Posts mit dem Label Dänemark werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Dänemark werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Rydahl & Kazinski: Die tote Meerjungfrau (Droemer)

Thomas Rydahl und das Autorenduo A.J. Kazinski haben gemeinsam den Krimi Die tote Meerjungfrau geschrieben und das berühmte Andersen-Märchen der kleinen Meerjungfrau neu erzählt. Eine dunkle Zeit – ein begnadeter junger Dichter – eine wahre Geschichte?

Folgen Sie Hans Christian Andersen in diesem atmosphärisch-fesselnden historischen Krimi bei den Ermittlungen zu einem Mord-Fall, der ihn zu seinem Märchen Die kleine Meerjungfrau inspiriert haben könnte.

Kopenhagen 1834: Hans Christian Andersen träumt davon, als Dichter zu Ruhm zu gelangen – stattdessen verhaftet man ihn wegen Mord-Verdachts. Eine junge Prostituierte, bei der er am Vorabend gesehen worden war, wird tot aus dem dreckigen Wasser des Kanals gezogen. Zwar wird der Dichter auf Bitten eines Mäzens wieder auf freien Fuß gesetzt, doch ihm bleiben nur drei Tage, seine Unschuld zu beweisen. Mit der Hilfe von Molly, der Schwester der Ermordeten, macht Andersen sich auf die Suche nach dem wahren Mörder und findet heraus, dass es offenbar ein weiteres Opfer gibt. Gemeinsam sind Andersen und Molly einer ungeheuerlichen Geschichte auf der Spur…

Thomas Rydahl und A. J. Kazinski haben mit Die tote Meerjungfrau einen historischen Krimi geschrieben, der die Leser tief in die Zeit Hans Christian Andersens eintauchen lässt, als Kopenhagen und ganz Dänemark schwer unter den Folgen der Napoleonischen Kriege zu leiden hatten. Der Mord an einer Prostituierten könnte Andersen zu Die kleine Meerjungfrau inspiriert haben. Für alle Fans der Märchen von Hans Christian Andersen finden sich viele weitere Anspielungen in diesem mitreißenden historischen Krimi. Die Märchen von Hans-Christian Andersen sind in der Regel düster undsie umgibt eine traurige Atmosphäre. Die Autoren versuchen herauszufinden, wo vielleicht die Ursache dahintersteckt. Dafür erdenken sie sich einen brutalen und verstörenden Mordfall. Die Adaption des Märchens hierzu gelingt gut. Spannender Plot und sehr unterhaltend.

Thomas Rydahl, 1974 geboren, ist ein preisgekrönter dänischer Autor. Sein erster Roman, der Bestseller Der Einsiedler, wurde in 15 Länder verkauft. 2015 gewann er den Glasnøglen (Glasschlüssel), den Preis für den besten Skandinavischen Spannungsroman des Jahres.

A.J. Kazinski ist das Pseudonym des Autorenduos Anders Rønnow Klarlund und Jacob Weinreich, die seit 2010 bereits sieben Romane veröffentlicht haben, die sich zusammen über 450.000 mal in Dänemark allein verkauft haben. Außerdem wurden sie weltweit in über 20 Länder verkauft.

Die tote Meerjungfrau von Rydahl & Kazinski ist bei Droemer erschienen.
(JK 12/20)

Der „dänische Literaturjungstar“ Jonas Eika liest beim 12. Harbour Front Literaturfestival am Freitag, 11. September auf der Cap San Diego, Luke 5

12. Harbour Front Literaturfestival
Cap San Diego, Luke 5
Freitag, 11.09.2020 20.00 Uhr

Überseebrücke, Hamburg
Eintritt: 18 Euro

Der „dänische Literaturjungstar“ (SZ) erzählt aufwühlende Geschichten: Jonas Eika liest aus seinem Buch Nach der Sonne, das bei Hanser Berlin erschienen ist.

Ein IT-Berater stellt fest, dass die Bank, für die er arbeitet, mitten in Kopenhagen in einem Krater versunken ist. Ein Ehepaar lässt sich in der Wüste Nevadas nieder, wo die Menschen auf das Erscheinen von Außerirdischen warten. Eine Obdachlose findet in den grauen Trümmern Londons ein Zuhause und verliert es wieder. Und unter dem knallblauen Himmel Cancuns tragen scheinbar gefügige Beach Boys den reichen Urlaubern die Sonnenschirme hinterher.

Fünf geheimnisvolle Erzählungen über dunkles Begehren und kapitalistische Ausbeutung, über Liebe, Hoffnung und Solidarität in einer unsicheren, technologisch flirrenden Welt, in der Körper, Himmel und Licht die einzigen Konstanten sind.

Jonas Eika hat eines jener Bücher geschrieben, die die Literatur an einen neuen Ort führen. Für seinen Erzählungsband Nach der Sonne erhielt er den renommierten Literaturpreis des Nordischen Rates. In seiner Dankesrede kritisierte Eika die dänische Regierung scharf und warf ihr „staatlichen Rassismus“ vor.

Jonas Eika, geboren 1991, ist ein dänischer Autor und politischer Aktivist. 2015 machte er seinen Abschluss an der Dänischen Akademie für Kreatives Schreiben (Forfatterskolen).

