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Peter Zantingh beim 12. Harbour Front Literaturfestival am Dienstag, 15. September, in der Elbphilharmonie Hamburg Kleiner Saal

12. Harbour Front Literaturfestival 
Elbphilharmonie Hamburg Kleiner Saal
Dienstag, 15.09.2020 20.00 Uhr
Platz der Deutschen Einheit, Hamburg 
Eintritt: 28 Euro

Der niederländische Schriftsteller Peter Zantingh erstellt zu all seinen Büchern Playlists mit Liedern, die ihn beim Schreiben begleitet haben. In seinem jüngsten Roman Nach Mattias spielen die Songs seiner Playlist (u.a. Interpreten wie Sufjan Stephens, Pink Floyd oder Nick Cave & The Bad Seeds) sogar eine eigene Rolle. Peter Zantingh liest, spielt Titel ein und erzählt, wie sehr diese Musik ihn bei den jeweiligen Kapiteln seines ersten auf Deutsch erschienenen Romans inspiriert haben.

Im Mittelpunkt dieses Romans steht Mattias, ein junger Mann, der sich für alles und jeden begeistern kann. Doch von einem Tag auf den andern ist Mattias nicht mehr da. Das Schicksal hat seiner Lebensgeschichte einen unerwarteten Schlusspunkt gesetzt. Doch das Leben derer, die bleiben, geht weiter. Sie alle müssen einen Weg finden, mit der Leerstelle, die Mattias hinterlässt, umzugehen. Einige von ihnen waren ihm sehr nah, andere kannten ihn kaum. Wie Puzzlesteine fügen sich ihre Geschichten in ein Abbild von Mattias und geben Antwort auf die Frage, die sich vom ersten Satz an wie ein Leitfaden durch den Roman zieht: Was ist mit Mattias passiert und warum ist er nicht mehr da? Gleichzeitig werden ihre Lebensgeschichten trotz all des Schmerzes zu Zeugen von Mattias’ Begeisterungsfähigkeit und seinem unbeugsamen Mut, sich dem Leben jeden Tag vorbehaltslos hinzugeben. Ein kluges, sensibles und bewegendes Buch über die vielen Gesichter der Trauer, das aber gleichzeitig von großer Lebensfreude und Hoffnung geprägt ist und unseren Blick für das schärft, was wirklich von Bedeutung ist. Ein Roman am Puls unserer Zeit.

Peter Zantingh, geboren 1983 in Heerhugowaard in der niederländischen Provinz Nordholland, studierte Wirtschaft und Digitale Kommunikation und arbeitet heute als stellvertretender Chefredakteur bei der Wochenendausgabe des NRC Handelsblad. Sein Romanerstling Een uur en achttien minuten war für diverse Literaturpreise nominiert. Peter Zantingh lebt mit seiner Frau und seinem Sohn in Utrecht.

Nach Mattias von Peter Zantingh ist bei Diogenes erschienen.

Das Autorenduo Thomas Hoeps und Jac. Toes lesen im Speicherstadtmuseum am Freitag, 7. Februar

Speicherstadtmuseum
Freitag, 07.02.2020 19.30 Uhr

Am Sandtorkai 36, Hamburg
Eintritt: 9 / 11 Euro. Reservierung: Tel. 040-321191, info@speicherststadtmuseum.de 
 

Das Autorenduo Thomas Hoeps und Jac. Toes präsentiert seinen Politthriller Die Cannabis-Connection, der im Unionsverlag erschienen ist.

Dr. Marcel Kamrath ist der ideale Politiker. Charmant, ambitioniert, zielgerichtet und menschenfreundlich. Dem Staatssekretär winkt schon ein Ministeramt, er muss nur noch die Legalisierung von Cannabis erfolgreich durch den Bundestag bringen. Doch dann holt ihn seine begraben geglaubte Vergangenheit wieder ein. Ein Jugendfreund aus Amsterdam taucht auf. Das Wiedersehen wird für Kamrath zu einem gnadenlosen Machtkampf, in dem ihm die Kontrolle mehr und mehr entgleitet. Immer tiefer wird Kamrath in ein gefährliches Duell hineingetrieben, das er nur überleben kann, wenn er alles opfert, was ihm wichtig ist.

Das Autorenduo Hoeps & Toes arbeitet seit Jahren Hand in Hand. Thomas Hoeps übersetzt die Kapitel von Jac. Toes aus dem Niederländischen ins Deutsche und schreibt seine eigenen Kapitel auf Deutsch.

Jac. Toes, geboren 1950 in Den Haag lebt und arbeitet als freier Gerichtsreporter in Arnheim. Nach dem Studium der Niederländischen Literatur war er als Lehrer tätig. Er engagierte sich in Arnheim in der Hausbesetzerszene und gründete 1980 einen Piraten-Radiosender. Seit 1995 arbeitet er ausschließlich als Schriftsteller und Drehbuchautor. 1998 erhielt Toes den niederländischen Krimipreis Gouden Strop für Fotofinish. In Deutschland wurde er für sein Werk mit der Goldenen Handschelle ausgezeichnet.

Thomas Hoeps, geboren 1966, lebt und arbeitet in Krefeld und Mönchengladbach. Er jobbte im DaimlerBenz-Datenarchiv, im physikalischen Labor, am Pferde-Wettschalter und als Journalist, bis er über Terrorismus in der deutschen Literatur promovierte. 1997 veröffentlichte er seinen Debütroman Pfeifer bricht aus, es folgten Gedichte, Erzählungen und ein Theaterstück. Für seine Bücher erhielt er u.a. den Literaturförderpreis der Stadt Düsseldorf und den Nettetaler Literaturpreis. Er ist Leiter des Kulturbüros der Stadt Mönchengladbach.

