Books@Transglobal ist die Literatursendung im Rahmen von Radio Transglobal beim Hamburger Stadtsender TIDE 96.0. Hier können Veranstaltungshinweise sowie die einzelnen Buchbesprechungen nachgelesen werden, die bei Radio Transglobal gesendet bzw. von der Redaktion bearbeitet wurden. Books@Transglobal sendet an jedem vierten Montag des Monats um 18 Uhr ein ausschließlich der Literatur gewidmetes Programm.
Isabel Allende liest im Thalia Theater am Dienstag, 29. Oktober
Alejandro Zambra: Ferngespräch – Stories (Suhrkamp)
Sascha Reh am Donnerstag, 11. Februar, im Schnelsener Büchereck
Biergarten-Lesung mit Sascha Reh am Mittwoch, 29. Juli
Alejandro Zambra: Die Erfindung der Kindheit (Suhrkamp)
Carla Guelfenbein: Nackt schwimmen (S. Fischer)
Isabel Allende: Mayas Tagebuch (Suhrkamp)
Roberto Ampuero: Tod in der Atacama (Bloomsbury Berlin)
Hernán Rivera Letelier: Der Traumkicker (Insel)
Luis Sepúlveda am 15.11.2011 in der Buchhandlung Heymann Eimsbüttel
Antonio Skármeta: Mein Vater aus Paris (Graf)
Hernán Rivera Letelier: Die Filmerzählerin (Insel)
Isabel Allende: Die Insel unter dem Meer (Suhrkamp)

Mit ihrem neuen Roman Die Insel unter dem Meer, der bei Suhrkamp erschienen ist, entführt uns die chilenische Bestsellerautorin Isabel Allende von den Zuckerrohrplantagen auf Saint-Domingue, dem heutigen Haiti, in das pulsierende New Orleans des frühen 19. Jahrhunderts. Ein schillernder, dramatischer Bilderbogen um eine starke Frau, die alles riskiert und sich bedingungslos ihre Freiheit erkämpft.
Als Kind wird die Mulattin Zarité, genannt Tété, vom jungen Plantagenbesitzer Valmorain als Dienstmagd gekauft. Doch in Tété schlummert eine andere Bestimmung. Selbst als ihr Herr sie in sein Bett zwingt, als man ihr das erste Kind entreißt und ihr Geliebter sie verlässt, um sich den aufständischen Sklaven in den Bergen anzuschließen, verliert Tété ihr Ziel nicht aus den Augen: die Freiheit für sich und ihre Tochter. Als der Konflikt zwischen den Sklaven und den weißen Herren in Saint-Domingue eskaliert, muss Tété eine schwere Entscheidung treffen; sie flieht mit Valmorain, dessen kleinem Sohn und ihrer Tochter über Kuba nach New Orleans. In der bunten kreolischen Gesellschaft findet ihr Drang nach Freiheit und Verantwortung für das eigene Leben neue Nahrung, doch müssen Jahre vergehen, bis ihr Traum Wirklichkeit wird.
Isabel Allende hat erneut einen Roman für die Liebhaber historischer Sujets geschrieben mit allen Zutaten, die ein solcher Stoff verlangt: Exotik, bezaubernde und starke Frauen, verbotene Liebe, Sex, Missbrauch, Revolte, Flucht und Neuanfang. Isabel Allende zeichnet dabei ein buntes Sittengemälde jener Zeit in den französischen karibischen Kolonien, für das sie lange und detailliert recherchiert hat. Auch in diesem Roman beweist sie, dass sie eine Meisterin dieser Romangattung ist. Unterhaltsam und üppig breitet sie die Familiengeschichte für den Leser aus.
Isabel Allende wurde am 2. August 1942 in Lima/Peru geboren. Nach Pinochets Militärputsch in Chile am 11. September 1973 ging sie ins Exil. 1982 erschien ihr erster Roman Das Geisterhaus, der zu einem Welterfolg wurde. Der dänische Regisseur Bille August verfilmte den Roman 1993. Allende arbeitete unter anderem als Fernseh-Moderatorin und war Herausgeberin verschiedener Zeitschriften. Heute lebt sie mit ihrer Familie in Kalifornien.
Carla Guelfenbein: Der Rest ist Schweigen (S. Fischer)

Elizabeth Subercaseaux: Eine fast perfekte Affäre (Pendo)