Nach der Sonne von Jonas Eika ist bei Hanser Berlin erschienen.
(JK 07/20)


Nordische Literaturtage 2019: Josefine Klougart und Anne Cathrine Bomann lesen im Literaturhaus am Mittwoch, 27. November

Literaturhaus
Mittwoch, 27.11.2019  20.30 Uhr
Schwanenwik 38, Hamburg  
Eintritt: 8 / 12 Euro
Nordische Literaturtage 2019: Josefine Klougart und Anne Cathrine Bomann stellen ihre Romane Einer von uns schläft. erschienen bei Matthes & Seitz und Agathe, erschienen bei Hanser, vor. Ulrich Sonnenberg moderiert, den deutschen Text liest Katja Danowski.

Nach einer schwierigen Trennung kehrt eine junge Frau in ihr Elternhaus und damit aufs Land zurück. Dort ist alles, wie es immer war: die Familie, die Apfelbäume, ein stabiler Rahmen für ihre ins Schwanken geratene Existenz. Doch das Gefühl der Vertrautheit scheint ihr plötzlich aufgesetzt, und sie fühlt sich als Fremdkörper im altvertrauten Mikrokosmos. Liegt der Fehler in der Gegenwart oder in ihrer Erinnerung? In Einer von uns schläft erzählt Josefine Klougart die Geschichte einer Frau, die sich in ihrem Leben neu verorten muss. „Klougart ist wahrscheinlich die beste junge Autorin Dänemarks“, schreibt Berlingske.

Josefine Klougart, am 21. April 1985 auf der Halbinsel Mols, Dänemark, geboren, studierte Kunst- und Literaturgeschichte an der Universität Aarhus. Ihr Debütroman Stigninger og fald (Aufstieg und Fall) wurde mit dem Danish Royal Prize for Culture ausgezeichnet. Klougart lebt in Kopenhagen.

Agathe von Josefine Klougart ist bei Matthes & Seitz erschienen.

„Die morgendlichen Gespräche vergingen, ohne dass auch nur einer meiner Patienten es vermocht hätte, mich zu überraschen oder mein Interesse zu wecken.“ Diesen Zustand eines alternden Psychiaters, der die Tage bis zu seinem Ruhestand zählt, werden die Gespräche mit Agathe, seiner letzten Patientin, verändern: Neue Freundschaften scheinen plötzlich möglich, neue Wege, neue Zuversicht. Anne Cathrine Bomann dreht in ihrem Debüt Agathe die üblichen Rollen einer Therapie um. Hier ist es die Patientin, die den Therapeuten aus der Praxis ins wirkliche Leben führt. Eine universelle Geschichte voller Zärtlichkeit und subtilem Humor.

Anne Cathrine Bomann, geboren 1983, arbeitet als Psychologin. Sie lebt in Kopenhagen mit ihrem Freund, einem Philosophen, und dem Hund Camus. Eine Saison lang spielte sie Tischtennis in Fontenay-sous-Bois, einem Vorort von Paris. Dort lebte sie in der 9, rue des rosettes, genau wie die Hauptfigur aus Agathe.

Agathe von Anne Cathrine Bomann ist bei Hanser erschienen.
(JK 11/19)

Katrine Engberg liest beim 13. Hamburger Krimifestival auf Kampnagel K2 am Freitag, 8. November

Kampnagel K2
Freitag, 8.11.2019  20.30 Uhr
Jarrestr. 20, Hamburg  
Eintritt: 15 Euro

13. Hamburger Krimifestival. Mörderische Haute Couture: Katrine Engberg ist der neue Shootingstar des dänischen Kriminalromans. Mit Blutmond, erschienen bei Diogenes, hat die in Kopenhagen lebende Autorin nach Krokodilwächter ihren zweiten fulminanten Titel vorgelegt. Es ist ein faszinierender Blick hinter die glitzernden Fassaden der Modebranche. Sandra Quadflieg liest den deutschen Text, Miriam Semrau moderiert.

Mit diesem Tod hat Alpha Bartholdy nicht gerechnet: Zu Füßen einer Prostituierten liegt er in einem Park in Kopenhagen in seinem Erbrochenen und stirbt. Bartholdy war ein berühmter Modeschöpfer, am Abend noch wurde die Eröffnung der Copenhagen Fashion Week gefeiert. Die Branche gibt sich natürlich erschüttert: Wer konnte ein Interesse am Tod des Modezars haben? Können verletzte Eitelkeiten Menschen zu Mördern machen? Jeep Körner und Anette Werner nehmen die Ermittlungen auf und tauchen ein in die bizarre Welt der Schönen und Reichen.  

Katrine Engberg, geboren 1975 in Kopenhagen, arbeitet für Fernsehen und Theater und ist als Tänzerin, Choreographin und Regisseurin landesweit bekannt. Mit Krokodilwächter hat sie in der Welt des skandinavischen Thrillers debütiert – mit großem Erfolg, auch international. Katrine Engberg lebt mit ihrer Familie in Kopenhagen.

Blutmond von Katrine Engberg ist bei Diogenes erschienen.
(JK 11/19)

Jussi Adler-Olsen liest im Audimax der Universität Hamburg am Dienstag, 15. Oktober

Audimax der Universität Hamburg
Dienstag, 15.10.2019  20.00 Uhr
Von-Melle-Park 4, Hamburg  
Eintritt: 16 Euro

Harbour Front Literaturfestival: Jussi Adler-Olsen liest aus seinem neuen Krimi Opfer 2117, der bei dtv erschienen ist. Peter Lohmeyer liest die deutschen Texte, Margarete von Schwarzkopf moderiert.

