Mit dem Titel Todeswunsch
ist bei Goldmann der fünfte Roman in der Reihe um den Psychologen Joe
O’Loughlin von Michael Robotham erschienen.
Der Psychologe Joe O’Loughlin ist sich nicht sicher,
ob er sich ausgerechnet Sienna Hegarty als beste Freundin für seine Tochter
Charlie wünscht. Denn die frühreife Sienna ist nicht immer ein guter Umgang.
Doch als sie eines Abends blutüberströmt bei den O’Loughlins auftaucht, nimmt
Joe sich ihrer an. Denn im Haus der Hegartys ist etwas Schreckliches passiert:
Siennas Vater liegt tot in ihrem Zimmer – jemand hat ihm die Halsschlagader
durchtrennt. Sienna kann sich an nichts erinnern. Auf ihrer Kleidung klebt das
Blut des Toten, und das Mädchen hat außerdem ein starkes Motiv für die Tat, wie
Joe mit Hilfe seines Freundes, dem Ex-Polizisten Vincent Ruiz, herausfindet.
Sienna wird des Mordes an ihrem Vater angeklagt, aber Joe ist von ihrer Unschuld
überzeugt. Und er soll eine Wahrheit zu Tage fördern, die schwerer wiegt als
alles, was er für möglich gehalten hätte.
Dem Buch merkt man nicht an, dass es ein Teil einer
Serie ist und in der Serie bereits den vierten Band darstellt. Das Buch ist
sehr gut geschrieben und die Charaktere sehr gut ausgearbeitet. Es funktioniert
fabelhaft als Standalone-Roman. Joe O'Loughlin ist eine faszinierende Figur. Er
leidet an der Parkinson-Krankheit, obwohl die Symptome durch die Medikamente
nicht sehr offensichtlich sind. Das Buch enthält einige faszinierende
Informationen über die Krankheit, die diejenigen, die damit nicht allzu
vertraut sind, ins rechte Licht. Joe O’Loughlin arbeitet unbeirrt weiter, und
obwohl ihn die Aussicht auf den Verlust jegliche Kontrolle über seine Motorik
nicht begeistert, strebt er danach, weiterhin ein erfülltes Leben zu leben.
Dieser Roman beschäftigt sich mit der Leichtigkeit
älterer Männer, jungen Mädchen nachzustellen und tut dies auf erschreckende
Weise. Die am normalsten scheinenden Menschen haben die abgründigsten, dunklen
Motive. Während Robotham nicht versucht, den Leser unnötig zu erschrecken, wie
gefährdet junge Mädchen sind, bereitet er dennoch das Thema zum Nachdenken auf.
Was Joe bei seiner Recherche ausgräbt, ist milde formuliert verstörend. Die
Geschichte in Todeswunsch ist nicht
vorhersagbar mit faszinierenden
Drehungen und Wendungen. Der Autor streut über den gesamten Roman Hinweise,
lässt den Leser rätseln und seine eigene Interpretation anstellen. Todeswunsch ist ein dunkler Roman aber keineswegs deprimierend.
Michael Robotham wurde 1960 in New South Wales,
Australien, geboren. Er war lange Jahre als Journalist für große Tageszeitungen
und Magazine in London und Sydney tätig, bevor er sich ganz seiner eigenen
Laufbahn als Schriftsteller widmete. Mit seinen Romanen sorgte er international
für Furore und wurde mit mehreren Preisen geehrt. Michael Robotham lebt mit
seiner Frau und seinen drei Töchtern in Sydney.
Todeswunsch von Michael
Robotham ist bei Goldmann erschienen.
(JK 06/12)

Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen