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Laksmi Pamuntjak: Herbstkind (Ullstein)

Eine Frau zwischen Tradition und Moderne, Jakarta und Berlin, der Last der Erinnerung und dem Abenteuer der Gegenwart. Alles, was in ihrem Leben gut ist, kam für Siri immer im Herbst – beruflicher Erfolg als Künstlerin, der Beginn einer neuen Liebe –, doch auf einmal hält der Herbst etwas anderes für sie bereit. Sie erfährt von ihrer Mutter Amba, dass der Mann, den sie für ihren Vater gehalten hat, nicht ihr leiblicher Vater ist. Diese Nachricht erreicht sie kurz vor ihrem fünfzigsten Geburtstag und gerade als es ihr schien, als sei sie angekommen in ihrem Leben als Wanderin zwischen den Welten mit Wurzeln in Indonesien. Um ihr Gleichgewicht wiederzufinden, zieht sie nach Berlin, eine Stadt so vernarbt und widersprüchlich wie sie selbst, und eine Stadt, mit der ihre beiden Väter viel verband.

Die Geschichte wird aus unterschiedlichen Perspektiven erzählt. Jeder Erzähler berichtet in der Ich-Form und in unterschiedlichen Zeitachsen, was beim Lesen erhöhte Konzentration erfordert. Es ist ein Roman darüber, was es heißt, sich mit allen Facetten seiner Identität auseinandersetzen zu müssen, und wie die Geheimnisse von früher die Zukunft prägen. 

Laksmi Pamuntjak ist eine indonesische Essayistin, Lyrikerin und Journalistin, sie veröffentlicht u. a. im indonesischen Monatsmagazin Tempo und in The Guardian. Ihr Roman Alle Farben Rot stand auf der Weltempfänger-Bestenliste und wurde 2016 mit dem Liberaturpreis der LitProm ausgezeichnet. Sie lebt in Jakarta.

Herbstkind von Laksmi Pamuntjak ist bei Ullstein erschienen.
(JK 11/18)

Maria Dermoût: Die zehntausend Dinge (dtv)

Flandern und die Niederlande – Ehrengast 2016 der Frankfurter Buchmesse

Eine alte Gewürzplantage auf einer indonesischen Insel, die wispernde und raschelnde tropische Pflanzenwelt, das geheimnisvolle Säuseln des Meeres – dieses paradiesische Fleckchen Erde muss Felicia als Kind verlassen. Doch niemals wird sie die Worte ihrer Großmutter, der Plantagenbesitzerin, vergessen, die ihr zum Abschied sagt: „'Auf Wiedersehen, Enkeltochter, ich warte hier auf dich.“ – Jahre später kehrt Felicia, inzwischen Mutter eines kleinen Sohnes, in den ‚Kleinen Garten‘ zurück: Auch Himpies wächst unbeschwert heran, streift über die Plantage und lauscht den Geschichten der einheimischen Dienstboten, bis sich eines Tages eine Tragödie ereignet. 

In ihrem Roman beschwört Maria Dermoût eine exotische Welt, in der die zeitlichen Grenzen aufgehoben sind, die Vergangenheit so mächtig ist wie die Gegenwart, die Toten kommen und gehen und kleine Objekte große Geschichten erzählen. Ein traumverlorener Blick auf ein weit entferntes, exotisches Land, auf eine längst untergegangene Welt – Wehklage und Ode auf das Leben zugleich.

Helena Anthonia Maria Elisabeth Dermoût-Ingerman (1888-1962) wurde auf einer javanischen Zuckerplantage geboren, absolvierte ihre Schulausbildung jedoch in den Niederlanden. Mit ihrem Mann, einem Juristen, kehrte sie nach Niederländisch-Indien zurück und lebte 30 Jahre lang in „jeder Stadt und jeder Wildnis auf Java, Celebes und den Molukken“, wie sie später schrieb. 1951, im Alter von 63 Jahren, veröffentlichte sie ihre Erinnerungen unter dem Titel Erst gestern noch. Ihr vielgerühmter Roman Die zehntausend Dinge erschien 1955. Daneben verfasste sie fünf Bände mit Erzählungen. In der niederländischen Gegenwartsliteratur ist Maria Dermoût eine Ausnahmeerscheinung. Gleich nach Erscheinen des Buches 1955 wurden Die zehntausend Dinge dank dem Zauber, den der Text verströmt, als einzigartig wahrgenommen. In englischer Übersetzung erschien das Buch erstmals 1958 bei Simon & Schuster. Dem Time Magazine galt der Roman als einer der besten des Jahres, neben Boris Pasternaks Doktor Schiwago, Truman Capotes Frühstück bei Tiffany und Vladimir Nabokovs Lolita.

