Wer hätte anfangs gedacht, dass sich Jutta Profijts
Reihe um den Geist Pascha aus der Pathologie zu so einem Erfolg mausert.
Mittlerweile erscheint der dritte Band Kühlfach
zu vermieten bei dtv.
Eine Hitzewelle rollt über Köln. Die Leute sterben
wie die Fliegen und die Stadt weiß nicht mehr, wohin mit den Leichen. Da hat
der profitgierige neue Leiter des Rechtsmedizinischen Instituts eine folgenschwere
Idee: Er will Kühlfächer an Bestattungsunternehmen vermieten. Ab sofort hält
das Chaos Einzug in die sonst so geordnete Welt von Rechtsmediziner Dr. Martin
Gänsewein: Unbefugte gehen am RMI ein und aus, Leichen oder Teile von ihnen
verschwinden und dubiose Obduktionsbefunde bei anonymen Toten häufen sich.
Daher beauftragt Martin den prollig-nervigen Geist Pascha, der Sache auf den
Grund zu gehen. Das passt dem gerade gar nicht, wo er doch auf Liebespfaden
wandelt.
Es ist schon eine originelle Idee, einen prolligen
Geist als Hauptfigur auftreten zu lassen, der bei der Lösung von Kriminalfällen
behilflich ist. Man ahnt schon, dass hier weniger die Krimihandlung im
Vordergrund steht und eher schmückendes Beiwerk ist. Im Vordergrund steht
Klamauk. Der unendlich quasselnde Geist Pascha ist dabei eine wahre Nervensäge
und spielte sich doch in die Herzen seiner Leser. Die Autorin schafft die
Gratwanderung zwischen Komödie und Trash. Der Leser findet schöne Unterhaltung.
Jutta Profijt wurde1967 in Ratingen geboren. Mit
ihren Romanen über den prolligen Geist Pascha und den schüchternen
Rechtsmediziner Dr. Gänsewein eroberte sie eine riesige Fangemeinde und wurde
mit Kühlfach 4 für den
Friedrich-Glauser-Preis 2010 nominiert. Die freie Autorin lebt in der niederrheinischen
Provinz.
(JK 01/11)

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