Die Cannabis-Connection von Thomas Hoeps und Jac. Toes ist im Unionsverlag erschienen.
(JK 02/20)

Herman van Veen liest im Alfred-Rust-Saal in Ahrensburg am Mittwoch, 11. September

Alfred-Rust-Saal,
Mittwoch, 11.09.2019  20.00 Uhr
Wulfsdorfer Weg 71, Ahrensburg
Eintritt: ab 22.50 Euro

Geschichten übers Älterwerden: Herman van Veen liest aus seiner Autobiografie Solange es leicht ist, die bei Knaur erschienen ist.

Auch mit über 70 steht Herman van Veen noch fast täglich auf der Bühne. Seit seinen ersten Konzerten vor mehr als 50 Jahren beschäftigt sich der Musiker und Entertainer immer wieder mit dem Älterwerden und dem Tod. In Solange es leicht ist behandelt Herman van Veen in autobiographischen Schlaglichtern und persönlichen Anekdoten auf die ihm typisch poetisch-augenzwinkernde Weise alle Aspekte des Älterwerdens: die Gebrechen des Alters, die Verluste, die geistigen und seelischen Entwicklungen – aber er erzählt auch, was ihn jung hält und Kraft verleiht in dieser Lebensphase.

Der 1945 geborene niederländische Sänger und Liedertexter Herman van Veen wurde 1972 von Alfred Biolek für das deutsche Publikum entdeckt. Er veröffentlichte über 30 Alben, zuletzt 2016 das Album Fallen oder Springen. Herman van Veen wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, darunter mit dem Bundesverdienstkreuz und der Goldenen Kamera für die Zeichentrickserie Alfred Jodocus Kwak. Er hat vier Kinder und lebt bei Utrecht.

Solange es leicht ist von Herman van Veen ist bei Knaur erschienen.

Eine Veranstaltung der Buchhandlung Heymann.
(JK 09/19)

Herman Koch: Der Graben (Kiepenheuer & Witsch)

Wem kannst du trauen, wenn du dir selbst nicht traust? Das ist die Frage im neuen Roman Der Graben des niederländischen Autors Herman Koch, der bei Kiepenheuer & Witsch erschienen ist.

Als Robert Walter, der beliebte Bürgermeister von Amsterdam, auf einem Neujahrsempfang seine Frau dabei beobachtet, wie sie sich angeregt mit seinem Erzfeind und politischen Gegner unterhält, ist ihm sofort klar: Die beiden müssen ein Verhältnis haben. Auch in seinem weiterem Umfeld tun sich plötzlich Abgründe auf, wobei sich nicht sicher sagen lässt, was real ist und was seiner eigenen Phantasie entspringt.

Robert Walter ist ein erfolgreicher Mann. Er ist Bürgermeister von Amsterdam beliebt, jovial und volksnah. Er ist mit einer Südländerin verheiratet, die beiden haben eine fast erwachsene Tochter. Aber Robert Walter traut dem Glück nicht. Vielleicht trügt ja der schöne Schein? Vielleicht hat Gattin Sylvia eine Affäre? Ausgerechnet mit seinem Konkurrenten, dem sterbenslangweiligen Maarten van Hoogstraten? Robert kann es nicht lassen, immer wieder kreisen seine Gedanken um diese Frage. Jedes noch so kleine Detail im Verhalten seiner Frau und des angeblichen Nebenbuhlers wird geradezu manisch begutachtet und interpretiert. Auch sonst läuft es nicht gerade rund für Robert: Seine hochbetagten Eltern kündigen an, trotz guter Gesundheit selbstbestimmt aus dem Leben zu scheiden, eine Journalistin wühlt in Roberts Vergangenheit und fördert Skandalöses zutage.

Von politischen Verstrickungen über Eifersucht und Misstrauen bis hin zu Sterbe-Hilfe: Bestseller-Autor Herman Koch lässt in seinem neuen Roman kein aktuelles Thema, kein gesellschaftliches Tabu aus. Mit scharfem Blick und bissigem Humor zeichnet Herman Koch in seinem neuen Roman das Bild eines Getriebenen, der nicht eher ruht, bis er den Ast, auf dem er sitzt, auch wirklich durchgesägt hat.

Die Romane von Herman Koch besitzen Suchtgefahr. Kaum ein Autor wagt sich so gekonnt an Tabus heran. Nach und nach entblößt er immer mehr, was eigentlich unter einer dicken Schale verborgen liegt. Gnadenlos entlarvt er Doppelmoral, seziert die groteske Situation und während man atemlos der Geschichte folgt, merkt man verblüfft, dass man gleichzeitig amüsant unterhalten wird.

Herman Koch, geboren 1953 in Arnhem, hatte seinen internationalen Durchbruch mit seinem Roman Angerichtet (2010), der in 37 Sprachen übersetzt wurde und in vielen Ländern auf der Bestsellerliste stand, auf der SPIEGEL-Bestsellerliste genauso wie in den Top Ten der New York Times. Angerichtet wurde unter dem Titel The Dinner mit Richard Gere und Laura Linney fürs Kino verfilmt.

