Stefan Moster und Christian Schüle gemeinsam bei den Vattenfall Lesetagen


Vattenfall Lesetage:
Restaurant Zum Schiffchen
Dienstag, 24.04.2012  19.00 Uhr
Großer Grasbrook 9, 20457 Hamburg
Eintritt: 7 €

Stefan Moster und Christian Schüle gestalten gemeinsam einen Abend. Stefan Moster wird aus seinem Buch Lieben sich zwei lesen, das bei Mare erschienen ist. Christian Schüle liest aus seinem Buch Das Ende unserer Tage, das bei Klett-Cotta erschienen ist. Nina Diezemann wird moderieren.

Wie füllt man sein Leben, wenn die geplante Erfüllung ausbleibt?

Ines und Daniel sind Mitte dreißig und leben seit anderthalb Jahren in Hamburg. Nicht irgendwo in Hamburg, sondern in einer der begehrten Immobilien der HafenCity – mit Blick zwar nicht aufs Meer, wovon Ines geträumt hat, doch immerhin auf den Fluss, der bald in die Nordsee mündet. Daniel ist Städteplaner bei einer Unternehmensberatung, Ines führt ihre eigene Weinhandlung in Uhlenhorst. Die Enge ihrer Pfälzer Herkunft haben sie hinter sich gelassen; die Großstadt fühlt sich noch nicht nach Zuhause an, liegt aber als Verheißung vor der Tür. Ines und Daniel lieben sich. Sie wünschen sich ein Kind. Als ihr Wunsch nicht so schnell in Erfüllung geht wie erhofft, zeigen sich, zunächst fast unmerklich, feine Risse in der Beziehung – und das Paar gerät in einen Strudel, dem sich keiner der beiden mehr entziehen kann.
In atemlosem Erzählrhythmus und mit analytischer Brillanz kratzt der Autor an der glatten Oberfläche einer Ehe. Stück für Stück, behutsam und schonungslos zugleich, legt er die Psychologie hinter dem rücksichtsvollen Umgang zwischen den Liebenden frei. Stefan Mosters Roman ist auch das scharfsinnige Porträt einer rasant wachsenden Metropole, in der Erfolg und Schiffbruch, Tradition und Überdruss nahe beieinanderliegen.

Stefan Moster, geboren 1964 in Mainz, lebt als Autor, Übersetzer, Lektor und Herausgeber mit seiner Familie in Espoo (Finnland). Er unterrichtete an den Universitäten München und Helsinki. 1997 erhielt er das Münchner Literaturstipendium für Übersetzung, 2001 den Staatlichen finnischen Übersetzerpreis. Er übertrug Werke verschiedener finnischer Autoren ins Deutsche.

Lieben sich zwei von Stefan Moster ist bei Mare erschienen.

“Well performed, Jungfuchs. At the end of the day machen wir sie alle platt.” Ein Land im Spannungsfeld von Ökonomie und Dekadenz, Spiritualität und Schuld. Das Ende unserer Tage ist der tiefgründige Roman einer unaufhaltsamen Katastrophe und eine rasante Höllenfahrt quer durch die westliche Gesellschaft.

In der ehemals reichen Kaufmannsmetropole Hamburg werden Kirchen in Eventagenturen umgebaut. Die legendäre Kammfabrik im Süden Hamburgs wird von chinesischen Investoren übernommen und von Bürokraten abgewickelt. Skrupellose Manager des Verfalls frönen ihrer Überspanntheit in elitären Salons, vereinsamte Individualisten suchen nach Sinn und Wert. Christian Schüle erzählt die Geschichte zweier Männer, die in dieser Welt treiben und von ihr getrieben werden: Charlie Spengler, ein gefeuerter Fabrikdirektor, der zur Gallionsfigur einer Arbeiterrebellion wird. Und Jan Philipp Hertz, ein Jungunternehmer, der auf den Stoßwellen des Umbruchs dem allgemeinen Verhängnis seiner Stadt entgegensurft.

Christian Schüle, geboren 1970, studierte Philosophie und Politische Wissenschaft, ist freier literarischer Autor, Essayist und Reporter und lebt in Hamburg. Seine Reportagen und Feuilletons wurden mehrfach ausgezeichnet. Christian Schüle schreibt u. a. für Die Zeit und den Spiegel. 2006 erschienen von ihm der Essay Deutschlandvermessung und das reiseliterarische Buch Türkeireise.

Das Ende unserer Tage von Christian Schüle ist bei Klett-Cotta erschienen.
(JK 04/12) 

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