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Die simbabwische Autorin Petina Gappah liest in der Buchhandlung cohen + dobernigg am Donnerstag, 6. Oktober

Buchhandlung cohen + dobernigg
Donnerstag, 06.10.2016  21.00 Uhr
Sternstr. 4, Hamburg
Eintritt: 8 Euro

Die simbabwische Autorin Petina Gappah, die als Juristin und Journalistin in Genf lebt, liest aus ihrem Romandebüt Die Farben des Nachtfalters, das bei Arche erschienen ist. Lesung der deutschen Texte: Sigrid Behrens. Moderation: Ulrike Ostermeyer.

Sie heißt Memory und sitzt in einer Todeszelle in Simbabwes berüchtigtem Gefängnis Chikurubi. Für eine amerikanische Reporterin, die sich für ihren Fall interessiert, schreibt Memory ihre Geschichte auf. Es ist ein Schreiben um Leben und Tod. Memory ist eine weiße Schwarze, eine Albino, die bis zu ihrem 9. Lebensjahr in einer Township aufwuchs. Dann, so glaubt sie, wurde sie von ihren Eltern an den reichen weißen Großgrundbesitzer Lloyd Hendricks verkauft. Er kümmerte sich liebevoll um sie und ermöglichte ihr eine erstklassige internationale Ausbildung. Jetzt ist er tot und Memory des Mordes an ihm angeklagt. Wer war Lloyd Hendricks wirklich? Kann Memory ihren Erinnerungen trauen? 

Petina Gappah erzählt diesen faszinierenden, vor dem Hintergrund der Geschichte Simbabwes spielenden Roman fesselnd wie einen Krimi und verleiht ihrer Heldin eine unvergessliche literarische Stimme.

Petina Gappah, 1971 im damaligen Rhodesien (heute Simbabwe) geboren, studierte Jura an der University of Zimbabwe, an der University of Cambridge und an der Universität Graz. Sie arbeitet als Juristin und Journalistin in Genf. 2009 erschien ihr erstes Buch, der Erzählungsband An Elegy for Easterly, für den sie mit dem Guardian First Fiction Award ausgezeichnet wurde. Die Farben des Nachtfalters ist ihr erster Roman.

Die Farben des Nachtfalters von Petina Gappah ist bei Arche erschienen.
(JK 10/16)

NoViolet Bulawayo: Wir brauchen neue Namen (Suhrkamp)

Der Roman Wir brauchen neue Namen der aus Zimbabwe stammenden Autorin NoViolet Bulawayo beschwört die Abenteuer eines Mädchens an einem unwirtlichen Ort Afrikas. NoViolet Bulawayo verleiht ihrer Heldin dabei eine einzigartige Stimme, die trotz allem beharrlich Lust am Leben versprüht. Und am Ende steht eine Geschichte, deren Reizen man sich nicht entziehen kann – saftig und bittersüß, genau wie Darlings geliebte Guaven.

Die zehnjährige Darling lebt im Chaos einer Blechhüttensiedlung. Paradise heißt ihr Zuhause, und fast alles fehlt: der Vater, die Schule, der Fernseher oder auch nur genug zu essen. Doch hier lassen einen die Erwachsenen in Ruhe, die Entwicklungshelfer verschenken Spielzeug und in ganz Afrika kann man nirgendwo besser Guaven klauen. Für alle anderen ist Paradise ein Scherbenhaufen aus zerbrochenen Träumen, für Darling der einzige Ort, der ihr ans Herz gewachsen ist. Gerade als Darling anfängt zu verstehen, wird sie von ihrer Tante in den USA fortgerissen. Üppiges Essen, der Fernseher, die Schule – das alles ist bald selbstverständlich, nur steht sie im neuen Paradies bald vor ihrer größten Aufgabe…