Der Graben von Herman Koch ist bei Kiepenheuer & Witsch erschienen.
(JK 04/18)

Margriet de Moor zu Gast bei den Frühjahrslesetagen am Mittwoch, 18. April

Erika-Haus
Mittwoch, 18.04.2018  19.30 Uhr
Martinistr. 52, Hamburg
Eintritt: 8 / 12 Euro

Urlandschaft mit verlorenen Seelen: Margriet de Moor liest aus ihrem neuen Buch Von Vögeln und Menschen, das bei Hanser erschienen ist. Margriet de Moor stellt ihren Roman zum Auftakt der vom Stromnetz Hamburg und dem Literaturhaus zum zweiten Mal veranstalteten Frühjahrslesetage vor.

Man kann Margriet de Moors neuen Roman Von Vögeln und Menschen wie eine kriminologische Ermittlung lesen und sich dabei von Höhepunkt zu Höhepunkt der dramaturgisch genau getakteten, sehr spannenden Geschichte tragen lassen. Während vordergründig von einem Mord erzählt wird, der eine kaum fassbare Verstrickung nach sich zieht, toben im Hintergrund des vermeintlich leichten Kammerspiels große Gefühle, es geht um Sehnsucht und Liebe, um Schutz und Geborgenheit, Hass und Gewalt, Wut und Vergeltung. Die existentiellen Fragen, die Margriet de Moor, eine der großen und weltweit übersetzten Autorinnen der Gegenwartsliteratur, aufwirft, begleiten ihren Roman wie eine verwunschene Melodie, die alles bestimmt und doch kaum hörbar ist.

Der Flughafen Schiphol ist ein Traumreich für Vögel. Die sechs Start- und Landebahnen befinden sich in einer von Wassergräben und Äckern durchzogenen, menschenleeren Prärie, einer Urlandschaft, in der sich Brachvögel und Graugänse, Stockenten, Trauerelstern, Falken, Eulen und Möwen in Scharen und nicht im geringsten beeindruckt vom Flugzeuglärm herumtreiben. Ein Experte in der Vergrämung der Tiere ist der Vogelliebhaber Rinus. Seiner geliebten Frau Marie Lina schickt er eines Tages einen Wellensittich ins Gefängnis, der dort lernt „Gute Nacht“ zu sagen und zu schnarchen. Ihr gemeinsamer Sohn Olivier begleitet ihn immer wieder zur Arbeit auf den Flughafen und wird sonst oft von seiner Tante Hortense betreut, seit seine Mutter eine Gefängnisstrafe absitzt. Sie hat in rasender Wut eine alte Frau erschlagen. Der Roman beginnt damit, dass die Polizei in das Familienidyll in der Mozartstraat einbricht. Marie Lina, Oberschwester auf einer Intensivstation, wird im Schlafzimmer von der Polizei überrascht, wo sie friedlich und glücklich neben Rinus im Bett liegt. Dass es Mord war und sie keinerlei Reue empfindet, wird sie den Polizisten später sagen, dass sie „sehnlichst, mit einem erschreckend köstlichen Verlangen physische Gewalt antun, genau gesagt: sie töten“ wollte. Sie, das ist die Fußpflegerin Klazien Wroude, die Marie Lina und ihre Mutter Louise vor vielen Jahren durch einen skrupellosen, nie vollständig aufgeklärten Gewaltakt in eine jahrzehntelange, unheilvolle Beziehung bringt. Margriet de Moor fächert in Von Vögeln und Menschen Stück für Stück dieser abgründigen Geschichte auf, die sehr unaufgeregt in den Alltag einer ganz normalen Familie eingebettet ist und in einen kathartischen Racheakt mündet. Am Ende sitzen sie einträchtig und zivilisiert im Garten zusammen, auch Marie Lina ist wieder heimgekehrt in ihr durch und durch prächtiges Familienleben. Obwohl gleich nebenan etwas anderes zu Hause ist, das jederzeit hereinbrechen kann. Mit all seiner dunklen Machtart. 

Sie studierte Klavier und Gesang, bevor sie sich dem Schreiben zuwandte. Bereits ihr erster Roman Erst grau dann weiß dann blau (1993) wurde ein sensationeller Erfolg. Heute sind ihre Romane und Erzählungen in alle Weltsprachen übersetzt. Margriet de Moor lebt in Amsterdam.

Von Vögeln und Menschen von Margriet de Moor ist bei Hanser erschienen.

Eine Veranstaltung der Stromnetz Hamburg GmbH und Literaturhaus Hamburg
(JK 04/18)

Jüdischer Salon im Café Leonar mit Bettina Baltschev am Mittwoch, 28. Juni

Café Leonar
Mittwoch, 28.06.2017  20.00 Uhr
Grindelhof 59, Hamburg
Eintritt: 7.50 / 10 Euro

Jüdischer Salon im Café Leonar: „Amsterdam: was für eine schöne, unverwechselbare Stadt! Sie wurde zur Zuflucht, sie lässt uns arbeiten“, schwärmte Klaus Mann von einer seiner ersten Stationen im Exil. Und Amsterdam war nicht nur temporärer Wohnort, sondern verhieß schon bald auch eine ganz andere Art von Heimat. Bettina Baltschev stellt diese Heimat mit ihrem bei Berenberg erschienenen Buch Hölle und Paradies. Amsterdam, Querido und die deutsche Exilliteratur“ zum Jüdischen Salon vor. Gastgeberin des Abends ist Jasmin Sohnemann.

