einer
radikalen neuen Technik gegenüber, die die Gruppe schnell beherrschen lernen
muss, will sie nicht für immer in den undurchdringlichen Wäldern Oahus
verschwinden.
Mit jedem seiner Weltbestseller hat Michael Crichton
bewiesen, dass er ein außerordentliches Talent hatte. Seine Thriller loten das
Grenzgebiet zwischen Fakt und Fiktion aus, beschreiben Szenarien einer Welt von
morgen, die uns der wissenschaftliche und technische Fortschritt von heute
bescheren könnte. Crichton war außergewöhnlich gut informiert, seine Bücher
waren oft faszinierend, aber sie wurden auch vom Meister schnell geschrieben und
hatten somit ihre Höhen und Tiefen. In seinem posthum erschienen Thriller
schrumpfen Menschen auf Größe eines halben Zolls und befinden sich plötzlich im
Kampf mit Mücken und Heuschrecken. Nun kann man sagen, dass die Idee etwas
Lächerliches hat, sie hat aber auch etwas Lustiges, kennen wir doch Varianten
solcher Geschichten seit Gullivers Reisen, die zwischen Satire und Abenteuer
oszillieren. So ist nicht die Geschichte die Schwäche des Buches sondern seine
Helden. Es gibt sieben von Anfang an, und jeder könnte seinen Job auf der Stirn
geschrieben haben. Es gibt eine Menge albernen Streits zwischen ihnen und auch
ein paar Andeutungen von Romantik. Sie sind sehr eindimensional gezeichnet,
aber ihr Kampf ums Überleben macht den Roman erträglich. Interessant sind auch
die Querverweise auf den Krieg der Drohnen, den das amerikanische Militär
bereits führt und keine Waffen mehr auf dem Reißbrett sind. So kommt Micro als ein Gemischtwarenladen daher –
manchmal albern, manchmal beängstigend
und spannend.
Michael Crichton wurde 1942 in Chicago geboren und
studierte in Harvard Medizin. Seine Romane, die in über 36 Sprachen übersetzt
werden, verkauften sich mehr als 200 Millionen Mal, dreizehn davon wurden
verfilmt. Zu seinen bekanntesten Büchern zählen Jurassic Park und Andromeda.
Crichton, Schöpfer der Serie Emergency
Room, ist bis heute der einzige Künstler, der es schaffte, mit Film,
Fernsehserie und Roman gleichzeitig die ersten Plätze der Charts zu belegen.
Crichton, der seit Mitte der Sechzigerjahre Romane schrieb, griff immer wieder
gekonnt neueste naturwissenschaftliche und technische Forschungen auf. Im
November 2008 starb Michael Crichton im Alter von 66 Jahren.
Richard Preston, 1954 in Cambridge geboren,
studierte Naturwissenschaften und wurde an der Princeton University promoviert.
Er veröffentlichte mehrere Bestseller, darunter Hot Zone, der sich mehr als 2,5 Millionen Mal verkaufte und in über
30 Sprachen übersetzt wurde. Er wurde u.a. mit dem American Institute of
Physics Award und dem National Magazine Award ausgezeichnet. Preston lebt mit
seiner Frau und seinen drei Kindern in Hopewell, New Jersey.
Micro von Michael
Crichton und Richard Preston ist bei Blessing erschienen.
(JK 06/12)

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