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Szczepan Twardoch beim 12. Harbour Front Literaturfestival auf der Cap San Diego, Luke 5 am Donnerstag, 17. September

12. Harbour Front Literaturfestival 
Cap San Diego, Luke 5 
Donnerstag, 17.09.2020 20.00 Uhr 
Überseebrücke, Hamburg 
Eintritt: 18 Euro

Szczepan Twardoch stellt seinen neuen Roman Das schwarze Königreich vor. Olaf Kühl liest die deutschen Texte.

„Szczepan Twardoch ist ein Star der polnischen Literatur“ (DIE ZEIT) und einer der herausragenden Gegenwartsautoren. Mit Morphin gelang ihm 2012 der Durchbruch, das Buch wurde mit dem Polityka-Passport-Preis ausgezeichnet. Für den Roman Drach wurden der Autor und sein Übersetzer Olaf Kühl 2016 mit dem Brücke Berlin Preis geehrt, 2019 erhielt Twardoch den Samuel-Bogumil-Linde-Preis. Zuletzt erschienen der Roman Der Boxer sowie das Tagebuch Wale und Nachtfalter.

In Das schwarze Königreich führt Twardoch nach Warschau in den 1940er Jahren und schildert kompromisslos einen gewaltigen Stoff: die deutsche Besatzung, die Warschauer Aufstände, das Ghetto. Er erzählt von Juden, Polen, Deutschen, von Opfern, Schmarotzern und Henkern. Er erzählt mit glänzender, eisiger Spannung von einer dunklen Zeit – und der schwersten aller Prüfungen: Mensch zu bleiben unter unmenschlichen Bedingungen.

„Mit Szczepan Twardoch ist Polen zurück auf der Bühne der Weltliteratur.“ (Die Welt)

Das schwarze Königreich von Szczepan Twardoch ist bei Rowohlt Berlin erschienen.

literatur altonale mit Radek Knapp in der Buchhandlung Christiansen am Donnerstag, 29. Juni

Buchhandlung Christiansen
Donnerstag, 29.06.2017  20.00 Uhr
Bahrenfelder Str. 79, Hamburg
Eintritt: 6 Euro

literatur altonale: „Ein weiteres, skurriles Wunderwerk dieses genialen Erzählers“ (Kleine Zeitung) und das hochaktuelle Buch einer unfreiwilligen Emigration. Walerian heißt der nach einem Beruhigungsmittel benannte Held der neuen Schelmengeschichte von Radek Knapp Der Mann, der Luft zum Frühstück aß, die bei Deuticke erschienen ist. Die Moderation führt Jana Halamickova.

In seinem einzigartigen Stil erzählt Radek Knapp von der unfreiwilligen Emigration des zwölfjährigen Walerian von Polen nach Wien. Seine Schulkarriere ist kurz und endet mit seinem Hinauswurf. Als ihn seine Mutter ebenfalls auf die Straße setzt, kostet er in seiner neuen Bleibe das Gefühl der Freiheit aus – und die Bekanntschaft mit Schimmelpilz. Er schlägt sich mit Gelegenheitsjobs durch und dringt in immer tiefere Schichten des Wiener Lebens vor. Dort stößt er auf wenig Sympathie für Menschen von jenseits der Grenze und lernt einiges über die Grenzen des guten Geschmacks und der Legalität. Irgendwann versteht er, dass „zuhause“ überall sein kann – wenn es ihm gelingt, seinen eigenen Weg zu finden.

Radek Knapp, 1964 in Warschau geboren, lebt als freier Schriftsteller in Wien und in der Nähe von Warschau. Sein Roman Herrn Kukas Empfehlungen ist ein Longseller. Außerdem erschienen von ihm u.a. die Erzählungssammlung Papiertiger, eine Gebrauchsanweisung für Polen, der mit dem aspekte-Preis ausgezeichnete Band Franio und 2015 der Roman Der Gipfeldieb.

Der Mann, der Luft zum Frühstück aß von Radek Knapp ist bei Deuticke erschienen.
(JK 06/17)

Joanna Bator liest im Literaturhaus am Donnerstag, 6. April

Literaturhaus
Donnerstag, 06.04.2017  19.30 Uhr
Schwanenwik 38, Hamburg
Eintritt: 6 Euro

Die polnische Schriftstellerin Joanna Bator liest aus ihrem mit dem Stefan-Heym-Preis und dem NIKE, dem wichtigsten polnischen Literaturpreis, ausgezeichneten Roman Dunkel, fast Nacht, der bei Suhrkamp erschienen ist. Der Roman erzählt von einer Stadt, die sich im Aufruhr befindet, nachdem drei Kinder entführt wurden. Patricia Paweletz liest den deutschen Text, Dr. Andreas Lawaty dolmetscht und moderiert.

Alicja Tabor hat diese Stadt früh verlassen. Nun kehrt sie als Journalistin zurück, um Nachforschungen über die rätselhaften Entführungen anzustellen. Sie quartiert sich im alten Haus ein, das seit dem Tod des Vaters leer steht; die Atmosphäre ist düster, die Stimmung im einst so geliebten Garten unheimlich. Ständig fühlt sie sich beobachtet, um sie herum ereignen sich unerklärliche Dinge. Die erfolglosen Ermittlungen schüren die Wut der Bürger, befeuern die Gerüchte. Verdächtigungen und Schuldzuweisungen greifen um sich. Gehetzt wird gegen die „Katzenfresser“, die Zigeuner. Im Radio und im Internet lodert die Sprache des Hasses.

