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David Whish-Wilson: Die Ratten von Perth (Suhrkamp)

Von David Whish-Wilson, einem der besten Krimiautoren Australiens, ist bei Suhrkamp der Krimi Die Ratten von Perth erschienen.

Perth, Western Australia, 1975. Die Chefin eines Luxusbordells wird ermordet. Es besteht kein Zweifel daran, dass Polizisten die Frau publikumswirksam hingerichtet haben. Alle Ermittlungen aber verlaufen im Sande. Superintendent Frank Swann will das nicht hinnehmen und ermittelt auf eigene Faust gegen seine Kollegen. Deswegen ist sein Ruin beschlossene Sache in den Etagen der Macht. Mit einem aufwändigen Verfahren soll er aus dem Verkehr gezogen werden. Aber Swann ist zäh, ruppig und gefährlich. Er schlägt zurück und setzt damit sein Leben und das seiner Familie aufs Spiel. Dass er früher selbst kriminell war und selbst beste Kontakte im Milieu hat, hilft ihm in dem mörderischen Überlebenskampf. Auch wenn seine Chancen nicht allzu gut sind.

Der Sumpf, in dem sich der Krimi bewegt, wird vom Autor elegant, kühl und souverän ausgebreitet. Literarisch hochwertig. Es ist ein Krimi in bester Noir-Tradition. Die Stadt Perth erscheint damit auf der Landkarte der Kriminalliteratur. David Whish-Wilson erweckt sie mit allen Sinnen zum Leben.

David Whish-Wilson, geboren 1966 in Newcastle, New South Wales, wuchs in Singapur, Victoria und Western Australiaauf, lebte zwischenzeitlich in Europa, Afrika und Asien, jobbte u. a. als Barkeeper, Schauspieler, Straßenverkäufer, Kammerjäger und Testpatient. Er lebt zurzeit in Fremantle, Western Australia, und lehrt in Perth Creative Writing an der Curtin University.

Die Ratten von Perth von David Whish-Wilson ist bei Suhrkamp erschienen.
(JK 01/18)

Malla Nunn: Zeit der Finsternis (Argument)

Südafrika 1953: Detective Sergeant Emmanuel Cooper hat sich nach Johannesburg versetzen lassen, um ein Doppelleben zu führen, von dem niemand etwas ahnen darf. Als im Villenviertel ein weißes Ehepaar überfallen wird, geraten seine Loyalitäten auf den Prüfstand. Cooper kann nicht glauben, dass Constable Shabalalas Sohn ein Raubmörder sein soll. Doch für seine Kollegen ist der Fall klar: Wenn ein weißes Mädchen einen Zulu-Jungen beschuldigt, gibt es kein Zweifeln. Schon gar nicht direkt vor der Urlaubszeit. Cooper wird kurzerhand kaltgestellt. Und riskiert alles.

Zeit der Finsternis ist der fünfte Band der Krimireihe um Detective Sergeant Emmanuel Cooper. Die Krimireihe spielt in einer der dunkelsten Zeiten Südafrikas, als die Apartheid von den Weißen zum Gesellschaftsmodell des Staates ausgebaut wird. Sie bringt all das Unglück der zwischenmenschlichen Beziehungen unter dem Unrechtsregime, die Perversion der Macht der regierenden Rasse in ihre Geschichte. Es ist ein kurzweiliger Krimi mit einem ungewöhnlichen Setting. An mancher Stelle muss man jedoch anmerken, dass es dem Leser sicherlich von Vorteil ist, bereits einen der vorangegangenen Bände zu kennen, um so einige Querverbindungen bei den Figuren besser zu verstehen. Doch auch der fünfte Band der Reihe ist ein gelungener Retro-Krimi im schillernden Johannesburg.

Malla Nunn ist in Swasiland geboren, ihre Familie emigrierte in den 1970ern nach Australien, um der Apartheid zu entgehen. Nach dem Studium machte sie sich zunächst als Dokumentarfilmerin einen Namen. In ihrem preisgekrönten Film Servant of the Ancestors hält sie die Erfahrung ihrer Mutter und die Gründe der Migration nach Australien fest. 2009 erschien ihr literarisches Debüt A Beautiful Place to Die, der Beginn des mehrfach ausgezeichneten Krimizyklus um Detective Sergeant Emmanuel Cooper. Malla Nunn lebt in Sydney.

Zeit der Finsternis von Malla Nunn ist bei Argument in der Ariadne-Reihe als Taschenbuch erschienen. 
(JK 11/17)

Tim Winton: Inselleben (Luchterhand)

Bei Tim Winton ist die Natur Australiens allgegenwärtig, und in seinem Buch Inselleben erzählt er, wie diese enge Beziehung entstanden ist, wie sehr sie seine Gedanken, sein Schreiben und sein Leben prägt. Sein beeindruckendes, poetisches und intensives Buch ist auch ein Plädoyer für Achtsamkeit, für einen neuen Dialog mit der Natur. Er ist auf Berge geklettert, hat in der Wüste gecampt, am Ningaloo Reef getaucht, ist auf den Wellen rund um seine Insel gesurft, und er hat dabei den Rhythmus, die Gefahren, das eigenständige Wesen der Natur erfahren. Denn trotz aller Konflikte zwischen Wildnis und menschlicher Zivilisation, trotz Umweltzerstörung und Klimawandel: Die Natur ist auch ohne den Menschen da. Tim Winton erzählt davon, wie gut es tun kann, sich bewusst zu machen, dass es immer etwas geben wird, das älter, größer, reicher und komplexer ist als wir, die Menschen; und er berichtet von der Gedankenwelt und dem Erfahrungsschatz der Aborigines, ihrem ganz eigenen Verhältnis zur natürlichen Welt.

Tim Winton hat kein typisches Sachbuch geschrieben auch steckt es nicht voll bitterer Polemik. Er beschreibt in einem Blick zurück, wie er in der Natur aufwuchs und wie er von der Natur fasziniert ist. Viele Pflanzen- und Tierarten sind in unseren Breiten unbekannt und seine Beschreibungen von Ausflügen und sonstigen Naturerlebnisse geben einen interessanten Einblick in das Australien abseits der Touristenattraktionen, abseits der Städte.

