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Ofir Raul Graizer: Ofirs Küche (Insel)

In seinem Buch Ofirs Küche enthüllt Ofir Raul Greizer einige Geheimnisse der israelisch-palästinensischen Küche. Die Küche war für ihn schon als Kind ein magischer Ort. Als Sechzehnjähriger verkaufte er Bagels, später arbeitete als Kellner und Koch, um sein Studium an der Filmhochschule zu finanzieren. Diese befand sich in Sderot, an der Grenze zum Gazastreifen. Graizer hat gelernt, dass Israels regionale Küche von der palästinensischen nicht zu trennen ist. Seit 2010 lebt der israelische Filmemacher in Berlin. Seine Kochkurse bei Goldhahn und Sampson, einem Hotspot Berlins, sind ständig ausgebucht und gehören zu den Kochereignissen in der Hauptstadt. Die begeisterten Teilnehmer führt er dort ein in die Geheimnisse seiner Küche, der Küche seiner Mutter, Tante, Großmutter. Shakshuka, Tahini, Baba Ganush, Labane, Mufraka, Freekeh und Linseneintopf – raffinierte Gerichte, einfach, gesund, vegetarisch, wie er sie von Zuhause kennt. Mit wenig Zutaten, Gewürzen und Kräutern leicht nachzukochen.

Nun hat er sie in einem Buch zusammengefasst: 80 vegetarische Rezepte, verbunden mit Geschichten über deren Herkunft, seine Familie und seine israelische Heimat – ins Bild gesetzt von Manuel Krug. Es ist ein buntes, persönliches Kochbuch, nicht nur mit Rezepten zum Nachkochen, sondern auch mit praktischen Tipps und interessanten Erfahrungsberichten aus seinem Leben. Das alles ist reich illustriert mit großformatigen Bildern, mit lebhaften Fotos von Märkten, Backstuben, Straßenszenen. Alles macht Lust auf die Gerichte, die er beschreibt und das Nachkochen, denn die Zutaten sind auch hierzulande erhältlich. Dieses Buch ist für Liebhaber der israelisch-arabischen Küche ein absolutes Muss! Es gibt nur wenige Kochbücher, die mit diesem wunderschönen Buch mithalten können.

Ofir Raul Graizer, geboren 1981 in Ra’anana/Israel, wuchs in Israel auf, wo er schon als Sechzehnjähriger Bagels verkaufte und später als Kellner und Koch arbeitete. In seiner Familie ist er mit beidem, der israelischen und der palästinensischen Küche, ganz selbstverständlich groß geworden. Sie sind für ihn untrennbar verbunden. Seine immer ausgebuchten Kochkurse bei Goldhahn und Sampson in Berlin gehören zu den Kochereignissen der Hauptstadt. Im Hauptberuf ist Ofir Graizer preisgekrönter Filmregisseur. Er lebt seit 2010 in Berlin, in der Uckermark und in Jerusalem.

Ofirs Küche von Ofir Raul Graizer ist bei Insel erschienen.
(JK 12/18)


Lizzie Doron liest im Jüdischen Salon im Café Leonar am Dienstag, 28. November

Café Leonar,
Dienstag  28.11.2017  20.00 Uhr 
Grindelhof 59, Hamburg
Eintritt: 7.50 / 10 Euro

Jüdischer Salon im Café Leonar: Die israelische Schriftstellerin Lizzie Doron liest aus ihrem Buch Sweet Occupation, das bei dtv erschienen ist, über die verurteilten ehemaligen Terroristen Muhammad, Suleiman und Jamil aus den besetzten Gebieten sowie die Israelis Chen und Amil, die den Dienst an der Waffe verweigerten. Männer, die im Gefängnis saßen und, nachdem sie wieder freikamen, die „Friedenskämpfer-Bewegung“ gründeten, entschlossen, ihrem Leben eine entschieden andere Richtung zu geben. Den deutschen Text liest Laura de Weck, Marion Kollbach moderiert.

