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Lana Lux im Büchereck Niendorf Nord am Mittwoch, 21. März

Büchereck Niendorf Nord
Mittwoch, 21.03.2018  19.00 Uhr
Nordalbingerweg 15, Hamburg
Eintritt: 8 Euro

Lana Lux stellt ihren Debütroman Kukolka vor, der bei Aufbau erschienen ist.

Lana Lux präsentiert ihre Geschichte über eine Kindheit, in der immer Winter herrscht und über ein Leben, in dem es keinen Sommer geben wird. Samira, von der die junge Autorin in ihrem Debütroman Kukolka erzählt, gilt in dem Kinderheim in der Ukraine, in dem sie lebt als „unerziehbares Vieh“. Mit sieben landet sie auf der Straße und macht sich auf die Suche nach einem besseren Leben. Einen kleinen Zipfel davon erwischt sie immer mal wieder. Sie lebt mit anderen Kindern in einem Haus ohne Strom und Wasser, bettelt und träumt von Deutschland. Sie ist ein schönes Kind, dessen Traum in Erfüllung gehen und ein Albtraum sein wird. Lana Lux erzählt diese Geschichte eines schutzlosen Mädchens sehr nüchtern und dennoch ganz nah an ihrer Figur, sie bringt „die ganze Ambivalenz solcher Schicksale“, wie es im SWR hieß, literarisch zum Schwingen.

Lana Lux, geboren 1986 in Dnipropetrowsk/Ukraine, wanderte im Alter von zehn Jahren mit ihren Eltern als Kontingentflüchtling nach Deutschland aus. Sie machte Abitur und studierte zunächst Ernährungswissenschaften in Mönchengladbach. Später absolvierte sie eine Schauspielausbildung am Michael Tschechow Studio in Berlin. Seit 2010 lebt und arbeitet sie als Schauspielerin und Autorin in Berlin.

Kukolka von Lana Lux ist bei Aufbau erschienen.
(JK 03/18)

Serhij Zhadan kommt zum Yachtclub in den Nochtspeicher am Dienstag, 20. Oktober

Nochtspeicher
Dienstag 20.10.2015   19.30 Uhr 
Bernhard Nocht-Str. 69, Hamburg
Eintritt: 9  Euro

Serhij Zhadan stellt zum Yachtclub im Nochtspeicher sein Buch Mesopotamien vor, das bei Suhrkamp erschienen ist. Ein Gespräch mit dem Autor führen die beiden Skipperinnen Friederike Moldenhauer und Tina Uebel.

Ein „wehmütiges, gut gelauntes und kämpferisches Buch“, das ein „lebendiges Denkmal für die ideale Stadt Charkiw“ setzt, lobte Volker Weidermann im Spiegel zum Erscheinen von Serhij Zhadans Roman Mesopotamien in diesem Herbst. Der promovierte Germanist Serhij Zhadan, 1947 in der Ostukraine geboren, gehört heute zu den führenden Autoren seines Landes, sein zuletzt erschienener Roman Die Erfindung des Jazz im Donbass wurde von der BBC zum „Buch des Jahrzehnts“ gekürt.

In Mesopotamien porträtiert Serhij Zhadan ein modernes Babylon, seine Heimatstadt Charkiw, indem er von Menschen erzählt, die im „Zweistromland“ leben: zwischen dem ukrainischen Dnjepr im Westen und dem russischen Don im Osten. Als Rebellen der Existenz, kämpfen Zhadans Helden, Marat, Romeo, Sonja, Ivan, Bob und wie sie alle heißen, gegen die drohende Verfinsterung ihres Lebens. Vor dem Hintergrund des Krieges, der bereits begonnen hat, ringen sie um den Sinn ihres Lebens, um ihre Liebe, um ein mutiges, freies Verhältnis zueinander, dem auch der Tod nichts anhaben kann.

