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Andrea Camilleri: Das graue Kleid (Kindler)

Andrea Camilleri, bekannt durch seine Kriminalromane um den sizilianischen Kommissar Salvo Montalbano, führt in seinem neuen Roman Das graue Kleid, das bei Kindler erschienen ist, wieder nach Sizilien. Aber dieses Mal präsentiert er keinen Krimi sondern die Geschichte eines Ehebruchs.

Febo Germosino hat eine tadellose Karriere als hoher Beamter hinter sich. Jetzt, am ersten Tag nach seiner Pensionierung, hält er einen anonymen Brief in Händen. Er enthält Andeutungen über die Untreue seiner fünfundzwanzig Jahre jüngeren Frau Adele. Febo ist entsetzt, doch gleichzeitig bestätigt sich, was er schon lange geahnt hat: Seine Frau ist eine femme fatale, der er hoffnungslos verfallen ist, die ihn hintergeht und ausnutzt. Seltsamerweise trägt Adele bei bestimmten Anlässen ein graues Kleid. Es scheint eine tiefe symbolische Bedeutung zu haben; eine Bedeutung, die sich ihm vielleicht besser nicht erschließen sollte…

Andrea Camilleri geht dem Phänomen nach, warum ältere Männer bedeutend jüngere Frauen – in diesem Fall 25 Jahre jünger – heiraten. Sind die alten Gockel einfach nur bemitleidenswert oder gibt es eine wechselseitige Abhängigkeit und Leidenschaft? Camilleri schafft es, in dem Roman nicht Partei zu ergreifen. So verteilt er gleichermaßen Sympathien auf Febo und Adele. Überaus interessant ist zu sehen, wie Camilleri dieses Beziehungsgeflecht im Hinblick auf die sizilianische Kultur mit ihren stark ehrbezogenen, archaischen Vorstellungen inszeniert. Diese Inszenierung ist gelungen und zeigt einmal mehr, dass Andrea Camilleri nicht nur hervorragende Krimis schreiben kann. Hier ist ein Meister seines Fachs am Werk.

Andrea Camilleri wurde 1925 in Porto Empedocle, Sizilien, geboren. Er ist Schriftsteller, Drehbuchautor und Regisseur und lehrte über zwanzig Jahre lang an der Accademia d’Arte Drammatica Silvio D’Amico. Seit 1998 stürmte jeder Titel des Autors die italienische Bestsellerliste. Mit seinem vielfach ausgezeichneten Werk hat Camilleri sich inzwischen auch einen festen Platz auf den internationalen Bestsellerlisten erobert. Andrea Camilleri ist verheiratet, hat drei Töchter, vier Enkel und lebt in Rom.

Das graue Kleid von Andrea Camilleri ist bei Kindler erschienen.
(JK 11/10)

Andrea Camilleri: Das Netz der großen Fische (Lübbe)


Kein Krimi um den beliebten Commissario Salvo Montalbano ist das neue Buch Das Netz der großen Fische des italienischen Autors Andrea Camilleri, das bei Lübbe erschienen ist. Doch es ist ein Krimi, und er spielt auch auf Sizilien. Und er ist so gut, dass Camilleri dafür 2009 den Literaturpreis Premio de Novela Negra erhielt.

Der Sohn eines führenden Politikers wird des Mordes an seiner Verlobten angeklagt. Diese wiederum war die Tochter eines mächtigen politischen Gegners. Als die Nachricht beim Fernsehsender RAI in Palermo eingeht, hält Programmdirektor Michele Caruso die Meldung zurück, um weitere Informationen abzuwarten. Denn er weiß nur zu gut um das weitreichende Netz der im Verborgenen agierenden Herrscher der Insel. Jener heimlichen Machthaber, denen der mysteriöse Todesfall gerade recht kommt, um skrupellos ihre politischen Interessen durchzusetzen: mittels der verbalen Raffinesse der Medien…

Andrea Camilleri ist ein überaus vielseitiger Autor. Das wird deutlich in Das Netz der großen Fische. Das Buch basiert auf einem realen Mordfall in Sizilien. Der Mord und der Rahmen sind dem tatsächlichen Fall nachempfunden, der Rest ist dann Ausschmückung im besten Stile Camilleris. In mediterraner Übertreibung gestaltet Camilleri seine Figuren und benutzt geschickt die Stereotypen, sei es die skrupellose Mafia, ein allmächtiger Politiker, schleimiger Informant, oder windiger Reporter. Er schaut der sizilianischen Wirklichkeit auf die Finger und entlarvt sie auf satirische Weise. Und so verschlungen die Beziehungen der Mafia sind, so gestaltet Camilelri auch sein Buch. Der Leser wird an der Nase herumgeführt und im Vagen gehalten. Man weiß nie so genau, wer von den Figuren noch ein As im Ärmel hat.