Tim Winton wurde 1960 in der Nähe von Perth, Westaustralien, geboren. Er hat zahlreiche Romane, Sach- und Kinderbücher sowie ein Theaterstück veröffentlicht und ist einer der erfolgreichsten Schriftsteller Australiens. Zweimal kam er auf die Shortlist des Man Booker Prize, und viermal erhielt er den Miles Franklin Award, den wichtigsten Literaturpreis Australiens. Seine Werke sind in zwölf Sprachen übersetzt, fast alles wurde für Bühne, Radio oder Film adaptiert. Für Inselleben wurde er mit dem General Non-fiction Book of the Year Award 2016 ausgezeichnet. Tim Winton lebt mit seiner Familie in Westaustralien.

Inselleben von Tim Winton ist bei Luchterhand erschienen. 
(JK 12/17)

Richard Flanagan: Die unbekannte Terroristin (Piper)

Eine Nacht mit ihm. Und plötzlich ist sie die meistgesuchte Frau der Welt. Das ist die Ausgangssituation in Richard Flanagans neuem Roman Die unbekannte Terroristin, der bei Piper erschienen ist.

In einem Fußballstadion werden drei Bomben entdeckt, und Gina Davis verbringt eine Nacht mit einem Fremden. Als sie aufwacht, ist der Mann verschwunden und sie eine mutmaßliche Terroristin. Noch bevor sie sich stellen und alles aufklären kann, entgleitet ihr die Kontrolle über ihr gesamtes Leben. Wer soll ihr noch glauben? Sogar sie selbst kann sich der endlosen Schleife der Fernsehbilder kaum entziehen: Tariq und sie auf den Bildern der Überwachungskameras, Schnitt. Die Bomben im Stadion, Schnitt. Anschläge in Städten auf der ganzen Welt. Gina wird klar, dass diese gigantische politische und mediale Maschinerie nicht mehr zu stoppen ist. In nur drei Tagen ist aus ihr ein vollkommen anderer Mensch geworden: Sie ist der Feind. Sie ist die Angst vor der Bedrohung durch das Unbekannte, das unsere Welt dieser Tage in Schrecken versetzt.

Flanagan beginnt die Geschichte mit einem Kick-Start und bringt sie dermassen Fahrt, dass man es fast als filmisch bezeichnen kann. Die unbekannte Terroristin liest sich wie ein Buch zum Film, der garantiert folgen wird. Ein Soundtrack ist sogar bereits vorhanden, denn eine Nocturne von Chopin unterliegt immer wieder der Geschichte, die ironischerweise die ganz verschiedenen Schauplätze vereint. Flanagan organisiert Verschwörungen und erschafft Verfolgungsjagden, wie man sie in diesem Genre erwartet. Sein Interesse geht jedoch über die Action hinaus und ist tiefgründiger. Er hat einen Roman über den Zustand einer Nation geschrieben und er apostrophiert Australien mit einer Wut, die von verratener Liebe abgeleitet scheint. Flanagans Australien ist keine Gemeinschaft und kaum mehr eine Gesellschaft. Das Volk, wie die Lap-Dancerin in dem Roman mit ihrem Verlangen nach Designer-Klamotten, ist dem Materialismus verfallen, besessen von Hypotheken, Pensionszahlungen und dem Erwerb der neuesten und glitzerndsten Gadgets. Seine Käuflichkeit macht aus ihnen moralische Feiglinge, und die Regierung terrorisiert sie darüber hinaus mit der von der Bush-Administration aus den USA in die Welt getragene ökonomische Besitzstandsangst und unverhohlener Fremdenfeindlichkeit. In diesem kraftvollen und schonungslosen Roman, der vor den Hintergrund des Krieges gegen den Terror gesetzt wird, zeigt Flanagan uns eine Welt ohne Gnade und Vergebung, ohne Licht, auf dem Weg in eine unerschütterliche Katastrophe.

Richard Flanagan wurde 1961 in Tasmanien geboren. Sein Roman Goulds Buch der Fische, ausgezeichnet mit dem Commonwealth Prize, machte ihn 2002 weltweit bekannt, seine insgesamt sechs Romane sind seither in 41 Ländern erschienen. Für Der schmale Pfad durchs Hinterland erhielt Richard Flanagan den bedeutendsten englischsprachigen Literaturpreis, den Man Booker Prize.

Die unbekannte Terroristin  von Richard Flanagan ist bei Piper erschienen. 
(JK 11/16)

Adrian McKinty: Die verlorenen Schwestern (Suhrkamp)

Atemlose Verfolgungsjagden, düstere Bombenszenarien und ein schier unlösbarer, Jahre zurückliegender Todesfall liegen der Handlung in Adrian McKintys neuem Thriller Die verlorenen Schwestern zugrunde, der bei Suhrkamp erschienen ist.

Nordirland, 1983. Als an einem Septembertag 38 IRA-Terroristen aus einem Hochsicherheitsgefängnis ausbrechen, herrscht höchste Alarmbereitschaft: Unter den Flüchtlingen befindet sich der in Libyen ausgebildete Bombenspezialist Dermot McCann. Inspector Sergeant Sean Duffy drückte mit McCann die Schulbank, weshalb mit einem Mal der MI5 vor seiner Tür steht. Duffy soll McCann finden. Er weiß: Jeden Moment könnten Bomben hochgehen, doch McCann bleibt von der Bildfläche verschwunden. Plötzlich wendet sich McCanns Ex-Schwiegermutter an Duffy. Sie will ihm helfen, allerdings nur unter einer Bedingung: Zuerst muss er das Rätsel um den Tod ihrer Tochter lösen. Vier Jahre zuvor war die Leiche der jungen Frau in einem von innen verriegelten Pub gefunden worden. Alles deutete auf einen Unfall hin, und doch ist die Mutter überzeugt, dass es Mord war. Aber wie sollte der Täter entwischt sein – bei verschlossenen Türen? Duffy ist ratlos, und die Uhr tickt.

