Angelika Meier am Montag, 7. Januar, im Literaturhaus


Literaturhaus
Montag, 07.01.2013  19.30 Uhr
Schwanenwik 38, 22087 Hamburg
Eintritt: 4 – 7 Euro
                                             
Angelika Meier liest aus ihrem Roman Heimlich, heimlich mich vergiss, der im Diaphanes Verlag erschienen ist und auf der Longlist zum Deutschen Buchpreis 2012 stand.

Angelika Meier hat einen Roman über eine Anstalt der Zukunft geschrieben, in der ‚Cyborg-Ärzte’ ewig Kranke betreuen. In ortloser Höhe thront eine gläserne Klinik über den Angelegenheiten der Normalsterblichen. Dr. Franz von Stern, der als Arzt selbstverständlich mit einer zusätzlichen Hirnrindenschicht und einem Mediator zwischen den Rippen ausgestattet ist, versagt als Referent in eigener Sache: Unfähig, den geforderten Eigenbericht für seine Klinikleitung zu verfassen, erzählt er sich zurück in seine Vergangenheit. Eine Ambulante erscheint ihm plötzlich als Wiedergängerin seiner Frau, und im vermeintlichen Wahngerede seiner Patienten sucht er nach dem Echo der eigenen Geschichte. Irrealer als die Gegenwart, dieses taghelle Delirium, kann das Erinnerte nicht sein, und so macht von Stern sich auf, seine verglaste Welt zu verlassen.

„Was für ein schöner Zauberberg! Diese Klinik ist nicht bloß eine einzige geschlossene Abteilung, sondern sie schwebt auch völlig losgelöst über dem Rest der Welt“, schreibt die Süddeutsche Zeitung. Angelika Meiers Roman spielt in einer Welt, in der ‚mangelnde Gesundheitseinsicht’ ein tödlicher Befund ist: eine fröhlich-düstere Elegie auf uns fast vergangene Gegenwartsmenschen. Dieses Buch zu lesen ist „ … ein Genuss: ein kluges, teilweise überaus heiteres Vexierspiel aus verlorenen Identitäten, verborgenen Erinnerungen und zerbrochenen Träumen, aus holprigem Aufbegehren gegen Zwänge, die Menschen glücklich zu machen behaupten“, urteilt WDR5. Angelika Meier liebt das Spiel mit der großen Verunsicherung, mit dem Traum vom Erwachen in einem Albtraum.  „… für diesen fälligen Frontalangriff auf den Ayurveda-und-Fitness-Terror möchte man sich vor der Autorin verneigen“, jubelt die FAZ Die Faz urteilt weiterhin:  „Dieser Roman ist selbst nichts weniger als subversiver Gegendiskurs, der im Herzen unserer Überwachungs- und Wohlfühlgesellschaft ansetzt, dabei sprachlich anspruchsvoll, spannend, kurios, rasant und witzig, kurz: ein Volltreffer.“

Dr. Angelika Meier, geboren 1968, lebt nach einem Studium der Literaturwissenschaften und Politologie mit anschließender Promotion in Berlin. Sie veröffentlichte u.a. Die monströse Kleinheit des Denkens: Derrida, Wittgenstein und die Aporie in Philosophie, Literatur und Lebenspraxis und den Roman England.

Heimlich, heimlich mich vergiss von Angelika Meier ist im Diaphanes Verlag erschienen.

Die Lesung ist eine Veranstaltung des Literaturzentrum Hamburg e.V.
(JK 01/13)

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