Die Begegnung mit dem Fremden – eine Begegnung mit dem Fremden in sich selbst: Fünf Männer in der Mitte ihres Lebens. Muhammad nahm Kontakt zu Lizzie Doron auf, und so traf sie diese Männer: Feinde, Widersacher. Palästinenser, die die Juden töten wollten, und Israelis, die sich geweigert hatten, ihr Land zu verteidigen. Ein Jahr lang hörte sie ihren Kindheitserinnerungen zu, lernte ihre Gefühle kennen, ihre Träume und Ängste, erfuhr von dem Moment, als sie anderen das Leben nahmen. Entstanden ist ein ergreifendes Dokument über einst Radikale, die dem sinnlosen Hass eine Perspektive entgegensetzen: Worte sind stärker als Molotowcocktails, Handgranaten oder Steine. Und Rettung bringen oft diejenigen, die nicht mit dem Strom schwimmen.

Lizzie Doron, geboren 1953 in Tel Aviv, studierte Linguistik, bevor sie Schriftstellerin wurde. Ihr erster Roman Ruhige Zeiten wurde mit dem von Yad Vashem vergebenen Buchman Preis ausgezeichnet. 2007 erhielt sie den Jeannette Schocken Preis. In der Begründung der Jury heißt es: „Lizzie Doron schreibt über Menschen, die von ‚dort‘ kommen, die den Holocaust überlebten und nun zu leben versuchen. In Israel. Fremd, schweigend, versehrt - und stets ihre Würde wahrend. Mit großer Behutsamkeit nähert die Autorin sich ihren Figuren und mit großem Respekt wahrt sie Distanz.“

Sweet Occupation von Lizzie Doron ist bei dtv erschienen.
(JK 11/17)

Susan Abulhawa zu Gast bei Harbourfront am Montag, 8. Juni, in der Kühne Logistics University

Kühne Logistics University – The KLU
Montag, 08.06.2015   20.00 Uhr 
Großer Grasbrook 17, Hamburg
Eintritt: 12  Euro

Susan Abulhawa stellt ihren Roman Als die Sonne im Meer verschwand vor, der im Diana Verlag erschienen ist. Oda Thormeyer liest die deutschen Texte. Es moderiert Margarete von Schwarzkopf.

Das bewegende Porträt einer Familie im Konflikt zwischen Israel und Palästina: In Amerika aufgewachsen, kennt die amerikanische Psychologin Nur die malerischen Dörfer ihrer Heimat Palästina bloß aus den Erzählungen ihres Großvaters. Doch dann trifft sie Jamal, der als Arzt in Gaza arbeitet. Als sie von ihm eine Einladung nach Gaza erhält, werden die Erzählungen ihres Großvaters wieder lebendig. Vom Meer, von den Olivenfeldern, von den Menschen, die einst in Frieden lebten. Zum ersten Mal reist Nur zu ihrer Familie und erlebt, wie eng deren Geschichte mit der Israels und Palästinas verflochten ist. Sie ist überwältigt von den Eindrücken. Die Not der Flüchtlinge in Gaza ist für Nur ein Schock. Doch endlich lernt sie ihre Wurzeln kennen und spürt zum ersten Mal so etwas wie Geborgenheit. Immer tiefer taucht sie in die Geschichte ihrer Familie ein, die untrennbar mit dem politischen Konflikt zwischen Israel und Palästina verflochten ist. Sie erfährt aber auch eine bittere Wahrheit über Jamal. Stehen lediglich die strengen Regeln seiner Kultur zwischen ihnen? Nur muss herausfinden, wohin sie und ihre Liebe gehören, und sie ahnt, dass sich ihr Leben in Gaza für immer verändern wird…

Geboren als Kind palästinensischer Flüchtlinge wuchs Susan Abulhawa in Kuwait, Jordanien und Jerusalem auf. Als Teenager ging sie in die USA, wo sie heute gemeinsam mit ihrer Tochter lebt. Die Autorin engagiert sich aktiv für die Menschenrechte und die Lebensumstände von palästinensischen Kindern in besetzten Gebieten. Ihr Debüt Während die Welt schlief wurde in über zwanzig Sprachen übersetzt und zum internationalen Bestseller. Als die Sonne im Meer verschwand ist ihr zweiter Roman.