Adrian McKinty gibt einen beeindruckenden Einblick in die turbulente Zeit in Nordirland. Es gibt Banalitäten und Absurditäten, Terror und Dumpfheit, das Persönliche ist mit dem Politischen gefährlich und entwirrbar verflochten, Recht und Unrecht sind überall. Es herrscht ein Durcheinander, in dem man nicht mehr unterscheiden mag. Adrian McKinty ist ein hervorragender Thriller gelungen mit einem soliden Plot, der die historischen Ereignisse mit der Romanhandlung vereint. Hervorragend ist auch die Figur des Sean Duffy.

Adrian McKinty geboren 1968 in Belfast, zählt zu den wichtigsten nordirischen Krimiautoren. Nach einem Philosophiestudium an der Oxford University verschlug es ihn nach New York und Denver, wo er verschiedenste Jobs annahm, vom Barkeeper bis zum Rugbycoach. Heute lebt der preisgekrönte Autor und Journalist mit seiner Familie in Melbourne, Australien.

Die verlorenen Schwestern von Adrian McKinty ist bei Suhrkamp erschienen.
(JK 07/15)

Adrian McKinty: Die Sirenen von Belfast (Suhrkamp)

Ein Torso in einem Koffer, ein tätowierter Hautfetzen und eine teuflisch schöne Witwe – Detective Sergeant Sean Duffy, der Serienheld des nordirischen Autors Adrian McKinty ist zurück mit seinem zweiten Fall, der ihn tief in die Wirren des Nordirlandkonflikts zieht. Er stößt auf skrupellose Geldgeschäfte und familiäre Abgründe. Bald schon wird er selbst Opfer seiner Ermittlungen. Die Sirenen von Belfast heißt der Krimi und ist bei Suhrkamp erschienen.

Der prüfende Blick unter den Wagen gehört zu Sean Duffys Morgenritual. Im Nordirlandkonflikt stehen Autobombenanschläge auf der Tagesordnung, und als katholischer Bulle ist er die perfekte Zielscheibe der IRA. Als er und sein Kollege McCrabban auf einem verlassenen Firmengelände in Belfast einen tiefgekühlten Torso finden, ist für ihre Vorgesetzten die Sache klar: Der Konflikt hat ein weiteres Todesopfer gefordert. Wie immer glaubt Duffy nicht an einfache Lösungen und gräbt tiefer. Eine heiße Spur führt ihn in die USA, doch als sich in Nordirland die Lage zuspitzt, wird Duffy plötzlich das wahre Ausmaß des Falles klar.

Adrian McKinty ist ein meisterlicher Geschichtenerzähler und verfügt über eine fein geschliffene Schreibe mit gut gezeichneten Figuren. Die Hauptfigur Sean Duffy ist als Person sehr gut geraten. Er hat so seine Fehler, ist ein komplexer Charakter ohne kompliziert zu sein, wirkt sehr echt und sympathisch. Adrian McKinty schafft es in seinem Roman, die Gefahren des nordirischen Alltags für den Leser greifbar nah werden zu lassen.

Adrian McKinty geboren 1968 in Belfast, zählt zu den wichtigsten nordirischen Krimiautoren. Nach einem Philosophiestudium an der Oxford University verschlug es ihn nach New York und Denver, wo er verschiedenste Jobs annahm, vom Barkeeper bis zum Rugbycoach. Heute lebt der preisgekrönte Autor und Journalist mit seiner Familie in Melbourne, Australien.

Die Sirenen von Belfast von Adrian McKinty ist bei Suhrkamp erschienen.
(JK 09/14)

Colleen McCullough ist tot

Die australische Bestseller-Autorin Colleen McCullough ist tot. Sie starb am 29. Januar 2015  im Alter von 77 Jahren in einem Spital auf der Norfolkinsel im Pazifik. Geboren wurde sie am 1. Juni 1937 in Wellington, New South Wales, Australien. 

Colleen McCullough hat rund zwei Dutzend Bücher veröffentlicht. Vor ihrer schriftstellerischen Karriere arbeitete sie als Neurologin in verschiedenen Krankenhäusern in Australien und England. Später forschte und lehrte sie in den USA, wo sie zwischen 1963 und 1976 lebte. Sie war als Dozentin an der medizinischen Fakultät der Yale University tätig.

Mit Die Dornenvögel aus dem Jahre 1977 landete sie einen Welterfolg, der rund 30 Millionen Mal verkauft wurde und später auch als Fernsehserie äußerst beliebt war. In dem TV-Mehrteiler mimt US-Schauspieler Richard Chamberlain den charismatischen Pater Ralph de Bricassart, der in verbotener Liebe zur schönen Farmerstochter Meggie (Rachel Ward) entbrennt.

2006 wurde McCullough mit dem Titel Officer of the Order of Australia ausgezeichnet, für ihre Verdienste als Autorin für die Kunst und für die Allgemeinheit durch Unterstützung nationaler und internationaler Bildungsprogramme, medizinisch-wissenschaftlicher und wohltätiger Organisationen und Anliegen. Die Macquarie University ehrte sie 1993 mit einem Doctor of Letters. McCullough war Mitglied der New York Academy of Sciences, Fellow der American Association for the Advancement of Science und überzeugte Monarchistin.
(JK 02/15)

Michael Robotham am Donnerstag, 6. November, beim 8. Hamburger Krimifestival

8. Hamburger Krimifestival
Kampnagel – k1/ Alabama–Kino
Donnerstag, 06.11.2014   20.00 Uhr
Jarrestraße, 22303 Hamburg
Eintritt: 16 Euro. Im Eintrittspreis enthalten: Besuch der Lesung und der exklusiven Film-Preview im Alabama-Kino. Die Veranstaltung ist leider bereits ausverkauft.

Er will dich beschützen, er will dich vernichten: Michael Robotham liest aus seinem Krimi Erlöse mich, der bei Goldmann erschienen ist. Jörg Thadeusz moderiert den Abend und Ulrich Noethen liest den deutschen Text. Ab 22.15 Uhr gibt es im Alabama-Kino eine Sondervorführung des ZDF-Fernsehfilms Neben der Spur: Adrenalin mit Ulrich Noethen.