Zwischen 1933 und 1950 veröffentlichte der Querido Verlag in Amsterdam viele der Autoren, die vor den Nazis aus Deutschland fliehen mussten, von Joseph Roth bis Irmgard Keun und Lion Feuchtwanger. Über Europa verstreut, finden die deutschen Schriftsteller in Amsterdam ihr geistiges Zentrum. Und trotzdem: „Das Exil war eine Hölle“, schreibt Hermann Kesten. Bettina Baltschev geht mit offenem Blick durch das heutige Amsterdam und spürt dem Leben der Exilschriftsteller und ihrer Verleger nach.

Bettina Baltschev, geboren 1973 in Berlin, studierte Kulturwissenschaften, Journalistik und Philosophie in Leipzig und Groningen. Sie ist Autorin und Redakteurin beim Hörfunk der ARD und pendelt zwischen ihrem Wohnort Leipzig und ihrer zweiten Heimat Amsterdam.

Hölle und Paradies. Amsterdam, Querido und die deutsche Exilliteratur von Bettina Baltschev ist bei Berenberg erschienen.
(JK 06/17)

Wytske Versteeg: Boy (Wagenbach)

Flandern und die Niederlande – Ehrengast 2016 der Frankfurter Buchmesse

Ich kann nicht mehr. Den Zettel mit seinen letzten Worten deponiert der schöne, stille Boy in der Manteltasche seiner Theaterlehrerin. Als sie ihn findet, ist es längst zu spät. Ein Paar nimmt in einem afrikanischen Kinderheim ihren Adoptivsohn in Empfang. Sie sind unsicher, aber voller Hoffnung. Sie wollen dieses Kind retten, ihm die Welt eröffnen, alle Zoos und Vergnügungsparks besuchen. Aber ihr Boy ist nervös, ängstlich, durch Kleinigkeiten zu verstören. Erst nuschelt er, dann stottert er, dann hört er ganz auf zu sprechen. In der Schule ist er ein Außenseiter, dessen Mitschüler zu seiner Geburtstagsparty nicht erscheinen. Seine Eltern bemühen sich, aber seine Höflichkeit ihnen und ihren Angeboten gegenüber verwandelt sich in Unnahbarkeit. Spätestens als er aufhört, Kind zu sein, haben sie ihn verloren. 

Berührend, ergreifend und ohne Voyeurismus dringt die Autorin tief in die Seelen ihrer Figuren ein, sie folgt dem Weg der Trauer, den die Eltern und die Lehrerin als seine einzige Vertrauensperson gehen, sie erspürt die Wucht der Schuld und das Bedürfnis nach Rache für eine Tat, die nicht gerächt werden kann.

Wytske Versteeg, geboren 1983, ist Politikwissenschaftlerin und Essayistin und hat sich länger mit dem Thema Obdachlosigkeit befasst. Boy ist ihr zweiter Roman. Ebenso wie ihr Debüt preisgekrönt, wurde er bereits in mehrere Sprachen übersetzt.

Boy  von Wytske Versteeg ist bei Wagenbach erschienen. 
(JK 10/16)

Marcel Möring: Modellfliegen (Wagenbach)

Flandern und die Niederlande – Ehrengast 2016 der Frankfurter Buchmesse

Mitten in der Arbeit an einem umfangreichen Roman fällt dem Autor Marcel Möring eines Morgens ein Satz ein, der ihn nicht mehr loslässt. Er unterbricht sein Projekt und wendet sich ganz diesem Satz zu. Dieser Eingebung verdanken wir eine wunderbare Novelle über einen zwölfjährigen Jungen, der seine Eltern, Modellflugzeuge und das Kochen liebt. Und so sitzen sie zu dritt einträchtig in der Küche und bauen für kleines Geld Modellflugzeuge zusammen. Denn für eine richtige Anstellung fehlt seinen Eltern die Bereitschaft, sich anzupassen.

Marcel Möring, geboren 1957 in Enschede in der Provinz Twente, lebt heute mit seiner Familie in Rotterdam. Seine Romane wurden mit zahlreichen Preisen prämiert und ins Deutsche übertragen.

Modellfliegen von Marcel Möring ist bei Wagenbach erschienen. 
(JK 10/16)

Andreas Burnier: Knabenzeit (Wagenbach)

Flandern und die Niederlande – Ehrengast 2016 der Frankfurter Buchmesse

Der autobiographische Roman der in den Niederlanden kanonisch gewordenen Autorin beginnt an einem Frühlingstag zu Kriegsende. Die 14-jährige Simone möchte die neue Freiheit genießen und nichts mehr verbergen, auch nicht, dass sie viel lieber ein Junge wäre. In Rückblicken erzählt sie von diesem langsamen Erwachsenwerden im Verborgenen – wie sie als Kind jüdischer Eltern bei verschiedenen Familien Unterschlupf fand, von der ständigen Angst, entdeckt zu werden, die ihr ein ebenso treuer Begleiter war wie der sehnliche Wunsch nach einem anderen Körper.

Unter dem Pseudonym Andreas Burnier veröffentlichte die Autorin Catharina Irma Dessaur (1931 – 2002) Romane, Gedichte und Artikel, in denen sie sich für Frauen- und Homosexuellenrechte einsetzte. Sie war außerdem Professorin für Kriminologie an der Universität Nijmegen. 