Schon in ihren Büchern Sandberg und Wolkenfern begegnete uns Joanna Bator als Virtuosin der Verknüpfung, die in den verschwiegenen Familiendramen die Geschichte einer Epoche aufleuchten lässt. Mit der ihr eigenen Subtilität schildert sie, wie Stimmungen kippen können, wie latente Ängste und Traumata sich in jähe Ausbrüche von Wahnsinn verwandeln. Dunkel, fast Nacht ist ein Roman über die Brüchigkeit einer Gesellschaft, die ihre gemeinsame Sprache verloren hat. 

Joanna Bator, 1968 geboren, publizierte in wichtigen polnischen Zeitungen und Zeitschriften und forschte mehrere Jahre lang in Japan. Die deutsche Übersetzung ihres Romans Sandberg durch Esther Kinsky war ein literarisches Ereignis. Seither gilt Joanna Bator als eine der wichtigsten neuen Stimmen der europäischen Literatur. Für Dunkel, fast Nacht (2012) wurde sie mit dem NIKE, dem wichtigsten Literaturpreis Polens, ausgezeichnet. Joanna Bator ist Hochschuldozentin und lebt in Japan und Polen.

Dunkel, fast Nacht von Joanna Bator ist bei Suhrkamp erschienen. 

Eine Veranstaltung des Literaturzentrum e.V. und der Deutsch-Polnischen Gesellschaft
(JK 04/17)

Polnisch-Deutsche Lesung mit Szczepan Twardoch am Dienstag, 5. Juli, in der Buchhandlung Christiansen

Buchhandlung Christiansen
Dienstag, 05.07.2016  20.00  Uhr
Bahrenfelder Straße 79, Hamburg
Eintritt: 6 Euro  

Polnisch-Deutsche Lesung im Rahmen der literatur altonale:  Szczepan Twardoch liest aus seinem Roman Drach, der bei Rowohlt Berlin erschienen ist. Die deutschen Texte liest Michail Paweletz, Pawel Sprawka moderiert und übersetzt.

Szczepan Twardoch, geboren 1979, gilt als herausragende Stimme der jungen polnischen Literatur. Mit seinem Roman Morphin gelang ihm der Durchbruch. Er wurde für die wichtigsten Literaturpreise nominiert (ausgezeichnet u.a. mit dem Polytika Passport-Preis). Mit Drach hat er den Publikumserfolg seines ersten Romans noch übertroffen.

Die Erde weiß alles. Mit kühlem Blick, der die Zeiten durchdringt, sieht sie alles, was auf ihr geschieht. Sie kennt das Kind Josef Magnor, das im Oktober 1906 den Geschmack der Wurstsuppe schmeckt und nie mehr vergisst. Josef, der im Dreck der Schützengräben von Frankreich landet und später im Bett der jungen Caroline. Dem diese Erde jahrelang ein Versteck im schlesischen Stollen bietet, nachdem er aus Eifersucht eine Tragödie angerichtet hat.

Die Erde kennt Nikodem, Josefs Urenkel. Nikodem, der zu seiner Geliebten zieht, aber von seiner Frau und Tochter nicht loskommt, auch nicht von dem schönen Haus, das er sich, gefragter Architekt des neuen Polen, gebaut hat – alles entgleitet ihm, auch die Geliebte. Was wird er retten können? Die Erde kennt das Ende, sie bleibt grausam kalt...

Szczepan Twardoch lässt die Erde selbst erzählen – den Drachen, der den Menschen ausspeit und ihn wieder verschlingt: In kühner Montage, ein ganzes Jahrhundert wie in einem einzigen Blick, schildert er die Dramen zweier Männer und die Chronik ihrer schlesischen Familie, vier Menschenalter. Ein grandioser Reigen von Werden und Vergehen, von der Suche nach Liebe und der Sehnsucht, sie festzuhalten – und ein gewaltiges Panorama des 20. Jahrhunderts.

Drach  von Szczepan Twardoch ist bei Rowohlt Berlin erschienen.

Eine Lesung des Literaturzentum Hamburg e.V. mit Unterstützung der Deutsch-Polnischen Gesellschaft und des Rowohlt Verlags.
(JK 06/16)

Matthias Nawrat liest am 24. September im Literaturhaus

Literaturhaus Hamburg
Donnerstag, 24.09.2015   19:30 Uhr 
Schwanenwik 38, Hamburg
Eintritt: 6 / 10  Euro

Matthias Nawrat liest aus seinem Roman Die vielen Tode unseres Opas Jurek, der bei Rowohlt erschienen ist. Hubert Winkels moderiert.

