Literaturhaus
Dienstag,
05.03.2013
19.30
Uhr
Schwanenwik
38, 22087 Hamburg
Eintritt:
6 – 10 Euro
Eva
Menasse liest aus ihren neuen Roman Quasikristalle,
der bei Kiepenheuer & Witsch erschienen ist. Maike Albath moderiert den
Abend.
Was
wissen wir wirklich über uns selbst? Und was vom anderen?
In
dreizehn Kapiteln zerlegt Eva Menasse die Biografie einer Frau in ihre
unterschiedlichen Aspekte, zeigt sie als Mutter und Tochter, als Freundin,
Mieterin und Patientin, als flüchtige Bekannte und treulose Ehefrau. Aus diesem
Mosaik tritt auf magische Weise ein kühner Roman hervor, der wie nebenbei die
Fragen nach Wahrnehmung und Wahrheit stellt.
Zu Beginn
ist Xane Molin vierzehn Jahre alt und erlebt mit ihrer besten Freundin einen
dramatischen Sommer. Am Ende ist sie Großmutter und versucht, für den Rest des
Lebenswegs das Steuer noch einmal herumzureißen. Dazwischen nähern wir uns ihr
aus verschiedensten Blickwinkeln: Da ist ihr Vermieter, der sie misstrauisch
beobachtet und eigene Geheimnisse hat, da ist der Überlebende eines
Bürgerkriegs, der sich in sie verliebt, da ist die ungestüme Jugendfreundin,
die Xane nach Jahrzehnten plötzlich nicht mehr zu ertragen glaubt.
Eva
Menasse hat einen unbestechlichen Blick für Frauen in der Gesellschaft, ihre
menschlichen Schwächen und das, was man an ihnen lieben muss. Furchtlos und
subtil erzählt sie von einer aberwitzigen Auschwitz-Exkursion, vom Arbeitsalltag
einer Kinderwunschärztin oder von den Mutproben der pubertierenden Tochter in
der Patchwork-Familie ihrer Heldin. Ein energisches Buch, poetisch, komisch und
bestürzend, dessen Titel der Naturwissenschaft entliehen ist. Erst kürzlich
wurde entdeckt, dass es nicht nur Kristalle mit klar symmetrischer Struktur,
sondern auch gebrochene und scheinbar unregelmäßige gibt. Genauso verhält es
sich mit dem Lebensweg: Er ist verschlungen und schwer berechenbar und nur aus
der Ferne als Ganzes erkennbar.
„Vom
Glück der Lektüre: Eva Menasse schreibt kristallklare Prosa über die
Vergeblichkeit des sehnsuchtsvollen Miteinanders – große Literatur!“ urteilt
Die Zeit.
Eva
Menasse, geboren 1970 in Wien, begann als Journalistin beim österreichischen
Nachrichtenmagazin Profil. Sie wurde Redakteurin der Frankfurter Allgemeinen
Zeitung und begleitete den Prozess um den Holocaust-Leugner David Irving in
London. Nach einem Aufenthalt in Prag arbeitete sie als Kulturkorrespondentin
in Wien. Sie lebt seit 2003 als Publizistin und freie Schriftstellerin in
Berlin. Ihr Debütroman Vienna sowie
ihr Erzählungsband Lässliche Todsünden
waren bei Kritik und Lesern ein großer Erfolg.
Quasikristalle
von Eva Menasse ist bei Kiepenheuer & Witsch erschienen.
(JK 03/13)

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