Andrea Camilleri, 1925 in dem sizilianischen Küstenstädtchen Porto Empedocle (Provinz Agrigento) geboren, arbeitete lange Jahre als Essayist, Drehbuchautor und Regisseur sowie als Dozent an der Accademia d’arte drammatica Silvio D’Amico in Rom. Dort lebt er mit seiner Frau Rosetta in dem Stadtteil Trastevere im Obergeschoss eines schmucken Palazzo, wobei er seinen Zweitwohnsitz in Porto Empedocle in Sizilien nie aufgegeben hat. Sein literarisches Werk, in dem er sich vornehmlich mit seiner Heimat Sizilien auseinandersetzt, umfasst mehrere historische Romane sowie Kriminalromane. In seinem Heimatland Italien bricht er seit Jahren alle Verkaufsrekorde und hat auch bei uns ein begeistertes Publikum gefunden. Mit den Romanen um den Commissario Salvo Montalbano eroberte er auch die deutschen Leser im Sturm, und seine Hauptfigur gilt inzwischen weltweit als Inbegriff für sizilianische Lebensart, einfallsreiche Kriminalistik und südländischen Charme und Humor.

Das Netz der großen Fische von Andrea Camilleri ist bei Lübbe erschienen.
(JK 07/11)

Andrea Camilleri & Carlo Lucarelli: Das süße Antlitz des Todes (Kindler)


Die zwei Schwergewichte der italienischen Kriminalliteratur Andrea Camilleri und Carlo Lucarelli haben sich zusammengetan und lassen ihre legendären Figuren Commissario Montalbano und Grazia Negro in dem Buch Das süße Antlitz des Todes ermitteln, das bei Kindler erschienen ist.

Ein Goldfisch steckt in der Kehle der Leiche, die in einer Bologneser Wohnung aufgefunden wird. Der Mann liegt in einer Wasserlache, er wurde mit einem Plastikbeutel erstickt. Die junge Kommissarin Grazia Negro kann sich keinen Reim auf die seltsame Inszenierung des Tatortes machen. Da das Opfer aus Vigàta, der Heimat Salvo Montalbanos, stammt, bittet sie ihren sizilianischen Kollegen um Hilfe. Als Grazia kurz darauf von höchster Stelle jedes weitere Eingreifen untersagt wird, ahnt sie, dass sie und der Commissario es mit einer hochbrisanten Angelegenheit zu tun haben. Und tatsächlich versucht ein mächtiger Gegner mit allen Mitteln, sie von der Wahrheit abzubringen. So müssen die beiden auf ungewöhnliche Weise ihre Ermittlungen fortführen…

Die italienische Tageszeitung La Stampa schwärmt in höchsten Tönen: „Eine große schriftstellerische Leistung, ein Kräftemessen zwischen dem beliebtesten Kommissar Italiens, Salvo Montalbano, und Grazia Negro, Lucarellis eigenwilliger Ermittlerin.“

In der Tat wird hier auf hohem Niveau der Wettbewerb der beiden Dichter geführt. Die Ausgangsfrage des Verlegers, der beide zusammengeführt hat, war, wie die Figur des jeweiligen Autors an die Aufklärung eines Verbrechens herangehen würde. Herausgekommen ist ein Krimi mit Charme, der in gewohnter italienischer Manier dem Rätsel auf die Spur kommt. Es ist hier weniger die treibende Handlung als das Charisma der Ermittler und die liebenswert behutsame Vorgehensweise, die diesem Krimi  Atmosphäre und Reiz verleihen.
Andrea Camilleri wurde 1925 in Porto Empedocle, Sizilien, geboren. Er ist Schriftsteller, Drehbuchautor und Regisseur und lehrte über zwanzig Jahre lang an der Accademia d’Arte Drammatica Silvio D’Amico. Seit 1998 stürmte jeder Titel des Autors die italienische Bestsellerliste. Mit seinem vielfach ausgezeichneten Werk hat Camilleri sich inzwischen auch einen festen Platz auf den internationalen Bestsellerlisten erobert. Andrea Camilleri ist verheiratet, hat drei Töchter, vier Enkel und lebt in Rom.