Opa Jurek ist nicht mehr. Die ganze deutsch-polnische Bagage fährt sodann nach Opole in Polen, um ihn zu betrauern und einander ein letztes Mal die Knallergeschichten des Großvaters zu erzählen, die von seiner „sogenannten schwierigen Zeit“ beispielsweise, als man sich nicht mehr gegenseitig grüßte, sondern einen Politiker, der aussah wie Charlie Chaplin in Der große Diktator, davon wie Opa Jurek lange Zeit in einer „weltberühmten Ortschaft“ namens Oświęcim ausharrte, wo er „Todeshunger“ verspürte, von seinem Aufstieg als Kaufhausdirektor und Delikatessenverkäufer – und seinem Fall: „Doch die Odyssee unseres Opas Jurek hatte in Wahrheit gerade erst begonnen.“

Die vielen Tode unseres Opas Jurek, der dritte Roman des 1979 in Polen geborenen Schriftstellers Matthias Nawrat, ist sein Meisterstück: ein Schelmenroman, der Abgründe aufreißt und mit scheinbar naivem Blick das 20. Jahrhundert als wahnwitziges Kuriositätenkabinett präsentiert. Für Unternehmer, 2014 erschienen, erhielt Nawrat, der nach seinem Biologiediplom am Schweizerischen Literaturinstitut in Biel Kreatives Schreiben studierte und 2012 mit dem Roman Wir zwei allein debütierte, 2012 den Kelag-Preis und 2013 den Chamisso-Förderpreis. Kein Wunder, denn in Matthias Nawrats Literatur knallt eine zauberhaft-verrückte Sprache auf eine düstere Weltsicht, rumst Poesie auf Ideologie, so dass Die vielen Tode unseres Opas Jurek anrührend und bestürzend zugleich ist. Und sehr, sehr klug.

Die vielen Tode unseres Opas Jurek  von Matthias Nawrat ist bei Rowohlt erschienen.
(JK 09/15)

Szczepan Twardoch liest im Literaturhaus am Montag, 8. Juni

Literaturhaus
Montag, 08.06.2015   19.30 Uhr  
Schwanenwik 38, Hamburg
Eintritt: 4 – 7  Euro

Szczepan Twardoch liest aus seinem Roman Morphin, der bei Rowohlt Berlin erschienen ist. Es moderiert Jana Halamickova, Aleksandra Jeszke-Zillmer dolmetscht und Hartwig Zillmer liest den deutschen Text.

Warschau 1939: Leutnant Konstanty Willemann, vor dem Krieg ein Bonvivant und Dandy, streift durch die zerbombte, soeben noch blühende Stadt, in der die deutsche Besatzung alle Freiheit erstickt. Konstanty, väterlicherseits selbst Deutscher, betäubt sich mit Alkohol und Morphin — denn er ist zerrissen zwischen seinem versehrten Vater und seiner fanatischen Mutter, und er ist noch mehr zerrissen zwischen seinem unsteten Leben mit rauschhaften Nächten bei der jüdischen Edelprostituierten Salomé und der Sorge um die Zukunft seiner Familie, um seine Ehefrau und den vergötterten kleinen Sohn. Doch dann schließt Konstanty sich dem Widerstand an. Getarnt mit der väterlichen Uniform und tadellos Deutsch sprechend, wagt er immer riskantere Aktionen und lernt sich bald besser kennen — als einen erschreckend anderen. Eine konspirative Reise mit der undurchschaubaren Adeligen Dzidzia führt ihn durch eine Vorhölle verwüsteter Landschaften in das noch heile Budapest. Die Fahrt wird für Konstanty zur Prüfung, ob er sich dem Untergang, der Warschau ergriffen hat und ihn selbst mitzureißen droht, noch entziehen kann.

Morphin ist ein furioser und fast 600 Seiten langer Parforceritt, mit dem Szczepan Twardoch sein literarischer Durchbruch gelang.“ (SWR, Buch der Woche 5.5.14). „… ein Mensch, der sich retten will, jedoch ebenso hoffnungslos verloren zu sein scheint wie sein Land…“ (SWR 2). „…Morphin ist ein Buch um Identität in der Katastrophe des Krieges, über ein Ringen um einen Standpunkt, um das Weitermachen im Leben, das eigentlich vorbei zu sein scheint…“ (Glanz & Elend – Literatur und Zeitkritik). In Polen verglich man ihn mit Gombrowicz. Ein wildes Buch schreiben die Kritiker.

Szczepan Twardoch, geboren 1979, gilt als herausragende neue Stimme der polnischen Literatur. Sein Roman Morphin war in Polen ein Bestseller. Er erhielt dafür den renommierten Polityka-Passport-Preis. Twardoch lebt in Pilchowice in Schlesien. 

Morphin von Szczepan Twardoch ist bei Rowohlt Berlin erschienen.

Eine Veranstaltung des Literaturzentrum e.V. in Kooperation mit der Deutsch-Polnischen Gesellschaft Hamburg.
(JK 06/15)


David Safier am Mittwoch, 10. September, beim Harbour Front Literaturfestival

5. Harbour Front Literaturfestival
St. Katharinen
Mittwoch, 10.09.2014  20.00 Uhr
Katharinenkirchhof 1, Hamburg
Eintritt: 15 Euro

David Safier liest aus seinem Buch 28 Tage lang, das bei Kindler erschienen ist. Bettina Tietjen moderiert den Abend.