Vor zehn Jahren ging es mit Erbarmen los, so hieß der erste Krimi des dänischen Schriftstellers Jussi Adler-Olsen, in dem ein gewisser Carl Mørck und das Sonderdezernat Q ermitteln. Angelegt ist die Krimireihe auf zehn Romane, in diesen Tagen ist mit Opfer 2117 nun der achte Thriller erschienen, es geht um eine Geflüchtete aus dem Nahen Osten, die an der Küste Zyperns angespült wird und offenbar ermordet wurde. In Kopenhagen beschließt der 22-jährige Alexander, Rache für ihren Tod zu nehmen. Es ist ein hochemotionaler Fall für das Team, denn für Assad ist diese Frau keine Fremde.

Jussi Adler-Olsen, der in Kopenhagen lebt und mit vollständigem Namen Carl Valdemar Henry Jussi Adler-Olsen heißt, ist inzwischen der bekannteste dänische Krimi-Schriftsteller der Gegenwart, seine Bücher erscheinen in über 40 Ländern, in Deutschland stürmt er mit seinen Carl-Mørck-Krimis regelmäßig an die Spitze der Bestsellerlisten. Eigentlich hat Adler-Olsen Medizin studiert, zusätzlich dann auch noch Soziologie, Politische Geschichte und Film. Bevor er mit dem Schreiben begann, war er Verlagsleiter und auch schon Aufsichtsratsvorsitzender diverser Energiekonzerne. Sein Hobby: das Renovieren alter Häuser. Das Böse, von dem er in seinen Krimis erzählt, sagte er in einem Interview, könne niemand präzise definieren und niemand würde wissen, ob wir damit geboren werden oder nicht. Für ihn ist es eine „ewige Inspirationsquelle“.

Opfer 2117 von Jussi Adler-Olsen ist bei dtv erschienen.
(JK 10/19)

Jens Henrik Jensen beim 12. Hamburger Krimifestival am Samstag, 10. November

12. Hamburger Krimifestival
Kampnagel K1
Samstag, 10.11.2018  17.00 Uhr
Jarrestraße 20, Hamburg
Eintritt: 14.50 Euro

Die Dunkelmänner von Schloss Nørlund und ihre letzte Tat. Jens Henrik Jensen stellt den Abschlussband seiner großartigen Oxen-Reihe Gefrorene Flammen vor, der bei dtv erschienen ist. Die deutschen Texte liest Dominic Raacke, Miriam Semrau moderiert.

„Es geht immer um eine Verschwörung und die Macht, die dahinter steckt“, sagt Jens Henrik Jensen, ausgezeichnet mit dem Danish Crime Award. „Ich liebe Hintergedanken, doppelte Spiele und raffinierte Geschichten.“ Die gefeierte Premierenlesung im letzten Jahr ist noch in sehr guter Erinnerung. Viel ist inzwischen geschehen. In Band zwei geriet der traumatisierte Elitesoldat Niels Oxen einmal mehr in das Schattenreich des Geheimbundes auf Schloss Nørlund: Oxen war in Besitz brisanter Unterlagen über die Machenschaften der Dunkelmänner gelangt, die Malte Bulbjerg den Tod brachten. Den einflussreichen Strippenziehern aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft gelang es, den Verdacht für diesen Mord auf Oxen zu lenken, der deswegen in den Untergrund abtauchen musste. Dennoch wurde Oxen aufgespürt – mit lebensgefährlichen Folgen für ihn und die frühere Geheimdienstmitarbeiterin Margrethe Franck.

Die Welt der Geheimdienste ist für Jensen der perfekte Thriller-Stoff: „Das Leben als Agent bringt viele Unwägbarkeiten mit sich und desto weniger man weiß, desto besser ist es.“ Und mit diesen Unwägbarkeiten treibt der Autor ein eindrucksvolles Spiel: die Szenen erinnern an beste Film-Short-Cuts, es gibt nicht nur einen Spannungsbogen, raffinert zieht Jensen die Fäden, die er nie aus den Händen verliert. Im dritten und letzten Band der Thriller-Trilogie sind Oxen und Franck gefrorene Flammen. Eine Flucht auf die schwedischen Schären wird für Oxen unausweichlich. Franck hält sich mit Aushilfsjobs über Wasser. Die Mächtigen vom Danehof haben beide zur Tatenlosigkeit verdammt. Und doch: Der Wille um Wahrheit, Recht und Gerechtigkeit ist stärker – der Gejagte wird zum Jäger: Oxen begibt sich auf einen gnadenlosen Rachefeldzug. Es geht auch um sein Leben. Um jeden Preis. „Was mir selbst als Leser gefällt, ist ein starker Charakter mit einer persönlichen, überzeugenden Geschichte sowie einem ausgeklügelten Plot. Ich hoffe, dass die Oxen-Trilogie diese zwei Faktoren gut miteinander kombiniert.“Wir sind uns sicher: Es ist Jensen geglückt. Das Doppelbödige, die Ränkespiele und Verschwörungen sind überzeugend und jedes noch so kleine Detail ist stimmig.

Jensen erzählt die klassische Geschichte von David gegen Goliath, die Legende vom Aufstieg und Niedergang eines Helden und dessen Überlebenskampf, auf höchstem Niveau.