In NoViolet Bulawayos Roman kommen im Grunde alle Verirrungen und Plagen des afrikanischen Kontinents zusammen. Es gibt betrügerische Prediger, hoffnungslose Slums, Aids (ihr Vater ist daran erkrankt), politische Gewalt (Pro-Mugabe Partisanen vertreiben weiße Siedler und skandieren „Afrika den Afrikanern!“), Missbrauch und Vergewaltigung in der eigenen Familie und Straßenkinder, aus deren Reihen die Hauptfigur Darling nach Amerika geholt wird und selbst ein kurzes Kapitel beschreibt den wachsenden chinesischen Einfluss. Und das ist alles in den ersten hundert Seiten des Romans verpackt, bevor die Handlung nach Amerika wechselt. Einen solchen Parforceritt durch die afrikanische Gegenwart kann sich die Autorin leisten, indem sie eine frei schwebende, episodische Handlungsstruktur anwendet. Was das Buch vor dem Kollaps unter dem eigenen thematischen Gewicht rettet, ist der sprachliche Schwung der Autorin, und das Gefühl, dass man hier eine talentierte und ehrgeizige Autorin vor sich hat, die jeden Augenblick den Leser durch eine Wendung in der Handlung überraschen kann mit einer Geschichte, die nicht beim Lamentieren bleibt sondern etwas bewirken möchte.

NoViolet Bulawayo, geboren 1981 in Simbabwe, zog im Alter von achtzehn Jahren in die Vereinigten Staaten. 2011 gewann sie den Caine Prize for African Writing.

Wir brauchen neue Namen von NoViolet Bulawayo ist bei Suhrkamp erschienen.
(JK 12/14) 

Tendai Huchu bei den Vattenfall Lesetagen


Vattenfall Lesetage:
Theaterbar Zentrale im Thalia Theater
Freitag, 20.04.2012  19.00 Uhr
Alstertor 1, 20095 Hamburg
Eintritt: 7 €

Tendai Huchu liest aus seinem Roman Der Friseur von Harare der im Peter Hammer Verlag erschienen ist. Nina George moderiert, Irina von Bentheim liest die deutschen Texte.

Romane aus Afrika, die das Thema Homosexualität aufgreifen, sind sehr selten, da die gesellschaftliche Stimmung, meist angezettelt durch einflussreiche religiöse Sekten, in den meisten Ländern unangenehm aufgeheizt ist. Aus Zimbabwe, dessen Präsident Mugabe sich insbesondere durch schwulenfeindliche Hasstiraden sein Überleben sichern will, kommt nun ein solcher bemerkenswerter Roman. Der Friseur von Harare ist der Titel, Tendai Huchu der Name des Autors und erschienen ist das Buch im  Peter Hammer Verlag.

Für Vimbai läuft es gut in ihrem Salon. Es ist nicht irgendein, sondern der Salon von Harare und Vimbai ist die Talentierteste in ihrem Team. Die großen Damen der Stadt wollen allein von ihr frisiert werden. Doch dann kommt eines Tages Dumisani, ein neuer Kollege, in den Salon und alles wird anders. An den außergewöhnlich begabten und charmanten Kollegen verliert Vimbai schon bald ihre besten Kundinnen. Vollends aus dem Gleichgewicht gerät ihr Leben aber, als Dumi plötzlich ohne Bleibe ist und in dieser Notlage bei ihr einzieht.

Tendai Huchu hat aus einer einfachen, aber emotional komplexen Situation einen fesselnden Roman gesponnen, der ein großes afrikanisches Tabuthema aufgreift: die Homosexualität. Dabei benutzt er das Thema geschickt, um allgemein auf die Situation des Landes einzugehen und am Ende steht die Einsicht, dass man nicht den vorgefertigten Anfeindungen und vorhandenen Diskriminierungen einfach nachgehen und trauen darf. Es zählt allein der Mensch und nichts darf ihn entwürdigen – auch keine Frisur. Diese einfache aber sympathische Botschaft zieht sich durch das Buch und es macht große Freude, das Buch zu lesen. Mit viel Witz und spannenden Momenten überrascht uns der Autor zudem.

Tendai Huchu, geboren 1982 in Bindura/Simbabwe, besuchte die Churchill High School in Harare, bevor er an der University of Zimbabwe Bergbautechnik studierte. Heute lebt er als Podologe in Edinburgh/Schottland.

Der Friseur von Harare von Tendai Huchu ist im Peter Hammer Verlag erschienen.
(JK 04/12)

Tendai Huchu: Der Friseur von Harare (Peter Hammer Verlag)


Romane aus Afrika, die das Thema Homosexualität aufgreifen, sind sehr selten, da die gesellschaftliche Stimmung, meist angezettelt durch einflussreiche religiöse Sekten, in den meisten Ländern unangenehm aufgeheizt ist. Aus Zimbabwe, dessen Präsident Mugabe sich insbesondere durch schwulenfeindliche Hasstiraden sein Überleben sichern will, kommt nun ein solcher bemerkenswerter Roman. Der Friseur von Harare ist der Titel, Tendai Huchu der Name des Autors und erschienen ist das Buch im  Peter Hammer Verlag.

