Bereits 2009 wurde der Thriller Tokio im Jahre Null von David Peace mit dem Deutschen Krimipreis
ausgezeichnet. Jetzt erscheint der Thriller erstmals als Taschenbuch bei Heyne.
Tokio, 1946: Inmitten von Trümmern, Angst,
Korruption und Elend ermittelt Inspektor Minami in einer Mordserie. Mehrere
junge Frauen wurden brutal vergewaltigt und anschließend umgebracht. Die
Polizei verhaftet schnell einen Verdächtigen, der aber nur einen der Morde
gesteht. Minami ist gezwungen, alte Fälle neu aufzurollen, um den Täter zu
fassen. Doch dabei verstrickt er sich in einem Netz aus Lügen und nackter
Gewalt. Die Machenschaften des organisierten Verbrechens werden für ihn zur
tödlichen Gefahr, genau wie die Intrigen innerhalb des Polizeiapparats. Langsam
zerfließen die Grenzen zwischen Wahn und Wirklichkeit, und die Taten der
Vergangenheit kommen ans Tageslicht. Denn auch in Minamis Vergangenheit lauern
dunkle Geheimnisse.
David Peace ragt unter den Krimiautoren als
Nonkonformist hervor. Sein Schreibstil ist provozierend und in seiner Art
sehr ungewöhnlich. Er versucht, alle
Sinne des Lesers in seinen Büchern zu beanspruchen. So ist die Atmosphäre im
kriegszerstörten Tokio erdrückend, die Figuren ziemlich kaputt. Hart und
gnadenlos geht es dort zur Sache. Die Geschichte basiert auf einem
tatsächlichen Fall eines Serienmörders, der unter dem Eindruck des barbarischen
japanischen Kolonisationskriegs in China nicht mehr vom Morden lassen kann.
Gerade der Bezug zu einem realen Fall sorgt für zusätzlichen Schauder. Zu Recht
gilt das Buch als Meisterwerk und wurde entsprechend ausgezeichnet.
David Peace wurde 1967 im Westen Yorkshires geboren.
Nach einem Studium an der Technischen Hochschule von Manchester arbeitete er
jahrelang als Englischlehrer in Istanbul. Heute lebt er mit seiner Familie in
Tokyo. David Peace wurde u. a. mit dem Grand Prix du Roman Noir ausgezeichnet
und in die renommierte Granta’s List of Best Young British Novelists
aufgenommen. Für seinen Roman 1974 und dem vorliegenden Tokio im Jahre Null wurde David Peace mit dem deutschen Krimipreis
ausgezeichnet.
(04/11)

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