
Der Krimi Russische Freunde des finnischen Autors Matti Rönkä, erschienen bei Lübbe, führt in das russisch-finnische Grenzgebiet in die Wälder Kareliens.
Helsinki 2004: Viktor Kärppä ist cool, smart − und er hat eine Spezialausbildung bei der Roten Armee hinter sich. Inzwischen lebt er in Finnland und arbeitet erfolgreich in der Baubranche. Bis zwei Russen in Kärppäs Büro auftauchen und von ihm verlangen, die Geschäfte komplett an sie abzugeben. Kärppä weigert sich verständlicherweise und ahnt nicht, dass er sich damit gerade jemanden ganz Großes zum Feind gemacht hat. Das Haus, das er sich mit seiner Lebensgefährtin Marja eingerichtet hat, brennt kurze Zeit später nieder. Brandstiftung. Kärppä bleibt nichts anderes übrig, als nach Russland zu reisen und herauszufinden, bei wem er solchen Zorn ausgelöst hat.
Fünf Jahre hat es gedauert, bis eine deutsche Übersetzung erschien. Matti Rönkä zeichnet sich dadurch aus, dass er anders als seine skandinavischen Kollegen seine Figuren nicht tiefenpsychologisch auslotet. Ihm ist mehr an der Stimmung an sich gelegen. Zu nennen ist da beispielsweise der Zwiespalt der Hauptfigur Viktor Kärppä, der in Finnland als Russe und in Russland als Finne gesehen wird. Uns weitgehend unbekannt ist das geographische Geflecht beider Länder, was in dem Roman nur allzu gut beschrieben ist. Rönkäs Roman ist ein Buch der leisen Töne, die unspektakulär in leiser Form den Leser umschmeicheln und auf sehr angenehmer Weise unterhalten.
Matti Rönkä, geboren 1958 in Nord-Karelien, ist Journalist und der finnische „Mister Tagesschau“. Er hat sowohl in den Printmedien als auch im Radio gearbeitet. Er sagt von sich selbst, dass er geradezu fanatisch gerne Sport treibt, jedoch ohne besonders sportlich zu sein. Und er liebt es wacklige Möbel in russischem Design zu bauen. Matti Rönkä lebt mit seiner Frau und seinen drei Kindern in Helsinki.
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