Carlo Lucarelli, geboren 1960 in Parma, ist Autor diverser Kriminalromane, Erzählungen und Sachbücher, die sich mit der jüngeren italienischen Kriminalgeschichte befassen. Seine Bücher wurden vielfach ausgezeichnet und werden von Lesern und Presse gefeiert. Außerdem schreibt Lucarelli Drehbücher für Film und Fernsehen und moderiert für den italienischen Fernsehsender RAI die preisgekrönte Sendung Blu Notte.

Das süße Antlitz des Todes von Andrea Camilleri und Carlo Lucarelli ist bei Kindler erschienen.
(JK 11/11)

Andrea Camilleri: Kilometer 123 (Kindler)

Der letzte zu Lebzeiten des Meisters des italienischen Kriminalromans erschienene Roman: Andrea Camilleris Kilometer 123 ist Platz 1 der italienischen Bestsellerliste.

Alles beginnt mit einer unbeantworteten SMS. Die Absenderin ist Ester, und der Adressat ist Giulio. Warum Giulio seiner Geliebten nicht antworten kann: Er liegt nach einem heftigen Auffahrunfall bei Kilometer 123 der via Aurelia im Krankenhaus. Wer hingegen die SMS von Ester liest, ist Giulios Ehefrau, die vorher von Esters Existenz nichts wusste. Dies könnte der Anfang einer Liebeskomödie sein, aber der Beigeschmack ist eindeutig ein anderer: Denn ein Zeuge sagt aus, dass Giulios Unfall keineswegs unbeabsichtigt, sondern versuchter Mord war, und die Angelegenheit wird ans Kriminalkommissariat übergeben. Kurze Zeit später findet sich eine Leiche: bei eben jenem Kilometer 123 auf der via Aurelia...

Andrea Camilleris Krimi dreht sich um die perfekte Intrige, getrieben von Macht und Eifersucht. Gleich vorweg, die Figur des Commissario Montalbano kommt nicht vor und so wartet man vergebens auf die kulinarischen Episoden des Commissarios. Doch sizilianisches Lokalkolorit ist die Stärke Camilleris und davon strotzt dieser Roman ebenso. Es ist eine spannende Geschichte mit amüsanten Finten. Ein gewohnt eigenwilliges Spätwerk unseres geliebten Autors.

Andrea Camilleri wurde 1925 in Porto Empedocle, Sizilien, geboren. Er war Schriftsteller, Drehbuchautor und Regisseur. Seine erfolgreichste Romanfigur ist der sizilianische Commissario Montalbano. Insgesamt verfasste Camilleri mehr als 100 Bücher und galt als eine kritische Stimme in der italienischen Gegenwartsliteratur. Andrea Camilleri war verheiratet, hatte drei Töchter und vier Enkel und lebte in Rom. Er starb am 17. Juli 2019 im Alter von 93 Jahren in Rom.

Kilometer 123 von Andrea Camilleri ist bei Kindler erschienen.
(JK 07/20)

Andrea Camilleri: Die Pension Eva (Kindler)

Andrea Camilleri hat in seinem Roman Die Pension Eva, der bei Kindler erschienen ist, dieses Mal keinen Kriminalfall zu lösen, sondern versetzt den Leser nach Sizilien in die Zeit des Faschismus. Der junge Nenè wächst im faschistischen Sizilien auf. Jeden Tag, wenn er mit dem Fahrrad zur Schule fährt, kommt er an einer dreistöckigen Villa vorbei. Es ist dort nie jemand zu sehen, nur manchmal tönen lachende Frauenstimmen aus dem Fenster. Nenès Neugier ist geweckt. Immer wieder sucht er diesen magischen Ort auf, doch erst spät findet er heraus, was sich dahinter verbirgt: ein Bordell. Nachdem der Vater von Nenès Freund Jacolino die Leitung des Hauses übernimmt, dürfen die Jungen, obwohl sie noch nicht volljährig sind, jeden Montag, dem Ruhetag, hierher kommen, um mit den Prostituierten zu essen und zu trinken und sich ihre Geschichten erzählen zu lassen. Draußen herrscht Krieg, und im Schrecken der Bombennächte wird die Pension zu einem Ort lebendiger Phantasie.