Für Vimbai läuft es gut in ihrem Salon. Es ist nicht irgendein, sondern der Salon von Harare und Vimbai ist die Talentierteste in ihrem Team. Die großen Damen der Stadt wollen allein von ihr frisiert werden. Doch dann kommt eines Tages Dumisani, ein neuer Kollege, in den Salon und alles wird anders. An den außergewöhnlich begabten und charmanten Kollegen verliert Vimbai schon bald ihre besten Kundinnen. Vollends aus dem Gleichgewicht gerät ihr Leben aber, als Dumi plötzlich ohne Bleibe ist und in dieser Notlage bei ihr einzieht.

Tendai Huchu hat aus einer einfachen, aber emotional komplexen Situation einen fesselnden Roman gesponnen, der ein großes afrikanisches Tabuthema aufgreift: die Homosexualität. Dabei benutzt er das Thema geschickt, um allgemein auf die Situation des Landes einzugehen und am Ende steht die Einsicht, dass man nicht den vorgefertigten Anfeindungen und vorhandenen Diskriminierungen einfach nachgehen und trauen darf. Es zählt allein der Mensch und nichts darf ihn entwürdigen – auch keine Frisur. Diese einfache aber sympathische Botschaft zieht sich durch das Buch und es macht große Freude, das Buch zu lesen. Mit viel Witz und spannenden Momenten überrascht uns der Autor zudem.

Tendai Huchu, geboren 1982 in Bindura/Simbabwe, besuchte die Churchill High School in Harare, bevor er an der University of Zimbabwe Bergbautechnik studierte. Heute lebt er als Podologe in Edinburgh/Schottland.

Der Friseur von Harare von Tendai Huchu ist im Peter Hammer Verlag erschienen.
(JK 11/11)

Irene Sabatini: Geteiltes Herz (btb)

Irene Sabatinis Buch Geteiltes Herz, das als Taschenbuch bei btb erschienen ist, ist die Geschichte eines außergewöhnlichen Paares, das versucht gegen alle Widerstände sein Glück zu finden.

Bulawayo, Zimbabwe: Die schwarze Lindiwe kann ihre Faszination für Ian, den ungestümen weißen Nachbarsjungen, nicht verbergen. Zwischen ihnen entwickelt sich eine zarte Verbindung. Aber die Zeit ist gegen sie: Die schwarze Bevölkerung lehnt sich gegen die Weißen auf, das Land versinkt im Bürgerkrieg. Gemeinsam wollen sie schließlich nach Südafrika fliehen, doch im letzten Moment bekommt Ian kalte Füße und lässt Lindiwe nach ihrer ersten gemeinsamen Nacht in einem Hotel an der Grenze zurück. Erst sechs Jahre später sehen sich die beiden wieder...

Bulawayo ist der Ort der Kindheit der Autorin und sie hat ihre Geschichte in die frühen 80er Jahre, die Zeit des Umbruchs in Zimbabwe gelegt. Die bisherige Front Weiß gegen Schwarz wird komplizierter durch die Unterschiede der Stämme untereinander und eine allgemeine Orientierungslosigkeit greift um sich. Irene Sabatini ist es gelungen, die junge Geschichte Zimbabwes eindrucksvoll für den europäischen Leser zu entschlüsseln und eine ergreifende Geschichte zu komponieren.

Irene Sabatini, geboren 1967, wuchs in der Kleinstadt Bulawayo in Zimbabwe auf. Sie studierte Psychologie an der Universität von Harare und später in London. Sie verbrachte einige Jahre in Kolumbien und der Karibik. Heute arbeitet sie als Psychologin und schreibt an einem neuen Buch. Sie lebt mit ihrem Mann und zwei Söhnen in Genf. Geteiltes Herz ist Irene Sabatinis erster Roman.

Geteiltes Herz von Irene Sabatini ist bei btb als Taschenbuch erschienen.
(JK 11/10)