Books@Transglobal ist die Literatursendung im Rahmen von Radio Transglobal beim Hamburger Stadtsender TIDE 96.0. Hier können Veranstaltungshinweise sowie die einzelnen Buchbesprechungen nachgelesen werden, die bei Radio Transglobal gesendet bzw. von der Redaktion bearbeitet wurden. Books@Transglobal sendet an jedem vierten Montag des Monats um 18 Uhr ein ausschließlich der Literatur gewidmetes Programm.
Rafik Schami liest im Magazin-Filmkunsttheater am Mittwoch, 4. Dezember
Nather Henafe Alali liest im Literaturhaus am Mittwoch, 24. Oktober
Henning Sußebach und Amir Baitar beim Interkulturellen Festival eigenarten in der W3 am Mittwoch, 1. November
Rafik Schami liest beim 7. Harbour Front Literaturfestival
Rafik Schami am Donnerstag, 12. September, beim Harbour Front Literaturfestival
Fawwaz Haddad am Montag, 22. April, bei den Vattenfall Lesetagen 2013
(JK 04/13)
Nihad Siris: Ali Hassans Intrige (Lenos)

Der Lenos Verlag in Basel hat sich auf das verlegen arabischer Literatur im deutschsprachigen Raum spezialisiert. Vom syrischen Autor Nihad Siris hat der Lenos Verlag nun seinen Roman Ali Hassans Intrige veröffentlicht.
Schon seit fünf Jahren ist Fathi Schîn, ein bekannter Schriftsteller, mit einem Schreib- und Publikationsverbot belegt. Er gilt als „Abweichler“, als „elender Verräter“, hatte er es doch abgelehnt, in seiner Fernsehsendung einen literarischen Wettbewerb über den Grossen Führer zu veranstalten, was ihn prompt seine Stelle kostete. Das Schreibverbot hätte ihn längst erstickt, gäbe es da nicht seine verwitwete Mutter, die ihn finanziell unterstützt, und vor allem seine Geliebte Lama, eine schöne, kluge und selbstbewusste Frau. Doch die Mächtigen wollen sich nicht mehr mit seinem Schweigen begnügen, sie fordern seine Mitarbeit. Ausgerechnet während der Feierlichkeiten zum zwanzigsten Jahrestag der Machtergreifung des Grossen Führers stellen sie ihm eine Falle.
Der syrische Schriftsteller Nihad Siris schildert – mit ironischen Zwischentönen – eindrucksvoll die Zustände in einem totalitären Staat, in dem die Herrschenden ihre Politik mit Gewalt und einer perfekten Propagandamaschinerie durchsetzen und keinerlei Abweichung dulden.
Nihad Siris, geboren 1950 in Aleppo (Syrien), studierte Ingenieurswissenschaften in Sofia. Seit 1987 schreibt er regelmässig Erzählungen, Theaterstücke und Drehbücher. Er lebt und arbeitet in Aleppo. Ali Hassans Intrige ist sein erstes Buch in deutscher Übersetzung.
Rafik Schami zu Gast in der Universität Hamburg

Universität Hamburg, Hauptgebäude, Hörsaal A
Mittwoch, 24.09.2008 20.00 Uhr
Edmund-Siemers-Allee 1
Eintritt: 10 – 14 €
Rafik Schami liest aus seinem neuen Roman Das Geheimnis des Kalligraphen, der bei Hanser erschienen ist. Michael Lüders moderiert.
Vier Jahre haben seine Anhänger sich gedulden müssen, nun ist es endlich da, das neue, opulente Meisterwerk aus der Feder des aus Syrien stammenden Erzählers Rafik Schami. Das Geheimnis des Kalligraphen ist saftig wie die Früchte des Gärtners Viktor, farbenprächtig wie die Köstlichkeiten des Eisverkäufers Elias und singt wie beinahe alle Bücher Schamis ein Hohelied auf dessen Heimatstadt Damaskus mit ihren duftenden, jasminbestandenen Gassen, lebhaften Märkten und ihrer überbordenden mündlichen Tradition. In literarischer Vollendung vollzieht Schamis Roman die hohe Kunst der Kalligraphie, dieser „Musik für die Augen”, auf Buchseiten nach: Er nimmt überraschende Abbiegungen, verästelt sich wundersam bei der Schilderung von scheinbar Nebensächlichem, das am Schluss jedoch das Netz aus Erzähltem erst vollendet. Dennoch bleibt die Geschichte immer ganz nah an ihrem undurchschaubaren Helden: Am Aufstieg und Fall des begnadeten, aber stolzen und herzkalten Kalligraphen Hamid Farsi, der seine wunderschöne, belesene Ehefrau Nura schlechter behandelt als ein ungeliebtes Haustier; mit der Feder, aus herrlichem Papier und Tinte nach Geheimrezept indes Kunstwerke zu schaffen vermag, die das ganze Land zu Tränen rühren. Farsi hat Großes vor, will die arabische Schrift reformieren und stürzt tief: „Die Kalligraphie ist die Kunst, mit schwarzer Farbe helle Freude in das verlorene Weiß des Papiers zu bringen.”
En passant schildert der Roman den politischen Umsturz im Syrien der späten fünfziger Jahre und hält ein leidenschaftliches Plädoyer für die Kraft und das Selbstbewusstsein der syrischen Frauen, die bei Schami stets durch List, Besonnenheit und Tüchtigkeit die Fäden spinnen. Der „Damaszener Freund” Rafik Schami, der seit seinem politischen Exil im Jahre 1970 keinen Fuß in seine Heimatstadt gesetzt hat, wird hierzulande von der Kritik geschätzt und von seinem Publikum verehrt. Seine Bücher wurden in 24 Sprachen übersetzt, sein Werk zuletzt mit dem Nelly-Sachs-Preis ausgezeichnet. Die Laudatorin Meike Feßmann brachte es damals so schlicht wie präzise auf den Punkt: „Rafik Schami ist ein großer Geschichtenerzähler.”
Veranstaltet wird die Lesung vom Literaturhaus Hamburg.
(JK 20/09/08)