Knabenzeit von Andreas Burnier ist bei Wagenbach erschienen. 
(JK 10/16)

Anna Enquist: Die Eisträger (Wagenbach)

Flandern und die Niederlande – Ehrengast 2016 der Frankfurter Buchmesse

Die unterkühlte Ehe von Loes und Nico ist am Ende. Ihre Tochter hat den Kontakt zu ihnen abgebrochen. Nicos neue Aufgabe als Leiter der psychiatrischen Abteilung überfordert ihn. Und wie viel Tonnen Erde Loes auch in ihren neuen Garten schippt: Ihr stilles Haus ist auf Sand gebaut. Verwirrt, haltlos, schweigend schlittern die beiden Partner in eine Tragödie hinein, die für einen von beiden aber auch so etwas wie ein Neuanfang sein könnte.

Anna Enquist, geboren 1945 in Amsterdam, ausgebildete Konzertpianistin und Psychoanalytikerin, schreibt Gedichte, Essays und Romane, von denen einige in fünfzehn Sprachen übersetzt und vielfach ausgezeichnet wurden.

Die Eisträger von Anna Enquist ist bei Wagenbach erschienen. 
(JK 10/16)

Cees Nooteboom: Die folgende Geschichte (Suhrkamp)

Flandern und die Niederlande – Ehrengast 2016 der Frankfurter Buchmesse

Der Anfang dieser Geschichte und – wer weiß? – auch deren Ende ist rätselhaft: Wieso wacht Herman Mussert in Lissabon in einem ihm vertrauten Zimmer auf, obwohl er in Amsterdam wohnt und sich dort auch am Abend zuvor zum Schlafen niedergelegt hat? Ein spontaner Entschluss zum Aufbrechen in eine andere Gegend kann es nicht gewesen sein, denn dieser Altphilologe, der nicht mehr unterrichtet und nun unter dem Pseudonym Dr. Strabo Reiseführer über alle möglichen und unmöglichen Gegenden der Welt verfasst, ist ein eher lebensuntüchtiger, ganz seinen griechischen und lateinischen Autoren zugewandter Mensch; seine Schüler nannten ihn Sokrates. Träumt Sokrates vielleicht nur, dass er in Lissabon aufgewacht ist? Die Geschichte, die Herman Mussert als letztes erzählt, scheint alle Rätsel zu lösen und alle Fragen des Lesers zu beantworten. Er gibt seiner Geschichte den Titel Die folgende Geschichte.

Cees Nooteboom wurde am 31. Juli 1933 in Den Haag geboren. 1955 erschien sein erster Roman (Philip en de anderen), der drei Jahre später auch in Deutschland unter dem Titel Das Paradies ist nebenan veröffentlicht wurde (und 2003 in der Neuübersetzung von Helga van Beuningen unter dem Titel Philip und die anderen erneut eine große Lesergemeinde fand). Nooteboom berichtete 1956 als junger Autor über den Ungarn-Aufstand, 1963 über den SED-Parteitag, und fünf Jahre später über die Studentenunruhen in Paris (gesammelt in dem Band Paris, Mai 1968). Seine inzwischen in mehreren Bänden gesammelten Reiseberichte, die weniger Reportagen als vielmehr von genauer Beobachtung getragene, reflektierende Betrachtungen sind, festigten Nootebooms Ruf als Reiseschriftsteller. 1980 fand Nooteboom zurück zur fiktionalen Prosa und erzielte mit dem inzwischen auch verfilmten Roman Rituale (Rituelen) große Erfolge. Sein umfangreiches Werk, das in viele Sprachen übersetzt ist, umfasst Erzählungen, Berichte, Gedichte und vor allem große Romane wie Allerseelen (Allerzielen). Die neun Bände seiner Gesammelten Werke enthalten neben den bereits publizierten Büchern zahlreiche erstmals auf Deutsch vorliegende Texte. Der Quarto-Band Romane und Erzählungen versammelt die gesamte fiktionale Prosa des Autors. Cees Nooteboom lebt in Amsterdam und auf Menorca.

Die folgende Geschichte von Cees Nooteboom ist bei Suhrkamp erschienen. 
(JK 10/16)

A. F. Th. van der Heijden: Das Biest (Suhrkamp)

Flandern und die Niederlande – Ehrengast 2016 der Frankfurter Buchmesse

Knallgelb ist das Staubtuch, das Tante Tiny stets mit sich führt, um es bei Bedarf blitzschnell und ungeniert zu zücken – gern auch, wenn sie bei anderen zu Gast ist. Tientje Putz nennt man sie in der Familie, vorsichtshalber jedoch nur hinter ihrem Rücken. Denn so weich ihr Staubtuch ist, so scharf und verletzend kann ihre Zunge sein, mit der sie über Leichen geht. Ihr Neffe Albert Egberts – den wir aus van der Heijdens schon fast sagenhaftem Zyklus Die zahnlose Zeit kennen – verfolgt das Treiben seiner jungen, attraktiven Tante aus nächster Nähe, befremdet und gleichzeitig  fasziniert. Es dauert Jahre, bis er entdeckt, was sie ein Leben lang antreibt, was in stillschweigender familiärer Übereinkunft geheim gehalten wird.

Adrianus Franciscus Theodorus van der Heijden wurde am 15. Oktober 1951 in der Nähe von Eindhoven geboren. Er übersiedelte nach dem Abitur (1969) und einem abgebrochenen Psychologiestudium nach Amsterdam, wo er mit Unterbrechungen bis heute lebt. 1979 debütierte er mit dem Erzählungsband Eine Gondel in der Herrengracht. Adri van der Heijden ist der wichtigste Schriftsteller und durch seine weitgespannten, raffiniert konstruierten, spannend-realistischen Romane zum Chronisten der Nachkriegszeit in den Niederlanden geworden. In seiner Literatur wird für alle nachvollziehbar die Zeit von 1945 bis zum Ende des 20. Jahrhunderts lebendig.