Andrea Camilleri wurde 1925 in Porto Empedocle, Sizilien, geboren und lebt heute in Rom. Seine historischen Romane und Krimis lösten in den vergangenen Jahren ein regelrechtes Camilleri-Fieber aus und stürmten sämtliche vorderen Plätze auf den italienischen Bestseller-Listen. Camilleris Hauptfigur, Commissario Salvo Montalbano, gilt inzwischen weltweit als Inbegriff sizilianischer Lebensart und einfallsreicher Kriminalistik.

Die Pension Eva von Andrea Camilleri ist bei Kindler erschienen.

(JK 26/04/08)

Andrea Camilleri: Die Spur des Lichts (Lübbe)

In dem neuen Roman Die Spur des Lichts von Andrea Camilleri stellt sich Commissario Montalbano der Vergangenheit. Das beschauliche Städtchen Vigàta auf Sizilien ist in Aufruhr, und ein Besuch des Innenministers steht bevor. Für Commissario Montalbano ein guter Grund, sich an diesem Tag zurückzuziehen und eine Vernissage zu besuchen. Die schöne Galeristin Marian ist mindestens so reizvoll wie die Exponate – und sie gibt Montalbano diverse Rätsel auf. Wie auch der Überfall auf die Ehefrau eines vermögenden Vigàteser Kaufmanns, der einen mysteriösen Mord nach sich zieht. Als seine Dauerverlobte Livia ihm schließlich ein unerwartetes Geständnis macht, muss Montalbano eine weitreichende Entscheidung treffen...

Die Spur des Lichts ist der 19. Band aus Camilleris erfolgreicher Krimiserie um den sizilianischen Commissario Montalbano. Wie gewohnt löst er alle Probleme souverän,  unterhaltsam und ohne effekthaschende Spannungsmomente. Es gibt viel Lokalkolorit, viel gutes Essen – und viele Selbstzweifel, was sein Verhältnis zu Livia betrifft. Doch Camilleri schafft es auf subtile Weise, schon recht bald zwischen den Zeilen klar zu machen, welche der beiden Frauen am Schluss übrigbleiben wird.

Andrea Camilleri, 1925 in dem sizilianischen Küstenstädtchen Porto Empedocle (Provinz Agrigento) geboren, arbeitete lange Jahre als Essayist, Drehbuchautor und Regisseur sowie als Dozent an der Accademia d’arte drammatica Silvio D’Amico in Rom. Dort lebt er mit seiner Frau Rosetta in dem Stadtteil Trastevere im Obergeschoss eines schmucken Palazzo, wobei er seinen Zweitwohnsitz in Porto Empedocle in Sizilien nie aufgegeben hat. Sein literarisches Werk, in dem er sich vornehmlich mit seiner Heimat Sizilien auseinandersetzt, umfasst mehrere historische Romane, darunter La stagione della caccia (1992), Il birraio di Preston (1995), und La concessione del telefono (1998), sowie Kriminalromane. In seinem Heimatland Italien bricht er seit Jahren alle Verkaufsrekorde und hat auch bei uns ein begeistertes Publikum gefunden. Mit den Romanen um den Commissario Salvo Montalbano eroberte er auch die deutschen Leser im Sturm, und seine Hauptfigur gilt inzwischen weltweit als Inbegriff für sizilianische Lebensart, einfallsreiche Kriminalistik und südländischen Charme und Humor.

Die Spur des Lichts von Andrea Camilleri ist bei Lübbe erschienen. 
(JK 07/17)

Andrea Camilleri: Die schwarze Seele des Sommers (Edition Lübbe)

Die Commissario Montalbano Romane des Sizilianers Andrea Camilleri sind bereits Kult geworden. Bei Edition Lübbe ist nun der neuste Roman Die schwarze Seele des Sommers erschienen, in dem Commissario Montalbano in den Abgrund blickt.

Es ist August, die sizilianische Sonne brennt, alles sind im Urlaub - bis auf Commissario Montalbano. Und nun soll er auch noch nach einer am Meer gelegenen Villa Ausschau halten, weil Freunde aus dem Norden dort ihren Urlaub verbringen wollen. Er wird fündig und alle sind zufrieden. Zumindest bis zu dem Tag, als der Sohn der Urlauber zunächst spurlos im Innern der Villa verschwindet. Trotz aller Versuche, bei der sommerlichen Gluthitze einen kühlen Kopf zu bewahren, hat Montalbano irgendwann das Gefühl, alles doppelt zu sehen: Nicht nur die Villa narrt ihn mit einem mysteriösen Innenleben, auch ein Jahre zurückliegender Mordfall wird zum unheimlichen Déjà-vu, als sich herausstellt, dass die Ermordete eine Doppelgängerin hat, die nun ein erbarmungsloses Spiel mit ihm zu treiben scheint...