Serhij Zhadan, 1974 im Gebiet Luhansk/Ostukraine geboren, studierte Germanistik, promovierte über den ukrainischen Futurismus und gehört seit 1991 zu den prägenden Figuren der jungen Szene in Charkiw. Er debütierte als 17-Jähriger und publizierte zwölf Gedichtbände und sieben Prosawerke. Für Die Erfindung des Jazz im Donbass wurde er mit dem Jan-Michalski-Literaturpreis und mit dem Brücke-Berlin-Preis 2014 ausgezeichnet (zusammen mit Juri Durkot und Sabine Stöhr). Serhij Zhadan lebt in Charkiw.

Mesopotamien von Serhij Zhadan ist bei Suhrkamp erschienen.
(JK 10/15)

Alina Bronsky liest beim 7. Harbour Front Literaturfestival

7. Harbour Front Literaturfestival
Cap San Diego
Montag, 14.09.2015   21.00 Uhr 
Überseebrücke, 20459 Hamburg
Eintritt: 14  Euro

Baba Dunja im Niemandsland: Alina Bronsky liest aus ihrem Roman Baba Dunjas letzte Liebe, der bei Kiepenheuer & Witsch erschienen ist. Rainer Moritz moderiert.

Alina Bronsky lässt in ihrem Roman eine sehr spezielle Welt wieder auferstehen. Baba Dunja ist eine Tschernobyl-Heimkehrerin. Wo der Rest der Welt nach dem Reaktorunglück die tickenden Geigerzähler und die strahlenden Waldfrüchte fürchtet, baut sich die  ehemalige Krankenschwester mit Gleichgesinnten ein neues Leben  im Niemandsland auf. Wasser gibt es aus dem Brunnen,  Elektrizität an guten Tagen und Gemüse aus dem eigenen Garten. Die Vögel rufen so laut wie nirgends sonst, die Spinnen weben verrückte Netze, und manchmal kommt ein Toter auf einen Plausch vorbei. Während der sterbenskranke Petrov in der Hängematte Liebesgedichte liest und die Melkerin Marja mit dem fast hundertjährigen Sidorow anbandelt, schreibt Baba Dunja Briefe an ihre Tochter Irina, die Chirurgin bei der deutschen Bundeswehr ist. Doch dann kommt ein Fremder ins Dorf, und die Gemeinschaft steht erneut vor der Auflösung.

Auf kleinem Raum gelingt Alina Bronsky voller Kraft und Poesie, voller Herz und Witz eine märchenhafte und zugleich fesselnd gegenwärtige Geschichte.

Alina Bronsky, geboren 1978 in Jekaterinburg/Russland, lebt seit Anfang der 90er-Jahre in Deutschland. Ihr Debütroman Scherbenpark wurde zum Bestseller, ist inzwischen beliebte Lektüre im Deutschunterricht und wurde fürs Kino verfilmt. Es folgten die Romane Die schärfsten Gerichte der tatarischen Küche und Nenn mich einfach Superheld. Die Rechte an Alina Bronskys Romanen wurden in 15 Länder verkauft. Sie lebt in Berlin.

Baba Dunjas letzte Liebe von Alina Bronsky ist bei Kiepenheuer & Witsch erschienen. 
(JK 09/15)

Katja Petrowskaja kommt in den Jüdischen Salon im Café Leonar am Sonntag, 25. Mai

Café Leonar
Sonntag, 25.05.2014  19.30 Uhr (Einlass ab 19.00 Uhr)
Grindelhof 87, 20146 Hamburg
Eintritt: 10 € (7,50 € für Freundeskreis-Mitglieder / 5 € ermäßigt)

Im Jüdischen Salon liest Katja Petrowskaja aus ihrem Roman Vielleicht Esther, der bei Suhrkamp erschienen ist. Gastgeberin ist Marion Kollbach.