Jens Henrik Jensen wurde 1963 in Søvind, Dänemark, geboren. Er hat 25 Jahre als Journalist gearbeitet und war in verschiedenen Funktionen, u. a. als Redakteur und Ressortleiter, für die Tageszeitung Jydske Vestkysten tätig. Seit 2015 widmet er sich ganz dem Schreiben von Büchern. Sein Debütroman, Wienerringen, erschien 1997, in den folgenden Jahren veröffentlichte er die Kazanzki-Trilogie sowie die Nina-Portland-Reihe. Im Rahmen der Recherche für seine Bücher reiste Jensen nach Murmansk, Krakau und durch den Balkan. Weitere Reisen führten ihn nach Australien und Neuseeland sowie nach Nord- und Südamerika. Die drei Bände der OXEN-Reihe, die in Dänemark von 2012 bis 2016 erschienen, stehen an der Spitze der Bestsellerlisten, wurden bereits in zehn Länder verkauft, und SF Studios sicherte sich die Filmrechte. 2017 gewann Jens Henrik Jensen den Danish Crime Award. Er lebt mit seiner Frau und zwei Söhnen in seiner Heimatstadt.

Gefrorene Flammen von Jens Henrik Jensen ist bei dtv erschienen.
(JK 11/18)

Diabolisches Dänemark mit den drei dänischen Krimiautoren Jesper Stein, Anna Grue und Katrine Engberg beim 12. Hamburger Krimifestival am Mittwoch, 7. November

12. Hamburger Krimifestival
Kampnagel K1
Mittwoch, 07.11.2018  18.00 Uhr
Jarrestraße 20, Hamburg
Eintritt: 15.50 Euro

Diabolisches Dänemark – von Liebe, Tod und Teufel. Drei dänische Krimiautoren: Jesper Stein, Anna Grue und Katrine Engberg. Ulrich Sonnenberg moderiert und Laura de Weck liest die deutschen Texte

Ein „herausragender Kriminalroman“ ist „Aisha“ für Wolfgang Höbel vom Spiegel. „Es geht darum, dass man vor der Gemeinheit der Menschen nicht die Augen verschließen darf in diesem rasanten, klug komponierten Roman.“
Diese Sorge ist unbegründet, denn Jesper Stein sorgt für atemlose Spannung. Er erzählt ohne Schnörkel, brilliert mit einer beeindruckenden Dramaturgie und Charakteren, die unvergesslich sind. An erster Stelle: Axel Steen, der jetzt in seinem vierten Fall ermittelt. Und noch immer gilt: Steen ist ein Mann der Extreme: unangepasst, unbequem und unberechenbar. Sein Lebenswandel als Staatsbediensteter ist alles andere als solide, Drogen- und Sex-Exzesse sind ihm nicht fremd. Und doch: Unsere Sympathie gehört ihm – auch im vierten Fall, in dem es der große Unbestechliche mit einer Mordserie im Umfeld dänischer Geheimdienstler zu tun bekommt.

Jesper Stein ist Journalist und arbeitete als Kriminalreporter in Kopenhagen. 2008 erschien sein Bestseller über Bent Isager-Nielsen, den Leiter der Sektion 1, dem dänischen Pendant zum FBI. Das Buch erklärt u.a., warum Dänemark die weltweit höchste Aufklärungsrate bei Mordfällen aufweisen kann. Jesper Stein lebt in Nørrebro, ist verheiratet und hat zwei Kinder. Aisha ist sein vierter Roman um den Kommissar Axel Steen. Eine Verfilmung der ersten drei Bände ist in Planung. Jesper Stein ist mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet worden, zuletzt mit dem Goldenen Lorbeer, dem wichtigsten dänischen Literaturpreis.

Aisha von Jesper Stein ist bei Kiepenheuer & Witsch erschienen.

Spannend, raffiniert und bissig – das sind die Romane Anna Grues. Und es sind feine Milieustudien der dänischen Mittelklasse, geschrieben mit spitzer Feder. Elmar Krekeler von der Welt lobte: „Anna Grue wird gern mal herrlich böse.“ Das gelingt ihr wie kaum einer zweiten Autorin. Chapeau! Im hyggeligen Christianssund kommt ein Rennradfahrer ums Leben. Ein Sturz? Alles deutet darauf hin. Aber: Der Schein trügt, wie so oft. Kurze Zeit später findet man den besten Freund des Toten. Ganz klar: Ein Fall für Privatdetektiv Dan Sommerdahl. Noch ahnt er nicht, dass diese Todesfälle in Zusammenhang mit seiner Familiengeschichte stehen. 

Anna Grue ist eine der erfolgreichsten Krimiautorinnen Dänemarks. Die in viele Sprachen übersetzten Bände ihrer Krimiserie um den Ermittler Dan Sommerdahl sind allesamt Bestseller, die von Publikum und Presse gleichermaßen für ihre Raffinesse wie für ihre menschliche Wärme gefeiert werden. Anna Grue hat drei Kinder und lebt mit ihrem Mann in der Nähe von Kopenhagen.

Wie der Vater, so der Sohn von Anne Grue ist bei Atrium erschienen.

Verhängnisvoll ist das Liebesleben einer Studentin in Kopenhagen – es endet tödlich. Warum musste die junge Frau sterben, auf so grausame Weise? Krokodilwächter ist der Auftakt zu einer Thriller-Serie um die Ermittler Jeppe Kørner und Anette Werner, die erstmals auf Spurensuche gehen. Und sie tun es mit Erfolg: Katrine Engbergs Thriller ist in Dänemark ein Bestseller. Zu Recht! Die Nachforschungen in diesem Mordfall ergeben einen schockierenden Verdacht. Im Haus des Opfers lebt die emeritierte Professorin Esther de Laurenti, die ein Faible für Kriminalgeschichten hat. Auf erschreckende Weise gleicht der geschehene Mord einem Manuskript, das außer der Verfasserin nur wenige kannten... Aber kann nur sie die Täterin sein? Bevor Kørner und Weber die Antwort finden, geschieht ein zweiter Mord.