Andrea Camilleri, 1925 in dem sizilianischen Küstenstädtchen Porto Empedocle (Provinz Agrigento) geboren, arbeitete lange Jahre als Essayist, Drehbuchautor und Regisseur sowie als Dozent an der Accademia d’arte drammatica Silvio D’Amico in Rom. Dort lebt er mit seiner Frau Rosetta in dem Stadtteil Trastevere im Obergeschoss eines schmucken Palazzo, wobei er seinen Zweitwohnsitz in Porto Empedocle in Sizilien nie aufgegeben hat. In seinem literarischen Werk setzt er sich vornehmlich mit seiner Heimat Sizilien auseinander. In seinem Heimatland Italien bricht er seit Jahren alle Verkaufsrekorde und hat auch bei uns ein begeistertes Publikum gefunden. Mit den Romanen um den Commissario Salvo Montalbano eroberte er auch die deutschen Leser im Sturm, und seine Hauptfigur gilt inzwischen weltweit als Inbegriff für sizilianische Lebensart, einfallsreiche Kriminalistik und südländischen Charme und Humor.

Die schwarze Seele des Sommers von Andrea Camilleri ist bei Edition Lübbe erschienen.
(JK 11/08)

Andrea Camilleri: Das Ritual der Rache (Lübbe)


In dem neuen Krimi Das Ritual der Rache des sizilianischen Autors Andrea Camilleri, der bei Lübbe erschienen ist, vermisst Commissario Montalbano einen guten Freund.

Im Umland von Vigàta liegt ein Toter in einem Plastiksack. Wenig später taucht eine Frau im Kommissariat auf, die ihren Ehemann als vermisst meldet. Commissario Montalbano fühlt sich an eine Geschichte aus der Bibel erinnert, an den Verrat des Judas. Denn: Der Leichnam wurde in dreißig Teile zerstückelt, im sogenannten Töpferland verscharrt, der Schuss in den Nacken deutet auf Rache wegen Verrats hin, und bei dem Toten handelt sich offensichtlich um einen Fremden. Die Tat eines bibelkundigen Mafioso? Oder nur die blühende Fantasie eines Commissario? Eines weiß Montalbano jedenfalls genau: Sein Vize Augello verhält sich derzeit ziemlich merkwürdig und ist ihm nicht gerade eine Hilfe.

Es ist der dreizehnte Fall des belebten Salvo Montalbano, eine Figur die dem sizilianischen Leben greifbar und ehrlich entsprungen ist. Die Reihe um den Commissario ist deshalb beliebt, weil sie geradlinig erzählt wird und dabei mit vielen populären Themen des Alltags garniert wird. Auch der neuste Krimi enthält ist wieder mit vielen liebevollen Details geschrieben worden. Man spürt den Altmeister begeistert bei seinem Werk.

Andrea Camilleri, 1925 in dem sizilianischen Küstenstädtchen Porto Empedocle (Provinz Agrigento) geboren, arbeitete lange Jahre als Essayist, Drehbuchautor und Regisseur sowie als Dozent an der Accademia d’arte drammatica Silvio D’Amico in Rom. Dort lebt er mit seiner Frau Rosetta in dem Stadtteil Trastevere im Obergeschoss eines schmucken Palazzo, wobei er seinen Zweitwohnsitz in Porto Empedocle in Sizilien nie aufgegeben hat. Sein literarisches Werk, in dem er sich vornehmlich mit seiner Heimat Sizilien auseinandersetzt, umfasst mehrere historische Romane sowie Kriminalromane. In seinem Heimatland Italien bricht er seit Jahren alle Verkaufsrekorde und hat auch bei uns ein begeistertes Publikum gefunden. Mit den Romanen um den Commissario Salvo Montalbano eroberte er auch die deutschen Leser im Sturm, und seine Hauptfigur gilt inzwischen weltweit als Inbegriff für sizilianische Lebensart, einfallsreiche Kriminalistik und südländischen Charme und Humor.

Das Ritual der Rache von Andrea Camilleri ist bei Lübbe erschienen.
(JK 06/12)

Andrea Camilleri: Die Flügel der Sphinx (Lübbe)

In seinem elften Fall ist der sizilianische Commissario Montalbano in Andrea Camilleris Kriminalroman Die Flügel der Sphinx unterwegs, der bei Lübbe erschienen ist.

