Vattenfall
Lesetage:
Restaurant
Zum Schiffchen
Dienstag, 24.04.2012 19.00
Uhr
Großer Grasbrook 9, 20457 Hamburg
Eintritt: 7 €
Wie füllt
man sein Leben, wenn die geplante Erfüllung ausbleibt?
Ines und
Daniel sind Mitte dreißig und leben seit anderthalb Jahren in Hamburg. Nicht
irgendwo in Hamburg, sondern in einer der begehrten Immobilien der HafenCity –
mit Blick zwar nicht aufs Meer, wovon Ines geträumt hat, doch immerhin auf den
Fluss, der bald in die Nordsee mündet. Daniel ist Städteplaner bei einer
Unternehmensberatung, Ines führt ihre
eigene Weinhandlung in Uhlenhorst. Die Enge ihrer Pfälzer Herkunft haben sie
hinter sich gelassen; die Großstadt fühlt sich noch nicht nach Zuhause an, liegt
aber als Verheißung vor der Tür. Ines und Daniel lieben sich. Sie wünschen sich
ein Kind. Als ihr Wunsch nicht so schnell in Erfüllung geht wie erhofft, zeigen
sich, zunächst fast unmerklich, feine Risse in der Beziehung – und das Paar
gerät in einen Strudel, dem sich keiner der beiden mehr entziehen kann.
In
atemlosem Erzählrhythmus und mit analytischer Brillanz kratzt der Autor an der
glatten Oberfläche einer Ehe. Stück für Stück, behutsam und schonungslos zugleich, legt er
die Psychologie hinter dem rücksichtsvollen Umgang zwischen den Liebenden frei.
Stefan Mosters Roman ist auch das scharfsinnige Porträt einer rasant wachsenden
Metropole, in der Erfolg und Schiffbruch, Tradition und Überdruss nahe
beieinanderliegen.
Stefan
Moster, geboren 1964 in Mainz, lebt als Autor, Übersetzer, Lektor und
Herausgeber mit seiner Familie in Espoo (Finnland). Er unterrichtete an den
Universitäten München und Helsinki. 1997 erhielt er das Münchner
Literaturstipendium für Übersetzung, 2001 den Staatlichen finnischen
Übersetzerpreis. Er übertrug Werke verschiedener finnischer Autoren ins
Deutsche.
Lieben
sich zwei von Stefan Moster ist bei Mare erschienen.
“Well performed, Jungfuchs. At the end of the day machen wir sie alle
platt.” Ein Land
im Spannungsfeld von Ökonomie und Dekadenz, Spiritualität und Schuld. Das Ende unserer Tage ist der
tiefgründige Roman einer unaufhaltsamen Katastrophe und eine rasante
Höllenfahrt quer durch die westliche Gesellschaft.
In der
ehemals reichen Kaufmannsmetropole Hamburg werden Kirchen in Eventagenturen
umgebaut. Die legendäre Kammfabrik im Süden Hamburgs wird von chinesischen
Investoren übernommen und von Bürokraten abgewickelt. Skrupellose Manager des
Verfalls frönen ihrer Überspanntheit in elitären Salons, vereinsamte
Individualisten suchen nach Sinn und Wert. Christian Schüle erzählt die
Geschichte zweier Männer, die in dieser Welt treiben und von ihr getrieben
werden: Charlie Spengler, ein gefeuerter Fabrikdirektor, der zur Gallionsfigur
einer Arbeiterrebellion wird. Und Jan Philipp Hertz, ein Jungunternehmer, der
auf den Stoßwellen des Umbruchs dem allgemeinen Verhängnis seiner Stadt
entgegensurft.
Christian
Schüle, geboren 1970, studierte Philosophie und Politische Wissenschaft, ist
freier literarischer Autor, Essayist und Reporter und lebt in Hamburg. Seine
Reportagen und Feuilletons wurden mehrfach ausgezeichnet. Christian Schüle
schreibt u. a. für Die Zeit und den Spiegel. 2006 erschienen von ihm der Essay Deutschlandvermessung und das
reiseliterarische Buch Türkeireise.
Das Ende
unserer Tage von Christian Schüle ist bei Klett-Cotta erschienen.
(JK 04/12)


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