Elizabeth Subercaseaux: Eine fast perfekte Affäre (Pendo)

Im neuen Roman der chilenischen Autorin Elizabeth Subercaseaux Eine fast perfekte Affäre, der bei Pendo erschienen ist, spürt die Autorin der fundamentalen Frage um Wahrheit und Lüge nach.

Es geht um eine Affäre, die nur im Geheimen gelebt werden kann und um einen mysteriösen Todesfall, der alles in Frage stellt. In der Kürze eines Augenblicks verstricken sich die Leben dreier Menschen auf verhängnisvolle Weise miteinander. Sie sehen sich vor die Frage gestellt: Was zählt die Wahrheit? Und was die Wahrhaftigkeit eines Lebens?

Sie haben eine „fast perfekte Affäre“: Sechs Jahre lang gelingt es Amalia Griffin, Ehefrau eines reichen Geschäftsmanns, und dem höchst angesehenen Richter Juan Manuel Rementería, ihre Liebesbeziehung geheim zu halten. Da tritt ein neuer Mann in Amalias Leben und Amalia gesteht Rementería, dass sie sich von ihm trennen will. Kurz darauf in den frühen Morgenstunden wird sie beim Golfspiel erschossen. Eine Tat, die nicht nur Rementería unter Verdacht stellt. Amalias beste Freundin wird ebenso in Mitleidenschaft gezogen, wie ein Journalist, der ebenfalls seit Jahren eine „fast perfekte Affäre“ zu einem Mann unterhält und unfreiwilliger Zeuge des Geschehens wird. Auf unheilvolle Weise hat jeder der drei sich schuldig gemacht – und das Doppelleben, das sie allesamt führen, ist bedroht. Denn der Schrecken des Todes fördert die Geheimnisse des Lebens unweigerlich zutage.

Elizabeth Subercaseaux ist ein ungewöhnliches Buch gelungen, das den Leser von Anfang an in Bann zieht. Die Handlung hätte ebenso einen saftigen Krimi entstehen lassen können, stattdessen ist ein Psychodrama entstanden, das sich wie ein Krimi liest. Jede Figur hat ein faszinierendes Eigenleben und hält immer wieder Überraschungen bereit. Jede Figur hält eine Fassade aufrecht, um ihr wirkliches Ich zu verbergen und geht langsam an dieser enormen Lebenslüge zugrunde, denn die Leidenschaft lässt sich nicht zügeln und obsiegt. Die Autorin nähert sich behutsam diesen Abgründen und hat eine enorme Sympathie für ihre Figuren. Doch der Geschichte hängt eine schwere Traurigkeit an, denn in der Konstellation kann keine der Figuren ein Happy End erwarten. Und am Ende ist denn auch nichts mehr wie zuvor. Ein wunderbares Buch, in das man sich nur allzu gerne versinken lässt.

Elizabeth Subercaseaux, geboren 1945 in Chile, ist die Urenkelin von Robert und Clara Schumann. Mit zweiundzwanzig Jahren zog sie nach Spanien, wo sie ihre journalistische Karriere begann. 1975 kehrte sie nach Chile zurück und arbeitete dort während der Pinochet-Diktatur siebzehn Jahre lang als Journalistin im Untergrund. Heute lebt sie als Bestsellerautorin in Chile.

Eine fast perfekte Affäre von Elizabeth Subercaseaux ist bei Pendo erschienen.
(JK 04/10)

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