Der Mord an einer jungen Frau bereitet der Polizei im sizilianischen Vigàta Kopfzerbrechen. Es gibt keine Hinweise auf die Identität des Opfers und das Gesicht ist vollkommen entstellt. Einziger Anhaltspunkt ist ein Tattoo auf der linken Schulter: ein Schmetterling. Als Commissario Montalbano der Sache nachgeht, findet er heraus, dass die Unbekannte zu einer Gruppe junger Russinnen gehörte, die von einer Institution namens „Der gute Wille“ nach Italien gelockt worden war. Angeblich wollte man die Frauen mit einer seriösen Anstellung vor der Prostitution retten, die ihnen in ihrer Heimat gedroht hätte. Der Padrone des Vereins ist Montalbano trotz „guten Willens“ vom ersten Augenblick an unsympathisch. Dass ihn sein Bauchgefühl nicht trügt, hebt seine Laune nur bedingt, denn was nun folgt, hätte Montalbano sich nicht einmal in seinen kühnsten Träumen ausgemalt.

Wie gewohnt mixt Camilleri seine sizilianischen Ingredienzen für seine erfolgreiche Krimireihe um Commissario Montalbano auch in Die Flügel der Sphinx: sizilianische Lebensart mit gutem Essen, die sonnendurchflutete Landschaft Siziliens, ein eigenwilliger Commissario, der wie gewohnt im Clinch mit Freundin Livia liegt und dabei hart und unergiebig, schlau und gerissen die Übeltäter verfolgt. Das ganze wird verfeinert mit einer guten Prise kritischen Blicks auf die Gesellschaft, in der Commissario Montalbano agiert. Es ist genau diese Mischung, die den Erfolg der Krimireihe ausmacht und die den Leser auch im elften Fall erwartet. Aber der Commissario entwickelt sich weiter, hat er denn in dem neuen Band nun die ersten Ausläufer einer Midlife-Crisis zu bewältigen, was ihn nur noch mehr in die Herzen der Leser schließen lassen wird.

Andrea Camilleri wurde 1925 auf Sizilien geboren. Lange Jahre arbeitete er als Essayist, Drehbuchautor und Regisseur sowie als Dozent an der Accademia d’arte drammatica Silvio D’Amico in Rom, wo er heute noch lebt. Camilleri hat zahlreiche historische Roman verfasst, der große Erfolg kam schließlich mit seiner Krimireihe um Kommissar Montalbano. Mittlerweile ist der vorliegende Roman der elfte Fall seines Helden.

Die Flügel der Sphinx von Andrea Camilleri ist bei Lübbe erschienen.
(JK 12/09)

Luca Di Fulvio am Sonntag, 15. September, beim Harbour Front Literaturfestival

Harbour Front Literaturfestival 2013
Cap San Diego
Sonntag, 15.09.2013  20.00 Uhr
Überseebrücke, 20459 Hamburg
Preis: 14,00 €

Venedig ist die Antwort: Luca Di Fulvio stellt seinen Roman : Das Mädchen, das den Himmel berührte vor, der bei Bastei Lübbe erschienen ist. Annalena Schmidt liest die deutschen Texte, Maike Albath moderiert.

Großes Kino, lebensprall, anrührend und farbenprächtig erzählt: Wie wird ein junger Tagedieb, der seine Kindheit in einer Höhle verbrachte, zu einem glühenden Verfechter der Freiheit? Wie wird ein jüdischer Überlebenskünstler zu einem anerkannten Arzt? Und wie wird ein Mädchen mit einer mysteriösen Herkunft zu einer aufsehenerregenden Modeschöpferin? Die Antwort liegt in Venedig, im Venedig des 16. Jahrhunderts. Denn dort, in der geheimnisvollsten Lagune Europas, im Labyrinth der Gassen und Kanäle, zwischen der Pracht San Marcos und dem Elend der Spelunken von Rialto, findet sich das gesamte Panorama des Lebens. In seinem gefeierten historischen Roman Das Mädchen, das den Himmel berührte erzählt der Römer Luca Di Fulvio (sein Lehrmeister war kein Geringerer als Andrea Camilleri) eine atemberaubende Geschichte von kühnen Lebensträumen, und von einer Liebe über alle Grenzen hinweg. Ein episches Meisterwerk, ein Buch wie eine Reise, von der man sich wünscht, sie möge niemals enden. Tolle Unterhaltung!