Die Bücher von David Safier waren bisher als lustige und leichte Lektüre beliebt. „Dieses Buch ist ein Herzensprojekt“, sagt David Safier über seinen neuen Roman 28 Tage lang. „Es ist ein Buch für meine Kinder, aber gewissermaßen auch für meine Großeltern, die in Buchenwald bzw. im Ghetto von Lodz gestorben sind. Dieses Buch soll eine Brücke zwischen den Generationen schlagen. Ich möchte mit ihm auch Menschen erreichen, die normalerweise nicht ohne Weiteres zu einem Roman über den Holocaust greifen würden.“

28 Tage lang, vom 19. April bis zum 16. Mai 1943, stellten sich jüdische Kämpferinnen und Kämpfer der erdrückenden Übermacht der SS im Warschauer Ghetto entgegen. David Safier setzt ihnen mit seinem Roman ein Denkmal. „Es gibt schockierende Momente in diesem Buch, das Safier ohne Pathos, sondern in typisch knapper, aufs Wesentliche konzentrierter Sprache erzählt.“ (faz.net) „Safier erzählt eine große, packende Geschichte von tragischer Wucht, die ihre Leser nicht verfehlen wird.“ (F.A.Z.)

Warschau 1943: Die sechzehnjährige Mira schmuggelt Lebensmittel, um im Warschauer Ghetto zu überleben. Als sie erfährt, dass die gesamte Ghettobevölkerung umgebracht werden soll, schließt sich Mira dem Widerstand an. Der kann der übermächtigen SS länger trotzen als vermutet. Viel länger. Ganze 28 Tage.
28 Tage, in denen Mira Momente von Verrat, Leid und Glück erlebt.
28 Tage, in denen sie sich entscheiden muss, wem ihr Herz gehört.
28 Tage, um ein ganzes Leben zu leben.
28 Tage, um eine Legende zu werden.

David Safier, 1966 geboren, zählt zu den erfolgreichsten Autoren der letzten Jahre. Seine Romane Mieses Karma, Jesus liebt mich, Plötzlich Shakespeare, Happy Family und Muh erreichten Millionenauflagen. Auch im Ausland sind seine Bücher Bestseller. Als Drehbuchautor wurde David Safier für seine TV-Serie Berlin, Berlin mit dem Grimme-Preis sowie dem International Emmy (dem amerikanischen Fernseh-Oscar) ausgezeichnet. Sein neues Buch 28 Tage lang zeigt eine ganz neue Seite des Autors. David Safier lebt und arbeitet in Bremen, ist verheiratet, hat zwei Kinder und einen Hund. 

28 Tage lang von David Safier ist bei Kindler erschienen.
(JK 09/14)

Der polnische Autor Andrzej Bart kommt am Dienstag, 1. Juli, in die Buchhandlung Christiansen

Buchhandlung Christiansen
Dienstag, 01.07.2014  20.00 Uhr
Bahrenfelder Straße 79, 22769 Hamburg
Eintritt: 4 – 6 Euro
 
Andrzej Bart liest aus seinem Roman Knochenpalast, der bei Schöffling & Co. erschienen ist. Luise Helm liest den deutschen Text. Anouk Schollähn moderiert.
 
Als „perfekte Mischung aus Witz, Schrecken, Melancholie und historischen Details“ feierte Deutschlandradio Kultur den im Frühjahr neu erschienenen Roman Knochenpalast des polnischen Autors und Filmschaffenden Andrzej Bart.
 
Der Roman spielt in Warschau in den fünfziger Jahren: Die Lyriklektorin Sabina lebt mit ihrer Großmutter, ihrer Mutter und ihrem Bruder Arkadiusz zusammen. Sie ist fast dreißig Jahre alt, aber unverheiratet und damit in den Augen der anderen eine alte Jungfer. Als ihre Familie nach einem Dekret eine alte Dollarmünze aushändigen soll, regt sich Widerstand in ihr, denn es ist ein Erinnerungsstück an den Großvater. In ihrem Bauch soll die Münze ein sicheres Versteck finden. Überraschend tritt jedoch bald ein anscheinend perfekter Verehrer in ihr Leben, der sich als Agent entpuppt. Nachdem er von ihrem Geheimnis erfahren hat, versucht er Sabina zu erpressen will, die sich das keineswegs gefallen lässt, sondern handelt.
 
In knapper, lakonischer Sprache beschreibt Andrzej Bart in Knochenpalast die Repression im kommunistischen Polen und erzählt eine rasante Kriminalkomödie voller schwarzem Humor.
 
Andrzej Bart, geboren 1951, ist Filmschaffender und einer der bedeutendsten polnischen Schriftsteller der Gegenwart. Sein Debüt Rien ne va plus wurde mit dem renommierten Kościelski-Preis ausgezeichnet. Die Verfilmung seines Romans Knochenpalast war Polens Beitrag für den Oscar 2009. Die Fliegenfängerfabrik, nominiert für den NIKE-Preis, wird ebenfalls verfilmt.
 
Knochenpalast von  Andrzej Bart ist bei Schöffling & Co. erschienen.
(JK 06/14)

Radek Knapp: Reise nach Kalino (Piper)

Unvergessliche Gestalten bevölkern Radek Knapps magischen, auf faszinierende Weise altmodischen Detektivroman Reise nach Kalino, der bei Piper erschienen ist.

Warum sollte man einen erfolglosen Detektiv mit einem unerklärlichen Todesfall beauftragen? Julius Werkazy, billige Stoffhosen und braunes Jackett, ist ein Detektiv alten Schlages. Er gehört zu den eher Unerfolgreichen seines Gewerbes. Warum also bittet der mysteriöse Landesgründer von Kalino ausgerechnet ihn um Hilfe?