Als die Sonne im Meer verschwand von Susan Abulhawa ist im Diana Verlag erschienen.
(JK 06/15)

Lizzie Doron liest im Literaturhaus am Donnerstag, 9. April

Literaturhaus
Donnerstag, 09.04.2015   19.30 Uhr 
Schwanenwik 38, Hamburg
Eintritt: 7 – 12  Euro

Lizzie Doron stellt ihren Roman Who the Fuck Is Kafka vor, der bei dtv erschienen ist. Mirjam Pressler liest die deutschen Texte und moderiert den Abend.

„Wären wir nicht Feinde, wir wären niemals Freunde geworden.“

Dieses Buch kann es eigentlich gar nicht geben. Während eines Kongresses in Rom freundet sich eine israelische Schriftstellerin mit einem palästinensischen Journalisten an – der im Buch Nadim Abu Heni heißt. Sie diskutieren, sie streiten, sie verletzen einander, sie versuchen zu verstehen. Und dann beschließen sie, aus ihren jeweiligen Schicksalen Kunst zu produzieren. Weil ein Film, ein Buch vielleicht helfen könnten, den unüberwindbaren Graben zwischen Ost- und West-Jerusalem ein klein wenig schmaler zu machen. Immer wieder schildert Lizzie Doron in ihrem Roman absurde Situationen, wenn z. B. Nadim sein Auto auf Lizzies Stellplatz parkt und wenig später der Hausmeister anruft, ob der arabische Klempner nicht mal eben ein Wasserrohr flicken könne. Wenn Nadim seinen Pass mit Isolierband an seinen Körper klebt, weil dessen Verlust seine sofortige Ausweisung nach Jordanien zur Folge hätte. Wenn Lizzie in ein verbales Fettnäpfchen nach dem anderen tritt.
Dass es dieses Buch doch gibt, ist Lizzies und Nadims unerschütterlichem Glauben an den Frieden zu verdanken. Unerschütterlich trotz der ständigen Zweifel, trotz Misstrauens auf beiden Seiten, trotz Schockmomenten, Verunsicherung und der Gefahr, in die sich die beiden bei ihren geheimen Treffen begeben haben. Zu verdanken ist es auch dem Deutschen Taschenbuch Verlag, der Who the Fuck Is Kafka in Übersetzung von Mirjam Pressler als weltweit erster Verlag herausgebracht hat.

Lizzie Doron, geboren 1953 in Tel Aviv, studierte Linguistik, bevor sie Schriftstellerin wurde. Ihr erster Roman Ruhige Zeiten wurde mit dem von Yad Vashem vergebenen Buchman Preis ausgezeichnet. 2007 erhielt sie den Jeannette Schocken Preis. In der Begründung der Jury heißt es: „Lizzie Doron schreibt über Menschen, die von ‚dort‘ kommen, die den Holocaust überlebten und nun zu leben versuchen. In Israel. Fremd, schweigend, versehrt – und stets ihre Würde wahrend. Mit großer Behutsamkeit nähert die Autorin sich ihren Figuren und mit großem Respekt wahrt sie Distanz.“

Who the Fuck Is Kafka  von Lizzie Doron ist bei dtv erschienen.
(JK 04/15)

Frank Schätzing am Samstag, 27. September, beim Harbour Front Literaturfestival

5. Harbour Front Literaturfestival
Universität Hamburg Audimax
Samstag, 27.09.2014  20.00 Uhr
Von-Melle-Park 4, Hamburg
Eintritt: 23,85 – 31,90 Euro  

Kino für die Ohren: Frank Schätzing liest aus seinem Buch Breaking News, das bei Kiepenheuer & Witsch erschienen ist.