Luca Di Fulvio, geboren 1957, lebt und arbeitet als freier Schriftsteller in Rom. Sein vielseitiges Talent ermöglicht es ihm, mit derselben Leichtigkeit sowohl packende Thriller für Erwachsene als auch fröhliche Geschichten für Kinder zu schreiben (letztere veröffentlicht er unter Pseudonym). Einer seiner vorherigen Thriller, L'Impagliatore, wurde unter dem Titel Occhi di cristallo für das italienische Kino verfilmt. Bevor Di Fulvio zum Schreiben kam, hat er in Rom Dramaturgie studiert, und sein Lehrmeister war kein Geringerer als Andrea Camilleri.

Das Mädchen, das den Himmel berührte von Luca Di Fulvio ist bei Bastei Lübbe erschienen.
(JK 09/13)

Marco Malvaldi: Im Schatten der Pineta (Piper)

Was Andrea Camilleri für Sizilien ist, könnte in Zukunft Marco Malvaldi für die Toskana sein. Von ihm ist jetzt sein Krimidebüt Im Schatten der Pineta  auf Deutsch bei Piper erschienen.

Welch eine Hitze! Die sommerlichen Temperaturen in Pineta, dem toskanischen Städtchen an der ligurischen Küste, sind eigentlich nur an einem Ort zu ertragen – in Massimos Café BarLume. Und hier sitzen sie dann auch, die vier alten Männer, und vertreiben sich die Zeit. Mit Espresso, Sambuca, Kartenspiel – und Dorfklatsch. Und was haben sie nicht alles zu besprechen! Als ganz in der Nähe der Bar ein junges Mädchen ermordet aufgefunden wird, sind selbst die alten Männer sprachlos. Aber nur ganz kurz…

Massimos Café BarLume könnte zu so etwas wie der In-Treffpunkt der Krimiliteratur werden. Die Handlung des Krimis spielt fast ausschließlich in der Bar, wo die vier Freunde Gino, Pilade, Ampelio und Aldo tag aus tag ein zusammen sitzen. Sie sind alle zwischen 74 und 82 Jahre alt. Wie Altmeister Camilleri schafft es auch der junge Mavaldi, seinem Ort Pineta viel Lokalkolorit einzuhauchen. Zwischen den Figuren entfalten sich ausgefeilte Dialoge, die mit feinem Humor brillieren. Die Helden sind charmant, humorvoll und liebenswert.

Marco Malvaldi, geboren 1974 in Pisa, wo er auch heute noch lebt, arbeitet als wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Fakultät für Chemie der dortigen Universität. Krimis schreibt er bisher nur in seiner Freizeit. Dem Erstling Im Schatten der Pineta folgten in Italien bereits zwei weitere Krimis um den sympathischen Barbesitzer Massimo, wo sie sich einer stetig wachsenden Beliebtheit erfreuen und – langsam, aber unbeirrbar wie ihr sympathischer Protagonist – die Bestsellerlisten erklimmen.

Im Schatten der Pineta  von Marco Malvaldi ist bei Piper erschienen.
(JK 07/11)

Alicia Giménez-Bartlett: Die stumme Braut (Piper)


Die Inspectora Petra Delicado ermittelt wieder! Von der spanischen Autorin Alicia Giménez-Bartlett ist nun bei Piper der Krimi Die stumme Braut erschienen. Sie muss dieses Mal in einem Kloster ermitteln.

Das Kloster der Herz-Jesu-Schwestern in Barcelona: Inbegriff von Ruhe und Besinnung – und so ziemlich der letzte Ort, an dem man die lebenslustige, zungenfertige Inspectora Petra Delicado vermutet. Bis ein rätselhafter Mord und die noch rätselhaftere Entführung eines mumifizierten Heiligen die Erkundung des sakralen Gebäudes unumgänglich macht. Und so wird die Suche nach dem Klostermörder zum kuriosesten Fall in der Ermittlerkarriere von Petra Delicado und Subinspector Fermín Garzón. Und die Jagd nach der Mumie hält nicht nur die Nonnen des heiligsten Herzens Jesu, sondern das ganze Land in Atem.