Im neuen Roman der chilenischen Autorin Elizabeth Subercaseaux Eine fast perfekte Affäre, der bei Pendo erschienen ist, spürt die Autorin der fundamentalen Frage um Wahrheit und Lüge nach.
Es geht um eine Affäre, die nur im Geheimen gelebt werden kann und um einen mysteriösen Todesfall, der alles in Frage stellt. In der Kürze eines Augenblicks verstricken sich die Leben dreier Menschen auf verhängnisvolle Weise miteinander. Sie sehen sich vor die Frage gestellt: Was zählt die Wahrheit? Und was die Wahrhaftigkeit eines Lebens?
Sie haben eine „fast perfekte Affäre“: Sechs Jahre lang gelingt es Amalia Griffin, Ehefrau eines reichen Geschäftsmanns, und dem höchst angesehenen Richter Juan Manuel Rementería, ihre Liebesbeziehung geheim zu halten. Da tritt ein neuer Mann in Amalias Leben und Amalia gesteht Rementería, dass sie sich von ihm trennen will. Kurz darauf in den frühen Morgenstunden wird sie beim Golfspiel erschossen. Eine Tat, die nicht nur Rementería unter Verdacht stellt. Amalias beste Freundin wird ebenso in Mitleidenschaft gezogen, wie ein Journalist, der ebenfalls seit Jahren eine „fast perfekte Affäre“ zu einem Mann unterhält und unfreiwilliger Zeuge des Geschehens wird. Auf unheilvolle Weise hat jeder der drei sich schuldig gemacht – und das Doppelleben, das sie allesamt führen, ist bedroht. Denn der Schrecken des Todes fördert die Geheimnisse des Lebens unweigerlich zutage.
Elizabeth Subercaseaux ist ein ungewöhnliches Buch gelungen, das den Leser von Anfang an in Bann zieht. Die Handlung hätte ebenso einen saftigen Krimi entstehen lassen können, stattdessen ist ein Psychodrama entstanden, das sich wie ein Krimi liest. Jede Figur hat ein faszinierendes Eigenleben und hält immer wieder Überraschungen bereit. Jede Figur hält eine Fassade aufrecht, um ihr wirkliches Ich zu verbergen und geht langsam an dieser enormen Lebenslüge zugrunde, denn die Leidenschaft lässt sich nicht zügeln und obsiegt. Die Autorin nähert sich behutsam diesen Abgründen und hat eine enorme Sympathie für ihre Figuren. Doch der Geschichte hängt eine schwere Traurigkeit an, denn in der Konstellation kann keine der Figuren ein Happy End erwarten. Und am Ende ist denn auch nichts mehr wie zuvor. Ein wunderbares Buch, in das man sich nur allzu gerne versinken lässt.
Elizabeth Subercaseaux, geboren 1945 in Chile, ist die Urenkelin von Robert und Clara Schumann. Mit zweiundzwanzig Jahren zog sie nach Spanien, wo sie ihre journalistische Karriere begann. 1975 kehrte sie nach Chile zurück und arbeitete dort während der Pinochet-Diktatur siebzehn Jahre lang als Journalistin im Untergrund. Heute lebt sie als Bestsellerautorin in Chile.
Alejandra Rojas: Dantes Geige (DVA)
Alejandra Rojas, 1958 in Chile geboren, studierte Medizin an der Universidad de Chile und arbeitete viele Jahre in einer psychiatrischen Klinik. Sie ist die Autorin von insgesamt vier Romanen und einer illustrierten Biographie über Salvador Allende. Dantes Geige ist ihr erstes Buch, das auf Deutsch erscheint.
Dantes Geige von Alejandra Rojas ist bei DVA erschienen.
(JK 21/06/08)
Carla Guelfenbein: Die Frau unseres Lebens (Insel)
Carla Guelfenbein wurde 1959 in Santiago de Chile geboren. Das Regime Pinochets trieb sie ins Exil nach England, wo sie Biologie und Design studierte. Wieder in Chile, arbeitete als Redakteurin und Drehbuchautorin. Die Frau unseres Lebens ist ihr zweiter Roman; er wird derzeit in 14 Sprachen übersetzt.
Die Frau unseres Lebens von Carla Guelfenbein ist im Insel Verlag erschienen.
(JK 14/06/08)