„Atemberaubende Mischung aus Polit-Thriller und Familiensaga“ (Der Spiegel). Schätzing zieht Millionen begeisterte Leser in seinen Bann und sein aktueller Roman Breaking News eroberte auf Anhieb Platz 1 der Bestsellerlisten. „Schätzings Bücher sind gedrucktes Kino.“(Focus). Jetzt lädt der Romancier seine Leser zu einem neuen Abenteuer ein: Kino für die Ohren! Ein aufwendiges Soundkonzept, vom vielfach ausgezeichneten Autor selbst komponiert, macht es möglich: Der Zuhörer erlebt die rasante Geschichte des Roman-Protagonisten Tom Hagen hautnah mit. Von der riskanten Fahrt zu den Taliban bis zur atemberaubenden Verfolgungsjagd durch Nablus – das für die Show eigens konzipierte Dolby-Surround-System lässt das Unheimliche, die Bedrohung und die Action der Story real werden. Zudem erhält das Publikum Einblicke in einen der schlagkräftigsten Geheimdienste der Welt und lernt ein zauberhaftes Land und seine Menschen kennen: Israel. Abgerundet wird dieses Stimmungsbild von der israelischen Sängerin Ofri Brin.

Der neue Roman von Frank Schätzing Breaking News ist Thriller, Politdrama und Familiensaga – hart, rasant und berührend: Tom Hagen, gefeierter Star unter den Krisenberichterstattern, ist nicht zimperlich, wenn es um eine gute Story geht. Die Länder des Nahen Ostens sind sein Spezialgebiet, seine Reportagen Berichte aus der Hölle. Doch in Afghanistan verlässt ihn sein Glück. Eine nächtliche Geiselbefreiung endet im Desaster. Hagens Ruf ist ruiniert, verzweifelt kämpft er um sein Comeback. Drei Jahre später bietet sich die Gelegenheit in Tel Aviv, als ihm Daten des israelischen Inlandgeheimdienstes zugespielt werden. Hagen ergreift die Chance - und setzt ungewollt eine tödliche Kettenreaktion in Gang...

Breaking News ist ein mitreißender Thriller vor dem Hintergrund einer epischen Saga. Zwei Familien wandern Ende der zwanziger Jahre nach Palästina ein – in eine von Legenden, Kämpfen und Hoffnungen beherrschte neue Welt, wo Juden, Araber und britische Kolonialherren erbittert um die Vorherrschaft ringen. Bis in die Gegenwart, über Generationen hinweg, spiegeln und prägen beide Familien Israels atemlose Entwicklung. 
Als Hagen in der jungen Ärztin Yael Kahn eine unerwartete Verbündete findet, erkennt er, dass auch sein Schicksal eng mit der Geschichte des Landes verbunden ist. Doch mit Yael an seiner Seite gehen die Probleme erst richtig los.

Frank Schätzing, geboren 1957 in Köln, studierte Kommunikation, war Texter in internationalen Agenturen (BMZ, DDB) und ist Mitbegründer der Kölner Werbeagentur Intevi. Anfang der Neunziger begann er, Novellen und Satiren zu schreiben und veröffentlichte 1995 den historischen Roman Tod und Teufel, der zunächst zum regionalen, später bundesweit zum Bestseller avancierte. Nach zwei weiteren Romanen und einem Band mit Erzählungen erschien 2000 Lautlos, ein politischer Thriller über den Weltwirtschaftsgipfel 1999, den die Presse als „schillernde Momentaufnahme des ausgehenden Jahrtausends“ lobte. Im Frühjahr 2004 gelang mit seinem Roman Der Schwarm der nationale und kurz darauf auch internationale Durchbruch. Das Buch hat seit Erscheinen eine Gesamtauflage von 4,5 Millionen Exemplaren erreicht und wurde weltweit in 27 Sprachen übersetzt. Frank Schätzing lebt und arbeitet in Köln.