Der Fall ist sehr vertrackt und die gute Petra Delicado stochert lange im Dunkeln. Wie das mit arrivierten Ermittlern in der Krimiliteratur der Fall ist, so wird auch hier der Ermittlerin und ihrem Leben viel Platz eingeräumt. Der Fall gerät mitunter zum schmückenden Beiwerk, der auch noch erledigt werden muss. Dennoch ist die Figur der Petra Delicado eine Bereicherung und es macht Spaß ihr zu folgen. Am Ende kommt die Auflösung zwar mitunter etwas unvermutet plötzlich, das sieht man aber der Autorin und ihren Ermittlern gerne nach, alleine der herrlichen Dialoge wegen.

Alicia Giménez-Bartlett, ist seit Jahren die Nummer eins unter Spaniens Krimiautoren und eroberte mit ihrem unnachahmlichen Ermittlerduo Petra Delicado und Fermín Garzón längst die Welt. In Italien verdrängte sie Andrea Camilleri und den Papst von der Bestsellerliste, und in Deutschland lobte Brigitte die Scharfzüngigkeit von Barcelonas schlagfertigster Ermittlerin, die in ihrem achten Fall, Die stumme Braut, zu Höchstform aufläuft.

Die stumme Braut von Alicia Giménez-Bartlett ist bei Piper erschienen.
(JK 08/11)

Paolo Giordano zu Gast in der Zentralbibliothek am Dienstag, 21. Januar


Zentralbibliothek
Dienstag, 21.01.2014 19.30 Uhr
Hühnerposten 1, Eingang: Arno-Schmidt-Platz, 20097 Hamburg
Eintritt: 10 – 12 Euro  
(Die Ermäßigung gilt nur für Mitglieder des Instituto Italiano bei Vorlage des Mitgliedsausweises)

Paolo Giordano stellt sein neues Buch Der menschliche Körper vor, das bei Rowohlt erschienen ist. Tristan Seith liest die deutschen Texte. Dr. Annette Kopetzki moderiert.

„Zum Teufel noch mal, was für ein großartiger Schriftsteller, schon mit 26 Jahren! “, staunte Alt-Meister Andrea Camilleri, nachdem er Giordanos ersten Roman Die Einsamkeit der Primzahlen gelesen hatte. Von einsamen Helden und Grenzerfahrungen handelt das neueste Buch des Turiner Schriftstellers: Giordano erzählt von jungen Soldaten, die nach Afghanistan gehen. Nach ihren Erlebnissen am Hindukusch wird nichts mehr so sein, wie es war…
Eine Truppe junger Soldaten bricht nach Afghanistan auf. Sie chatten und telefonieren mit ihren Freundinnen und Frauen zu Hause, sehnen sich nach dem Vertrauten und sind doch auf der Suche nach neuen Thrills. Ihre Geschichte wird choral erzählt. Da ist Alessandro Egitto, Militärarzt und ungeliebter Sohn von ehrgeizigen Eltern. Da sind die Soldaten: René, der verantwortungsbewusste Zugführer, der naive Ietri, der politisch unkorrekte Cederna, Di Salvo, der sich vom Übersetzer mit Marihuana versorgen lässt, der Sarde Torsu, der mit der Unbekannten Tersicore89 im Chat Erotik sucht, die Soldatin Zampieri, die ihre Forschheit nur vorgibt. Sie alle treffen Entscheidungen, deren Folgen sie ihr Leben lang nicht mehr loslassen werden. Denn es kommt der Moment, in dem sie aus ihren Sicherheitszonen herausmüssen: Die Soldaten begleiten afghanische Lastwagenfahrer durch ein von den Taliban kontrolliertes Tal. Von da an verändert sich ihr Leben. Nach dem Einsatz kehren sie zurück in eine ihnen fremd gewordene Welt. Wie können sie die, nach denen sie sich aus der Ferne sehnten, noch lieben? Mit psychologischer Meisterschaft beschreibt Paolo Giordano, wie Gefühle entstehen. Ein existenzielles Buch voll emotionaler Kraft.

Paolo Giordano wurde 1982 in Turin geboren, wo er Physik studierte und mit einem Doktorat in theoretischer Physik abschloss, und wo er heute noch lebt. Sein erster Roman Die Einsamkeit der Primzahlen war ein internationaler Bestseller. Er wurde in über 40 Sprachen übersetzt und verfilmt. Giordano erhielt dafür mehrere Auszeichnungen, darunter den angesehensten italienischen Literaturpreis, den Premio Strega.

Der menschliche Körper von Paolo Giordano ist bei Rowohlt erschienen.

Die Veranstaltung ist in Zusammenarbeit mit Buchhandlung Heymann und des Istituto Italiano. 
(JK 01/14)