Books@Transglobal ist die Literatursendung im Rahmen von Radio Transglobal beim Hamburger Stadtsender TIDE 96.0. Hier können Veranstaltungshinweise sowie die einzelnen Buchbesprechungen nachgelesen werden, die bei Radio Transglobal gesendet bzw. von der Redaktion bearbeitet wurden. Books@Transglobal sendet an jedem vierten Montag des Monats um 18 Uhr ein ausschließlich der Literatur gewidmetes Programm.
Lana Lux im Büchereck Niendorf Nord am Mittwoch, 21. März
Serhij Zhadan kommt zum Yachtclub in den Nochtspeicher am Dienstag, 20. Oktober
Alina Bronsky liest beim 7. Harbour Front Literaturfestival
Katja Petrowskaja kommt in den Jüdischen Salon im Café Leonar am Sonntag, 25. Mai
Vielleicht Esther von Katja Petrowskaja ist bei Suhrkamp erschienen.
(JK 05/14)
Julia Kissina liest am Sonntag, 13. April, zur Teatime im Literaturhaus
(JK 04/14)
Mark Zak am Samstag, 20. April, bei den Vattenfall Lesetagen 2013
Serhij Zhadan: Totalniy Futbol (Suhrkamp)
Marjana Gaponenko am Mittwoch, 24.Oktober, im Buchladen Osterstraße
Andrej Kurkow bei den Vattenfall Lesetagen
Marina Lewycka: Das Leben kleben (dtv)

Die ukrainisch stämmige Autorin Marina Lewycka hat mit ihrem neuen bei dtv erschienenen Buch Das Leben kleben wieder eine wunderbare und berührende Geschichte einer unwahrscheinlichen Freundschaft geschrieben.
Georgie Sinclair hat gerade ihren Mann vor die Tür gesetzt, ihr Sohn entwickelt eine beunruhigende Vorliebe für Weltuntergangs-Websites, und ihren Job bei einem Klebstoff-Fachmagazin findet sie auch nur bedingt faszinierend. Da trifft sie eines Tages Mrs Shapiro, die allein in einem halb verfallenen alten Haus lebt. Die verschrobene Dame ist Jüdin und im Zweiten Weltkrieg nach London geflohen. Als Mrs Shapiro ins Krankenhaus muss, bittet sie Georgie, sich um das baufällige Haus zu kümmern. Gleich mit ihrer ersten Tat setzt sich Georgie gehörig in die Nesseln: Der Handwerker, den sie mit Reparaturen beauftragt, ist keineswegs Pakistani, wie sie dachte, sondern Palästinenser. Eine potenziell heikle Konstellation. Zusätzliche Komplikationen ergeben sich durch zwei geldgierige Immobilienmakler, eine arglistige Sozialarbeiterin und Georgies Ehemann.
Marina Lewycka serviert wieder auf literarisch ansprechendem Niveau ihre Komödie mit ernstem Unterton. Sie versteht es, den Leser zu berühren und gleichzeitig vorzüglich zu unterhalten.
Marina Lewycka wurde nach dem Zweiten Weltkrieg als Kind ukrainischer Eltern in einem Flüchtlingslager in Kiel geboren und wuchs in England auf. Sie ist verheiratet, hat eine erwachsene Tochter, lebt in Sheffield und unterrichtet an der Sheffield Hallam University. Ihr erster Roman Kurze Geschichte des Traktors auf Ukrainisch wurde zu einer beispiellosen Erfolgsgeschichte, eroberte die internationalen Bestsellerlisten, wurde in 33 Sprachen übersetzt und mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet.
Anarchy in the UKR – Der Ukraine-Club beim Harbour Front Literaturfestival
Club Uebel & Gefährlich Dienstag, 15.9.2009 20.30 Uhr
Feldstraße 66, 20359 Hamburg
Eintritt: 10 Euro
Anarchy in the UKR – Der Ukraine-Club. Es lesen Juri Andruchowytsch, Ljubko Deresch und Serhij Zhadan. Musik spielt Sobaki V Kosmose, moderieren werden Tina Uebel und Alexander Posch.