Katrine Engberg, geboren 1975 in Kopenhagen, arbeitet für Fernsehen und Theater und ist als Tänzerin, Choreographin und Regisseurin landesweit bekannt. Sie lebt mit ihrer Familie in Kopenhagen.

Krokodilwächter von Katrine Engberg ist bei Diogenes erschienen.
(JK 11/18)

Thomas Rydahl: Der Einsiedler (Heyne Encore)

Ein skurriler und faszinierender Krimi mit besonderer Inselatmosphäre ist der Krimi Der Einsiedler des dänischen Autors Thomas Rydahl, der bei Heyne Encore erschienen ist.

Am Strand von Fuerteventura wird die Leiche eines kleinen Jungen gefunden. Niemand scheint das Kind zu vermissen, und so versucht die Polizei, den Fall unter den Teppich zu kehren, um die anstehende Feriensaison nicht zu gefährden. Als der Taxifahrer Erhard Jorgenson, knapp 70 Jahre alt und ein Einzelgänger par excellence, davon Wind bekommt, macht er sich mit unerschütterlicher Hartnäckigkeit auf die Suche nach der Wahrheit. Aber kann ein alter Mann, der aus der Zeit gefallen scheint, ein Mordkomplott aufklären, das weit über die Küste Fuerteventuras hinausreicht?

Bie diesem Krimi handelt es sich um ein intelligentes, tiefgründiges und sehr berührendes Debüt, ein Buch voller Emotionen. Kraftvoll, flüssig, mitreißend und sehr bildhaft präsentiert Thomas Rydahl seine Geschichte.

Thomas Rydahl, 1974 in Aarhus geboren, lebt mit seiner Familie in Kopenhagen. Er studierte Philosophie und Psychologie und ist ausgebildeter Feuerwehrmann. Nach seinem Abschluss an der Dänischen Schriftstellerakademie veröffentlichte er 1999 eine erste Kurzgeschichtensammlung. Seit 2001 arbeitet er in der Kommunikationsbranche, wo er Storytelling als Strategie vermittelt. Der Einsiedler ist sein erster Roman.

Der Einsiedler von Thomas Rydahl ist bei Heyne Encore erschienen.
(JK 06/18)

Madame Nielsen liest im Literaturhaus am Mittwoch, 21. März

Literaturhaus
Mittwoch, 21.03.2018  19.30 Uhr
Schwanenwik 38, Hamburg
Eintritt: 8 / 12 Euro

Madame Nielsen liest aus ihrem Roman Der endlose Sommer, der bei Kiepenheuer & Witsch erschienen ist. Den deutschen Text liest Marta Dittrich, Julia Encke moderiert.

„Manchmal ist es so, dass man ein Buch am Schluss zuklappt und sich dann wünscht, die Autorin wäre eine gute Freundin und man könne sie anrufen, wann immer man sich traurig fühlt. Das passiert einem ja nicht allzu oft. Bei Karen Blixen und Marguerite Duras und Virginia Woolf ist es so. Und bei Madame Nielsen.“ (Christian Kracht)

Ein Junge, „der vielleicht ein Mädchen ist, es aber noch nicht weiß“, eine erotische Beziehung zwischen einer Frau mittleren Alters und einem jungen portugiesischen Künstler, ein weißes Herrenhaus in Dänemark und ein endloser Sommer, in dem alles einfach und möglich erscheint. Voll von herrlichen, melancholischen, verführerischen Sätzen, die bis zu anderthalb Seiten umfassen, ist Der endlose Sommer nicht nur für die Charaktere des Romans ein zeitlicher Ausnahmezustand – auch als Leser und Leserin fühlt man sich in die sinnliche Trunkenheit hinein.

Das Romaneschreiben ist eine der zahlreichen Facetten des Multitalents Nielsen. Madame Nielsen, 1963 geboren, ist als Autorin, Sängerin, Künstlerin sowie Übersetzerin tätig und in Skandinavien längst zu einem preisgekrönten Idol in der Kunst- und Literaturszene aufgestiegen.

Der endlose Sommer von Madame Nielsen ist bei Kiepenheuer & Witsch erschienen.
(JK 03/18)

Naja Marie Aidt: Schere, Stein, Papier (Luchterhand)

Mit „beklemmender Eindringlichkeit", so schreibt die Süddeutsche Zeitung, erzählt die preisgekrönte dänische Autorin Naja Marie Aidt in ihrem Roman Schere, Stein, Papier, wie die Vergangenheit einen Menschen unerwartet einholt und eine einzige falsche Entscheidung eine sorgfältig aufgebaute Existenz zum Einsturz bringt.

Der Vater von Thomas und Jennys ist tot. Eigentlich kein Grund für übermäßige Trauer, denn er hat sich nicht besonders um die beiden gekümmert und das Verhältnis war nicht gerade gut. Dazu war er ein Verbrecher und saß im Gefängnis seine Haftstrafe ab. Doch die erhoffte Erleichterung stellt sich bei den beiden nicht ein. Ein letztes Mal gehen sie in die elterliche Wohnung. Der Toaster erinnert Jenny an die guten Zeiten der Kindheit und sie möchte ihn mitnehmen. Weil der Toaster nicht funktioniert, versucht Thomas ihn zu reparieren und entdeckt die Beute des letzten Raubzugs seines Vaters. Er verschweigt seiner Schwester und auch seiner Freundin den Fund und steckt es ein. Doch Thomas hat mit seinem Fund kein Glück und erlebt, wie sein geordnetes bürgerliches Leben nach und nach bedroht wird und schließlich zusammenbricht.