Auch in Deutschland gilt er als überragender Erzähler, als „der wohl sprachmächtigste Dichter, den die Niederlande augenblicklich besitzen, der mit Sicherheit sinnlichste, der nun seit fast zwanzig Jahren stampfend, dampfend den Weg vom Himmel durch die Welt der Kloake ausmistet und ausmisst, ein Saft- und Kraftgenie, wie Holland es seit dem Barock nicht mehr hatte“. (Der Tagesspiegel)

Diese Anerkennung verdankt sich den Romanen Die Schlacht um die Blaubrücke (deutsch 2001), Fallende Eltern (deutsch 1997), Der Anwalt der Hähne (deutsch 1995), Das Gefahrendreieck (deutsch 2000), Der Widerborst (deutsch 1993), Der Gerichtshof der Barmherzigkeit (deutsch 2003) sowie Unterm Pflaster der Sumpf (deutsch 2003). Der Autor fasste den Zyklus unter dem Titel Die zahnlose Zeit zusammen. Zu Beginn des 21. Jahrhunderts eröffnete van der Heijden mit Die Movo-Tapes (deutsch 2007) eine neue Romanreihe. „Der lang erwartete Auftakt zu van der Heijdens neuem Zyklus. Völker, macht Platz in den Regalen!“ (Elmar Krekeler, Die Welt) 2007 erschien auf Deutsch die „transatlantische Tragödie“ Das Scherbengericht. Am Pfingstsonntag 2010 starb das einzige Kind van der Heijdens und seiner Frau Mirjam nach einem Verkehrsunfall. In dem 2011 auf Niederländisch und Deutsch erschienen „Requiemroman“ Tonio setzt er seinem Sohn ein herzzerreißendes Denkmal: Ein Roman, der belegt: angesichts des Todes ist Literatur überlebensnotwendig. Das Werk A. F. Th. van der Heijdens wurde vielfach ausgezeichnet; genauso wie Helga van Beuningen für ihre überragenden Übersetzungen dieses Werks.

Das Biest  von A. F. Th. van der Heijden ist bei Suhrkamp erschienen. 
(JK 10/16)

Simon Carmiggelt: Kronkels (Unionsverlag)

Flandern und die Niederlande – Ehrengast 2016 der Frankfurter Buchmesse

Mit einzigartigem Wortwitz und Gefühl für schräge Charaktere erzählt Simon Carmiggelt von Katzen, Hunden und ihren Menschen. Von Seite zu Seite schmunzelt man über die Eigenheiten von Mensch und Tier, die bei Carmiggelt auch gern die Rollen tauschen und uns so einen Spiegel vorhalten. Wir erkennen den rachsüchtigen Leserbriefschreiber im Katzenjungen ebenso wie den Anbiederer, der „ständig lacht, um zu zeigen, wie ungefährlich er ist“. Streuner, Tyrannen und Schlitzohren gibt es, so erfahren wir, auf vier wie auf zwei Beinen. Carmiggelts Kronkels erschienen während Jahrzehnten als Kolumnen, die zum Tagesgespräch wurden. Sie beglücken alle, die gleichermaßen ein Herz für Tier und Mensch haben, sich augenzwinkernd im jeweiligen Gegenüber erkennen können.

Simon Carmiggelt, geboren 1913 in Den Haag, schrieb ab 1932 bis zu seinem Tod über elftausend Kronkels und wurde legendär mit diesen witzigen, scharfzüngigen Prosatexten. Er erhielt zahlreiche Auszeichnungen, darunter 1961 den Constantijn Huygensprijs für sein Gesamtwerk und 1974 den P.C.-Hooft-Preis, den höchsten Literaturpreis der Niederlande. Er starb am 30. November 1987 in Amsterdam. 

Kronkels von Simon Carmiggelt ist im Unionsverlag erschienen.
(JK 10/16)

Cees Nooteboom: 533 Tage (Suhrkamp)

Flandern und die Niederlande – Ehrengast 2016 der Frankfurter Buchmesse

Ein Mann, eine Insel, das All: Wenn der Kosmopolit Cees Nooteboom auf Menorca ist – längst nicht mehr nur seine „Sommerinsel“ –, dann steht er mit beiden Beinen fest auf dem fruchtbaren Boden, umgeben von Palmen, störrischen Schildkröten und den geliebten Büchern im Gartenstudio. Sein Blick reicht jedoch weit über die Horizontlinie hinaus, wach und neugierig. Mit Skepsis blickt Nooteboom auf ein Europa, das auseinanderzubrechen droht; mit Staunen betrachtet er das Gesamtkunstwerk David Bowie. Seine Begeisterung aber gilt dem Weltall, von seinem Schutzheiligen, dem Sternbild Orion, bis zu den beiden Voyager-Raumsonden mit ihren Grußbotschaften an fremde Zivilisationen im Gepäck, seit fast 40 Jahren im All unterwegs und von allen vergessen („außer von der NASA und mir“). Nur eine Handvoll betagter Techniker weiß die veraltete Software noch zu bedienen – die Rentner der Raumfahrt.

