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Angela S. Choi: Hello Kitty muss sterben (Luchterhand)

In dem Roman Hello Kitty muss sterben von der chinesisch-stämmigen Autorin Angela S. Choi, der bei Luchterhand erschienen ist, sieht eine Frau rosa.

Eine junge Chinesin in San Francisco: Den Traditionalismus ihrer Eltern im Kreuz und die Herausforderung totaler Freiheit vor sich, trifft Fiona Yu einen alten Schulfreund wieder, der sich vom Außenseiter zum eleganten Serienkiller gemausert hat. Gemeinsam erleben sie eine rasante Zeit jenseits aller gängigen Klischees von Leidenschaft und Sex. Dass eine gehörige Zahl von Menschen für diese Vision mit dem Leben bezahlt, ist es ihnen wert.

Fiona Yu ist eine hochintelligente junge Frau. In dem Anwaltsbüro, in dem sie arbeitet, ist sie ständig unterfordert. Aber Fiona ist ein bisschen verwirrt, was ihr Frausein angeht. Denn sie kommt aus einem freundlichen, aber sehr traditionellen chinesischen Elternhaus. Und sie lebt in San Francisco, einer freundlichen, aber sehr freiheitssüchtigen Stadt. Fiona will nicht länger die „Hello-Kitty-Rolle“ spielen, die ihre Eltern von ihr erwarten: stumm sein, keine Emotionen zeigen, einen chinesischen Mann heiraten. So unternimmt sie einiges, um ihr Jungfernhäutchen loszuwerden, wirklich aber bricht sie mit ihrem alten Leben erst, als sie dem Schönheitschirurgen Sean Killroy begegnet. Sie beginnt eine Beziehung mit ihm, die zu ihrer Freude ohne diesen hässlichen Sexdings-Zwang auskommt. Denn Sean hat eine ganz andere Leidenschaft: Er ist ein passionierter Serienkiller. Dass er all die Leute umbringt, die ihr blöd kommen, ist Fiona zunächst unangenehm, dann aber versteht sie es immer mehr als Ausdruck seiner Liebe. Den gezielten Gnadenmord entdeckt sie schließlich auch für sich als praktisches Mittel gegen die, klar, total gut gemeinte Verheiratungspolitik ihrer Eltern. Doch irgendwann beginnen die beiden, Fehler zu machen.

Die Autorin hat in ihrem Roman augenscheinlich viel aus ihren eigenen Erfahrungen zur Rolle der Frau in der chinesischen Familie schöpfen können. Wahrscheinlich ist ihre Abneigung ähnlich groß wie die der Romanheldin. Das Buch richtet sich klar an eine jüngere Leserschaft, die möglicherweise in einem ähnlichen Dilemma stecken. Angela Choi ist ihr Debütroman gelungen.

Angela S. Choi, geboren in Hongkong, lebt heute in San Francisco. Ihre spitze Zunge funktioniert auf Englisch ebenso gut wie auf Kantonesisch. Sie praktizierte als Anwältin, bis sie beschloss, ihr Leben nicht länger im branchenüblichen Sechs-Minuten-Takt zu führen. Im Alter von dreißig fasste sie deshalb den Entschluss, Schriftstellerin zu werden. Hello Kitty muss sterben ist ihr literarisches Debüt.

Hello Kitty muss sterben von Angela S. Choi ist bei Luchterhand erschienen.
(JK 12/10)

Nury Vittachi: Der Fengshui-Detektiv im Auftrag Ihrer Majestät (Unionsverlag)


In der Reihe um den Feng-Shui-Berater Wong ist im Unionsverlag ein neuer Band des Autors Nury Vittachi erschienen mit dem Titel Der Fengshui-Detektiv im Auftrag Ihrer Majestät.

In der Kasse gähnende Leere, im Meditationsraum Klopapier bis unter die Decke… Da kommt dem Fengshui-Detektiv ein lukrativer Auftrag wie gerufen: Die Briten wollen das größte und teuerste Flugzeug aller Zeiten an China verkaufen, und C. F. Wong soll im Superjet für gutes Fengshui sorgen. Als an Bord der Maschine ein Mord geschieht, sieht der Fengshui-Detektiv sein Honorar explodieren – bei all der freigesetzten negativen Energie. Zudem wird er von Queen Elizabeth höchstpersönlich nach London eingeladen, um im Buckingham-Palast unsichtbare Unheilquellen aufzuspüren. Nichts leichter als das. Doch auf dem Weg dorthin im Luxusflieger muss C. F. Wong zunächst den Mordfall aufklären, sich selbst in Sicherheit und die brennende Maschine wieder heil auf den Boden bringen. Erst dann kommt es zum Shakehands mit der Queen „Mrs Winzer“.

Vittachi ist ein Komödiant, seine Figuren überdreht und der Slapstick Bestandteil seiner Bücher um den Fengshui-Detektiv. Es macht Spaß seine Geschichten zu lesen. In seinem neuen Abenteuer erfreuen wir uns an seinen augenzwinkernden, satirischen Anspielungen an den Agenten mit der Lizenz zum Töten. Und C.F. Wong hat das, was James Bond fehlt: Humor.

Nury Vittachi, laut BBC „Hongkongs witzigster Kommentator“, wurde 1958 in Sri Lanka geboren und wuchs unter anderem in Großbritannien auf. Seit 1986 lebt er in Hongkong, wo er sich als Kolumnist, Buchautor und Herausgeber einer Literaturzeitschrift Kultstatus verschafft hat. Derzeit arbeitet er als Dozent an der Hong Kong Polytechnic University.

Der Fengshui-Detektiv im Auftrag Ihrer Majestät von Nury Vittachi ist im Unionsverlag erschienen.
(JK 10/09)