Naja Marie Aidts Psychodrama erzählt auf beeindruckende Weise wie ein Mensch in eine Abwärtsspirale gerät und ihr nicht mehr entkommen kann. Sie gelangt zu den Fragen, was einen Menschen verändert, wie weit er getrieben wird von seinen eigenen Gefühlen und Wünschen, inwieweit er fähig ist, andere Menschen, denen er nahe steht, zu verletzen und wie weit er sich dabei einreden kann, dass alles nur zum Besten geschieht ? Schere, Stein, Papier ist ein faszinierender Roman über die Bruchstellen des Lebens, das Gewicht der Vergangenheit und die Verletzlichkeit der menschlichen Existenz.  

Naja Marie Aidt, 1963 in Egesminde/Grönland geboren, wuchs in Grönland und Kopenhagen auf. 1991 hatte sie ihr Debüt als Lyrikerin. Seither erschienen drei Erzählungsbände, mehrere Gedichtsammlungen und Theaterstücke. Sie erhielt zahlreiche Auszeichnungen und Preise, 2008 wurde ihr für ihren Kurzgeschichtenband Süßigkeiten der renommierte Nordische Literaturpreis verliehen.

Schere, Stein, Papier von Naja Marie Aidt ist bei Luchterhand erschienen. 
(JK 07/17)

Dänischer Abend mit Mich Vraa und Carsten Jensen bei den Nordischen Literaturtagen am Donnerstag, 30. November

Nordische Literaturtage 2017
Literaturhaus
Donnerstag  30.11.2017  18.30 Uhr 
Schwanenwik 38
Eintritt:  12 / 8 Euro ; Tagesticket 20 / 15 Euro

Nordische Literaturtage: Dänischer Abend mit Mich Vraa und Carsten Jensen. Mich Vraa stellt sein Buch Die Hoffnung vor, das bei Hoffmann und Campe erschienen ist, und Carsten Jensen sein Buch Der erste Stein, das bei Knaus erschienen ist. Sascha Rotermund liest die deutschen Texte und Ulrich Sonnenberg moderiert den Abend.
                                      
Zwei düstere, wenig besprochene Kapitel werden an diesem Abend aufgeschlagen. Die Hoffnung ist der Titel des Romans von Mich Vraa und gleichfalls der Name des Schiffes, auf dem ein großer Teil der Geschichte spielt: 1803 geht die junge Kapitänstochter Maria in Kopenhagen an Bord. Aus einer Vergnügungsfahrt wird eine abenteuerliche Reise nach Westindien, auf der sie entdeckt, dass der Menschenhandel trotz königlichem Verbot noch floriert. Mit der grausamen Realität konfrontiert wird auch zwanzig Jahre später der Humanist Mikkel Eide, der ein Traktat gegen die Sklaverei verfassen will, doch seiner idealistischen Vorstellungen beraubt wird.

Mich Vraa, geboren 1954, lebt als Journalist, Schriftsteller und Übersetzer mit seiner Familie in Odense, Dänemark. Er übertrug u.a. Jonathan Franzen, Ernest Hemingway und Don DeLillo ins Dänische. Sein Roman Die Hoffnung wurde von der Kritik hochgelobt und ist für zahlreiche Preise nominiert.

Die Hoffnung von Mich Vraa ist bei Hoffmann und Campe erscheinen.

Eine „Pflichtlektüre für alle, die den Krieg rechtfertigen“, wie der Nordjyske Herald-Tribune schreibt, ist Carsten Jensens großer Antikriegsroman Der erste Stein.  In einem Militärcamp in Afghanistan trifft ein Zug dänischer Soldaten ein, alle hochmotiviert, hervorragend ausgebildet und abenteuerhungrig. Doch die Tage vergehen monoton, bis durch eine Landmine zwei Männer sterben und eine Spirale der Gewalt in Gang gesetzt wird.

Carsten Jensen, geboren 1952 auf Æro, gelang mit seinem Bestseller Wir Ertrunkenen der internationale Durchbruch. Er ist einer der profiliertesten politischen Journalisten Dänemarks. Daneben arbeitet er als Literaturkritiker und scheibt Bücher. Für die Recherche zu Der erste Stein verbrachte er längere Zeit in Afghanistan. Der Roman wurde mit mehreren dänischen Preisen bedacht. Veröffentlichungen in mehrere Sprachen sind in Vorbereitung.

Der erste Stein von Carsten Jensen ist bei Knaus erscheinen.
(JK 11/17)

Jens Henrik Jensen beim 11. Hamburger Krimifestival am Freitag, 11. November

11. Hamburger Krimifestival
Kampnagel K1
Samstag  11.11.2017  17.00 Uhr 
Jarrestraße 20,  Hamburg
Eintritt:  14,50 Euro  

Der Tod auf Schloss Nørlund: Ein Elite-Soldat kämpft um die Wahrheit und seine Unschuld. Jens Henrik Jensen erhielt von seinen Lesern den „Danish Crime Award“. Prämiert wurde er für seine Thriller um Niels Oxen, Elitesoldat a. D., der in die Fänge des dänischen Geheimdienstes gerät. Um sich vom Mord-Verdacht zu befreien, beginnt er mit eigenen Ermittlungen und kommt übermächtigen Dunkelmännern auf die Spur. Dominic Raacke liest die deutschen Texte und Antje Deistler moderiert.