Cees Nooteboom wurde am 31. Juli 1933 in Den Haag geboren. 1955 erschien sein erster Roman (Philip en de anderen), der drei Jahre später auch in Deutschland unter dem Titel Das Paradies ist nebenan veröffentlicht wurde (und 2003 in der Neuübersetzung von Helga van Beuningen unter dem Titel Philip und die anderen erneut eine große Lesergemeinde fand). Nooteboom berichtete 1956 als junger Autor über den Ungarn-Aufstand, 1963 über den SED-Parteitag, und fünf Jahre später über die Studentenunruhen in Paris (gesammelt in dem Band Paris, Mai 1968). Seine inzwischen in mehreren Bänden gesammelten Reiseberichte, die weniger Reportagen als vielmehr von genauer Beobachtung getragene, reflektierende Betrachtungen sind, festigten Nootebooms Ruf als Reiseschriftsteller. 1980 fand Nooteboom zurück zur fiktionalen Prosa und erzielte mit dem inzwischen auch verfilmten Roman Rituale (Rituelen) große Erfolge. Sein umfangreiches Werk, das in viele Sprachen übersetzt ist, umfasst Erzählungen, Berichte, Gedichte und vor allem große Romane wie Allerseelen (Allerzielen). Die neun Bände seiner Gesammelten Werke enthalten neben den bereits publizierten Büchern zahlreiche erstmals auf Deutsch vorliegende Texte. Der Quarto-Band Romane und Erzählungen versammelt die gesamte fiktionale Prosa des Autors. Cees Nooteboom lebt in Amsterdam und auf Menorca.

533 Tage. Berichte von der Insel von Cees Nooteboom ist bei Suhrkamp erschienen. 
(JK 10/16)

Thomas Heerma van Voss: Stern geht (Schöffling)

Flandern und die Niederlande – Ehrengast 2016 der Frankfurter Buchmesse

Seit dem Tag, an dem Hugo Stern in den Vorruhestand geschickt wird, ist nichts mehr, wie es war. Unaufhaltsam entgleitet ihm sein bisher so idyllisches Leben als Grundschullehrer in Amsterdam. Stern denkt zurück an seine Kindheit in dörflicher Enge, an seine Jugend im London der Swinging Sixties, die ihm auch nicht die erhoffte Freiheit gebracht hat, und an die Liebe zu seiner Frau Merel, die sich ihm mehr und mehr entfremdet. Sterns letzter Halt ist der unter großen Mühen im Ausland adoptierte Sohn, und auch dieser droht ihm zu entwachsen. Die Veränderungen in seiner Familie und die gesellschaftlichen Umbrüche stellen Stern auf eine harte Probe. Doch auch er verblüfft seine Umgebung mit seinem kompromisslosen Wesen und bringt sich dabei selbst in Schwierigkeiten.

Thomas Heerma van Voss, 1990 geboren, studierte in London und Amsterdam. Seit 2009 schreibt er, teils auch zusammen mit seinem Bruder Daan, Romane. In den Niederlanden gilt er als eines der größten literarischen Talente seiner Generation.

Stern geht  von Thomas Heerma van Voss ist bei Schöffling erschienen. 
(JK 10/16)

Otto de Kat: Mann in der Ferne / Sehnsucht nach Kapstadt (Schöffling)

Flandern und die Niederlande – Ehrengast 2016 der Frankfurter Buchmesse

Der große niederländische Erzähler Otto de Kat feiert seinen 70. Geburtstag. Ihm und dem Buchmessen-Gastland Niederlande zu Ehren erscheinen seine ersten beiden Romane erstmals in einem Band. In Mann in der Ferne wird anhand von Erinnerungssplittern das Porträt eines Einzelgängers entworfen, der schon überall gewesen ist: Cambridge, Budapest, New York, Zürich, Tel Aviv. Sehnsucht nach Kapstadt, ausgezeichnet mit dem Halewijn-Literaturpreis, erzählt vom jungen Niederländer Rob, der im Jahr 1935 seine Heimat verlässt.

Otto de Kat, 1946 geboren, studierte u. a. niederländische Literatur an der Universität Leiden. Er war Kritiker und Herausgeber und ist seit zehn Jahren Schriftsteller. Sein Roman Sehnsucht nach Kapstadt war 2005 für den größten belgischen Literaturpreis für Niederländisch schreibende Autoren, De Gouden Uil, nominiert und wurde mit dem niederländischen Halewijn-Literaturpreis ausgezeichnet. Seine Romane erscheinen mit großem Erfolg auch in England, Frankreich und Italien.

Mann in der Ferne / Sehnsucht nach Kapstadt von Otto de Kat ist bei Schöffling erschienen. 
(JK 10/16)

Mano Bouzamour: Samir, genannt Sam (Residenz)

Flandern und die Niederlande – Ehrengast 2016 der Frankfurter Buchmesse

Auf einem gestohlenen Flügel spielt Samir, genannt Sam, morgens klassische Musik, beim Freitagsgebet in der Moschee kämpft er mit Fantasien von blonden, nackten Teufelinnen, im Geschichtsunterricht träumt er von Rache für die mutige Anne Frank, am glücklichsten ist er jedoch, wenn er nachts mit seinem geliebten Bruder auf der Vespa durch Amsterdam brausen darf. So wächst Sam als Sohn marokkanischer Einwanderer im bunten De-Pijp-Viertel heran, bis sein großer Bruder, der von Betrug und Diebstahl lebt, verhaftet wird und für sechs Jahre in den Knast muss. Doch Sam verspricht ihm, allen Widerständen zum Trotz den Schulabschluss im bürgerlichen Elitegymnasium zu schaffen, und meistert ein Leben voller Kontraste mit viel Witz und Frechheit.

