Literaturhaus
Dienstag,
20.11.2012
19.30
Uhr
Schwanenwik
38, 22087 Hamburg
Eintritt:
7 – 12 Euro.
Howard
Jacobson liest aus seinem Roman Liebesdienst,
der bei DVA erschienen ist. Christian Berkel liest den deutschen Text, Gabriele
von Arnim moderiert den Abend.
Felix
Quinn sollte der glücklichste Mensch auf Erden sein: Er ist mit der Liebe
seines Lebens verheiratet, und seine Frau Marisa ist auch noch klug, schön und
begehrenswert. Doch der antiquarische Buchhändler findet keine Ruhe, denn er
hat eine Obsession: die Eifersucht. Sein sehnlichster Wunsch ist, dass ein
anderer Mann seine Frau begehrt, so dass er nach Herzenslust eifersüchtig sein
darf. Fortan plant er akribisch sein eigenes Betrogenwerden. Auf der Suche nach
einem geeigneten Liebhaber für Marisa trifft er auf den genialen und gefallenen
Dichter Marius: „Gestört und gefährlich, ein enthaltsamer Immoralist, ein
Sadist, der mit seiner Weisheit am Ende war, stand er vor meiner Tür. Genau der
Richtige, um meine Ehe zu retten.” Es beginnt ein riskantes Spiel der Lust und
der Täuschung. Felix Quinn steht vor der Frage, ob er dabei ist, seine Ehe zu
befreien oder sie zu zerstören. Der Leser gerät in einen Sog der Gefühle und
rätselt häufig, ob es sich um die Wirklichkeit oder die verdrehte Fantasie des
Erzählers handelt.
Liebesdienst ist nichts für zartbesaitete Seelen, meint der „Guardian”: „Lesen Sie
dieses Buch nicht, wenn Sie sich irgendwo am Abgrund der Liebe befinden, denn
es wird Sie aus dem Gleichgewicht bringen.”
Der 1942
in Manchester geborene Howard Jacobson hat bisher zwölf Romane und vier
Sachbücher veröffentlicht. 2010 erhielt er den Man Booker Prize für seinen
Roman Die Finkler-Frage. Liebesdienst ist sein zweiter Roman, der
auf Deutsch erscheint. Howard Jacobson ist zum ersten Mal zu Gast im
Literaturhaus, und uns erwartet ein anregender Abend, beklagt der Autor doch
den Verfall des Lesens vor lauter politischer Korrektheit: „The language of
sympathy and identity and what we call political correctness is killing the way
we read.”
Liebesdienst
von Howard Jacobson ist bei DVA erschienen.
(JK 11/12)

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