Peter Probst: Personenschaden (dtv)

In Peter Probsts neuem Krimi Personenschaden, der bei dtv erschienen ist, gerät ein Lokführer ins Visier eines Wahnsinnigen.

Nachdem Lokführer Klaus Engler einen jungen Mann überfahren hat, wird er von schweren Schuldgefühlen geplagt. Seit einiger Zeit fühlt er sich von Unbekannten verfolgt und bedroht. Privatermittler Anton Schwarz wird von Engler beauftragt, die Unbekannten zu finden. Doch bereits kurz nachdem Schwarz den Auftrag übernommen hat, springt ein weiterer Selbstmörder vor Englers Zug. Zufall? Die Spuren führen Anton Schwarz zu einem Mann, der von Hass auf den Lokführer erfüllt ist – und eine grausame Rache inszeniert: In einem Suizidforum im Internet sucht er sich ein williges Opfer, das bereit ist, sich vor einen Zug zu werfen.

Peter Probsts Absicht beim Schreiben seiner bisher zwei Krimis um Anton Schwarz nist nicht nur einen guten Krimi zu schreiben, sondern er möchte Zusammenhänge bewusst machen, Dinge an die Oberfläche bringen, die um uns herum passieren aber oftmals aus der Wahrnehmung rutschen. So war es bei seinem ersten Krimi die rechtsradikale Szene und in seinem neuen Krimi die Deutsche Bundesbahn und ihr Umgang mit dem Phänomen der Selbstmörder. Herausgekommen ist ein spannender und zugleich subtiler Krimi. Es werden einerseits die Motive der Selbstmörder beleuchtet und in einen Zusammenhang mit der Handlung gebracht, andererseits gelingt es Peter Probst, den Gefühlsnotstand des Lokführers zum Anfassen nah zu bringen. So schafft der Autor es, ein brisantes Thema massentauglich zu machen. Die Einbettung in eine Kriminalgeschichte wirkt keineswegs gewollt oder platt sondern ist auf ganzer Linie überzeugend. Peter Probst gelingt es, mit der sympathischen Figur des Anton Schwarz einen neuen Krimistar zu formen.

Peter Probst, 1957 in München geboren, studierte Germanistik, Italienische Literatur und Katholische Theologie in seiner Heimatstadt und in Rom. Er war Regieassistent, Regisseur und Dozent an Filmakademien und schrieb seit 1982 etwa neunzig Drehbücher, vor allem für Fernsehspiele und Krimis wie den Tatort. Mit seiner Frau Amelie Fried hat er die Kinderkrimireihe Taco und Kaninchen verfasst und an ihrem Bestseller Schuhhaus Pallas - Wie meine Familie sich gegen die Nazis wehrte mitgearbeitet. Seit der Gründung des Vereins Lichterkette engagiert er sich gegen Ausländerfeindlichkeit und für Integration. Peter Probst lebt mit seiner Familie im Süden von München.

Personenschaden von Peter Probst ist bei dtv erschienen.
(JK 04/11)

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