Die zehntausend Dinge von Maria Dermoût ist bei dtv erschienen. 
(JK 10/16)

Linda Christanty: Schreib ja nicht, dass wir Terroristen sind! (Horlemann)

Indonesien – Ehrengast 2015 der Frankfurter Buchmesse

Nach ihrem preisgekrönten Erzählband Von Java nach Aceh weitet Linda Christanty in ihrem jüngsten Reportagen- und Essayband ihren Erzählradius von Aceh über die Grenzen Indonesiens hinaus nach Festlandsüdostasien aus. Die Autorin interviewt in Indonesien Vertreter unterschiedlichster religiöser, politischer und sozialer Gruppierungen wie etwa der radikalislamischen „Front der Verteidiger des Islam“ (FPI) oder der ehemaligen Unabhängigkeitsbewegung Freies Aceh (GAM) sowie verschiedener Gruppierungen in Malaysia, Süd-Thailand und Kambodscha. Die Orte und Erfahrungen, von denen die Reportagen in diesem Band leben, zeigen, dass Unrecht und Willkür auf jede erdenkliche und unerdenkliche Art und Weise legitimiert werden, sei es ethnisch,  völkisch, religiös, kommunistisch, nationalistisch oder gar demokratisch. Gleichzeitig löst die Autorin das Augenscheinliche auf und gibt zu bedenken, dass auch diejenigen, die sich bedroht fühlen, dazu neigen, eine exklusive Identität zu bilden, die unter umgekehrten Vorzeichen derselben Identitätskonstruktion ihrer Peiniger folgt. Dieses Buch bietet einen kritischen und mutigen Journalismus mit einer provozierenden Erzählweise.

Linda Christanty, freie Journalistin und Schriftstellerin, lebt in Jakarta. Sie engagierte sich in Indonesien aktiv im politischen Kampf gegen das autoritäre Suhartoregime bis zu dessen Sturz im Mai 1998. Ihr literarisches Oeuvre umfasst Essays, Gedichte, Kurzgeschichten und Reportagen zu so unterschiedlichen Themen wie Politik, Gewaltkonflikte, Gender, Religion und Kultur. 2005 gründete sie das unabhängige Onlinejournalismusportal „Aceh Feature“. Ihre Werke wurden mehrfach mit nationalen und internationalen Literaturpreisen ausgezeichnet. Für zwei ihrer Kurzgeschichtenbände erhielt sie den nationalen indonesischen Literaturpreis, den Khatulistiwa Literary Award. Im Jahre 2013 erhielt sie den Southeast Asian Writers Award des Thailändischen Königshauses.

Schreib ja nicht, dass wir Terroristen sind! von Linda Christanty ist bei Horlemann erschienen. 
(JK 10/15)

Leila S. Chudori: Pulang (Heimkehr nach Jakarta) (Weidle)

Indonesien – Ehrengast 2015 der Frankfurter Buchmesse

Leila S. Chudoris Roman befasst sich mit dem Schicksal einer Gruppe von Journalisten, die aufgrund der Ereignisse im September 1965 in Jakarta – der Massenmorde an hunderttausenden Indonesiern, die der Sympathie mit der Kommunistischen Partei Indonesiens beschuldigt wurden – im Exil in Paris leben und nicht mehr in ihre Heimat zurückkehren können. Die historischen Ereignisse werden mit dem persönlichen Schicksal zweier Generationen verknüpft. Dimas Suryo lebt als Mitbesitzer eines indonesischen Restaurants in Paris und leidet lebenslang unter seiner Heimatlosigkeit. Lintang Utara, seine Tochter, reist 1998 nach Jakarta und gerät in die Studentenunruhen von 1998, die zum Ende der Ära Suharto führten.

Das Buch ist in seiner zeitlichen Struktur komplex gebaut. Verschiedene Zeitebenen und Erzählperspektiven setzen die Geschichte gekonnt zusammen. 

„Dieser in ein flüssiges Deutsch übersetzte Roman gewährt detailgenaue Einblicke in die seelische Verfasstheit eines Landes im Aufbruch, das jedoch ein schweres, unbewältigtes Trauma mit sich herumschleppt. Pulang ist der literarisch gelungene Versuch, über das lange Verschwiegene zu erzählen und der offiziellen Version der zurückliegenden Ereignisse die ‚Stimmen von der anderen Seite‘ gegenüberzustellen. Zugleich deutet Leila Chudori an, wie groß und vielfältig die Widerstände in der gegenwärtigen indonesischen Gesellschaft gegen eine intensive Beschäftigung mit der Geschichte noch immer sind.“ (Holger Heimann, Kulturaustausch 3/2015)

Leila S. Chudori, 1962 in Jakarta geboren, begann bereits mit zwölf Jahren zu schreiben. Ihre Kurzgeschichten erschienen in verschiedenen indonesischen Zeitschriften. Sie studierte Politikwissenschaft und Vergleichende Gesellschaftspolitik an der University of Trent, Kanada. Seit 1989 arbeitet sie als Redakteurin bei der indonesischen Zeitschrift Tempo. Darüber hinaus schreibt sie Drehbücher für Fernsehfilme. 2007 wurde sie für ihre Arbeit als Drehbuchautorin ausgezeichnet.

Pulang (Heimkehr nach Jakarta) von Leila S. Chudori ist bei Weidle erschienen. 

Andrea Hirata: Der Träumer (Hanser Berlin)

Indonesien – Ehrengast 2015 der Frankfurter Buchmesse

Mit dem autobiografisch geprägten Erstlingsroman Die Regenbogentruppe eroberte Andrea Hirata ein Millionenpublikum. In Der Träumer schreibt er die Geschichte seiner Lehr- und Wanderjahre fort.

Ikal ist zwölf – alt genug, um arbeiten zu gehen und seine Familie zu unterstützen, die zu den ärmsten auf der Insel Belitung in Indonesien gehört. Doch er will mehr – das ist er den Lehrern der Regenbogentruppe schuldig, die ihm beigebracht haben, für seine Träume zu kämpfen.

