Einen Krimi in Hamburg im 19. Jahrhundert hat Guido
Dieckmann mit seinem Buch Herrin über Licht und Schatten geschrieben, das bei rororo erschienen ist.
Nach dem Scheitern ihrer Ehe steht die junge Jenny
finanziell und gesellschaftlich vor dem Ruin. Sie ist heilfroh, als ihr Bruder
Hermann Biow sie zu sich nach Hamburg holt. Dort hat der einstige Porträtmaler
das erste photographische Atelier der Stadt gegründet. Seine Aufnahmen
berühmter Persönlichkeiten finden bald überall große Beachtung. Und auch Jenny
beweist Talent mit der Kamera. Doch dann geht Hermann nach Dresden und lässt
sie mit Schulden zurück. Jenny gerät erneut in Bedrängnis. Damit nicht genug:
Im Haus einer reichen Kaufmannsfamilie, die von Jenny fotografiert wurde, kommt
es zu mysteriösen Todesfällen. Diese scheinen mit dem großen Brand
zusammenzuhängen, der vor Jahren fast ganz Hamburg zerstörte. Jenny stößt auf
ein Netz aus Intrigen und ungesühnter Schuld. Und bald ist nicht nur das
Atelier, sondern auch ihr Leben in Gefahr.
Bei historischen Krimis liegt oft der Verdacht nahe,
dass sie sich stark dem Kitsch zuneigen. Das ist bei Guido Dieckmanns historischem
Hamburg-Krimi dankenswerter Weise nicht der Fall. Seiner Geschichte liegt auf
der anderen Seite auch kein reißender Action-Plott zu Grunde. Sie birgt feinen
Krimistoff in historischem Gewand und führt ein in die Anfänge der Fotografie, der
Daguerrotypie.
Guido Dieckmann, geboren 1969 in Heidelberg,
arbeitete nach dem Studium der Geschichte und Anglistik als Übersetzer und
Wirtschaftshistoriker. Heute ist er als freier Schriftsteller erfolgreich und
zählt mit seinen historischen Romanen, u.a. dem Bestseller Luther aus dem Jahr 2003, zu den bekanntesten Autoren dieses Genres
in Deutschland. Guido Dieckmann lebt mit seiner Frau an der Deutschen
Weinstraße.
Herrin über Licht und Schatten von Guido Dieckmann ist bei rororo erschienen.
(JK 12/11)

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