Von Isabel Allende ist
mit Mayas Tagebuch ein neuer Roman bei Suhrkamp erschienen.
Die Handlung spielt im
Jahr 2009, im Mittelpunkt steht die neunzehnjährige Amerikanerin Maya Vidal,
die bei ihren Großeltern in Berkeley aufgewachsen ist. Als Maya sechzehn ist,
stirbt ihr Großvater, den sie sehr liebt, und ihre Großmutter stürzt in eine
tiefe Depression. Bis dahin war Maya ein behütetes Kind, gesund, sportlich, gut
in der Schule, doch in ihrer Trauer gerät sie in verhängnisvolle Kreise, nimmt
Drogen und trinkt und wird straffällig. Nach einer für sie schrecklichen
Erfahrung landet sie in Las Vegas, wo sie in ein Verbrechen verwickelt wird und
vor Killern aus dem Drogenmilieu und vor der Polizei fliehen muss. Ihre
chilenische Großmutter eilt ihr gerade noch rechtzeitig zu Hilfe, und um sie
aus der Schusslinie zu bringen, schickt sie Maya auf eine kleine Insel im Süden
Chiles, nach Chiloé.
Isabel Allende sagt, dass
die Figur der Maya Vidal viele Züge der sechs Halbwüchsigen aus ihrer eigenen
Familie trägt, die ständig ungezählten Gefahren ausgesetzt sind und sieht
Parallelen zwischen Mayas Großmutter und ihr selber. So trägt der Roman
autobiographische Züge. Überhaupt sind in dem Roman einige der wiederkehrenden Themen
in Allendes Schaffen Roman zu finden wie Liebe, spirituelle Welt, familiäre
Bindungen und auch die Geschichte Chiles. Mayas Tagebuch ist ein
unterhaltsames Buch, das Vergangenheit und Gegenwart, verschiedene Generationen
und unterschiedliche Probleme mischt. Dieses Mosaik zusammen mit Allendes
lebendiger Prosa macht diesen Roman sehr interessant und ist darüber hinaus
leicht zu lesen.
Isabel Allende wurde am
2. August 1942 in Lima/Peru geboren. Nach Pinochets Militärputsch in Chile am
11. September 1973 ging sie ins Exil. 1982 erschien ihr erster Roman Das
Geisterhaus, der zu einem Welterfolg wurde. Der dänische Regisseur Bille
August verfilmte den Roman 1993. Allende arbeitete unter anderem als
Fernseh-Moderatorin und war Herausgeberin verschiedener Zeitschriften. Heute
lebt sie mit ihrer Familie in Kalifornien.
Mayas Tagebuch von Isabel
Allende ist bei Suhrkamp erschienen.
(JK 10/12)

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