Zusammen mit seinen Freuden Arai und Jimbron jobbt er als Hafenarbeiter, um die Oberschule besuchen zu können. In seiner unmittelbaren, sinnlichen Sprache erzählt Andrea Hirata, mit wie viel Mut und Lebensfreude Ikal seinen Weg macht. Die Etappen dieses modernen Märchens von der Überfahrt nach Jakarta auf dem Viehtransporter über Elend und Obdachlosigkeit im Moloch der Millionenstadt bis zur Ankunft als Student in Paris lesen sich so lebendig wie berührend.

„Andrea Hirata erzählt auf berührende und sehr lebendige Weise die indonesische Variante des American Dream. Die unmittelbar wirkende Sprache und der märchenhafte Erzählstil lassen die Seiten nur so dahinfliegen." (Sara Kleinerüschkamp, WDR5 Lesefrüchte).

Andrea Hirata wurde auf der Insel Belitung, Indonesien, geboren, wo er auch heute lebt. An der University of Indonesia schloss er ein Wirtschaftsstudium ab. Mit einem EU-Stipendium setzte er seine Ausbildung in Paris und Sheffield fort. Sein Debüt Die Regenbogentruppe (in 25 Sprachen übersetzt) machte ihn zum meistgelesenen Schriftsteller Indonesiens. Wie Die Regenbogentruppe wurde auch Der Träumer in Indonesien verfilmt.

Der Träumer von Andrea Hirata ist bei Hanser Berlin erschienen. 
(JK 10/15)

Andrea Hirata: Die Regenbogentruppe (Hanser Berlin)

Indonesien – Ehrengast 2015 der Frankfurter Buchmesse

Wenn der Morgen auf der indonesischen Insel Belitung graut, kann sie nichts aufhalten, weder Hitze noch Regen, kein auf dem Weg lauerndes Krokodil. Sie wollen nicht eine Schulstunde bei Bu Mus und Pak Harfan verpassen, die mit grenzenlosem Idealismus ihre „Regenbogentruppe“ unterrichten: Söhne und Töchter von Fischern und Minenarbeitern, für die die Schule die einzige Möglichkeit ist, der Armut zu entkommen.
In Die Regenbogentruppe erzählt Andrea Hirata seine bewegende Lebensgeschichte und eröffnet uns damit tiefe Einsichten in ein zerrissenes Land.

„Die autobiografische Geschichte armer Kinder, die gegen vielfache Widerstände für ihre Schule kämpfen. Von Bildung als Quelle des Lebensglücks erzählt dieser anrührende Roman, dessen Werte bei uns ebenso gelten wie auf der fernen Insel.“ (Wolfgang Herles, ZDF 'Das blaue Sofa')

„Hirata erzählt so, dass der ganze große Zauber einer Kindheit, in der nichts als selbstverständlich hingenommen und jeder Schultag als Ereignis erlebt wird, gleichsam wie ein unsichtbarer Glücksflimmer auf den Buchseiten liegt. … Andrea Hirata ist ein großartiger Erzähler. … Ein ungewöhnlich lebendiger Sprachduktus kennzeichnet sein Schreiben, ein völlig natürlich wirkender Sprachfluss, der eine Anmutung von Mündlichkeit hat.“ (Katharina Granzin, Frankfurter Rundschau)

Andrea Hirata wurde auf der Insel Belitung, Indonesien, geboren, wo er auch heute lebt. An der University of Indonesia schloss er ein Wirtschaftsstudium ab. Mit einem EU-Stipendium setzte er seine Ausbildung in Paris und Sheffield fort. Sein Debüt Die Regenbogentruppe (in mehr als 25 Sprachen übersetzt) machte ihn zum meistgelesenen Schriftsteller Indonesiens. Wie Die Regenbogentruppe wurde auch die Fortsetzung Der Träumer in Indonesien verfilmt.

Die Regenbogentruppe  von Andrea Hirata ist bei Hanser Berlin erschienen. 
(JK 10/15)

Okky Madasari: Gebunden – Stimmen der Trommel (Sujet)

Indonesien – Ehrengast 2015 der Frankfurter Buchmesse

In ihrem Roman befasst sich Madasari mit wichtigen Problemen im Alltag und der Politik Indonesiens. Sie erzählt von Einschränkungen der persönlichen Freiheit im Zusammenhang mit Themen wie Transsexualität und Gewalt und geht auf die Formierung von radikalen islamistischen Gruppierungen ein. Die beiden Figuren Sasana und Jaka werden mit diesen Schwierigkeiten konfrontiert. Im Mittelpunkt der Geschichte steht ihr innerer Kampf um die persönliche Freiheit und die Suche nach der eigenen Identität. Sie versuchen aus der Enge gesellschaftlicher Konventionen zu entkommen. Dabei finden sie Trost im Dangdut, einer speziellen Art der Musik und des Tanzes.

Die Romanhandlung setzt ein während der Zeit der sogenannten neuen Ordnung unter Diktator Suharto und spielt im letzten Drittel nach dessen Sturz in der jungen Demokratie in Indonesien.