Der Anruf, den Julius Werkazy eines Morgens entgegennimmt, setzt die Ereignisse wie ein großes Schwungrad in Gang. Wenig später befindet sich Werkazy im Zug nach Kalino, das kaum jemand vor ihm hat betreten dürfen. Wie ein rollender Tresor fahren die vier Waggons in den Bahnhof ein. Und sogleich nach seiner Ankunft stellt sich ihm der Landesgründer vor: „Die Wahl ist nicht zufällig auf Sie gefallen“, sagt F. Osmos, „aber lassen Sie mich auf den Kern meines Anliegens kommen: Vor einigen Tagen hat es den ersten Todesfall in Kalino gegeben.“ Werkazy erhält den Auftrag, schleunigst dieses Unglück aufzuklären. Dazu muss er hinter das Geheimnis der Kalinianer kommen: Niemand dort scheint älter als dreißig zu sein. Doch F. Osmos hat Julius Werkazy nicht die ganze Wahrheit gesagt…

Radek Knapp beschreibt zwar ein Szenario in der Zukunft, doch zielt er treffsicher auf die Gegenwart. Seine Geschichte spiegelt die gegenwärtige Entwicklung in Osteuropa wieder. Dieses Traumland Kalino, in dem Werkazy ermittelt, ist besessen vom Konsumdenken, die Menschen werden pausenlos von Werbung bombardiert und frönen einem Schönheits- und Jugendwahn. Damit porträtiert er die sich herausbildende postsowjetische Erfolgsgeneration die unglaubliche hedonistische Exzesse zur Normalität erklärt. Diese Satire umrahmt Knapp mit einer Detektivgeschichte, die sich an ihre alten Vorbilder hält und einen unwiderstehlichen Charme verbreitet.

Radek Knapp, 1964 in Warschau geboren, lebt als freier Schriftsteller in Wien und in der Nähe von Warschau. Sein hintergründiger Roman Herrn Kukas Empfehlungen gehört zu den erfolgreichsten Longsellern der Verlagsgeschichte. Außerdem erschien von ihm der mit dem aspekte-Preis ausgezeichnete Band Franio.

Reise nach Kalino von Radek Knapp ist bei Piper erschienen.
(JK 11/12)

Marek Krajewski: Finsternis in Breslau (dtv)


Mit Finsternis in Breslau, erschienen bei dtv, ist ein neuer Kriminalroman des polnischen Autors Marek Krajewski mit Ermittler Eberhard Mock im Vorkriegs-Breslau erschienen.

Breslau, 1937. In einem heruntergekommenen Hotel wird eine junge Frau ermordet aufgefunden. Auf der Jagd nach dem Mörder kommt Mock mit der Unterwelt, aber auch mit höchsten gesellschaftlichen Kreisen in Berührung. Als er zwei Jahre später, mittlerweile nach Lemberg versetzt, zusammen mit Kommissar Popielski ein Ungeheuer jagt, das wie der Minotauros Jungfrauen tötet, kommt ihm sein früherer Fall wieder in den Sinn.

Eberhard Mock ist zurück, obwohl Marek Krajewski nach fünf Romanen seinen Helden nicht mehr auftreten lassen wollte. Dennoch ist Eberhard Mock nicht die Hauptfigur, denn im Vordergrund tritt nun der polnische Kommissar Edward Popielski aus Lemberg auf. Das tut dem Lesespaß hingegen keinen Abbruch. Neben der Überraschung mit einer neuen Hauptfigur überrascht den Leser auch der Handlungsort, denn sehr viel der Handlung spielt auch in Lemberg und Kattowitz.

Mock und Popielski verbinden viele Gemeinsamkeiten. Beide sind leicht zu verärgern, ungeduldig und pedantisch, beide lieben klassische Sprachen, Schach, Bridge, Völlerei und meiden auf keinen Fall die Gesellschaft von Frauen. So finden die beiden sehr schnell eine gemeinsame Sprache. Popielskis Schwachstelle ist hingegen seine Liebe zu seiner Tochter Rita. Als sie in den Fall gerät, ist das für unsere neue Hauptfigur ein Fall ins Bodenlose. Doch auch hier ist Eberhard Mock derjenige, der ihn auffängt.

Dass die Handlung nun mehr und mehr nach Lemberg verlegt ist, hat der Autor gut umgesetzt. So wie er es geschafft hat, Breslau ein Gesicht zu geben, so gelingt ihm das auch mit dem Vorkriegs-Lemberg, dessen Atmosphäre glaubwürdig eingefangen ist. Krajewskis neuer Krimi ist wie gewohnt spannend und es fehlt auch nicht die drastische Schilderung der Verbrechen, die nichts für sanfte Gemüter ist.

Da Krajewski nicht Wort gehalten hat und Eberhard Mock nun doch wieder im Krimi vorkommt, kann man nicht sicher sein, ob dies nun tatsächlich der endgültige Abschied von Eberhard Mock war.

Marek Krajewski, 1966 geboren, ist Altphilologe und war Dozent an der Universität Breslau. Seit 2007 konzentriert er sich ganz auf seine Tätigkeit als Schriftsteller. Er lebt in Breslau. Seine Krimiserie mit dem Antihelden Eberhard Mock ist in Polen und inzwischen auch in Deutschland sehr erfolgreich, die Romane wurden in Polen u.a. als Krimi des Jahres und mit dem Paszport Polityki-Preis ausgezeichnet. In Deutschland wurden sie mehrmals auf die KrimiWelt-Bestenliste gewählt.

