Die Hamburger Autorin Ana Veloso ist abonniert auf
historische Romane, die in der Plantagenromantik Brasiliens angesiedelt sind.
Auch ihr neuer Roman Das Lied des
Kolibris bleibt diesem Thema treu. Erschienen ist er bei Knaur erschienen.
Bahia 1763. Die junge Sklavin Lua arbeitet seit
Kindesbeinen auf der Zuckerrohrplantage São Fidélio. Lua ist schön – und sie
hat ein Geheimnis: Sie kann lesen und schreiben, was Sklaven unter Strafe
verboten ist. Niemals hat sich Lua für die Geschichte ihrer Ahnen interessiert
und ist deshalb erstaunt, als die alte Imaculada sie bittet, ihre
Lebensgeschichte aufzuzeichnen. Die Alte ist eine der wenigen Schwarzen, die
noch mit einem Sklavenschiff aus Afrika nach Brasilien verschleppt wurden.
Zunächst widerstrebend, aber dann zunehmend fasziniert, lauscht Lua Imaculadas
Geschichte und gerät in ihren Bann – und in den Bann des atemberaubend schönen
Sklaven Zé, der von einem Leben in Freiheit träumt.
Der fünfte Roman enthält alle Zutaten, die man von
Romanen dieses Genres erwartet. Eine bewegende Liebesgeschichte in einer
paradiesischen Umgebung, die zugleich hochgradig menschenfeindlich sein kann.
Was Ana Veloso von den vielen Autorinnen dieses Genres abhebt, ist dass man als Leser spürt, dass sie die Zeit
und Umstände immer sehr sorgfältig recherchiert hat. So entsteht ein stimmiges
Gemälde, in dem die geneigte Leserin mitfiebern, mitleiden und mithoffen kann.
Ana Veloso, 1964 geboren, ist Romanistin und lebte
viele Jahre in Rio de Janeiro. Bereits ihr erster Roman Der Duft der Kaffeeblüte war
ein großer Erfolg, ebenso So weit der
Wind uns trägt. Ana Veloso lebt als Journalistin und Autorin in Hamburg.
Das Lied des Kolibris von Ana Veloso ist bei Knaur erschienen.
(JK 03/12)

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