Hieß sie wirklich Esther, die Großmutter des Vaters, die 1941 im besetzten Kiew allein in der Wohnung der geflohenen Familie zurückblieb? Die jiddischen Worte, die sie vertrauensvoll an die deutschen Soldaten auf der Straße richtete – wer hat sie gehört? Und als die Soldaten die Babuschka erschossen, „mit nachlässiger Routine“ – wer hat am Fenster gestanden und zugeschaut? Die unabgeschlossene Familiengeschichte, die Katja Petrowskaja in kurzen Kapiteln erzählt, hätte ein tragischer Epochenroman werden können: der Student Judas Stern, ein Großonkel, verübte 1932 ein Attentat auf den deutschen Botschaftsrat in Moskau. Sterns Bruder, ein Revolutionär aus Odessa, gab sich den Untergrundnamen Petrowski. Ein Urgroßvater gründete in Warschau ein Waisenhaus für taubstumme jüdische Kinder. Wenn aber schon der Name nicht mehr gewiss ist, was kann man dann überhaupt wissen?

Statt ihren gewaltigen Stoff episch auszubreiten, schreibt die Autorin von ihren Reisen zu den Schauplätzen, reflektiert über ein zersplittertes, traumatisiertes Jahrhundert und rückt Figuren ins Bild, deren Gesichter nicht mehr erkennbar sind. Ungläubigkeit, Skrupel und ein Sinn für Komik wirken in jedem Satz dieses eindringlichen Buches.
„Ein Text, der beides mitbringt, Moral und Kunst.“(Christopher Schmidt, Süddeutsche Zeitung). „Katja Petrowskaja, Siegerin von Klagenfurt, Geschenk für eine Literatur, die versteht, wie viel Kraft in einer fremden Sprache steckt.“ (Volker Weidermann, Frankfurter Allgemeine Zeitung). „Schon jetzt ist die deutsche Gegenwartsliteratur um eine kluge, flamboyante und höchst eigenständige Stimme reicher.“ (Ijoma Mangold, DIE ZEIT)

Katja Petrowskaja, 1970 in Kiew geboren, wurde für Vielleicht Esther mit dem Ingeborg-Bachmann-Preis 2013 ausgezeichnet und für den Preis der Leipziger Buchmesse 2014 nominiert.

Vielleicht Esther von Katja Petrowskaja ist bei Suhrkamp erschienen.
(JK 05/14)

Julia Kissina liest am Sonntag, 13. April, zur Teatime im Literaturhaus



Literaturhaus
Sonntag, 13.04.2014   17.00 Uhr
Schwanenwik 38, 22087 Hamburg
Eintritt: 4 – 7 Euro

Teatime-Lesung: Julia Kissina liest aus ihrem Roman Frühling auf dem Mond, der bei Suhrkamp erschienen ist.

Auf „literarische Anstandsregeln“, so hieß es in der „Neuen Zürcher Zeitung“, würde diese Autorin pfeifen, um „rotzfrech“ und in einem „unverkennbar eigenen Ton“ drauflos zu erzählen. 
Julia Kissina, 1966 in Kiew geboren, deren Roman Frühling auf dem Mond da so deftig gelobt wird, gehörte zum Kreis der Moskauer Konzeptualisten um Vladimir Sorokin und Pawel Pepperstein, heute lebt sie in Berlin. Mit spektakulären Kunstaktionen und als Fotokünstlerin wurde sie international bekannt. In ihrem Roman erzählt sie von Julia, einem verträumten, rebellischen Mädchen, das in Kiew zur späten Breschnewzeit im Milieu der bürgerlichen jüdischen Intelligenz heranwächst. Während ihr Vater in ständiger Angst lebt, denunziert zu werden, und Texte für eine Zirkusrevue schreibt, unterhält sich seine Tochter nachts ganz offen mit den Führern des Weltproletariats. Ein älterer Herr, der sich als Pole ausgibt und Werke über die französische Küche verfasst, zeigt ihr das Anatomische Theater aus zaristischer und weißgardistischer Zeit. Das in Gärten versteckte Gebäude, die Aura des Todes und der materiellen Auflösung ziehen Julia nahezu magisch an. Schließlich findet sie dort zum „Lunatismus“ und damit zu einer im Mondlicht gesteigerten Selbstwahrnehmung, die es ihr erlaubt, sich den Zumutungen der bedrückenden Realität zu entziehen.

