Vom Thrillerautor John Katzenbach ist mit Der Professor ein Buch bei Droemer
erschienen, das Urängste beim Leser weckt.
Der pensionierte Psychologieprofessor Adrian Thomas
bekommt von seinem Arzt eine niederschmetternde Diagnose: Demenz. Noch immer unter
dem Eindruck der bestürzenden Nachricht blickt der alte Mann auf die Straße und
sieht ein etwa sechzehnjähriges Mädchen vorübereilen. Gleichzeitig rollt ein
Lieferwagen heran, bremst ab und beschleunigt wieder: Das Mädchen ist
verschwunden. Der Professor ist verwirrt. Täuscht er sich, oder hat er gerade
eine Entführung beobachtet? Wer wird ihm, einem an Demenz erkrankten, glauben?
Ein Kampf gegen die Uhr beginnt.
John Katzenbach baut in seinem Buch eine Zwickmühle
auf, bei der es bis zur letzten Seite spannend bleibt, wie diese sich auflöst. Konfrontiert
wird der Leser mit zwei Extremsituationen, der man hilfloser nicht ausgeliefert
sein kann. Einerseits das Wissen eines Mannes, in absehbarer Zeit den Verstand
zu verlieren und Sorge hat bei den aufkommenden Symptomen, die Realität von
seinen Halluzinationen nicht mehr auseinander halten zu können. Dann die
Situation des entführten Teenagers, die Psychopathen ausgeliefert ist. gequält
und gedemütigt wird, den Tod vor Augen
hat. Diese Komposition hält, was sie verspricht. John Katzenbach lässt die
Ängste und Gefühle der beiden Menschen plastisch werden. Der Leser kann sich
diesem Sog nicht entziehen. John Katzenbach ist ein bemerkenswerter, absolut
lesenswerter Psychothriller.
John Katzenbach, geboren 1950, war ursprünglich
Gerichtsreporter für den "Miami Herald" und die „Miami News“. In den
USA sind inzwischen zehn Kriminalromane von ihm erschienen. Zweimal war
Katzenbach für den Edgar Award nominiert. Er lebt mit seiner Familie in Amherst
im Westen des US-Bundesstaates Massachusetts.
(JK 01/11)

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