„In Gebunden zeigt Okky Madasari einen Menschen, der von gesellschaftlichen und politischen Veränderungen hin- und hergeworfen wird und in dieser Machtlosigkeit eine Aufforderung zum Kampf sieht. Und einen, der diesen Kampf aufgibt.“ (BÜCHERmagazin)
Okky Madasari ist im Oktober 1984 in Magetan, Ost-Java geboren und hat einen Bachelor in Politikwissenschaften und einen Master in Soziologie. Die junge Frau und Mutter beschäftigt sich mit den sozialen und politischen Bedingungen im modernen Indonesien und spiegelt sie in ihren Büchern ausdrucksstark und unbeschönigt wieder. In ihren Romanen beschreibt sie das Leben unter dem Militärregime der Neuen Ordnung in Indonesien, der massiven Korruption und Unterdrückung von Menschen wegen ihrer Religion. Sie erhielt bereits den renommierten Khatulistiwa Literaturpreis. Sie lebt in Jakarta.

Gebunden – Stimmen der Trommel von Okky Madasari ist im Sujet Verlag erschienen. 
(JK 10/15)

Goenawan Mohamad: Don Quijote (Sujet)

Indonesien – Ehrengast 2015 der Frankfurter Buchmesse

Mit seinem Roman El ingenioso hidalgo Don Quixote de la Mancha hat Miguel de Cervantes Saavedra eines der bedeutendsten Bücher der Weltliteratur geschaffen. Weltweit haben sich Schriftsteller, Künstler und Musiker mit der kühnen Rittergestalt und seinen Erlebnissen in ihren Werken auseinandergesetzt. Der indonesische Schriftsteller Goenawan Mohamad hat seine  Interpretation der Figur des sinnreichen Junkers Don Quijote in eine Reihe von neunzehn bildreichen Gedichten gefasst. Die lyrischen Miniaturen der Abenteuer entstanden in den Jahren von 2007 bis 2010. In unterschiedlichen sprachlichen Formen entfaltet Goenawan Mohamad die Welt des Don Quijote, so wie dieser sie mit seinen Augen sieht. Der Leser begleitet Don Quijote auf seinem Weg durch die Mancha, er staunt über die Liebe zu Dulcinea und er bangt zusammen mit Sancho Panza um den kühnen Don Quijote, wenn dieser gegen seine Widersacher kämpft.

Goenawan Mohamad ist am 29. Juli 1941 in Batang, Java, Indonesien geboren. Er studierte Psychologie an der Universitas Indonesia in Jakarta und Politikwissenschaften am College of Europe in Belgien. Er gilt als einer der bedeutendsten Schriftsteller, Intellektuellen und Kulturschaffenden Indonesiens. Er ist außerdem Dichter, Essayist und Dramatiker. Vor allem bekannt ist er als Gründer und Herausgeber des indonesischen Wochenmagazins Tempo, die 1994 zeitweilig verboten war. Goenawan Mohamad wurde in Indonesien vielfach ausgezeichnet. Auch international findet sein Schaffen Anerkennung: Als erster indonesischer Autor wurde er 1992 mit dem A. Teeuw Award der Universität Leiden ausgezeichnet; 1997 erhielt er den Louis Lyons Award der Universität Harvard und 2006 den Dan David Award der Universität Tel Aviv. Kürzlich erhielt er außerdem die Ehrenauszeichnung Bintang Budaya Paramadharma vom Indonesischen Präsidenten.

Don Quijote von Goenawan Mohamad ist im Sujet Verlag erschienen. 
(JK 10/15)

Laksmi Pamuntjak: Alle Farben Rot (Ullstein)

Indonesien – Ehrengast 2015 der Frankfurter Buchmesse

Wenige Jahre bevor in Deutschland und Frankreich Millionen junger Menschen demonstrierten und gegen die enge Welt ihrer Eltern rebellierten, waren die Straßen Indonesiens rot von Blut. Im Jahre 1965 hatte sich der junge General Suharto an die Macht geputscht, seitdem war das Land geteilt in Freund und Feind der neuen Herrschenden, verfolgt wurden alle, die im Verdacht standen, Kommunisten zu sein. Misstrauen und Angst spalteten Dorfgemeinschaften und  Familien, viele verloren in gewaltsamen Unruhen ihr Leben. Tausende wurden ohne Prozess in Strafkolonien auf entlegene Inseln verschleppt. Jahrzehnte später, lange nach Suhartos Sturz im Jahre 1998, sucht eine Frau auf der Gefangeneninsel Buru nach den Spuren des Mannes, den sie in jenen Tagen geliebt und dann verlassen hat. In den Wirren einer Straßenschlacht wurden Amba und Bhisma auseinandergerissen, und Amba wusste all die Jahre nichts über das Schicksal ihrer großen Liebe. Bis sie eines Tages eine anonyme Mail erhält, aus der hervorgeht, dass Bhisma damals nach Buru verschleppt wurde. Und so macht sich Amba auf, um endlich Antworten auf die Frage zu finden, die sie schon so lange quälen. Entlang der Linien, des indonesischen   Nationalepos Mahabharata, jener großen Erzählung von Liebe und Krieg, entfaltet Laksmi Pamuntjak das Panorama einer jungen Nation und ihres bewegten 20. Jahrhunderts zwischen Kolonialzeit und Unabhängigkeit, Diktatur und Demokratie.