Frühling auf dem Mond von Julia Kissina ist bei Suhrkamp erschienen.

Eine Veranstaltung des Literaturzentrum e.V. 
(JK 04/14)

Mark Zak am Samstag, 20. April, bei den Vattenfall Lesetagen 2013


Vattenfall Lesetage
Flussschifferkirche
Samstag,  20.04.2013  19.00 Uhr
Hohe Brücke 2, 20459 Hamburg
Eintritt: 7 Euro

Mark Zak liest aus seinem Krimi Glaube, Liebe, Mafia. Ein Fall für Josif Bondar, der bei Kiepenheuer & Witsch erschienen ist.

Er will endlich seine Ruhe haben, über Gott und die Welt reden und Backgammon spielen – Josif Bondar, Ex-KGB-Agent und Afghanistan-Veteran. In seiner Kölner Privatdetektei spielt er am liebsten mit dem Taxifahrer Ahmet Backgammon, versucht seiner exhibitionistischen Sekretärin Silvia das Anziehen beizubringen und debattiert mit seiner Freundin, der Hauptkommissarin Judith Wendel, über Jesus und Marx. Doch sein Job als Privatdetektiv in Köln ist alles andere als beschaulich und wird zur größten Herausforderung seines Lebens: Der von der Krim stammende Josif soll den russischen Ehemann seiner Ex-Geliebten beschatten. Dann brennt ein Theater in Köln-Sülz ab, wobei ein Schauspieler stirbt. Von da an stecken Josif und Judith plötzlich im selben Fall und ihm wird ein Mord angehängt…

Mark Zak, geboren 1959 in der Ukraine, kam Mitte der Siebzigerjahre mit seiner Familie nach Westdeutschland. Seit seiner Schauspielausbildung hat Mark Zak in über hundert deutschen und internationalen Kino- und Fernsehfilmen mitgewirkt. Er lebt mit seiner Familie in Köln.

Glaube, Liebe, Mafia. Ein Fall für Josif Bondar von Mark Zak ist bei Kiepenheuer & Witsch erschienen.


Die Lesung ist eine Veranstaltung im Rahmen der Vattenfall Lesetage 2013.
(JK 04/13)

Serhij Zhadan: Totalniy Futbol (Suhrkamp)


Pünktlich zur Euro 2012 in der Ukraine  und Polen hat der Suhrkamp Verlag eine Sammlung von Portraits herausgegeben unter dem Titel Totalniy Futbol, für die der ukrainische Autor Serhij Zhadan verantwortlich zeichnet.

Wie Ufos sehen sie aus, die gigantischen Stadien, die im hintersten Osten der Ukraine von milliardenschweren Oligarchen errichtet werden. Hier liegt die Machtbasis von Präsident Janukowitsch, der das Land derzeit in die autoritäre Vergangenheit zurückkatapultiert. Die Fußballeuropameisterschaft 2012 wird die Aufmerksamkeit der Weltöffentlichkeit auf Länder richten, die sich in einem tiefgreifenden Transformationsprozess befinden. Vier polnische und vier ukrainische Autoren porträtieren die acht Austragungsorte – Breslau, Danzig, Posen, Warschau, Lemberg, Kiew, Charkiw, Donezk – und erzählen, wie sich dieser dramatische Wandel auf ihr Leben, auf den Fußball und auf die Städte ausgewirkt hat, in denen sie zu Hause sind.

Die Portraits in diesem Band sind erfreulich unterhaltsam, geben gute Einblicke und lohnen sich zu lesen. Die Geschichten streichen die Bedeutung des Fußballs in Bezug auf politische und gesellschaftliche Entwicklungen in beiden Ländern heraus. Neben dem schonungslosen Benennen der Defizite, kommt aber auch ein augenzwinkernder Humor nicht zu kurz. Das Buch ist nicht nur auf das bevorstehende Fußballereignis relevant, es bleibt auch darüber hinaus eine wertvolle Bestandsaufnahme des aktuellen Zustands der beiden Länder.