Serhij Zhadan: Hymne der demokratischen Jugend
San Sanytsch, ein Ringkämpfer mit Abitur, schließt sich den „Boxern für Gerechtigkeit und soziale Adaption“ an, die als Wachschutzbrigade die Märkte beim Traktorenwerk kontrollieren. Nachdem er beim Testen einer kugelsicheren Weste fast umkommen wäre, tut er sich mit Goga zusammen, einem früheren Klassenkameraden, der aus dem Tschetschenienkrieg zurückgekehrt ist und vom eigenen Club träumt. In einem heruntergekommenen Sandwichladen namens „Butterbrot-Bar“ eröffnen die beiden den ersten Schwulenklub der Stadt.
Seit einigen Jahren wimmelt es in der ostukrainischen Metropole Charkiw von Leuten mit ausgefallenen Geschäftsideen und dem Gespür für Marktlücken. Die einen gründen die Bestattungsfirma „House of the Dead“ und blamieren sich mit ihrer Power-Point-Präsentation in Budapest. Andere widmen sich den „Besonderheiten des Organschmuggels“ und handeln an der EU-Außengrenze mit Visa und Prostituierten.
Wie in Depeche Mode zieht Serhij Zhadan alle Register seines Könnens, um in sechs witzigen, temporeichen Episoden ein paar Helden der Transformationszeit zu schildern - Mitspieler in einer Gesellschaft, die sie bald wieder ausspucken wird.
(JK 09/09)
Anarchy in the UKR – Der Ukraine-Club beim Harbour Front Literaturfestival
Club Uebel & Gefährlich Dienstag, 15.9.2009 20.30 Uhr
Feldstraße 66, 20359 Hamburg
Eintritt: 10 Euro
Anarchy in the UKR – Der Ukraine-Club. Es lesen Juri Andruchowytsch, Ljubko Deresch und Serhij Zhadan. Musik spielt Sobaki V Kosmose, moderieren werden Tina Uebel und Alexander Posch.
Ljubko Deresch: Intent! - oder Die Spiegel des Todes
Petro Pjatotschkin geht noch zur Schule, als er sein phänomenales Gedächtnis entdeckt. Ein Blick ins Buch genügt, um den Unterrichtsstoff abzuspeichern. Seine skurrile Begabung macht ihn zum Außenseiter und Grübler, der sich in wissenschaftliche Werke über Zeit und Bewusstsein vertieft. Er experimentiert mit sich selbst und stellt fest, daß er sich auch an Ereignisse erinnert, die er nicht erlebt haben kann. Im „Café Kosmos“, dem russischen Buchladen in Lemberg, lernt Petro eine junge Künstlerin aus Montreal kennen, die sich der abstrakten Malerei verschrieben hat. Ihre Bilder mit Titeln wie „Misted Mirror“ oder „Intent!“ erscheinen ihm als Symbole seiner „Gedächtniskunst“, er meint darin ihre Fähigkeit zu erkennen, wie er Parallelwelten zu sehen. Eine leidenschaftliche Liebe beginnt…
Ljubko Deresch, geboren 1984, gilt neben Jury Andruchowytsch und Serhij Zhadan als einer der prominentesten Vertreter der postsowjetischen ukrainischen Literatur. In seinen Romanen Kult und Die Anbetung der Eidechse beschreibt er das Leben in der fiktiven Karpatenstadt Midni Buky, die Kämpfe zwischen rivalisierenden Jugendgangs, Drogenexzesse und das Vordringen der westlichen Popkultur. Deresch greift also die Themen der anspruchsvollen „Popliteratur“ auf, für die in Deutschland Autoren wie Rainald Goetz, Thomas Meinecke und Andreas Neumeister stehen. Allerdings kombiniert er diese Motive mit Elementen des phantastischen Romans. Viele Rezensenten sehen in ihm daher einen literarischen Erben von H.P. Lovecraft, Ambrose Bierce oder Edgar Allen Poe.
(JK 09/09)