Finsternis in Breslau von Marek Krajewski ist bei dtv erschienen.
(JK 06/12)

Bartłomiej Rychter: Die Bestie von Sanok (dtv)


Schauerliche Morde geschehen in dem historischen Thriller, den der  polnische Autor Bartłomiej Rychter in den Karpaten angesiedelt hat. Er ist bei dtv unter dem Titel Die Bestie von Sanok erschienen.

Sanok, 1896. Unter einer Klostermauer wird der zerrissene Körper eines Ratsherren entdeckt. Die Leute erzählen von wilden Bestien, die nachts aus dem Wald kommen, um zu töten. Borys, ein junger Hauslehrer, und ein eilends herzu gebetener österreichischer Professor glauben nicht an solche Gruselgeschichten, sondern suchen fieberhaft nach einem leibhaftigen Täter, denn das grausame Morden nimmt kein Ende…

Die Bestie von Sanok ist ein klassischer Thriller mit Romanfiguren, die das multikulturelle Galizien der Jahrhundertwende wieder spiegeln. Es gibt frustrierte österreichische Beamte, die in die tiefe Provinz Galizien des KuK-Reiches verbannt wurden, polnische und jüdische Mitbürger und die einheimischen Bauern. Bartłomiej Rychter bringt diese unterschiedlichen Gruppen mit ihren Charaktereigenschaften eloquent in die Handlung ein. Der historische Kriminalroman birgt viel Lokalkolorit, die Versetzung in die untergehende KuK-Zeit enthält viel Charme und Unterhaltung.

Der Autor Bartłomiej Rychter wurde 1978 geboren. Er studierte Jura und arbeitet heute als Manager in Sanok in Polen.

Die Bestie von Sanok von Bartłomiej Rychter ist bei dtv erschienen.
(JK 04/12)

Wojciech Kuczok: Lethargie (Suhrkamp)

Der Roman Dreckskerl verschaffte Wojciech Kuczok den Ruf, der stilsicherste, musikalischste und leidenschaftlichste Schriftsteller der polnischen Gegenwartsliteratur zu sein. Sein neues Buch Lethargie, erschienen bei Suhrkamp, handelt von drei Menschen und ihrem Beschluss, das eigene Leben zu verändern.

Adam, ein junger Arzt, flieht vor seinem dominanten Vater vom Dorf in die Stadt. In der Liebe zu einem jungen Mann, einem homophoben Kleinkriminellen, findet er sein Glück. Robert ist ein alternder Schriftsteller, den seine Schreibblockade, seine hysterische Ehefrau und seine Schwiegereltern in die Verzweiflung treiben. Eines Tages erfährt er von etwas, das sein Leben verändert. Róza, eine erfolgreiche Schauspielerin und Werbeikone, lebt in unglücklicher Ehe. Doch sie beschließt, aktiv zu werden und ihrer Lethargie ein Ende zu setzen.

Mit psychologischer Präzision und sprühendem Witz gelingt Kuczok die schonungslose Analyse zwischenmenschlicher Beziehungen – und nebenbei eine bitterböse Satire der zwischen Popkultur und erzkonservativen Positionen zerrissenen polnischen Gesellschaft.

Kuczok zeichnet ein trauriges Bild der polnischen Gesellschaft, für die die drei Geschichten stellvertretend stehen. Kuczok ist ein begnadeter Erzähler und kann seine Stilelemente zielsicher einsetzen. Mal trifft man auf harte Realität, mal wird man in ein Märchen versetzt und über allem schwebt bei Kuczok Ironie über das Erzählte. Das leichte Leben konfrontiert er mit einer tabuisierten Liebe, eine tödliche Krankheit und Einsamkeit. Die Wut des Autors ist dabei förmlich zu spüren.

Wojciech Kuczok, 1972 in Chorzów/Oberschlesien geboren, debütierte 1996 als Lyriker, er arbeitete als Journalist, Filmkritiker und Drehbuchautor. Bekannt wurde er mit seinen Erzählungen und seinem Roman Dreckskerl, für den er 2004 den wichtigsten polnischen Literaturpreis, den NIKE, erhielt. Die Verfilmung des Textes nach einem Drehbuch des Autors gewann 2004 auf dem Filmfestival in Gdynia den Hauptpreis. Das Buch wurde in fünfzehn Sprachen übersetzt. Sein zweiter Roman Lethargie wurde ebenfalls verfilmt. Kuczok war 2009/2010 Gast des Berliner Künstlerprogramms des DAAD, er lebt in Chorzów.

Lethargie von Wojciech Kuczok ist bei Suhrkamp erschienen.
(JK 12/10)

Tomasz Konatkowski: Wolfsinsel (List)

Der Warschauer Kommissar Adam Nowak geht wieder auf Mördersuche in Tomasz Konatkowskis neuem Buch Wolfsinsel, das bei List erschienen ist.