„Rot ist die Liebe, rot das Blut, rot auch die Farbe des Kommunismus. Erstaunlich nuanciert und raffiniert führt die indonesische Autorin Laksmi Pamuntiak diese Themenkreise in ihrem Roman zusammen.“ (Claudia Kramatschek, NZZ)

Laksmi Pamuntjak ist eine renommierte indonesische Essayistin, Lyrikerin und Journalistin. Sie veröffentlichte u. a. zwei Gedichtbände (Ellipsis und The Anagram), den Essay Perang, Langit dan dua perempuan („Krieg, Himmel und zwei Frauen“) über Gewalt und die Ilias und eine Kurzgeschichtensammlung. Sie lebt mit ihrer Familie in Jakarta.

Alle Farben Rot  von Laksmi Pamuntjak ist bei Ullstein erschienen. 
(JK 10/15)

Oka Rusmini: Erdentanz (Horlemann)

Indonesien – Ehrengast 2015 der Frankfurter Buchmesse

Bali am Ende des 20. Jahrhunderts: Die bezaubernde Tänzerin Luh Sekar setzt alles daran, in adlige Kreise einzuheiraten. Jahrzehnte später grübelt ihre Tochter Telaga darüber, wie sie ihr heranwachsendes Mädchen auf das Leben vorbereiten kann. Während sie die Biographien der Frauen ihrer Familie Revue passieren lässt, überdenkt sie die Werte, mit denen sie groß geworden sind: Schönheit, Ansehen, Reichtum, Fleiß und Liebe.

Oka Rusmini erzählt die Geschichte balinesischer Frauen über vier Generationen. Es ist ein Porträt der gesellschaftlichen Verhältnisse, die vom Kastensystem geprägt sind, das Männer wie Frauen strengen hierarchischen Strukturen unterwirft. Damit steht der Roman im Kontrast zum gängigen Bali-Mythos in der westlichen Welt.

Erdentanz ist kein Roman, der den Wunsch nach exotischen Sujets bedient. Er beschreibt die reale Gesellschaft in Bali, die gesellschaftlichen Zwänge…“ (Fränkische Nachrichten)

Oka Rusmini, geboren am 11. Juli 1967 in Jakarta, lebt in Denpasar, Bali. Sie schreibt Gedichte, Kurzgeschichten und Romane. 2003 bedachte das Zentrum für Sprache des Nationalen Bildungsministeriums sie mit einem Literaturpreis für ihren Roman Tarian Bumi (Erdentanz). Auch für andere Romane und Gedichtbände erhielt sie zahlreiche Auszeichnungen, wie zum Beispiel den Literaturpreis des Ausschusses für Entwicklung und Ausbreitung der indonesischen Sprache (ehemals Zentrum für Sprache).

Erdentanz  von Oka Rusmini ist bei Horlemann erschienen. 
(JK 10/15)

Ayu Utami: Larung (Horlemann)

Indonesien – Ehrengast 2015 der Frankfurter Buchmesse

Larung stellt die Fortsetzung der Geschichte von Saman dar, dem Priester, der sein Amt aufgibt, um den Widerstand unterdrückter Bauern in Sumatra gegen Palmölkonzerne anzuführen. Es handelt sich bei dem Werk nicht um einen Roman im herkömmlichen Sinn. Es ist eher ein bunter Bilderbogen an Geschichten um Saman, Yasmin, Sihar, Laila und ihre Freunde, die bereits aus dem Roman Saman vertraut sind.

Die Perspektiven und Themen der Protagonisten sind geprägt von den gesellschaftlichen und politischen Verhältnissen unter dem Regime Suhartos. Dazu gehört beispielsweise die schwierige Aufarbeitung des Traumas, das durch die Massenmorde nach dem Putschversuch im September 1965 ausgelöst wurde. Aber auch das Leben der hedonistisch orientierten Mittelschicht spielt eine wichtige Rolle oder der Widerstand der sozialkritisch denkenden und politisch wachen Opposition gegen die Repression der korrupten Militärregierung.

Ayu Utami wurde 1968 in Bogor auf West-Java geboren und wuchs in Indonesiens Hauptstadt Jakarta auf. Sie studierte Literaturwissenschaften und veröffentlicht Romane, Kurzgeschichten und journalistische Beiträge. Kurz nachdem 1994 drei wichtige Nachrichtenmagazine von Suharto verboten wurden, schloss sich Ayu Utami aus Protest der Aliansi Jurnalis Independen (Allianz unabhängiger Journalisten) an, während sie mit einem Berufsverbot belegt wurde, war sie im Untergrund weiter als Journalistin tätig. Ihr erster Roman Saman, der kurz vor dem Sturz Suhartos 1998 erschien, wurde weltbekannt und gewann zahlreiche Literaturpreise (unter anderem den Prinz-Claus-Award). Der Nachfolgeband Larung erschien 2001 in Indonesien. Durch ihren Einsatz für die Aufarbeitung der Suharto-Verbrechen, ihre für die indonesische Literatur neue Form des Schreibens über den weiblichen Lebensalltag und ihre journalistischen Tätigkeiten ist Ayu Utami derzeit die vermutlich bekannteste Schriftstellerin Indonesiens.

Larung  von Ayu Utami ist bei Horlemann erschienen. 
(JK 10/15)

Ayu Utami: Saman (Horlemann)

Indonesien – Ehrengast 2015 der Frankfurter Buchmesse

Ayu Utamis Debütroman Saman wurde in Indonesien als literarische Sensation gefeiert. Ein junger Priester stößt über sein Engagement für unterdrückte Kleinbauern zum indonesischen Widerstand, verliebt sich in eine Menschenrechtsanwältin, gibt sein Priesteramt auf und emigriert nach New York.