Frederick Forsyth, Robert Ludlum, John le Carré und die besten schwedischen Krimiautoren – sie waren es, die Jens Henrik Jensen beeinflussten, die ihn zum Schreiben brachten. „In diesem Schmelztiegel entstehen meine Romane“, sagt der Autor. „Ohne eigentliches Vorbild, aber mit Liebe zur Verschwörung und zweifelhaften Affären.“ An diesen Genre-Granden kann er sich messen lassen. Und er besteht diesen Vergleich. Besser noch: Er kann getrost vor diese Thriller-Großmeister treten – dort ist ihm ein Platz auf Augenhöhe sicher.

„Diese Eigenschaft, einerseits Spannung zu schaffen, über Gewalt und Tod zu schreiben, und andererseits Menschen in Licht und Schatten zu zeigen – und eine überraschende, stille Wehmut und Poesie inmitten des Dramas –, kennzeichnet den großen Verfasser, der mehr kann als Spannung  schaffen.“ Treffender, als dieser Kritiker es tat, kann man es nicht sagen. Jensens Thriller-Trilogie ist in Dänemark ein sehr großer Erfolg. 

„Ich liebe ausdauernde Ermittlungen“, verrät Jensen, „ganz gleich, ob sie zur Klärung eines Verbrechens führen oder zur Erkenntnis einer Niederlage. Und ich mag hohes Tempo.“ Ausdauernd, aufklärerisch und temporeich – das alles gilt auch für Niels Oxen. Der hochdekorierte Kriegsveteran hat sich aus dem Militärdienst zurückgezogen, die Erlebnisse auf seinen Auslandseinsätzen in Bosnien und im Kosovo haben ihn zermürbt. In der Einsamkeit der dänischen Wälder will er seinen Frieden finden, das Trauma vergessen. Stattdessen gerät er selbst unter Mordverdacht, als auf Schloss Nørlund die Leiche des Ex-Botschafters Hans-Otto Corfitzen gefunden wird – noch ahnt niemand von den dunklen Geheimnissen, die sich mit ihm verbinden. Oxen selbst gerät ins Fadenkreuz. Für ihn beginnt ein Kampf um die eigene Unschuld. Ein Geheimbund setzt alles daran, Oxen an der Wahrheitsfindung zu hindern.

Jens Henrik Jensen wurde 1963 in Søvind, Dänemark, geboren. Er hat 25 Jahre als Journalist gearbeitet und war in verschiedenen Funktionen, u. a. als Nachrichten- und Chefredakteur, für die Tageszeitung JydskeVestkysten tätig. Seit 2015 widmet er sich ganz dem Schreiben von Büchern. Sein Debütroman Wienerringen erschien 1997, in den folgenden Jahren veröffentlichte er die Kazanzki-Trilogie sowie die Nina-Portland-Reihe. Im Rahmen der Recherche für seine Bücher reiste Jensen nach Murmansk, Krakau und durch den Balkan. Weitere Reisen führten ihn nach Australien und Neuseeland sowie nach Nord- und Südamerika. Die drei Bände der Oxen-Trilogie, die in Dänemark von 2012 bis 2016 erschienen, stehen an der Spitze der Bestsellerlisten, wurden bereits in zehn Länder verkauft, und SF Studios sicherte sich die Filmrechte. Er lebt mit seiner Frau und zwei Söhnen in seiner Heimatstadt.

Oxen - Das erste Opfer von Jens Henrik Jensen ist bei dtv erschienen.
(JK 11/17)

Dänischer Krimiabend mit Lotte und Søren Hammer, Lone Theils und Steffen Jacobsen beim 11. Hamburger Krimifestival am Donnerstag, 9. November

11. Hamburger Krimifestival
Kampnagel K2
Donnerstag  09.11.2017   18.30 Uhr 
Jarrestraße 20,  Hamburg
Eintritt: 14,50 Euro  
        
Etwas ist faul in Dänemark: Tödliche Wohlanständigkeit, Stalking und eine schlimme Lüge. Die Tatorte könnten nicht besser gewählt sein: eine entlegene Wald-Hütte nördlich von Kopenhagen, eine Fähre zwischen Dänemark und England und die Laken der Lust – drei Fälle, drei Autoren. Dreimal beste Spannung aus Dänemark. Krimiabend mit Lotte und Søren Hammer, Lone Theils und Steffen Jacobsen. Sebastian Dunkelberg liest die deutschen Texte und Ulrich Sonnenberg moderiert den Abend. 