Die Leiche eines jungen Mannes, dem zwei Finger fehlen. Ein verschwundener Inder. Beide mit gezielten Kopfschüssen getötet, die an eine Exekution denken lassen. War es beide Male der gleiche Täter? Kommissar Adam Nowak muss in zwei Fällen gleichzeitig ermitteln. Zwei Fälle, die erstaunliche Parallelen aufweisen – und doch ganz unterschiedlich sind.

Tomasz Konatkowski, geboren 1968, arbeitet als Programmierer und Analyst. Er schreibt Buchrezensionen für Internetportale, ist Fußballfan, liebt dunkles Starkbier, gutes Essen und Reisen. Sein Debüt So sollt ihr sterben war der erste Band in einer Serie mit Kommissar Adam Nowak.

Wolfsinsel von Tomasz Konatkowski ist bei List erschienen.
(JK 04/10)

Marek Krajewski: Gespenster in Breslau (dtv)

Marek Krajewskis Krimis spielen im Breslau der Vorkriegszeit, der Held ist Kriminalassistent Eberhard Mock. Gespenster in Breslau heißt sein neuester Fall und ist bei dtv erschienen.

Breslau 1919. Kriminalassistent Eberhard Mock bekommt es mit einem besonders makabren Fall zu tun: Auf einer der Oder- Inseln werden die grässlich zugerichteten Leichen von vier jungen Männern gefunden, die Matrosenmützen tragen. Bei ihnen liegt ein Brief, der sich direkt an Mock richtet. Bei ihnen findet Kriminalassistent Eberhard Mock eine an ihn adressierte Notiz: Er solle sich zu seinem Fehler bekennen und anfangen zu glauben. Der Mörder zieht Mock hinein in ein ausnehmend grausames Spiel. Auf der Suche nach dem Mörder gerät Mock in Bordelle und Spelunken und stößt schließlich auf eine Geheimgesellschaft, die ihn im Visier hat.

Marek Krajewski Krimi ist spannend und glänzend recherchiert. Man merkt, dass der Autor das historische Umfeld sehr gut kennt. Die Gespenster sind dabei weniger die aufzuklärenden Fälle als die Atmosphäre in der Stadt Breslau, ein Tanz auf dem Vulkan, bevor er ausbricht. In diese aufgeheizte Stimmung passen sich die Kriminalfälle des Eberhard Mock und sie sind das Erfolgsrezept.

Marek Krajewski, 1966 geboren, ist Altphilologe und war Dozent an der Universität Wroclaw. Seit 2007 konzentriert er sich ganz auf seine Tätigkeit als Schriftsteller. Er lebt in Wroclaw/Breslau. Seine Krimiserie mit dem Antihelden Eberhard Mock ist in Polen und inzwischen auch in Deutschland sehr erfolgreich, die Romane wurden in Polen u.a. als Krimi des Jahres und mit dem Paszport Polityki-Preis der Wochenzeitung Polityka ausgezeichnet, in Deutschland wurden sie mehrmals auf die KrimiWelt-Bestenliste gewählt.

Gespenster in Breslau von Marek Krajewski ist bei dtv erschienen.
(JK 10/09)

Paweł Jaszczuk: Der Teufel von Lemberg (dtv)

Um Morde im dunklen Schatten der Wälder geht es in Paweł Jaszczuks Krimi Der Teufel von Lemberg, der bei dtv erschienen ist.

Lemberg 1936. In den Wäldern vor der Stadt ereignen sich schreckliche Morde. Immer wieder werden tote junge Frauen aufgefunden. Die Polizei vermutet einen verrückten Serienmörder, denn die Leichen tragen kleine, eigens für sie angefertigte Hufeisen. Auch Jakob Stern, der Sensationsreporter vom Kurier, ist dem „Schmied vom Wald“ auf der Spur. Eine dieser Spuren führt bis nach Italien, zum Monte Gargano und der Foresta Umbra.

Das Buch verfolgt neben der Auflösung der Morde vor allem eine Charakterstudie des Reporters und Hobbydetektivs Jakub Stern aufzubauen. Und das gelingt dem Autor auf vorzügliche Weise. Der Leser taucht in die Welt ein, die Jaszczuk konstruiert und wird förmlich aufgesogen. Am Ende ist es denn auch nicht ein typischer Krimi, aber mögicherweise ist das ein Segen, denn das, was der Autor in seinem Buch entwickelt, lässt den Leser nicht los.

Paweł Jaszczuk wurde 1954 in Ostróda geboren. Sein Roman Foresta Umbra wurde mit dem wichtigsten polnischen Krimipreis „Wielki Kaliber“ ausgezeichnet.

Der Teufel von Lemberg von Paweł Jaszczuk ist bei dtv erschienen.
(JK 10/09)

Marek Krajewski: Pest in Breslau (dtv)

In Marek Krajewskis neuestem Fall aus Breslau zwischen den Weltkriegen, der Pest in Breslau heißt und bei dtv erschienen ist, macht eine Brüderschaft Ärger und Polizist Eberhard Mock scheint plötzlich in mehrere brutale Morde verwickelt zu sein.

Breslau, 1923. In der Stadt treibt eine unheimliche Brüderschaft ihr Unwesen, der „Geheimbund der Misanthropen“. Aufgenommen werden skrupellose Mörder, bestialische Verbrecher, Menschen mit eiserner Geduld und ohne Gewissen. Der Polizist Eberhard Mock hat noch nie von diesem Geheimbund gehört, als er eines Morgens völlig betrunken in einem Wald bei Deutsch Lissa erwacht, mit rosa Farbe beschmiert und ohne eine Ahnung, wie er hierhergekommen ist. Es werden in rascher Folge mehrere brutale Morde begangen, und bei jedem findet man Spuren, die auf Mock als Täter hindeuten.