Ayu Utami thematisiert das schwierige Verhältnis zwischen Muslimen und Christen sowie den Hass auf die chinesische Minderheit. Virtuos wechselt sie zwischen verschiedenen Erzählperspektiven, Schauplätzen, Zeitebenen. Sie verknüpft Traumsequenzen und alte Mythen mit den Schilderungen der politischen und gesellschaftlichen Verhältnisse in Indonesien. Der offene Umgang mit gesellschaftlichen Tabus stellt einen Bruch mit der bis dato existierenden indonesischen Literatur dar.

Ayu Utami wurde 1968 in Bogor auf West-Java geboren und wuchs in Indonesiens Hauptstadt Jakarta auf. Sie studierte Literaturwissenschaften und veröffentlicht Romane, Kurzgeschichten und journalistische Beiträge. Kurz nachdem 1994 drei wichtige Nachrichtenmagazine von Suharto verboten wurden, schloss sich Ayu Utami aus Protest der Aliansi Jurnalis Independen (Allianz unabhängiger Journalisten) an, während sie mit einem Berufsverbot belegt wurde, war sie im Untergrund weiter als Journalistin tätig. Ihr erster Roman Saman, der kurz vor dem Sturz Suhartos 1998 erschien, wurde weltbekannt und gewann zahlreiche Literaturpreise (unter anderem den Prinz-Claus-Award). Der Nachfolgeband Larung erschien 2001 in Indonesien. Durch ihren Einsatz für die Aufarbeitung der Suharto-Verbrechen, ihre für die indonesische Literatur neue Form des Schreibens über den weiblichen Lebensalltag und ihre journalistischen Tätigkeiten ist Ayu Utami derzeit die vermutlich bekannteste Schriftstellerin Indonesiens.

Saman von Ayu Utami ist bei Horlemann erschienen. 
(JK 10/15)

Pramoedya Ananta Toer: Kind aller Völker (Unionsverlag)

Indonesien – Ehrengast 2015 der Frankfurter Buchmesse

In der Tetralogie Bücher der Insel Buru des indonesischen Schriftstellers Pramoedya Ananta Toer, auf der Gefangeneninsel Buru begonnen und unter Stadtarrest vollendet, wird die Auseinandersetzung mit der Macht und den Mächtigen seit der Jahrhundertwende zum literarischen Leitthema. In Kind aller Völker, dem zweiten, in sich geschlossenen Band, steht der Journalist Minke, der junge Javaner aus adligem Hause, im Mittelpunkt. Als seine Frau von den holländischen Kolonialherren verschleppt wird, regt sich in Minke der Widerstand. Sein anfänglich überschwänglicher Glaube an die „Europäisierung“ wird schwer erschüttert und weicht einer wachsenden Skepsis. Zusammen mit einer Bauernfamilie wagt er es, sich gegen die Landnahme  der Holländer aufzulehnen.

„Pram ist ein Volksschriftsteller im besten Sinne dieses Wortes, dem nichts mehr zu wünschen ist als Leser im eigenen Lande und an dem nichts mehr zu bewundern ist als seine Unbeugsamkeit. Dass ein Autor seines Ranges weltweite Beachtung verdient, versteht sich von selbst.“ (Frankfurter Allgemeine Zeitung)

Pramoedya Ananta Toer, geboren 1925 in Blora auf Java, ist der bedeutendste indonesische Schriftsteller. Während der Befreiungsbewegung gegen die holländische Kolonialherrschaft in Indonesien wurde er verhaftet. Im Gefängnis begann er zu schreiben. Im Zentrum von Toers Werk steht eine Romanreihe über die Anfänge des indonesischen Nationalismus, die 1981 verboten wurde. Der Autor stand viele Jahre unter Hausarrest. Er starb 2006 in Jakarta.

Kind aller Völker  von Pramoedya Ananta Toer ist im Unionsverlag erschienen. 
(JK 10/15)

Nigel Barley: Bali – Das letzte Paradies (Klett-Cotta)

Indonesien – Ehrengast 2015 der Frankfurter Buchmesse

Schon in den wilden Zwanzigern des vergangenen Jahrhunderts war Bali der Inbegriff exotischer Schönheit, freizügiger Sexualität und beeindruckender Kultur. Vor allem Künstler zog es in das Inselparadies, die Reichen und Berühmten folgten. Und alle trafen sich im Haus von Walter Spies.

Kenntnisreich und voller Humor lässt Nigel Barley anhand der Lebensgeschichte des Tausendsassas die Faszination Bali erstrahlen. Walter Spies (1895-1942) – deutscher  Ethnologe, Musiker, Naturforscher und Maler – verließ Deutschland 1923. Zunächst lebte er auf Java und zog vier Jahre später auf die Nachbarinsel Bali. Sein abenteuerliches Leben pendelte zwischen der Arbeit als Künstler, erotischen Eskapaden mit jungen Einheimischen und seinen Pflichten als Gastgeber. Denn schon bald war sein Haus der kulturelle Mittelpunkt der Insel. Berühmte Künstler wie Charlie Chaplin oder Vicki Baum gaben sich die Klinke in die Hand. Die Anthropologin Margaret Mead und der Musikethnologe Colin McPhee verließen sich auf Spies' intime Kenntnis der lokalen Riten und Gebräuche. Nicht nur für sie war er der Inbegriff des Lebenskünstlers und Bohemiens – stets umgeben von Affen, Kakadus, Tänzerinnen und Musikern.