Serhij Zhadan, 1974 im Gebiet Luhansk/Ostukraine geboren, studierte Germanistik, promovierte über den ukrainischen Futurismus und gehört seit 1991 zu den prägenden Figuren der jungen Szene in Charkiw.

Totalniy Futbol  von Serhij Zhadan ist bei Suhrkamp erschienen.
(JK 06/12)

Marjana Gaponenko am Mittwoch, 24.Oktober, im Buchladen Osterstraße


Buchladen in der Osterstraße
Mittwoch, 24.10.2012  20.00 Uhr
Osterstr. 171, 20255 Hamburg
Preis: 6,00 €

Marjana Gaponenko stellt ihren Roman Wer ist Martha?, der bei Suhrkamp erschienen ist, im Buchladen Osterstraße vor.

Wer ist Martha? ist ein wunderbar kühner Roman und ganz großes Kino. Es geht um die Freude am Dasein, die Würde des Menschen, die Liebe zur Schöpfung. Marjana Gaponenko verhandelt diese und auch noch die letzten Dinge auf ihre eigene Art: Wer ist Martha? ist ein Roman in Frack und Fummel, so phantastisch und originell, so lebendig und frech, dass sich selbst noch der Tod darüber kaputtlacht.

Wer Martha ist, wird hier nicht verraten, aber über Luka Lewadski kann Folgendes gesagt werden: Ornithologe aus der Ukraine und Verfasser der bahnbrechenden Studie Über die Rechenschwäche der Rabenvögel. Über seinen Forschungen ist er in die Jahre gekommen und 96 geworden. „Viel Zeit bleibt nicht mehr“, sagt der Arzt. „Und die will gut genutzt sein“, sagt sich Lewadski. Also reist er nach Wien, steigt im noblen Hotel Imperial ab und lernt im Fahrstuhl einen Altersgenossen kennen, dem der Lebensfaden auch schon reichlich kurz geworden ist. Wie die beiden Alten aus der Muppet Show in ihrer Loge sitzen die zwei beim Früchte-Wodka in der Hotelbar, kommentieren die Frisuren der Damen, rekapitulieren das mörderische vergangene Jahrhundert und träumen von der Revolution. Und langsam wird Lewadski das Geld zum Sterben knapp.

Die 1981 in Odessa geborene junge Schriftstellerin Marjana Gaponenko, die heute in Mainz lebt, hat einen „hinreißenden, hochpoetischen Schelmenroman“ geschrieben so die Nürnberger Nachrichten, der „so erstaunlich wie die junge Frau ist, die so aussieht wie eine russische Fürstin“, meint Volker Hage vom Spiegel und für  Sophie Jung von der taz einen „Genussroman“ darstellt. Marjana Gaponenko nahm privaten Sprachunterricht und schreibt seit ihrem sechzehnten Lebensjahr auf Deutsch. Nach Aufenthalten in Krakau und Dublin lebt sie heute in Mainz.  Ihr Romandebüt Annuschka Blume erschien 2010.

Wer ist Martha? von Marjana Gaponenko ist bei Suhrkamp erschienen.
(JK 10/12)

Andrej Kurkow bei den Vattenfall Lesetagen


Vattenfall Lesetage:
stories! Die Buchhandlung
Mittwoch, 25.04.2012  19.30 Uhr
Straßenbahnring 17, Hamburg
Eintritt: 7 €

Andrej Kurkow liest aus seinem Buch Der Gärtner von Otschakow, das bei Diogenes erschienen ist. Die Moderation übernimmt Matthias Göritz.

Ein geheimnisvoller Mann, dieser wortkarge Gärtner, den Igors Mutter da eingestellt hat. Besonders die verwischte, unleserliche Tätowierung auf seinem Oberarm weckt Igors Interesse. Mit Hilfe eines befreundeten Computer-Cracks gelingt es ihm, sie zu entziffern: „Otschakow 1957“ steht da, und „Jefim Tschagins Haus“. Als Igor diesem Rätsel auf den Grund gehen will, gerät er nicht nur in die Hafenstadt Otschakow, sondern tatsächlich auch in das Jahr 1957... Hier ist alles möglich – sogar eine Zeitreise in eine Vergangenheit, von der aus man die Gegenwart umso klarer sieht.