Wie gewohnt ist Marek Krajewski Krimi wieder spannend und glänzend recherchiert, von einem Autor der das historische Umfeld sehr gut kennt. Breslau ist bei Krajewski ein brodelner Vulkan und die Bewohner lassen es noch einnmal richtig krachen, bevor dieser explodiert. Der Kriminalassistent Eberhard Mock passt dazu wie die Faust aufs Auge. Er ermittelt in der halbseidenen Welt der Prostitution, der er selbst zugeneigt ist. Krajewskis Bilder sind deftig und neigen zum Brutalen. Sie wirken daher authentisch, denn Breslau ist verdorben und die Welt, inder die Kriminalfälle spielen wird nicht mehr lange so sein wie sie noch ist.

Marek Krajewski, 1966 geboren, ist Altphilologe und war Dozent an der Universität Wroclaw. Seit 2007 konzentriert er sich ganz auf seine Tätigkeit als Schriftsteller. Er lebt in Wroclaw/Breslau. Seine Krimiserie mit dem Antihelden Eberhard Mock ist in Polen und inzwischen auch in Deutschland sehr erfolgreich, die Romane wurden in Polen u.a. als Krimi des Jahres und mit dem Paszport Polityki-Preis der Wochenzeitung Polityka ausgezeichnet, in Deutschland wurden sie mehrmals auf die KrimiWelt-Bestenliste gewählt.

Pest in Breslau von Marek Krajewski ist bei dtv erschienen.
(JK 10/09)

Paweł Huelle: Das letzte Abendmahl (Beck)

Der neue Roman von Paweł Huelle Das letzte Abendmahl, der bei Beck erschienen ist, basiert auf einer realen Begebenheit und spielt in einem Danzig in naher Zukunft. Der Maler Mateusz will, nach dem Vorbild Leonardo da Vincis, ein Bild des letzten Abendmahls malen und lädt seine Freunde zu einem Foto-Shooting ein, damit sie den Aposteln ihr Gesicht leihen. Drei dieser alten Freunde und den Erzähler, der Griechisch studiert und sich mit der Geschichte Jerusalems beschäftigt, lernt der Leser näher kennen, den Arzt Lewada, den Physikprofessor und Geschäftsmann Wybránski sowie Berdo, den Religionswissenschaftler und Initiator von lukrativen „Wahrheitspilgerfahrten“.

Das Foto-Shooting konfrontiert alle mit ihrer Vergangenheit und mit ihren Lebensplänen, und was bei einem Gemälde über das letzte Abendmahl nahe liegt, geht es bei allen um Geld und Werte, Freiheit und Spiritualität, Kunst und Kommerz, aber auch um das Christentum und den Islam – in das Stadtbild von Danzig haben sich zu den Kirchtürmen auch die Minarette gesellt.

Der Roman, dessen Haupthandlung nur wenige Stunden eines einzigen Tages umfasst, bietet auf einer zweiten Zeitebene faszinierende geschichtliche Exkurse, die uns nach Ägypten oder Konstantinopel führen, auf einer dritten – noch etwas weiter in der Zukunft – erzählt er von der Zerstörung des Gemäldes durch angeheuerte Schläger.

Paweł Huelles dichter, brillanter, teils realistisch, teils satirisch erzählter Roman, der in Polen großes Aufsehen erregt hat, bietet ein Sittenbild der Gegenwart, der westlichen Gesellschaft und des Kunstbetriebs, ein nachdenkliches, aufwühlendes Buch.

Paweł Huelle, 1957 in Danzig geboren, studierte Literaturwissenschaft, arbeitete als Journalist und Lehrer. Sein Roman Weiser Dawidek, 1987 in Polen erschienen, wurde ein großer internationaler Erfolg.

Das letzte Abendmahl von Paweł Huelleist bei Beck erschienen.
(JK 05/09)

Tomasz Konatkowski: So sollt ihr sterben (List)

Warschau: Ein Serienmörder sucht sich scheinbar wahllos seine Opfer. Einziger Anhaltspunkt ist, dass alle Leichen in Straßenbahnen oder in der Nähe von Haltestellen gefunden werden. Kommissar Adam Nowak tappt lange im Dunkeln – bis der tollkühne Mörder mit ihm in Kontakt tritt. Er scheint ihm Rätsel zu hinterlassen und ein ganz persönlicher Wettkampf entspinnt sich.

Viel Lokalkolorit enthält der spannende Warschau-Krimi So sollt ihr sterben von Tomasz Konatkowski, der bei List erschienen ist.

Tomasz Konatkowski, geboren 1968, arbeitet als Programmierer und Analyst. Er schreibt Buchrezensionen für Internetportale, ist Fußballfan, liebt dunkles Starkbier, gutes Essen und Reisen. Sein Debüt So sollt ihr sterben ist der erste Band in einer Serie mit Kommissar Adam Nowak.

So sollt ihr sterben von Tomasz Konatkowski ist bei List erschienen.
(JK 02/09)