Die Atacama ist eine der
unerbittlichsten Wüsten der Welt. Dorthin verschlägt es den Privatdetektiv
Cayetano Brulé bei seinen Ermittlungen im Krimi Tod in der Atacama von
Roberto Ampuero, der bei Bloomsbury Berlin erschienen ist.
Ausgeraubt und ermordet – so lautet zumindest die
offizielle Version der Polizei zum Tod des deutschen Entwicklungshelfers Willi
Balsen. Doch war es wirklich nur ein einfacher Raubmord oder verbergen sich
hinter der Tat andere Motive als reine Geldgier? Hängt Balsens Tod mit seinem
umstrittenen Bewässerungsprojekt in der Oase San Pedro de Atacama zusammen?
Jedenfalls hat er sich damit sowohl bei den dörflichen Gemeinden als auch bei
den reichen Unternehmern unbeliebt gemacht. Bei seinen Nachforschungen findet
Cayetano Brulé heraus, dass Balsen mit Abgeordneten des chilenischen Parlaments
verkehrte, und kommt außerdem dem Handel mit gefälschten Kunstgegenständen auf
die Spur. Der Kreis der Verdächtigen weitet sich aus und droht den Ermittler in
ein undurchschaubares Geflecht aus Politik, Wirtschaft und Entwicklungshilfe zu
führen.
Tod in der
Atacama ist Roberto Ampueros dritter Roman
mit dem Privatdetektiv Cayetano Brulé. Der Autor schafft eine stimmungsvolle
Beschreibung der Handlungsorte wie auch der auftretenden Figuren. Ein weiterer
interessanter Aspekt des Buches ist, dass Roberto Ampuero keinen Hehl aus
seiner politischen Positionierung macht. Er spricht klar aus, was er von der
politischen Klasse hält. Er hält sich auch nicht mit Kritik an den Touristen
zurück, Ausländern wie Chilenen, die die Traditionen der indigenen Völker
missachten und sich ignorant verhalten. Sein Rundumschlag macht auch keinen
Halt vor dem erbarmungslosen Bergbau in der Atacama-Region und der Missbrauch
der Wüste als Sondermülllagerstätte. Deshalb ist das Buch, obwohl es eine
Kriminalgeschichte ist, gleichzeitig eine grundsätzliche Gesellschaftskritik an
Chile und die Globalisierung.
Roberto Ampuero, 1953 im chilenischen Valparaíso
geboren, lebt heute in den USA, wo er an der University of Iowa Creative
Writing unterrichtet. Er ist einer der erfolgreichsten Autoren Chiles. Sein
Werk, in zahlreiche Sprachen übersetzt, wurde mehrfach ausgezeichnet. Der
Fall Neruda stand in seiner Heimat mehrere Wochen auf Platz 1 der
Bestsellerliste.
Tod in der Atacama von Roberto
Ampuero ist bei Bloomsbury Berlin erschienen.
(JK 06/12)

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