Breaking News von Frank Schätzing ist bei Kiepenheuer & Witsch erschienen.
(JK 09/14)

Andreas Altmann liest am Dienstag, 25. März, im Literaturhaus

Literaturhaus
Dienstag, 25.03.2014  19.30 Uhr
Schwanenwik 38   22087 Hamburg
Eintritt: 7 – 12 Euro

Andreas Altmann präsentiert sein neues Buch Verdammtes Land. Eine Reise durch Palästina, das bei Piper erschienen ist.

Er ist wieder da. Altmann. Der zu den bekanntesten deutschen Reiseautoren zählt und unter anderem mit dem Egon-Erwin-Kisch-Preis und dem Seume-Literaturpreis ausgezeichnet wurde. Zuletzt erschienen von ihm die Bestseller Das Scheißleben meines Vaters, das Scheißleben meiner Mutter und meine eigene Scheißjugend, die Gebrauchsanweisung für die Welt und Dies beschissen schöne Leben.

Das „Verdammte Land“, das ist das „Heilige Land“, verdammt zum Unfrieden, zu Gewalt und Hoffnungslosigkeit. Aber, fragt Andreas Altmann, vielleicht ist es gerade deshalb verdammt, weil es Juden, Christen und Muslimen heilig sein muss? Er spricht mit den Vertretern aller drei Religionen, versucht zu begreifen, was sie bewegt und woher der Hass kommt, der die Palästinenser so oft zu Opfern der israelischen Politik macht. Und zu Tätern. Er bereist die Städte und Dörfer mit offenen Augen, rabiat neugierig, immer auf der Suche nach den besonderen Geschichten. Die ihm und uns den Schlüssel in die Hand geben zum Verständnis Palästinas. Zumindest eine Ahnung davon. Und das gelingt ihm in spektakulären Bildern, Erlebnissen und Begegnungen, in seinem bei Piper erschienenen Buch Verdammtes Land. Eine Reise durch Palästina, das den Menschen meisterhaft nahekommt, ihr Leben im Schatten der unheilvollen Geschichte und der dunklen Zukunft verstehen will.

Andreas Altmann studierte Psychologie und Jura und arbeitete in den verschiedensten Berufen, u.a. als Taxifahrer, Anlageberater, Nachtportier und Dressman. Nach einer Ausbildung und mehreren Engagements als Schauspieler lebte er in einem indischen Ashram und einem Zen-Kloster in Kyoto. Lange Reisen...

Verdammtes Land. Eine Reise durch Palästina von Andreas Altmann ist bei Piper erschienen.
(JK 03/14)

Lizzie Doron am Sonntag, 10.November, im Jüdischen Salon

Café Leonar
Sonntag, 10.11.2013  19.30 Uhr
Grindelhof 87, 20146 Hamburg
Eintritt: 5 – 10 Euro

Wiederbelebung der Jüdischen Kultur im Grindel - das Café Leonar. 
Man braucht immer einen, den man hasst: Lesung mit Lizzie Doron

Die israelische Schriftstellerin Lizzie Doron stellt im Gespräch mit Sonia Simmenauer ihr jüngstes Buchprojekt vor, das sie eigentlich mit einem palästinensischen Professor verwirklichen wollte, den sie in Rom kennenlernte. Zurück in ihrer Heimat, haben sie sich gegenseitig besucht und wollten sich schreibend die Welten vorstellen, in denen sie leben. Doch der Druck auf den Professor war zu groß, er wurde als Kollaborateur bezichtigt. Lizzie Doron wird die Geschichten der beiden „Parallelwelten“ trotzdem veröffentlichen – jedenfalls ihre Version.