„Selten macht Ethnologie mehr Spaß als bei Nigel Barley. Der Brite erklärt das Paradies, das er in Indonesien gefunden hat. Und erzählt die Lebensgeschichte des deutschen Aussteigers Walter Spies.“ (Marc Reichwein, Die Welt)

„Über den deutschen Ethnologen Walter Spies wollte Barley zuerst eine langweilige Biografie schreiben. Aber Spies war ein exzentrischer, leichtfüßiger Charakter. Über ihn eine akademische Biografie zu schreiben wäre als ob man einen Schmetterling mit einer Eisenstange zerschmettern will.“ (Oe1)

Nigel Barley, geboren 1947 im Süden von London. Als Ethnologe arbeitete er u. a. in West-Afrika. Im Anschluss leitete er für viele Jahre die ethnologische Abteilung im British Museum. In dieser Zeit entdeckte er seine Liebe zum asiatischen Kulturraum, vor allem zu Indonesien, wo er seit einigen Jahren lebt.

Bali – Das letzte Paradies von Nigel Barley ist bei Klett-Cotta erschienen.
(JK 10/15) 

Nigel Barley: Auf den Spuren von Mr. Spock (Klett-Cotta)

Indonesien – Ehrengast 2015 der Frankfurter Buchmesse

Nigel Barley ist Abenteurer und ein durch und durch neugieriger Mensch. Für so jemanden gibt es eigentlich keine andere Lösung, als Ethnologe zu werden. Sein Reisebericht auf den Spuren der Toraja in Indonesien beweist mit viel Humor, dass diese Berufswahl absolut richtig war. Als Nigel Barley hört, dass die Kinder der Toraja so spitze Ohren haben wie Mister Spock auf dem  Raumschiff Enterprise, lässt er alles stehen und liegen und reist nach Indonesien. Dort begegnet er nicht nur einer beeindruckenden Kultur, sondern findet auch Freunde fürs Leben. Um das auch seinen britischen Landsleuten zu demonstrieren, überredet er einige Toraja, für ihn eines ihrer wundervollen Holzhäuser zu bauen. Und zwar mitten in einem Londoner Museum. Wie die Fremden Europa wahrnehmen, lässt mit viel Humor die Grenzen von Beobachter und Beobachtetem  verschwimmen.

„Ein wahres Lesevergnügen“ (Süddeutsche Zeitung)

Nigel Barley, geboren 1947 im Süden von London. Als Ethnologe arbeitete er u. a. in West-Afrika. Im Anschluss leitete er für viele Jahre die ethnologische Abteilung im British Museum. In dieser Zeit entdeckte er seine Liebe zum asiatischen Kulturraum, vor allem zu Indonesien, wo er seit einigen Jahren lebt.

Auf den Spuren von Mr. Spock. Eine Reise nach Indonesien von Nigel Barley ist bei Klett-Cotta erschienen. 
(JK 10/15)

Andrea Grill: Das Paradies des Doktor Caspari (Zsolnay)

Indonesien – Ehrengast 2015 der Frankfurter Buchmesse

Seit zehn Jahren erforscht der Wiener Biologe Franz Wilhelm Caspari auf einer Insel in Indonesien die vermeintlich ausgestorbene Schmetterlingsart „Calyptra lachrypagus“. In und um sein Haus  mit Garten, das Caspari von einem geheimnisvollen Privatier zur Verfügung gestellt wurde, züchtet er die winzigen Nachtfalter, deren Ernährung aus menschlichen Tränen besteht. Um diese zu bekommen, ist Caspari nicht nur Zaungast bei allen Begräbnissen der Insel, sondern versucht auch auf listige Weise, Freunde und Bekannte für die Tränengewinnung einzuspannen. Andrea Grill gelingt in ihrem Roman Erstaunliches: Sie verwandelt Vorgänge der Naturwissenschaft in einen Roman voller Witz und Sinnlichkeit.

„Es sind starke, sinnliche und zugleich auch skurrile Bilder, die Andrea Grill in ihrem neuen Roman evoziert.“ (Barbara Mader, Der Kurier)

Andrea Grill, 1975 in Bad Ischl geboren, studierte u. a. in Salzburg und Thessaloniki und promovierte an der Universität Amsterdam über die Evolution endemischer Schmetterlinge Sardiniens. Sie lebt in Wien. 2011 erhielt sie den Förderpreis zum Bremer Literaturpreis, 2013 den Förderpreis für Literatur der Stadt Wien.

