Christine Westermann vom
WDR nannte den Schweizer Autor Alain Claude Sulzer einen ausgezeichneten
Erzähler. Von ihm ist sein Roman Zur falschen Zeit als Taschenbuch bei
Kiepenheuer & Witsch erschienen.
Mit siebzehn erwacht
seine Neugier. Gekannt hat er seinen Erzeuger nicht; er starb kurz nach seiner
Geburt. Jahrelang hat er die Fotografie, die in seinem Zimmer steht und
offenbar von einem Berufsfotografen gemacht wurde, kaum beachtet, bis ihm eines
Tages die Uhr am Handgelenk des Vaters auffällt. Warum zeigt sie viertel nach
sieben? Welcher Fotograf macht um diese Zeit Bilder? Der Erzähler beschließt,
der Sache auf den Grund zu gehen, und gerät in Paris auf die Spur der wahren
Geschichte seines Vaters.
Mit der Wucht einer
griechischen Tragödie entfaltet Alain Claude Sulzer die Geschichte eines
Mannes, der an sich selbst und den Zeitumständen, in denen er lebt, scheitert.
Gekonnt zeigt Sulzer die klaustrophobischen gesellschaftlichen Lebensumstände
der Sechziger Jahre auf. Dabei benutzt der Autor eine diskrete Sprache und
stellt aufs Neue seinen eleganten Stil und sein Können einer fein inszenierten
Dramaturgie unter Beweis. Gerade Sulzers unaufgeregte ruhige Art des Erzählens
fasziniert und verleiht der Geschichte Spannung.
Alain Claude Sulzer, 1953
geboren, lebt als freier Schriftsteller in Basel, Berlin und im Elsass. Er hat
zahl reiche Romane veröffentlicht. Seine Bücher sind in alle wichtigen Sprachen
übersetzt. In Frankreich gewann sein Roman Ein perfekter Kellner gegen
Ian McEwan, Richard Ford, Don DeLillo, Denis Johnson u. a. den Prix Médicis
étranger 2008 und wurde ein Bestseller. Seine letzte Auszeichnung war der
Hermann-Hesse-Preis, der ihm 2009 verliehen wurde.
Zur falschen Zeit von Alain Claude Sulzer ist bei Kiepenheuer & Witsch erschienen.
(JK 08/12)

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