Es ist nichts, worauf sie mit dem Finger zeigen kann: Meist ist es nur ein winziger Lufthauch in ihrem Nacken oder ein Schatten in ihrem Augenwinkel, der Marnie Logan das Gefühl gibt, beobachtet zu werden. Seit ihr Mann Daniel spurlos verschwand und ihr einen Riesenhaufen Spielschulden hinterließ, lebt Marnie in Angst. Sie wird zur Sexarbeit gezwungen, um die Schulden zurückzuzahlen und ihre beiden Kinder zu ernähren. Nachdem sie ihr Zuhälter geschlagen hat, wird er tot im Wasser gefunden, und Marnie gerät unter Mordverdacht. Völlig verzweifelt sucht sie die Hilfe des an Parkinson erkrankten Psychiaters Joe O’Loughlin. Joe sorgt sich um Marnie, weil sie nicht über ihre Vergangenheit sprechen will. Der Therapeut vermutet, dass sie ihm etwas verschweigt. Dieser Verdacht verstärkt sich, als er Marnies früheren Psychiater aufsucht, dessen Namen Joe aus einem Album hat, das Daniel seiner Frau zum Geburtstag schenken wollte: Es ist voller Bilder, Interviews mit Freunden, ehemaligen Lehrern, alten Liebschaften und Arbeitskollegen. Aber das Buch erzählt nicht die Geschichte, die man erwartet…

Erlöse mich ist bereits der neunte Roman des australischen Schriftstellers Michael Robotham, in denen fast immer Detective Vincent Ruiz gemeinsam mit dem renommierten Psychotherapeuten Joe O’Loughlin ermittelt. Michael Robotham war als Journalist für große Tageszeitungen und Magazine in London und Sydney tätig, bevor er sich ganz seiner Schriftstellerlaufbahn widmete. Mit seinen Romanen sorgte er international für Furore und wurde vielfach ausgezeichnet.

Im Anschluss an die Lesung wird im Alabama-Kino exklusiv die Neben der Spur: Adrenalin-Thriller-Verfilmung mit Ulrich Noethen gezeigt, die erst 2015 im ZDF zu sehen sein wird. 

Erlöse mich von Michael Robotham ist bei Goldmann erschienen.
(JK 10/14)

Graeme Simsion zusammen mit Robert Stadlober am Mittwoch, 26. März, im Abaton

Abaton, Oberes Kino
Mittwoch, 26.03.2014  20.00 Uhr
Allendeplatz 3  20146 Hamburg
Eintritt: 8 – 10 Euro

Graeme Simsion stellt seinen Roman Das Rosie-Projekt, der bei Krüger erschienen ist, zusammen mit dem Schauspieler Robert Stadlober vor.

Passen Sie in Don Tillmans Welt? fragt der S. Fischer Verlag die Besucher als Entree zu all den Informationen auf der Website des Verlages über einen „Weltbestseller“, den es jetzt „endlich auf Deutsch“ gibt. Geschrieben hat Das Rosie-Projekt der international erfolgreiche IT-Berater Graeme Simsion, der mit seiner Familie im australischen Melbourne lebt. Die Hauptfigur seines Romans heißt Don Tillman und vereint alle jene Eigenschaften auf sich, die heute als Inbegriff wahren Menschseins gelten: Er ist erfolgreich, sportlich, natürlich hochintelligent und dabei auch etwas versponnen, menschliche Beziehungen findet er oft eher verwirrend und irrational. Also geht Don Tillman auf der Suche nach dem exakt passenden weiblichen Pendant für sich, überaus rational vor: Ein 16-seitiger Fragebogen soll ihm auf wissenschaftlich methodische Weise die ideale Frau bescheren. Also keine, die raucht, trinkt, unpünktlich oder Veganerin ist. Und dann kommt Rosie. Unpünktlich, Barkeeperin, Raucherin. Offensichtlich ungeeignet. Aber Rosie verfolgt ihr eigenes Projekt: Sie sucht ihren biologischen Vater. Dafür braucht sie Dons Kenntnisse als Genetiker. Ohne recht zu verstehen, wie ihm geschieht, lernt unser Held Don staunend die Welt jenseits beweisbarer Fakten kennen und stellt fest: Gefühle haben ihre eigene Logik. So finden Mann und Frau, ein Geist und eine Seele, also endlich für ein „wegweisendes Buch“ (The Guardian) zusammen. Ach wie schön! Und die ganze Welt ist in das Buch verliebt, sagt der S. Fischer Verlag.

Graeme Simsion ist verheiratet und hat zwei Kinder. Mit seiner Familie lebt er in Melbourne. Das Rosie-Projekt wurde in 40 Länder verkauft.

Das Rosie-Projekt von Graeme Simsion ist bei Krüger erschienen.

Eine Veranstaltung der Thalia Buchhandlung.
(JK 03/14)

Die australische Autorin Gail Jones liest in Hamburg am Donnerstag, 30. Januar



Literaturhaus Hamburg
Donnerstag, 30.01.2014   19.30 Uhr
Schwanenwik 38, 22087 Hamburg
Eintritt: 6 – 10  Euro

Gail Jones liest aus ihrem Buch Ein Samstag in Sydney, das bei Edition Nautilus erschienen ist. Den deutschen Text liest Marta Dittrich, den Abend moderieren wird Susanne Becker.

Im Schatten der markanten Oper von Sydney kreuzen sich die Wege von vier Menschen. Alle vier verbindet die Erinnerung an etwas, das sie glauben verloren zu haben: an verlorene Lieben, an verstorbene Familienmitglieder, an Tragödien, für die man sich verantwortlich glaubt, an Schuld und Vergebung, an das Altern und das Vergehen.

Ein Samstag in Sydney der Australierin Gail Jones ist ein flirrender Text, ein filigranes Stück Literatur, das den vier Hauptpersonen mit großer Intensität nachspürt, ohne jemals aufdringlich zu sein. „Eine grandiose Erzählung über das Gewicht der Erinnerung, zart und anrührend“, urteilt der Schriftstellerkollege und Seelenverwandte Ilija Trojanow über das Buch der 1955 geborenen australischen „Weltensammlerin“ Gail Jones, die in Indien, Irland, Frankreich und den USA gearbeitet hat und deren zwei Erzählbände und fünf Romane für zahlreiche Preise nominiert wurden, u. a. für den Booker Prize. Drei ihrer Romane sind bislang auf Deutsch erschienen, alle in der Edition Nautilus. Gail Jones lehrt Kreatives Schreiben an der University of Western Sydney und forscht über die sozialen Dimensionen des Lesens und Schreibens. 2014 ist Gail Jones Jahresstipendiatin des DAAD in Deutschland.

