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Umeswaran Arunagirinathan liest in der Zentralbibliothek der Hamburger Öffentlichen Bücherhallen am Freitag, 25. Mai

Hamburger Öffentliche Bücherhallen, Zentralbibliothek
Freitag, 25.05.2018  19.30 Uhr
Hühnerposten 1, Hamburg
Eintritt: frei

Leben zwischen den Kulturen: Dr. med. Umeswaran Arunagirinathan liest aus seinem Buch Der fremde Deutsche, das bei Konkret erschienen ist.

Der fremde Deutsche ist die Geschichte der gelungenen Integration eines tamilischen Flüchtlings, der als unbegleiteter zwölfjähriger Junge aus dem Bürgerkrieg in Sri Lanka nach Deutschland kam. Die Odyssee seiner achtmonatigen Flucht schilderte Umeswaran Arunagirinathan in seinem 2006 erschienenen Buch Allein auf der Flucht.

In seinem neuen Buch berichtet er über sein Leben in seiner neuen Heimat. Als ehemaliger Flüchtling und deutscher Staatsbürger versucht er, die Möglichkeiten, Erwartungen und Probleme für eine gelungene Integration auszuloten. Dabei setzt er sich auch kritisch mit den Lebensformen seines Herkunftslandes auseinander. Der Autor will mit seinem Buch bei Deutschen um mehr Verständnis für Flüchtlinge werben und zugleich Flüchtlinge ermutigen, sich in die deutsche Gesellschaft einzubringen.

Umeswaran Arunagirinathan wurde 1978 auf Sri Lanka geboren. Er lebt heute in Hamburg und in Bad Neustadt a.d. Saale und macht seine Facharztausbildung zum Herzchirurgen.

Der fremde Deutsche von Umeswaran Arunagirinathan ist bei Konkret erschienen.
(JK 05/18)

Ranjith Henayaka: Mit dem Wind fliehen (Horlemann)

Die Vorsitzende der Grünen Claudia Roth wünscht sich viele Leserinnen und Leser des Romans Mit dem Wind fliehen von Ranjith Henayaka, der bei Horlemann erschienen ist. Weiter sagt sie, dass es ein Buch ist, das mit stillen Tönen aufrüttelt, das uns aufruft zum Engagement. Umso mehr Anlass für Books@Transglobal einmal im Buch nachzulesen.

Sri Lanka in den 1980er Jahren: Tamilische Guerillagruppen kämpfen für einen unabhängigen Staat, doch sie rivalisieren auch untereinander. Viele geraten zwischen alle Fronten, darunter auch der junge Freiheitskämpfer Nathan. Nach schweren Folterungen und ständiger Todesgefahr gelingt ihm schließlich mit Hilfe von Freunden die Flucht in die DDR und dann weiter nach Deutschland. In München muss er sich in einem wahren Behördendschungel zurechtfinden. Jahre vergehen, bis schließlich auch seine Frau und seine kleine Tochter nach Deutschland fliehen können. Die kleine Familie ist wieder vereint. Doch die Hoffnung auf ein Leben in Frieden ist trügerisch. Neonazis machen gegen Flüchtlinge mobil.

Das Buch ist bemerkenswert, insbesondere dass der Autor Ranjith Henayaka weder Tamile ist noch Asylbewerber war. Dadurch dass er aber mit den betroffenen Gruppen eng zusammenarbeitet und sich für sie engagiert, weiß er wovon und worüber er schreibt. Henayaka ergreift den Leser direkt zweimal. Das erste Mal als er in drastischer Weise das Schicksal Nathans in Sri Lanka erzählt, von der Vertreibung, Entwurzelung und der Folter, die er so gerade überlebt. Das zweite Mal ist es die Geschichte von Kamala, Nathans Frau, die von Schleppern organisiert den langen Weg von Sri Lanka nach Deutschland überstehen muss. Eindrucksvoll und bewegend erzählt er von der quälenden Zeit und dem Alltag, der Ungewissheit der Asylbewerber und den Schikanen, denen sie in Deutschland ausgesetzt sind. Ein ständiges Misstrauen schlägt ihnen entgegen und nagt an ihnen. Auch der Frieden im vermeintlich sicheren Deutschland hat seine Schrecken. Henayaka ist schonungslos und das macht dieses Buch so immens lesenswert. Die Bilder, die dieser Roman im Kopf des Lesers erzeugt, hallen noch lange nach. Es ist Henayakas erster Roman auf Deutsch, seine Sprache knapp gehalten, was die Geschichte für den Leser noch eindringlicher macht.

