Martin Maurer: Terror (Dumont)

In die Welt der staatliche Gewalt und wie sie missbraucht wird, führt der Roman Terror von Martin Maurer, der bei Dumont erschienen ist.

Der Kameramann Marc Burth fährt mit seiner Familie in ein italienisches Bergdorf. Schon bald beunruhigen ihn merkwürdige Vorkommnisse. Eines Nachts findet er im Nachbarhaus einen Marokkaner, fast totgeprügelt – nach Aussage des Opfers von Polizisten. Marc ist seine einzige Hoffnung. Er recherchiert und kann nicht fassen, worauf er stößt: ein staatliches Terrornetzwerk, in das auch deutsche Politiker involviert sind. Von der RAF bis zu NATO-Geheimarmeen während des Kalten Krieges, der Staat scheint sich mit Terroristen verbündet zu haben. Und möglicherweise tut er das noch immer – auch dort oben, auf dem Berg, wo Marc und seine Familie plötzlich nicht mehr sicher sind …

In Martin Maurers hochbrisanten Thriller geraten die Protagonisten in eine immer größere Verunsicherung, verlieren immer mehr Vertrauen in Sicherheit zu leben beschützt durch die Polizei, die Institutionen des Staates. Durch das geschickte Einweben von Fakten überträgt sich die Verunsicherung auch auf den Leser. Der Autor benutzt zwei Zeitebenen, um seinen Roman zu erzählen. Dem Leser wird sehr rasch klar, dass der Thriller im Grunde nur auf ein Ende hinauslaufen kann und liest das Buch in dieser Gewissheit weiter, was die Geschichte umso eindringlicher macht. Ein spannendes Debüt hat Martin Maurer geschrieben und macht neugierig auf das nächste Buch, welches Thema er dann in ähnlicher Form aufgreifen wird.

Martin Maurer wurde 1968 in Konstanz am Bodensee geboren. Er studierte Dramaturgie und Drehbuch an der Hochschule für Film und Fernsehen in Potsdam-Babelsberg und arbeitet als Drehbuchautor. Er lebt in Berlin und Italien. Terror ist sein erster Roman.

Terror von Martin Maurer ist bei Dumont erschienen.
(JK 04/11)

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