Ein Samstag in Sydney von Gail Jones ist bei Edition Nautilus erschienen. 
(JK 01/14)

Bill Granger: Basics – 100 Rezepte für jeden Tag (Collection Rolf Heyne)

Jeden Tag einfach kochen. 100 schnelle Rezepte. Leicht erhältliche Zutaten und unkomplizierte Zubereitungen, selbst für Männer, so wirbt der Verlag Collection Rolf Heyne für das neue Buch des australischen Kochs Bill Granger, das Basics – 100 Rezepte für jeden Tag heißt.

In Easy Asia hat Bill Granger bewiesen, dass es ganz einfach ist, asiatisch zu kochen. In seinem neuen Buch Basics macht er sich daran, die „Küche für jeden Tag“ zu vereinfachen. Denn Bill Granger ist nicht nur Koch und Fernsehkoch, Restaurantbetreiber und Kochbuchautor, sondern auch ein vielbeschäftigter Vater von drei kleinen Töchtern. Da bleibt keine Zeit für endlose Einkaufstouren, nervenaufreibendes Stöbern nach geheimen Zutaten und stundenlangen Vorbereitungen in der Küche. Auch komplizierte Rezepte, die nach Profiausrüstung und Profitechniken verlangen, sind nicht seine Sache. Sein Credo: Kochen muss schnell und einfach gehen und das Essen muss toll schmecken und gesund sein.

Bill Granger hat eine besonders attraktive Weise mit Lebensmitteln umzugehen. Sein neues Buch ist eine Sammlung schnörkelloser, abgespeckte Klassiker und darauf abgestimmt, einen umfassenden Leitfaden zum Kochen einige seiner besten Gerichte zu Hause zusammenzustellen. Grangers Gerichte sind nicht einfach zu beschreiben. Sie sind eine Liaison von Hausmannskost und feiner Küche und ganz offensichtlich spürt man den Einfluss der Restaurant-Szene Sydneys, wo sich südostasiatische Gerichte mit europäischen Klassikern bekannt machen. Es ist dieser Mash-up von Stilen, die Grangers Gerichte und dieses Buch erfolgreich macht. Grangers Küche wird nicht durch Konventionen eingeschränkt und berücksichtigt vor allem auf welche Weise sich immer mehr Menschen heutzutage ernähren möchten. Grangers Ideen wirken daher modern aufgeklärt ohne Chichi. Bei Grangers Buch findet man nicht die Sterneküche sondern den Anreiz für jeden zu Hause mit den Klassikern der Küche zu spielen und fantasievoll an Neues zu wagen. Wie immer bei den Büchern von Collection Rolf Heyne so sind auch in diesem Buch die Fotos herausragend.

Bill Granger ist ein autodidaktischer Koch. Sein unbeschwerter und enthusiastischer Zugang zum Kochen ist ein wesentliches Element seiner anhaltenden Popularität in Australien. Im Alter von 22 Jahren eröffnete er sein erstes Restaurant in Sydney. Heute hat er drei Restaurants in Sydney, drei weitere in Japan und 2011 eröffnete er sein erstes Restaurant in  London. Seine Kochsendungen sind bereits in 30 Ländern ausgestrahlt worden.

Basics – 100 Rezepte für jeden Tag von Bill Granger ist bei Collection Rolf Heyne erschienen.
(JK 12/12)

Michael Robotham: Der Insider (Goldmann)


Bei Goldmann sind kurz hintereinander zwei Thriller von Michael Robotham erschienen. Der Insider ist der neue Thriller um Ex-Cop Vincent Ruiz und dreht sich um die Themen Irak und die Finanzkrise.

Als der ehemalige Polizist Vincent Ruiz eines Abends in einer Londoner Bar beobachtet, wie eine junge Frau von ihrem gewalttätigen Freund bedroht wird, muss er eingreifen. Doch obwohl er Holly Knight für die Nacht Unterschlupf bietet, ist sie am nächsten Morgen verschwunden – und mit ihr einige wertvolle Gegenstände. Bei dem Versuch, sie aufzuspüren, stößt er nur auf Hollys Freund, der brutal ermordet wurde. Ruiz steht vor einem Rätsel: In welche Machenschaften ist Holly Knight verstrickt? Zur gleichen Zeit spürt der berühmte Journalist Luca Terracini einer Serie von Banküberfällen in Bagdad nach. Dass zudem immer wieder große Summen an wichtiger Wiederaufbauhilfe verloren gehen, könnte damit in direktem Zusammenhang stehen. Luca macht sich auf die Suche nach der Wahrheit – ein gefährliches Unterfangen, das ihn bis nach London zu Vincent Ruiz führt.

Der Insider entpuppt sich als die Art internationalen Krimi mit kurzen, ausdrucksstarken Kapitel, die abrupt ihren Handlungsort verlagern und somit die Spannung anheizen – von London nach Bagdad nach Washington und an andere Orte, genau wie im Film. Michael Robotham sagt in seiner Danksagung, dass sich das Buch an vielen realen Ereignissen und Dokumenten orientiert. Ein solches Ereignis ist das Verschwinden und der mutmaßliche Diebstahl von Milliarden von Dollar an Bargeld, die die Federal Reserve Bank in den Irak verschiffte, um das Land nach der Invasion wieder auf die Beine zu helfen. Ein weiteres Ereignis ist die Finanzkrise von 2008. Der Insider hat die Art von knackigen, jedoch leicht unplausiblen Dialogen, die moderne kommerzielle Thriller ausmachen. Sein angenehm lesbarer Plot ergibt Sinn, solange man nicht anfängt, genauer zu hinterfragen. Es gibt viele Morde, Verfolgungsjagden, Explosionen und allgemeines Chaos sowie eine Handvoll Hauptfiguren. Robothams Stärke ist in der Tat, die Story langsam, wie bei einer Zwiebel Schicht um Schicht langsam zu enthäuten. Die brennende Frage für den Leser ist, ob die Firma letztendlich damit durchkommt, obwohl ihre Verbrechen in den Zeitungen ausgebreitet werden.