Ranjith Henayaka Arachchi wurde 1951 in Sri Lanka geboren. Seit 1968 war er politisch aktiv, nahm im April 1971 am Jugendaufstand teil und landete dafür im Gefängnis. 1977 wurde er entlassen, 1980 emigrierte er nach München. Ranjith Henayaka Arachchi war Mitbegründer und Koordinator des Dritte Welt Zentrums e.V. in München. Außerdem arbeitete er als Bildungsreferent zu Themen der Nord-Süd-Problematik. Er organisierte zahlreiche Treffen und Kongresse zur politischen Situation in Sri Lanka. 1993 siedelte er nach Genf über und beginnt dort seine publizistische Tätigkeit. Seit dem Jahr 2000 lebt er in Berlin und ist dort aktiv im Sri Lanka Kreis e.V. Berlin und im Rat für Migranten in Berlin-Pankow. Bis heute engagiert sich Ranjith Henayaka Arachchi in der Friedenspolitik für Sri Lanka, insbesondere um eine politische Lösung in der Minderheitenfrage zu finden. Er arbeitet als Teil der Diaspora mit allen ethnischen Gruppen (Singhalesen, Tamilen und Moslems) zusammen und ist Mitglied des International Network of Sri Lankan Diaspora (INSD), das sich für Demokratie und Menschenrechte in Sri Lanka einsetzt. Von ihm gibt es zahlreiche belletristische Veröffentlichungen auf Singhala sowie Aufsätze und wissenschaftliche Beiträge auf Deutsch.

Mit dem Wind fliehen von Ranjith Henayaka ist bei Horlemann erschienen.
(JK 01/11)

Vasugi Ganeshananthan: Die Liebesheirat (btb)

Mit ihrem Roman Die Liebesheirat, der bei btb erschienen ist, gibt Vasugi Ganeshananthan ihr viel beachtetes Romandebüt.

Es gibt viele Gründe zu heiraten – und Liebe ist nur einer davon …

„Man heiratet nicht nur einen Menschen“, sagt mein Vater zu niemand Bestimmtem. „Man heiratet eine Familie.“ Yalini, die Tochter sri-lankischer Einwanderer, fühlt sich längst heimisch in New York, als eines Tages Besuch aus Sri Lanka vor der Tür steht – mit zahllosen anrührenden Geschichten und ausreichend Zündstoff im Gepäck. Der mürrische Onkel, der in seiner Heimat einer radikalen Widerstandsbewegung angehört, will Yalini in die Familiengeheimnisse einweihen, ihre junge Cousine soll einen Mann heiraten, den sie nie zuvor gesehen hat, und die Eltern halten mit allen Mitteln an der Legende fest, ihre Ehe sei arrangiert gewesen – obwohl sie einst aus Liebe geheiratet haben. Und da man sich niemals ganz von der Geschichte der Familie befreien kann, in die man hineingeboren wurde, beginnt Yalini schließlich, der eigenen Herkunft nachzuspüren. Mal einfühlsam, mal scharfzüngig widmet sich die junge Frau der Frage, welche Arten von Ehe und Heirat ihre turbulente Großfamilie ausmachen: von der arrangierten Ehe über die freundschaftliche Verbindung, die Zwangsheirat, die Vetternheirat, die Heirat mit dem Feind, der eigentlich gar keiner ist, bis hin zur Liebesheirat mit Happy End. Doch am Ende muss Yalini selbst entscheiden, wie viel Tradition und Familie sie ertragen kann.

Vasugi Ganeshananthan studierte in Harvard, wo sie bei Jamaica Kincaid die ersten Entwürfe zu ihrem Roman Die Liebesheirat verfasste. Nach Abschluss der Columbia Graduate School of Journalism arbeitet Ganeshananthan inzwischen als Journalistin, u.a. für das Wall Street Journal, The Atlantic Monthly und The American Prospect, und engagiert sich als Vizepräsidentin der South Asian Journalists Association. Ganeshananthan lebt in New York City.

Die Liebesheirat von Vasugi Ganeshananthan ist bei btb erschienen.
(JK 06/09)