In ein Totenmoor bringt uns Dänemarks Bestsellerduo Lotte und Søren Hammer. In einer entlegenen Hütte im Wald nördlich von Kopenhagen wird eine junge afrikanische Zwangs-Prostituierte von Gangstern gefoltert. Weil sie rebelliert, ihren Kunden nicht zu Willen ist. Doch die Aktion läuft aus dem Ruder. Als die Frau stirbt, wird ihre Leiche in einem Moortümpel versenkt. Nur durch Zufall werden ihre Überreste von einem streunenden Jagdhund entdeckt. Dorthin wird Kommissar Simonsen gerufen. Ein schlimmer Fund, denn die Spuren einer Folterung sind unübersehbar. Aber niemand vermisst diese Frau. Simonsen beginnt zu ermitteln. Die Moorleiche ist für ihn der Schlüssel zu einer Welt gnadenloser Gewalt, in der Fehler mit dem Leben bezahlt werden. Er gerät in eine Parallelwelt der dänischen Wohlanständigkeit, bekommt es zu tun mit Menschenhandel, Geldwäsche und Zwangsprostitution und die Indizien mehren sich, dass die Hintermänner der grausamen Tat in den vermeintlich besten Kreisen zu finden sind…  

Lotte Hammer, geboren 1955, lebt wie ihr Bruder Søren Hammer, geboren 1952, in Frederiksvaerk. Sie ist ausgebildete OP-Krankenschwester. Bevor sie mit dem Schreiben anfing, arbeitete sie als Krankenschwester in Griechenland, Deutschland, Grönland und sogar auf einer Bohrinsel. Er ist Volkshochschullehrer für Mathematik, Dänisch und Englisch. Früher unterrichtete er an einer technischen Schule.

Totenmoor von Lotte und Søren Hammer ist bei Knaur erschienen.

Lone Theils’ Krimi beruht auf einer wahren Begebenheit. „Ich stieß auf die Geschichte eines amerikanischen Serienmörders.“ Der Mann war ein Stalker, der seine Opfer fotografierte, bevor er sie tötete. Die Polizei konnte ihn stellen. Ein vierfacher Mord konnte ihm nachgewiesen werden. Und es wurde ein Foto-Archiv gefunden – mit 200 Aufnahmen von Heranwachsenden, die nicht zu identifizieren waren. Darunter die Bilder von zwei Mädchen aus Dänemark. „Ich erfuhr davon, als die amerikanische Polizei mit ihren dänischen Kollegen Kontakt aufnahm, um herauszufinden, ob die Mädchen noch am Leben waren.“ Diese Frage ließ die Autorin nicht mehr los, aus dem Mörder machte sie einen Engländer, das Foto der beiden platzierte sie kurzerhand auf der Fähre, die Dänemark mit Großbritannien verbindet. 

Im Sommer 1985 verschwinden die dänischen Teenager Lulu und Lisbeth auf der Überfahrt nach England spurlos. Eine Suchaktion über Landesgrenzen hinweg verläuft im Nichts. Jahrzehnte später fällt Nora Sand, die in London für eine dänische Zeitung arbeitet, ein Foto der beiden in die Hände: Es zeigt die Mädchen in der Zeit nach ihrem Verschwinden. Nora lässt die Geschichte nicht los. Ihre Recherchen beginnen in Dänemark, wo die Mädchen in einem Heim aufwuchsen. Und führen zu dem englischen Frauenmörder Bill Hix. Der verbüsst im berüchtigten Gefängnis Wolfhall eine lebenslange Haftstrafe. Nora ahnt nicht, welche Konsequenzen ihre Nachforschungen haben. Die Suche nach der Wahrheit ist gefährlich...

Lone Theils war jahrelang London-Korrespondentin für die angesehene dänische Tageszeitung Politiken sowie fürs Fernsehen. Ihr Debütroman und Auftakt der Reihe um Nora Sand erscheint in 14 Ländern. Neben ihrer journalistischen Tätigkeit zwischen Dänemark und England teilt die Autorin mit ihrer Protagonistin auch die Leidenschaft fürs Kickboxen.

Die Mädchen von der Englandfähre von Lone Theil ist bei rororo erschienen.

Steffen Jacobsen kommt erstmals nach Deutschland, seine Thriller haben internationales Niveau. Lüge ist der dritte Fall für Lene Jensen und Michael Sander. Die Kriminalkommissarin und der Privatermittler waren bereits zuvor im Einsatz: Trophäe und Bestrafung handelten von Menschenjägern und Selbstmordattentätern. Jacobsen ist eigentlich Arzt und Chirurg – er schreibt mit spitzer Feder, formuliert messerscharfe Dialoge und plant Handlungen, die man atemlos liest. Der neue Auftrag bringt die beiden Aufrechten in den Konflikt mit militanten Umweltschützern und einem dänischen Öl-Unternehmen – eine Auseinandersetzung, die für den Chef-Geologen tödlich ausgeht. Ganz klar: Hier ist etwas faul.

Die dänische Gesellschaft Nobel Oil kennt keine Skrupel, sich die gigantischen Rohstoffvorkommen in der grönländischen Diskobucht zu sichern. Die Einwohner sind alarmiert, Umweltaktivisten agieren zunehmend rabiat. Als der Chef-Geologe des Bohrungsgeländes tot aufgefunden wird und ein USB-Stick mit brisanten Informationen verschwindet, werden Kommissarin Lene Jensen und Ermittler Michael Sander angeheuert, den Fall aufzuklären. Alle Spuren verweisen auf einen Täter aus der militanten Umweltaktivisten-Szene. Doch scheinen diese Hinweise fingiert zu sein, und Jensen und Sander beginnen, auf eigene Faust zu ermitteln. Bis sie erkennen, dass sie nur Bauernopfer sind in einem unerbittlichen Kampf um Geld, Prestige und Macht.

Steffen Jacobsen, 1956 geboren, ist Chirurg und Autor. Seine Bücher sind unter anderem in den USA, England und Italien erschienen. Er ist verheiratet, hat fünf Kinder und lebt in Kopenhagen.

Lüge von Steffen Jacobsen ist bei Heyne erschienen.
(JK 11/17)