Michael Robotham wurde 1960 in New South Wales, Australien, geboren. Er war lange Jahre als Journalist für große Tageszeitungen und Magazine in London und Sydney tätig, bevor er sich ganz seiner eigenen Laufbahn als Schriftsteller widmete. Mit seinen Romanen sorgte er international für Furore und wurde mit mehreren Preisen geehrt. Michael Robotham lebt mit seiner Frau und seinen drei Töchtern in Sydney.


Der Insider von Michael Robotham ist bei Goldmann erschienen.
(JK 06/12)

Matthew Stokoe: High Life (Arche)


Auf dem Buchcover des Romans High Life des englischen Autors Matthew Stokoe, der bei Arche erschienen ist, steht ein Zitat des Autorenkollegen Ken Bruen: „Wie Schlagring auf Hirn“. Treffender kann man diesen verstörenden Roman nicht beschrieben.

Auf der Suche nach Geld, Sex und Macht zieht es Jack nach Los Angeles. Doch der Traum von Ruhm und Reichtum bleibt unerfüllt. Stattdessen fristet Jack ein elendes Dasein und schlägt sich mit Gelegenheitsjobs durch. In der Hoffnung auf ein kleines, bescheidenes familiäres Glück nimmt er schließlich die Prostituierte Karen bei sich auf. Doch Karen verlässt ihn. Wenige Tage später wird ihre Leiche in einem Abwasserkanal gefunden, entstellt und ausgeweidet. Jacks Leben gerät vollends aus den Fugen. Bis er beschließt, sich dem Grauen, das über ihn hereingebrochen ist, zu stellen. Er erfüllt sich seinen Traum von einem Leben im Scheinwerferlicht und begibt sich auf eine Reise in die Finsternis.

Stokoe hat mit High Life wohl das schwärzeste und menschenfeindlichste Buch über die Traumfabrik Hollywood geschrieben. Das Atemberaubende an diesem Buch ist, dass es glatt und gut geschrieben ist, der Inhalt jedoch zutiefst erschüttert und verstört. Alle klassischen Zutaten eines Krimi Noir unter der Sonne Kaliforniens sind vorhanden, aber Stokoe nimmt die Dinge und führt sie weiter als die meisten. Sein Schreiben ist brutal, abstoßend und pervers. Das Lesen erfordert einen starken Magen und es gibt Momente, wenn man nicht mehr weiterlesen will, denn dies ist alles andere als leichte Lektüre. Und doch schafft es Stokoe, dass man weiterliest. Er hat mehr zu bieten, als einen Katalog grafisch beschriebener Schrecken. Die Handlung wird geschickt ausgearbeitet, Elemente der Kriminalliteratur sicher verwendet. Es gibt sogar einen gewissen Galgenhumor und manchmal ist es unmöglich, nicht zu lachen, auch wenn sich Stokoes Figuren im Dreck suhlen.

Die Faszination dieses Buchs ist, dass es an sich ein überzeugender und fesselnder Roman ist, der beim Leser das Gefühl erweckt, ungewaschen zu sein. Ein dünner Film des Ekels legt sich über einen, den man irgendwie glaubt, nicht abwaschen zu können. Die Bilder bleiben noch Tage danach an einem haften. Kultur kann kaum pessimistischer sein.

Matthew Stokoe, 1959 in England geboren, verbrachte sein bisheriges Leben zwischen England, den USA, Neuseeland und Australien. Er spielte als Gitarrist in verschiedenen Bands, studierte angewandte Volkswirtschaft und unterstützte die englische Staatsanwaltschaft durch seine Mitarbeit beim Crown Prosecution Service. Matthew Stokoe ist der Autor von drei Romanen und dem Drehbuch zu einem Kurzfilm. Stokoe lebt heute in einem Vorort von Sydney.

High Life von Matthew Stokoe ist bei Arche erschienen.
(JK 06/12)

Caroline Brothers: Niemandsland (Bloomsbury Berlin)


Die Australierien Caroline Brothers hat mit ihrem Buch Niemandsland, das bei Bloomsbury Berlin erschienen ist, einen modernen Migrationsroman geschrieben.

Kabul-Teheran-Istanbul-Athen-Rom-Paris-London. Jeden Abend betet Aryan seinem kleinen Bruder Kabir die Stationen ihrer Reise vor. Wie ein Glaubensbekenntnis, ein Mantra. Falls sie sich einmal verlieren sollten. Sie wollen nach England, wo alles besser wird. Wer flieht, reist durch ein Niemandsland. Aryan und Kabir sind versteckt in Lieferwagen und Güterzügen oder zu Fuß unterwegs. Sie leiden unter Hunger, Erschöpfung und bitterer Kälte. Sie werden um den Lohn ihrer Arbeit betrogen, von brutalen Schleppern hintergangen und von allen anderen ignoriert. Mit Ausnahme der Polizei. Nicht immer gelingt es Aryan, den kleinen Kabir zu beschützen. Und doch: Ihre Reise birgt auch große Momente des Abenteuers, des Staunens, der ergreifenden Zärtlichkeit zwischen den Brüdern und selten – ganz selten – auch der unerwarteten Großherzigkeit eines Fremden.

Caroline Brothers erzählt die Geschichte zweier Jungen, die stellvertretend für Millionen von Kindern inmitten der Flüchtlingsströme dieser Welt stehen. Sie rückt die Geschichte der beiden Jungen ohne Melodramatik in Szene, was ihr merkwürdigerweise mehr Eindringlichkeit verleiht, da der Leser weitgehend manipulationsfrei die Gefühle der beiden Jungen erlebt. Sie zeichnet die beiden Jungen außergewöhnlich gut und lässt die Welt durch ihre Augen sehen. Wie für Kinder üblich gibt es immer wieder Intermezzi in denen dies deutlich wird. Durch diese Intermezzi entsteht ein eigentümlicher Humor, der für diese Art Roman eher ungewöhnlich ist, denn die harte, erbarmungslose Realität ist nie fern. Das Buch ist keine leichte Lektüre, aber es ist ein wunderbares Buch. Es räumt mit dem Vorurteil auf, dass es alle Einwanderer einfach haben, wenn sie sich auf den Weg nach Europa in eine ungewisse Zukunft aufmachen und alles, was sie kennen und lieben hinter sich lassen müssen. Dies immer im Angesicht eines möglichen Todes.