Lizzie Doron, geboren 1953, lebt in Tel Aviv. 2003 wurde ihr Roman Ruhige Zeiten mit dem von Yad Vashem vergebenen Buchman-Preis ausgezeichnet. 2007 erhielt sie den Jeanette Schocken Preis – Bremerhavener Bürgerpreis für Literatur. In der Begründung der Jury heißt es: „Lizzie Doron ist eine israelische Schriftstellerin, die jenen eine Stimme gibt, die sie selber nicht erheben, die jenen Raum verschafft, den sie sich selber nicht nehmen könnten. Sie schreibt über Menschen, die von ‚dort’ kommen, die den Holocaust überlebten und nun zu leben versuchen. In Israel. Fremd, schweigend, versehrt – und stets ihre Würde wahrend. Mit großer Behutsamkeit nähert die Autorin sich ihren Figuren und mit großem Respekt wahrt sie Distanz.“

Die Lesung ist eine Veranstaltung von Jüdischer Salon e.V.
(JK 11/13)

Salim Alafenisch eröffnet die 1. Arabischen Literaturtage am 16. November 2011

Literaturhaus Hamburg
Mittwoch, 16.11.2011  20.00 Uhr
Schwanenwik 38, 20087 Hamburg
Eintritt: 4 – 8 Euro

Salim Alafenisch liest und erzählt aus seinem Buch Die Feuerprobe, das im Unionsverlag erschienen ist. Ursula Günther moderiert und Kultursenatorin Barbara Kisseler begrüßt. Musik: Mohamed Askari (Berlin – Ägypten) und Ali Shibly (Hamburg)

Auf Initiative des im März 2011 in Hamburg verstorbenen algerischen Schriftstellers Hamid Skif (geboren 1951 in Oran) veranstalten das Arabische Kulturforum, das Literaturhaus Hamburg und das Goethe Institut Hamburg die ersten Arabischen Literaturtage. Vorgestellt werden Autorinnen und Autoren arabischer Herkunft der ersten und zweiten Generation. Alle verbindet die doppelte Prägung ihres künstlerischen Schaffens durch die jeweilige Herkunftskultur (Algerien, Palästina, Irak und Jordanien) und die Kultur, in der sie leben. Die Eröffnungsveranstaltung im Literaturhaus bestreitet der palästinensische Schriftsteller Salim Alafenisch, der als Sohn eines Beduinenscheichs in der Negev-Wüste geboren wurde. Als Kind hütete er die Kamele seines Vaters, erst mit 14 Jahren lernte er lesen und schreiben. 1971 legte er in Nazareth das Abitur ab. Nach einem einjährigen Aufenthalt in London am Princeton College studierte er Ethnologie, Soziologie und Psychologie in Heidelberg, wo er seit 1973 lebt.

Auf seinen Lesungen vermittelt Salim Alafenisch ein eindrückliches und lebendiges Bild der Beduinenkultur. Seiner Stammeskultur ist er nach wie vor eng verbunden. Er sagt von sich, dass er nicht zwischen, sondern in zwei Kulturen lebe. Alafenisch liest und erzählt aus seinem Buch Die Feuerprobe, eine Geschichte, die er als Kind selbst erlebte. Das Geheimnis der Feuerprobe wird Salim Alafenisch nicht mehr loslassen. Er reist zurück zum Ort des Geschehens und erforscht dieses Ritual, das bis zum heutigen Tag unter der Oberfläche der Moderne weiterlebt. Diese Geschichte zeigt wohl den meisten Lesern einen völlig unbekannten Aspekt arabischer Kultur und Lebensweise. In seinem Roman lässt Alafenisch eine Welt auferstehen, die dem westlichen Leser zwar außerordentlich fremd erscheint, ihn aber durch ihren Reichtum an lebenspraktischer Weisheit und mit ihrem erstaunlich komplexen und hochkultivierten Sinn für Gerechtigkeit gleichzeitig anzieht.

Die Feuerprobe  von Salim Alafenisch ist im Unionsverlag erschienen.
(JK 11/11)