Andrej Kurkow, geboren 1961 in Sankt Petersburg, lebt seit seiner Kindheit in Kiew und schreibt in russischer Sprache. Er studierte Fremdsprachen – er spricht insgesamt elf Sprachen, war Zeitungsredakteur und während des Militärdienstes Gefängniswärter. Danach wurde er Kameramann und schrieb zahlreiche Drehbücher. Sein Roman „Picknick auf dem Eis“ ist ein Welterfolg. Andrej Kurkow lebt als freier Schriftsteller in Kiew und arbeitet nebenher für Radio und Fernsehen.

Der Gärtner von Otschakow von Andrej Kurkow ist bei Diogenes erschienen.
(JK 04/12)

Marina Lewycka: Das Leben kleben (dtv)

Die ukrainisch stämmige Autorin Marina Lewycka hat mit ihrem neuen bei dtv erschienenen Buch Das Leben kleben wieder eine wunderbare und berührende Geschichte einer unwahrscheinlichen Freundschaft geschrieben.

Georgie Sinclair hat gerade ihren Mann vor die Tür gesetzt, ihr Sohn entwickelt eine beunruhigende Vorliebe für Weltuntergangs-Websites, und ihren Job bei einem Klebstoff-Fachmagazin findet sie auch nur bedingt faszinierend. Da trifft sie eines Tages Mrs Shapiro, die allein in einem halb verfallenen alten Haus lebt. Die verschrobene Dame ist Jüdin und im Zweiten Weltkrieg nach London geflohen. Als Mrs Shapiro ins Krankenhaus muss, bittet sie Georgie, sich um das baufällige Haus zu kümmern. Gleich mit ihrer ersten Tat setzt sich Georgie gehörig in die Nesseln: Der Handwerker, den sie mit Reparaturen beauftragt, ist keineswegs Pakistani, wie sie dachte, sondern Palästinenser. Eine potenziell heikle Konstellation. Zusätzliche Komplikationen ergeben sich durch zwei geldgierige Immobilienmakler, eine arglistige Sozialarbeiterin und Georgies Ehemann.

Marina Lewycka serviert wieder auf literarisch ansprechendem Niveau ihre Komödie mit ernstem Unterton. Sie versteht es, den Leser zu berühren und gleichzeitig vorzüglich zu unterhalten.

Marina Lewycka wurde nach dem Zweiten Weltkrieg als Kind ukrainischer Eltern in einem Flüchtlingslager in Kiel geboren und wuchs in England auf. Sie ist verheiratet, hat eine erwachsene Tochter, lebt in Sheffield und unterrichtet an der Sheffield Hallam University. Ihr erster Roman Kurze Geschichte des Traktors auf Ukrainisch wurde zu einer beispiellosen Erfolgsgeschichte, eroberte die internationalen Bestsellerlisten, wurde in 33 Sprachen übersetzt und mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet.

Das Leben kleben von Marina Lewycka ist bei dtv erschienen.
(JK 08/10)

Anarchy in the UKR – Der Ukraine-Club beim Harbour Front Literaturfestival

Club Uebel & Gefährlich

Dienstag, 15.9.2009 20.30 Uhr

Feldstraße 66, 20359 Hamburg

Eintritt: 10 Euro

Anarchy in the UKR – Der Ukraine-Club. Es lesen Juri Andruchowytsch, Ljubko Deresch und Serhij Zhadan. Musik spielt Sobaki V Kosmose, moderieren werden Tina Uebel und Alexander Posch.