Caroline Brothers, geboren 1963 in Australien, hat am University College London in Geschichte promoviert, bevor sie Auslandskorrespondentin der Agentur Reuters in Europa und Lateinamerika wurde. Heute lebt sie in Paris und schreibt für die New York Times und die International Herald Tribune. Als investigative Journalistin recherchiert sie vor allem zu den Themen Migration und internationale Flüchtlingsströme. Niemandsland ist ihr erster Roman.


Niemandsland von Caroline Brothers ist bei Bloomsbury Berlin erschienen.
(JK 06/12)

Michael Robotham: Todeswunsch (Goldmann)


Mit dem Titel Todeswunsch ist bei Goldmann der fünfte Roman in der Reihe um den Psychologen Joe O’Loughlin von Michael Robotham erschienen.

Der Psychologe Joe O’Loughlin ist sich nicht sicher, ob er sich ausgerechnet Sienna Hegarty als beste Freundin für seine Tochter Charlie wünscht. Denn die frühreife Sienna ist nicht immer ein guter Umgang. Doch als sie eines Abends blutüberströmt bei den O’Loughlins auftaucht, nimmt Joe sich ihrer an. Denn im Haus der Hegartys ist etwas Schreckliches passiert: Siennas Vater liegt tot in ihrem Zimmer – jemand hat ihm die Halsschlagader durchtrennt. Sienna kann sich an nichts erinnern. Auf ihrer Kleidung klebt das Blut des Toten, und das Mädchen hat außerdem ein starkes Motiv für die Tat, wie Joe mit Hilfe seines Freundes, dem Ex-Polizisten Vincent Ruiz, herausfindet. Sienna wird des Mordes an ihrem Vater angeklagt, aber Joe ist von ihrer Unschuld überzeugt. Und er soll eine Wahrheit zu Tage fördern, die schwerer wiegt als alles, was er für möglich gehalten hätte.

Dem Buch merkt man nicht an, dass es ein Teil einer Serie ist und in der Serie bereits den vierten Band darstellt. Das Buch ist sehr gut geschrieben und die Charaktere sehr gut ausgearbeitet. Es funktioniert fabelhaft als Standalone-Roman. Joe O'Loughlin ist eine faszinierende Figur. Er leidet an der Parkinson-Krankheit, obwohl die Symptome durch die Medikamente nicht sehr offensichtlich sind. Das Buch enthält einige faszinierende Informationen über die Krankheit, die diejenigen, die damit nicht allzu vertraut sind, ins rechte Licht. Joe O’Loughlin arbeitet unbeirrt weiter, und obwohl ihn die Aussicht auf den Verlust jegliche Kontrolle über seine Motorik nicht begeistert, strebt er danach, weiterhin ein erfülltes Leben zu leben.

Dieser Roman beschäftigt sich mit der Leichtigkeit älterer Männer, jungen Mädchen nachzustellen und tut dies auf erschreckende Weise. Die am normalsten scheinenden Menschen haben die abgründigsten, dunklen Motive. Während Robotham nicht versucht, den Leser unnötig zu erschrecken, wie gefährdet junge Mädchen sind, bereitet er dennoch das Thema zum Nachdenken auf. Was Joe bei seiner Recherche ausgräbt, ist milde formuliert verstörend. Die Geschichte in Todeswunsch ist nicht vorhersagbar mit  faszinierenden Drehungen und Wendungen. Der Autor streut über den gesamten Roman Hinweise, lässt den Leser rätseln und seine eigene Interpretation anstellen. Todeswunsch ist ein dunkler Roman aber keineswegs deprimierend.

Michael Robotham wurde 1960 in New South Wales, Australien, geboren. Er war lange Jahre als Journalist für große Tageszeitungen und Magazine in London und Sydney tätig, bevor er sich ganz seiner eigenen Laufbahn als Schriftsteller widmete. Mit seinen Romanen sorgte er international für Furore und wurde mit mehreren Preisen geehrt. Michael Robotham lebt mit seiner Frau und seinen drei Töchtern in Sydney.

Todeswunsch von Michael Robotham ist bei Goldmann erschienen.
(JK 06/12)

Manisha Amin: Der Klang der Sehnsucht (Insel Taschenbuch)


Der im Insel Verlag als Taschenbuch erschienene Roman Der Klang der Sehnsucht  der indisch-stämmigen Autorin Manisha Amin ist eine ergreifende Geschichte über die Macht der Musik und die alles überdauernde Kraft der Freundschaft. 

Die Straßen von Hastinapur sind Kalus Zuhause. Der Junge arbeitet hart für ein paar Rupien und einen einfachen Schlafplatz auf dem Boden eines Tabakladens. Dennoch ist er glücklich: Wenn er Zeit mit seinen Freunden verbringt oder er sich in die schattigen Äste des großen Banyanbaumes am Fluss zurückzieht, um den Sonnenuntergang zu beobachten – und um Flöte zu spielen. Seine Melodien verzaubern die Welt und lassen ihn alles vergessen. Als sich Kalu eines Tages die Chance seines Lebens bietet, muss er Hastinapur verlassen – und damit auch seine geliebte Freundin Malti. Er verspricht, zu ihr zurückzukommen. Doch kann es eine gemeinsame Zukunft geben?

Manisha Amins Debütroman Roman ist eine Liebeserklärung an Indien, an das Leben, die Musik und die Träume. Obwohl Manisha nie in Indien gelebt hat, verliebte sie sich bereits als Kind in die Geschichten des Subkontinents, die sie von ihrer Mutter vor dem Schlafengehen erzählt bekam. Diese Verzauberung durch die Geschichten möchte Manisha Amin ihren Leserinnen und Lesern vermitteln. Das Ergebnis ist dieser lebendige und bunte Roman über  die verändernde Kraft der Musik. Den Roman durchdringt die Melodie des Raag, der klassischen indischen Musik. Der Roman ist charmant und ergreifend erzählt über alltägliche Menschen, drei junge Freunde und ihrem Weg in der Welt.