Das Paradies des Doktor Caspari von Andrea Grill ist bei Zsolnay erschienen. 
(JK 10/15)

Hella Haasse: Das indonesische Geheimnis (Transit)

Indonesien – Ehrengast 2015 der Frankfurter Buchmesse

Provoziert durch die Anfrage eines Journalisten erinnert sich Herma Warner an ihre Kinder- und Jugendzeit im Indonesien der zwanziger und dreißiger Jahre. Als Tochter von Holländern in Batavia (Jakarta) geboren, wuchs sie dort privilegiert auf, befreundete sich mit indonesischen Mädchen und Familien, interessierte sich für deren Lebensweise und Sprache. Dann, gerade erwachsen, muss sie erfahren, dass die politischen Verhältnisse Anfang der vierziger Jahre (das harte Kolonialregime, der wachsende Widerstand dagegen und die Radikalisierung ihrer indonesischen Freundinnen und Freunde) alles in Frage stellen, was sie bis dahin als ihre Heimat, ihre Identität und ihre große Liebe begriffen hatte. Dieser Zeit nähert sie sich im Rückblick, in Details und Momenten, die sich erst langsam zu einem Puzzle zusammensetzen. Im Augenblick des Erinnerns und angesichts vieler Rätsel, die sich dabei ergeben, wird ihr klar, mit welcher fast unverzeihlichen Naivität sie damals in ihrer Familie als Teil der Kolonialgesellschaft gelebt hat, wie wenig sie von ihren Eltern, ihrer engsten indonesischen Freundin und ihrem indonesischen Freund wusste – der dann später, nach dem Ende der Kolonialzeit, ihr Mann wurde...

…ein sehr lesenswertes Buch …ein sinnlicher Genuss, aber auch politisch sehr aufschlussreich …eine hochinteressante Geschichte, realistisch angelegt …Ein Roman in dem es viel um Identität, um Heimat geht. (SWR2, Lust auf Kultur)

Hella Haasse, eine der bekanntesten und erfolgreichsten niederländischen Autorinnen der Gegenwart, wurde 1918 in Batavia geboren, ging 1940 zum Studium in die Niederlande und kehrte später öfter nach Indonesien zurück. Sie starb 2011 in Amsterdam.

Das indonesische Geheimnis von Hella Haasse ist bei Transit erschienen. 
(JK 10/15)

Colin McPhee: Ein Haus in Bali (Unionsverlag)

Indonesien – Ehrengast 2015 der Frankfurter Buchmesse

Als Colin McPhee die Insel betrat, verfiel er ihr und wurde im Laufe der Jahre mit ihr und ihren Menschen auf einzigartige Weise vertraut. Er wurde zum größten Kenner balinesischer Musik und Kultur. Er erzählt vom Abenteuer, in Bali ein Haus bauen zu wollen. Dabei entsteht ein Bild von  den Menschen und den Geistern, von Traditionen und Tanz, Spiritualität, Essen und Riten und natürlich der Musik. Dieser legendär gewordene Bericht ist nicht nur eine humorvolle, packende Lektüre. Bis heute ist es die wohl tiefgründigste Einführung in Balis Geheimnisse geblieben.

„Alles in diesem Buch ist Sehen, Hören, Riechen, Schmecken, Fühlen.“ (Minna Lederman, Saturday Review, London)

Colin McPhee (1900-1964) studierte Komposition und Klavier in Toronto, Baltimore und Paris, u.a. bei Edgard Varèse. Ende der 1920er Jahre war er in der New Yorker Musikszene aktiv. 1931 heiratete er die Anthropologin Jane Belo, eine Schülerin von Margaret Mead. Sie lebten von 1932 bis 1938 in Bali und Java. Nach der Scheidung von Belo und der Rückkehr in die USA lebte er wiederum in New York, bis er 1960 eine Professur für Musikwissenschaften an der University of California antrat.

Ein Haus in Bali von Colin McPhee ist im Unionsverlag erschienen. 
(JK 10/15)

Eric Schneider: Zurück nach Java (Insel)

Indonesien – Ehrengast 2015 der Frankfurter Buchmesse

Alle paar Jahre trifft sich Ferdy Aronius mit seiner Familie, von der nur noch die Mutter und ihr Ex-Geliebter geblieben sind. Auch dieses Mal – ein stürmischer Abend, ein verlassenes  Strandhotel – schwelgen sie in Erinnerungen an alte Zeiten, das Hotel auf Java, der unbeschwerte Luxus des kolonialen Lebens, das Idyll in der Fremde. Doch je weiter der Abend voranschreitet, desto heftiger wird das Gespräch, und Stück für Stück offenbart sich die brutale Wahrheit über die Vergangenheit, eine Wahrheit, die sie bis zu diesem Tag verfolgt.

Zurück nach Java ist ein intensives Kammerspiel vor der üppigen Tropenkulisse Indonesiens. So einfühlsam wie schonungslos zeichnet Eric Schneider das Bild einer Familie, die den zwiespältigen Schönheiten ihrer Vergangenheit nicht entkommen kann.

„Ein Höhepunkt der indonesischen Literatur!“ (De Volkskrant)

„Ein faszinierendes Buch! Eric Schneider hat eine wunderschöne, doppelbödige Geschichte geschrieben, die tiefe Gefühle weckt.“ (De Telegraaf)

„Der Roman vereint Familienposse, Geschichtsdrama und Vergangenheits-bewältigung – eine exotische Perle am Strand der Weltliteratur.“ (Emmanuel van Stein, Kölner Stadt-Anzeiger)

Eric Schneider wurde 1934 im indonesischen Batavia, dem heutigen Jakarta, geboren. 1946 siedelte er in die Niederlande über. Schneider ist Schauspieler, Regisseur, Dramatiker und Künstler, er gilt als die graue Eminenz des niederländischen Theaters. Zwischenzeitlich war er einige Jahre lang Ensemble-Mitglied am Theater Bonn. Zurück nach Java ist sein erster Roman.

Zurück nach Java: Eine tropische Erinnerung von Eric Schneider ist bei Insel erschienen. 
(JK 10/15)