Serhij Zhadan: Hymne der demokratischen Jugend

San Sanytsch, ein Ringkämpfer mit Abitur, schließt sich den „Boxern für Gerechtigkeit und soziale Adaption“ an, die als Wachschutzbrigade die Märkte beim Traktorenwerk kontrollieren. Nachdem er beim Testen einer kugelsicheren Weste fast umkommen wäre, tut er sich mit Goga zusammen, einem früheren Klassenkameraden, der aus dem Tschetschenienkrieg zurückgekehrt ist und vom eigenen Club träumt. In einem heruntergekommenen Sandwichladen namens „Butterbrot-Bar“ eröffnen die beiden den ersten Schwulenklub der Stadt.

Seit einigen Jahren wimmelt es in der ostukrainischen Metropole Charkiw von Leuten mit ausgefallenen Geschäftsideen und dem Gespür für Marktlücken. Die einen gründen die Bestattungsfirma „House of the Dead“ und blamieren sich mit ihrer Power-Point-Präsentation in Budapest. Andere widmen sich den „Besonderheiten des Organschmuggels“ und handeln an der EU-Außengrenze mit Visa und Prostituierten.

Wie in Depeche Mode zieht Serhij Zhadan alle Register seines Könnens, um in sechs witzigen, temporeichen Episoden ein paar Helden der Transformationszeit zu schildern - Mitspieler in einer Gesellschaft, die sie bald wieder ausspucken wird.

Hymne der demokratischen Jugend von Serhij Zhadan ist bei Suhrkamp erschienen.
(JK 09/09)

Anarchy in the UKR – Der Ukraine-Club beim Harbour Front Literaturfestival

Club Uebel & Gefährlich

Dienstag, 15.9.2009 20.30 Uhr

Feldstraße 66, 20359 Hamburg

Eintritt: 10 Euro

Anarchy in the UKR – Der Ukraine-Club. Es lesen Juri Andruchowytsch, Ljubko Deresch und Serhij Zhadan. Musik spielt Sobaki V Kosmose, moderieren werden Tina Uebel und Alexander Posch.

Ljubko Deresch: Intent! - oder Die Spiegel des Todes

Petro Pjatotschkin geht noch zur Schule, als er sein phänomenales Gedächtnis entdeckt. Ein Blick ins Buch genügt, um den Unterrichtsstoff abzuspeichern. Seine skurrile Begabung macht ihn zum Außenseiter und Grübler, der sich in wissenschaftliche Werke über Zeit und Bewusstsein vertieft. Er experimentiert mit sich selbst und stellt fest, daß er sich auch an Ereignisse erinnert, die er nicht erlebt haben kann. Im „Café Kosmos“, dem russischen Buchladen in Lemberg, lernt Petro eine junge Künstlerin aus Montreal kennen, die sich der abstrakten Malerei verschrieben hat. Ihre Bilder mit Titeln wie „Misted Mirror“ oder „Intent!“ erscheinen ihm als Symbole seiner „Gedächtniskunst“, er meint darin ihre Fähigkeit zu erkennen, wie er Parallelwelten zu sehen. Eine leidenschaftliche Liebe beginnt…

Ljubko Deresch, geboren 1984, gilt neben Jury Andruchowytsch und Serhij Zhadan als einer der prominentesten Vertreter der postsowjetischen ukrainischen Literatur. In seinen Romanen Kult und Die Anbetung der Eidechse beschreibt er das Leben in der fiktiven Karpatenstadt Midni Buky, die Kämpfe zwischen rivalisierenden Jugendgangs, Drogenexzesse und das Vordringen der westlichen Popkultur. Deresch greift also die Themen der anspruchsvollen „Popliteratur“ auf, für die in Deutschland Autoren wie Rainald Goetz, Thomas Meinecke und Andreas Neumeister stehen. Allerdings kombiniert er diese Motive mit Elementen des phantastischen Romans. Viele Rezensenten sehen in ihm daher einen literarischen Erben von H.P. Lovecraft, Ambrose Bierce oder Edgar Allen Poe.

Intent! - oder Die Spiegel des Todes von Ljubko Deresch ist bei Suhrkamp erschienen.
(JK 09/09)