Manisha Jolie Amin, als Tochter indischer Eltern in Kenia geboren, emigrierte 1974 mit ihrer Familie nach Australien. Sie promovierte an der University of Technology in Sydney (UTS), ihren M. A. erlangte sie im Fach Kreatives Schreiben.

Der Klang der Sehnsucht von Manisha Amin ist bei Insel als Taschenbuch erschienen.
(JK 05/12)

Leanne Kitchen: Pişmek (Collection Rolf Heyne)


Der Verlag Collection Rolf Heyne lädt uns in Leanne Kitchens Kochbuch Pişmek, Kochen auf Türkisch. Geschichten und Rezepte aus dem Land am Bosporus, zu einer kulinarischen Entdeckungsreise durch die Türkei ein.

Die Türken sind zu Recht stolz auf ihre kulinarische Kultur – ist ihre Küche doch unvergleichlich reich und vielfältig, was sie ihren zahlreichen Ursprüngen und Einflüssen zu verdanken hat. Innerhalb der Grenzen der Türkei finden sich sieben Regionen, deren Küchen völlig verschieden sind. Jede hat ihre eigenen Spezialitäten und Gerichte und greift auf unterschiedliche Produkte zurück. Sogar die Kochtechniken sind verschieden. Die Türkei ist eine wahre kulinarische Schatzkammer. Auf ihrer ausgedehnten Reise hat die Köchin und Reisejournalistin Leanne Kitchen all diese Schätze entdeckt und in Bild und Text dokumentiert. Dabei hat sie die sprichwörtliche Gastfreundschaft der Türken genossen. Leanne Kitchen hat 115 authentische, unverfälschte Rezepte mitgebracht und in eine mitreißende Reiseerzählung eingebettet. Es finden sich Themenseiten zu regionalen Spezialitäten. Die vorgestellten Rezepte sind von einfach-rustikal bis edel-elegant und umfassen alle Facetten der türkischen Küche.

Die Australierin Leanne Kitchen besuchte die Türkei zum ersten Mal im Jahr 2008. Im folgenden Jahr reiste sie dreimal, verbrachte bis zu fünf Wochen am Stück, reiste kreuz und quer durchs Land auf der Suche nach Joghurt, Käse, Fleisch und Desserts, die ihren Gaumen kitzeln könnten. Sie war begeistert von dem, was sie in der Türkei vorfand und das spiegelt sich in dem Buch auf faszinierende Weise wieder. Leanne Kitchen hat zwar manchen Rezepten ihre eigene  Interpretation gegeben, sich aber immer bemüht, die vorgefundene Authentizität zu bewahren: die Techniken, Zutaten und Stil. Als wäre diese Komposition nicht schon Qualität genug, ist die Aufmachung des Buches ein wahrer Schatz. Man versinkt in die Welt der türkischen Küche, wird von wunderschönen Fotos und Geschichten weggetragen. Dieses Buch ist ein Juwel für jeden Couchtisch!

Leanne Kitchen hat sich als professionelle Köchin auf den Food&Travel-Journalismus spezialisiert und war u.a.  Feuilleton-Chefin des Vogue Entertaining and Travel Magazins und hat für den  Australian Gourmet Traveller und Travel & Leisure Australia geschrieben. Sie arbeitet  erfolgreich als Food Stylist und Kochbuchautorin und lebt mit Mann und Tochter in Sydney.

Pişmek, Kochen auf Türkisch. Geschichten und Rezepte aus dem Land am Bosporus  von Leanne Kitchen ist bei Collection Rolf Heyne erschienen.
(JK 05/12)

Bill Granger: Easy Asia, einfach asiatisch kochen (Collection Rolf Heyne)


Die Collection Rolf Heyne hat ein sicheres Händchen, in der Gastroliteratur immer wieder kleine Schätze aus Australien an die deutsche Oberfläche zu holen. So auch mit dem Buch Easy Asia, einfach asiatisch kochen von Bill Granger.

Die asiatische Küche begeistert mit ihren frischen Zutaten, gewagten Kombinationen und überraschenden Aromenexplosionen. In Easy Asia hat Bill Granger die besten Rezepte der Küchen Asiens so vereinfacht, dass man ohne große Kochkenntnisse und ausgedehnte Einkaufstouren jeden Tag asiatisch kochen kann. Gesammelt hat Bill Granger diese 120 Rezepte auf seinen ausgedehnten Reisen durch Asien – sei es bei einem Familiendinner in Singapur, einem Businesslunch in Japan, in Strand- und Garküchen oder Restaurants. Ob Rindfleisch auf Rendang-Art, Lamm mit Sataysauce oder Bibimbap – diese Gerichte sind perfekt für jeden, der wenig Zeit hat, wenig Aufwand betreiben und dennoch köstlich essen will.

Bill Granger begeisterte sich schon seit seiner Kindheit für die Geschmacksexplosionen der asiatischen Küche. Für ihn ist dabei wichtig, dass es einfache, gesunde und für jeden Tag brauchbare Lebensmittel sind. Für das Buch hat er die Rezepte seiner Lieblingsgerichte vereinfacht, damit sie für Menschen außerhalb Asiens nachzukochen sind.

Bill Granger ist ein autodidaktischer Koch. Sein unbeschwerter und enthusiastischer Zugang zum Kochen ist ein wesentliches Element seiner anhaltenden Popularität in Australien. Im Alter von 22 Jahren eröffnete er sein erstes Restaurant in Sydney. Heute hat er drei Restaurants in Sydney, drei weitere in Japan und 2011 eröffnete er sein erstes Restaurant in  London. Seine Kochsendungen sind bereits in 30 Ländern ausgestrahlt worden.

Easy Asia, einfach asiatisch kochen von Bill Granger ist bei Collection Rolf Heyne erschienen.
(JK 05/12)