Mano Bouzamour geboren 1991 in Amsterdam. Er studiert Geschichte und lebt als Klaviervirtuose und Autor in Amsterdam. Samir, genannt Sam ist sein autobiografischer Debütroman. Das Buch wurde in den Niederlanden als Roman einer neuen, urbanen Generation gefeiert, der Stoff wurde für Film, Theater und Hörspiel bearbeitet. Bouzamour schreibt jede Woche eine vieldiskutierte Kolumne in der Tageszeitung Het Parool.

Samir, genannt Sam von Mano Bouzamour ist bei Residenz erschienen.
(JK 10/16)

Maarten 't Hart: Magdalena (Piper)

Flandern und die Niederlande – Ehrengast 2016 der Frankfurter Buchmesse

‚Nach meinem Tod‘, sagte Maarten 't Harts Mutter oft, ‚kannst du über mich schreiben, was du willst, aber verschone mich, solange ich lebe.‘ Der Sohn, einer der berühmtesten europäischen Romanciers, hat sich daran gehalten. Er hat bislang nicht davon erzählt, wie ausgerechnet ein kaputter Hosenträger die Liebe zwischen seinen Eltern stiftete, hat verschwiegen, dass sein Vater im Grunde der Überzeugung war, man könne ein Pferd mehr lieben als eine Frau. Nun aber, drei Jahre nach dem Tod der Mutter, erscheint Magdalena: ein Buch über das große Geheimnis, das sich Kindern hinter dem Zusammenhalt der Eltern zu verbergen scheint, ein ungeschminktes Zeugnis dessen, was der begnadete Erzähler 't Hart bislang alles nicht erzählt hat, und ein schmerzvoll schönes Buch über Mutter und Sohn.

Maarten ’t Hart, geboren 1944 in Maassluis, studierte Verhaltensbiologie, bevor er sich als Schriftsteller niederließ. 1997 erschien auf Deutsch sein Roman Das Wüten der ganzen Welt, der zu einem überragenden Erfolg wurde. Nicht zuletzt seine autobiografischen Bücher machten ihn zu einem der renommiertesten europäischen Gegenwartsautoren, dessen Bücher sich allein im deutschsprachigen Raum über 2 Millionen Mal verkauft haben.

Magdalena. Eine Familiengeschichte von Maarten 't Hart ist bei Piper erschienen.
(JK 10/16)

Maarten 't Hart: Die grüne Hölle (Piper)

Flandern und die Niederlande – Ehrengast 2016 der Frankfurter Buchmesse

‚Wer ein Leben lang glücklich sein will, der werde Gärtner‘, sagt ein altes chinesisches Sprichwort. Wer sich ein Leben lang ärgern will auch, würde Maarten 't Hart ergänzen. Der Bestsellerautor ist selbst seit Jahrzehnten leidenschaftlicher Gärtner und weiß nur zu gut: Unkraut vergeht nicht. Niemals! Und wer könnte besser über die vergeblichen Versuche berichten, der Erde etwas abzutrotzen, das nicht Brennnessel oder Löwenzahn ist, als Maarten 't Hart, dessen melancholischer Witz auch seine großen Romane prägt. Seine Geschichten über widerspenstige Gemüsesorten, raffgierige Vögel und den natürlichen Feind eines jeden Gärtners, die Nacktschnecke!, sind voll verzweifelter Komik, komischer Verzweiflung und blühender Lebensweisheit. Ein Buch über die schönste grüne Hölle auf Erden.

Maarten ’t Hart, geboren 1944 in Maassluis, studierte Verhaltensbiologie, bevor er sich als Schriftsteller niederließ. 1997 erschien auf Deutsch sein Roman Das Wüten der ganzen Welt, der zu einem überragenden Erfolg wurde. Nicht zuletzt seine autobiografischen Bücher machten ihn zu einem der renommiertesten europäischen Gegenwartsautoren, dessen Bücher sich allein im deutschsprachigen Raum über 2 Millionen Mal verkauft haben.

Die grüne Hölle. Mein wunderbarer Garten und ich  von Maarten 't Hart ist bei Piper erschienen.
(JK 10/16)

Maarten 't Hart: Das Paradies liegt hinter mir (Piper)

Flandern und die Niederlande – Ehrengast 2016 der Frankfurter Buchmesse

‚Mich scheint es überall zu geben. Mindestens zweihundert Niederländer tragen denselben Namen wie ich. Selbst in den Appalachen laufen Doppelgänger von mir herum. Notgedrungen bin ich ein ausgesprochener Individualist.‘ Seine Romane sind bevölkert von Eigenbrötlern, Schelmen und Figuren, die ihm zum Verwechseln ähneln – Maarten ’t Harts Leben steckt in seinen Büchern. Seine Autobiografie gewährt erzählerische Einblicke in seine frühen Jahre, die ihm bis heute Geschichten für seine Fabulierkunst liefern.

Maarten ’t Hart, geboren 1944 in Maassluis, studierte Verhaltensbiologie, bevor er sich als Schriftsteller niederließ. 1997 erschien auf Deutsch sein Roman Das Wüten der ganzen Welt, der zu einem überragenden Erfolg wurde. Nicht zuletzt seine autobiografischen Bücher machten ihn zu einem der renommiertesten europäischen Gegenwartsautoren, dessen Bücher sich allein im deutschsprachigen Raum über 2 Millionen Mal verkauft haben.

Das Paradies liegt hinter mir. Meine frühen Jahre  von Maarten 't Hart ist bei Piper erschienen. 
(JK 10/16)