Mit Feuerköpfe
ist im Deuticke Verlag der zweite Band der Weltschev-Trilogie des bulgarischen
Autors Vladimir Zarev erschienen.
Frühjahr 1946: Bulgarien ist Volksrepublik geworden.
Wer mit den Deutschen paktiert und sich nicht rechtzeitig vor dem Einmarsch der
Russen in Sicherheit gebracht hat, wird gefoltert. Agitatoren ziehen über die
Dörfer und verteilen Broschüren über das neue Leben. Einer davon ist Krum
Marijkin. Schwer zu sagen, was zäher ist: seine Muskeln oder sein Wille, die
Menschen zum wahren Glauben, dem an den Sozialismus, zu bekehren. Auch sein
Cousin, der ehemalige Untergrundkämpfer Weltschev, bekommt eine Karrierechance –
doch er ist letztlich nicht skrupellos genug, um sie zu nützen.
Im zweiten Band seiner großen Trilogie erzählt
Zarev, Schriftsteller aus Bulgarien, von einem System, in dem die Ideologie
alles beherrscht, und von der Unmöglichkeit, damit in Würde zu leben.
Vladimir Zarevs Roman strotzt von Sprachwitz. Immer
wieder entwirft er absonderliche und derbe Szenen, mit denen er auf den Grund
seines Buches gelangt: der Widerspruch zwischen der Moral und Politik, zwischen
der Gesellschaft und dem Einzelnen. Mit seinen prallen Bildern unterhält Zarevs
Roman und bringt somit eine vergangene Zeit noch einmal zum Vorschein, in einem
Land, das uns nicht besonders geläufig ist.
Vladimir Zarev, geboren 1947 in Sofia, ist Autor von
insgesamt fünfzehn Romanen, Erzählbänden und Sachbüchern. 2009 erschien als
erster Teil der Weltschev-Trilogie der Roman Familienbrand.
Feuerköpfe von Vladimir Zarev ist bei Deuticke
erschienen.
(JK 11/11)

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