Literaturhaus
Dienstag,
02.04.2013
19.30
Uhr
Schwanenwik
38, 22087 Hamburg
Eintritt:
6 – 10 Euro
Robert
Schindel stellt seinen neuen Roman Der
Kalte vor, der bei Suhrkamp erschienen ist. Insa Wilke moderiert.
„Der
Wiener Schriftsteller Robert Schindel hat sich viel Zeit gelassen”, schreibt
„die tageszeitung” in einem großen Porträt. Seit seinem großen Roman Gebürtig sind mehr als 20 Jahre
vergangen. Nun aber habe er nachgelegt, mit seinem nicht minder beeindruckenden
Roman Der Kalte, einer
Auseinandersetzung mit Österreichs politischen Mythen, den Versuchen des
Vergessens und der Angemessenheit von Erinnerung.
Österreich
in den „Waldheimjahren” zwischen 1985 und 1989: Drei „Kulturkämpfe” toben
nebeneinander und sind doch untrennbar miteinander verbunden: der Kampf um
einen neuen Staatspräsidenten, der Kampf um ein Antifaschismusdenkmal und der
Kampf um das Theater, „die Burg”. Und inmitten dieser Auseinandersetzungen
kämpft ein Einzelner, kämpft gegen das Vergessen und Verdrängen der NS-Zeit:
der Spanienveteran und KZ-Überlebende Edmund Fraul. Dieser Fraul ist das
Zentrum aller Bewegung: Dem Lager nie entkommen, bis ins Mark kalt, merkt er selbst,
dass er Gefühle nicht äußern, nicht einmal spüren kann. Bis er auf seinen
ziellosen Wanderungen durch Wien einem ehemaligen KZ-Aufseher begegnet und mit
ihm ins Gespräch kommt: über Auschwitz.
In seinem
lang erwarteten zweiten Roman führt uns Robert Schindel erneut in den Wiener
Kosmos: in eine Welt politischer, künstlerischer und menschlicher Gegensätze,
Feindschaften, Amouren, Bindungen und Zerreißproben. In ein Geflecht von
Tragödien und Liebesgeschichten, die so gut glücklich enden können wie tödlich.
Figurenreich und vielperspektivisch ist dieser Roman, weltstädtisch und
detailverliebt, so kämpferisch wie sanft und von großer sprachlicher Schönheit
– und getragen von der Hoffnung, dass Blut und Wärme einer neuen Zeit in die
gefrorenen Charaktere und in den Körper einer veränderten Gesellschaft
zurückkehren.
Der Kalte
von Robert Schindel ist bei Suhrkamp erschienen.
(JK 03/13)

Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen